Was bedeutet Dreifaltigkeit?

24 Antworten

Hallo Blumenmeerwelt,

die Dreieinigkeit ist, obwohl von vielen in der Christenheit geglaubt, keine biblische Lehre. Von Verfechtern der Dreieinigkeitslehre werden zwar einige biblische "Beweistexte" angeführt, doch im Licht der gesamten Bibel besitzen diese keine Aussagekraft im Hinblick auf diese Lehre.

Jesus z.B. hat niemals behauptet, er sei wesensgleich mit dem Vater. Das geht aus folgender Aussage hervor, die Jesus mit Blick auf seinen himmlischen Vater macht: "Der Vater ist größer als ich“ (Johannes 14:28). Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott“ (Johannes 20:17). Hätte Jesus wohl seinen Vater im Himmel als "seinen Gott" Gott bezeichnet, wenn er doch selbst Gott wäre? Außerdem gibt es nirgendwo in der Bibel die Aussage, dass Gott seinen Sohn als "meinen Gott" bezeichnet.

Außerdem: Welchen Sinn würde es machen, wenn Jesus seine Beziehung zu Gott mit dem Verwandtschaftsverhältnis eines Sohnes zu seinem Vater beschreibt, wenn sie beide doch auf der gleichen Stufe ständen, wie es die Dreieinigkeitslehre beschreibt?

Des weiteren sagt die Bibel nicht, der heilige Geist sei eine Person. Die ersten Christen „wurden mit heiligem Geist erfüllt“, und Gott sagte: „Ich [werde] etwas von meinem Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen“ (Apostelgeschichte 2:1-4, 17). Das, was hier vom heiligen Geist gesagt wird, kann man ja wohl kaum mit einer Person tun. Der heilige Geist ist somit kein Teil einer Dreieinigkeit, sondern Gottes wirksame Kraft.

Es gibt Bibeltexte, die erwecken den Anschein, als sei der heilige Geist eine Person. Zum Beispiel sagte einmal Jesus Christus folgendes über den heiligen Geist: "Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe" (Johannes 14:26). Da es in diesem Text ja heißt, der heilige Geist sei ein "Helfer", haben manche daraus geschlossen, dass es sich demnach um eine Person handeln müsse.

Dass Jesus hier jedoch ein Wortbild gebraucht hat, zeigt folgender Textvergleich. Jesus sagte einmal im Hinblick auf die Weisheit: "Dennoch erweist sich die Weisheit durch alle ihre Kinder als gerecht" (Lukas 7:35). Würde jemand aus dieser Aussage schließen, die Weisheit sei ein Person, die Kinder hervorbringt? Wohl kaum! Jesus gebrauchte auch hier ein Wortbild, das zum Ausdruck bringen sollte, dass man wahre Weisheit an dem erkennen kann, was sie bewirkt. In der Bibel kommen viele bildhaften Ausdrücke vor und manches wird personifiziert oder vermenschlicht.

Wenn die Trinitätslehre nicht aus der Bibel stammt, wo hat sie dann ihren Ursprung? Darüber wird in zwei bedeutenden Enzyklopädien folgendes gesagt:

„Es könnte der Eindruck entstehen, das Dreieinigkeitsdogma sei im Endeffekt eine Erfindung des späten 4.  Jahrhunderts. In gewissem Sinne ist das auch wahr .  .  . Der Begriff ‚ein Gott in drei Personen‘ hatte sich vor dem Ende des 4.  Jahrhunderts noch nicht durchgesetzt; auf keinen Fall war er schon völlig in das christliche Leben und in das christliche Glaubensbekenntnis integriert worden“ (New Catholic Encyclopedia, 1967, Band  14, Seite  299).

„Am 20.  Mai 325 trat das Konzil von Nizäa zusammen. Konstantin führte persönlich den Vorsitz, steuerte die Verhandlungen und schlug selbst .  .  . die entscheidende Formel vor, die das Verhältnis Christi zu Gott im Nizäischen Glaubensbekenntnis ausdrückt, nämlich ‚wesenseins mit dem Vater‘ .  .  . Vom Kaiser eingeschüchtert unterschrieben alle Bischöfe außer zweien das Bekenntnis  — viele von ihnen entgegen ihrer eigenen Überzeugung“ (Encyclopædia Britannica, 1970, Band  6, Seite  386).

Daher ist die Dreieinigkeit eher ein Mythos, als eine biblische Lehre und sollte von denen, für die die Bibel die Quelle jeglicher Glaubenslehre ist, auch nicht geglaubt werden.

LG Philipp

                       Die Armut in der Heiligsten Dreifaltigkeit

Die Armut hat ihre Quelle in Gott, der der Arme schlechthin ist. Tatsächlich
birgt das Dreifaltigkeitsgeheimnis in seiner Tiefe eine grenzenlose Armut. Das
Geheimnis wäre nicht möglich ohne die grundsätzliche Armut jeder der drei
göttlichen Personen. Sie entäußern sich, um sich vollkommen einander hinzugeben und sich gegenseitig zu empfangen.

Wenn eine göttliche Person etwas für sich zurückbehielte, dann würde der
anderen Person -rein menschlich gesprochen- etwas fehlen, und sie wäre dann nicht mehr vollkommen Gott. Jede der göttlichen Personen kann nur empfangen, wenn die andere gibt. Da alle drei gleich Gott sind, muss jede göttliche Person sich vollkommen verschenken, besonders der Vater, den man deswegen mit Recht auch als den Armen bezeichnen kann. Alles , was er hat  und was er ist, das gibt er unaufhörlich an den Sohn, indem er sich -bildhaft gesprochen- in ihn ergießt und nichts für sich zurückbehält.

Man erkennt hier deutlich: Wer liebt , macht sich arm. Er gibt alles,
nämlich sich selbst.Wenn der Vater sich nicht völlig an den Sohn verschenkte,
dass man im Sohn den Vater sehen kann, könnte der Sohn nicht gleichen Wesens mit dem Vater sein!

Wenn nun -menschlich gesprochen- der Sohn plötzlich zum Egoisten würde
und alles ihm vom Vater Geschenkte für sich behielte, würde der Vater aufhören zu existieren.

"Selig die Armen, in die der Geist sie einführt" (Mt 5,3)

In diesem Sinn ist Armut, sich ganz zu geben, um dann ganz für ein neues
Empfangen frei zu sein. Deswegen kann man auch vom Sohn sagen, er sei der große  Arme, weil er aus sich nichts besitzt, nichts ist.Er empfängt sich ganz aus dem Vater, lebt aus ihm, wäre nichts ohne ihn. Das ist Wirklichkeit!

Deshalb sagt der Sohn: Ich habe nichts aus mir selbst. Ich und der Vater
sind eins (Joh10,1).

Wenn Jesus geschaffen wäre, existierte er nie von Ewigkeit her. Er ist
aber von Ewigkeit, denn der Vater ergießt sich von Ewigkeit in den Sohn. Weil
der Vater nie Egoist war,wählte man das Wort "gezeugt, nicht geschaffen". Das bedeutet: Er geht vollkommen aus einem anderen hervor:
aus Gott Vater.

Der Heilige Geist hält sich sozusagen im Hintergrund. Auch er ist der
große Arme, denn er existiert nur durch den Vater und den Sohn. Er ist
gleichsam der sprudelnde Quell ihrer gegenseitigen Liebe.

Die Bewegung des Nehmens und Gebens im dreifaltigen Gott, erzeugt in
ihrer Kraft der Liebe die Welt, viele Welten, ein ganzes Universum, all das,
was wir Schöpfung nennen. In der Philosophie wird gesagt, das Gute wolle sich verströmen, es wolle sich nicht einbehalten. Liebe wird sich nie einbehalten wollen.

Betrachten wir noch einen anderen Bereich des Dreifaltigen Gottes, in
dem seine Armut begründet ist, nämlich die "Menschwerdung".

Jesus hatte zwei Nauren in einer Person, die göttliche und die menschliche, somit einen göttlichen, aber auch einen vollkommen freien menschlichen Willen. Wir tun so, als hätte Jesus nichts anders handeln können, aber das stimmt gar nicht.Im Leiden ist Jesus ganz menschlich. Jesus hat seinen
menschlichen Willen dem göttlichen Willen untergeordnet. Doch das war auch für ihn immer wieder ein heftiges Ringen.

Bei der Erlösung ist es der Vater, der seinen Sohn hingibt, und es wird
uns nun bewusst, dass der Vater dabei nie nur Zuschauer war, auch der
Heilige  Geist nicht. Die Erlösung ist das Werk der heiligsten Dreifaltigkeit.

Der Abstieg ins Fleisch bedeutet für Gott die wahre Armut. Der ungeschaffene, ewige Gott wird um unsertwillen ein geschaffenes Wesen. Das ist die totale Armut.

Obgleich er reich war, ward er euretwegen arm (Kor 8,9), schreibt
Paulus.

Vinzenz Pallotti meint: Gott, du bist zum Narr deiner Liebe geworden! So
wie er seine Göttlichkeit bei der Menschwerdung ablegte, sich entäußerte, so
streifte er bei der Erlösung sein Menschsein von sich ab. Er gibt sich ganz
hin, stirbt nicht nur, sondern man entstellt seinen Leib durch Quälereien. Er
war, wie der Prophet sagt, unansehnlich, bis zum Äußersten erniedrigt. Er gibt
also auch sein Menschsein hin.

Auch für den Menschen ist nicht sein Leben das wertvollere Gut, sondern
seine Ehre. Menschen nehmen sich sogar deswegen das Leben, weil ihre Ehre in den Staub getreten wurde. Sein Leben hinzugeben bedeutet für Jesus in gewissem Sinn wenig. Schrecklich aber war es für ihn, seine Ehre zu opfern, zum Gespött des Volkes zu werden, dessen König er war und dessen Gott.

Die Nacktheit des Kreuzes ist nur das Symbol einer viel weitreichenderen
Entblößung. Es ist die totale Armut Gottes! Wir können uns nicht vorstellen,
was es bedeutet, dass sich – wie am Kreuz – die Sünde zwischen Vater und Sohn stellt. Es ist das Widerlichste, was es für ihn gibt.

Niemand fragt, was das für ein Leiden für den Vater war.Um unsertwillen
lässt der Vater diese Trennung vom Sohn zu. Das ist aber auch das Leiden des Heiligen Geistes.

Hier ist das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit und des Leidens
verborgen, eines Gottes der unbegreiflichen Liebe: Wenn du etwas von mir
willst, Herr, selbst wenn du mir Leiden zumutest, ist es immer nur deine
unbegreifliche Liebe. Vielleicht finden wir dann auch leichter zu einem : Ja, Vater!

"Die Seligpreisungen" Bruder Ephraim

Die Trinität wird in der Bibel beschrieben. Bereits im ersten Vers steht: "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde" (1. Mose 1,1). Das Wort für "Gott" ist hebräisch Elohim, das ist die Mehrzahlform von Eloah und wird von nicht wenigen Auslegern als erster Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes gedeutet bzw. darauf, dass Gott aus mehreren Personen besteht.

Wichtig ist dabei das Verständnis der Trinität (Dreieinigkeit) Gottes: Gott als Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist (Gott als 3 Personen und doch eins; also Christen glauben an einen einzigen Gott).

Man kann das vielleicht mit drei Kreisen vergleichen, die sich in der Mitte überschneiden. Es sind drei Kreise, sie gehören aber zu einem Gesamtbild. Oder mit Wasser in seinen Aggregatszuständen: Wasser flüssig, als Eis oder als Dampf und trotzdem eben Wasser. Diese Beispiele erklären durchaus nur unzureichend und mit unserem begrenzten menschlichen Verstand, was Dreieinigkeit (Trinität) bedeutet. Aber vielleicht hilft dir das, dir vorzustellen, dass Gott gleich: Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist, also drei Personen und doch eins (also ein Gott) ist!

Das Johannes-Evangelium beginnt z.B. damit, dass Jesus von Anfang an bei Gott war und dass alles durch ihn entstanden ist!

Joh. 1,1-3: "Im Anfang war das Wort*, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist."

"Das Wort" (gr. logos) ist ein Name des Herrn Jesus Christus (vgl. 1Joh 1,1; Offb 19,13).

Ein schöner Bibelvers über die Trinität ist z. B. 1. Johannes 5,7: "Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins." (Übersetzung Schlachter 2000)

Sehr interessant und empfehlenswert dazu sind auch folgende Seite:

Was möchtest Du wissen?