Warum durften Juden im Mittelalter nur Bank oder Kaufleute werden?

9 Antworten

Das stimmt so nicht. Den Juden war nur das Betreiben von Kleingewerben erlaubt, und das war zudem von Herrschaft zu Herrschaft verschieden.

Der Grund war die mittelalterliche Ständeordnung, die den freien Wettbewerb nicht kannte und sogar unterband. So blieben den Juden nicht viele Möglichkeiten zum Bestreiten ihres Lebensunterhaltes. Der Geldverleih war eine der Möglichkeiten - von "Banken" konnte keine Rede sein; eine andere war der Viehhandel.

Die Juden mussten zwingend Geld verdienen, weil sie für ihren Schutz durch den König/Kaiser Steuern zu bezahlen hatten. Nicht zuletzt deshalb war die große Mehrheit der Juden schlicht arm. Sie wurden aber durch die wenigen Reich(er)en in ihrer jeweiligen Gemeinde unterstützt.

Die Schutzsteuer war ein einträgliches Geschäft. Der deutsche König belehnte damit Landesfürsten und reichsunmittelbar Städte. Deshalb wurde der Schutz der Juden auch sorgfältig wahrgenommen, in manchen Fällen sogar unter dem Einsatz von Leib und Leben. (In Worms gab es einen solchen Fall bei einem Pogrom. Ich glaube, der gesamte Stadtrat wurde dabei niedergemacht.)

Die Steuern wurden ab dem 16. und 17.Jahrhundert immer mehr. Zimmermann ("Hanau, Stadt und Land") schreibt, dass es an die 60 Steuern gab, die von den Juden zu den allgemeinen zusätzlich zu entrichten waren.

Die Beträge waren stets horrend. Entsprechend stiegen die Zinsen für die Darlehen von Juden. Der Zinsfuß betrug im Rhein-Maingebiet zeitweise zwischen 30 und 50 Prozent. Auf diesem Level konnten sich der Zinsfuß nicht halten. Er sank zu Beginn des 16. Jahrhunderts unter 25 %. (Vermutlich durch den Einfluß der aufstrebenden bürgerlichen Bankhäuser.)

Demgegenüber standen im späten Mittelalter die Zinsen für die geistlichen Bankhäuser, das waren die Stifte, Klöster und Hospitäler. Sie verlangten nie über 5 % Zinsen. Dennoch wurden ihre Darlehen sehr viel seltener in Anspruch genommen.

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Worms, gerade die Stadt wird oft genannt, gehts um Judenverfolgung. Worms war wohl echt "katholisch" zu nennen. Jedenfalls ist mir bekannt, dass Worms auch tregen Handel mit Italien betrieb - Norditalien - Bologna die Ecke? Dort gabs doch frühzeitig schon Kleiderordnung für Juden?
Ich muss mal nach Worms fahren, hatte mal in nem Bericht gesehen, dass dort noch sehr alte Gebäude zu finden sind, auch von jüdischen Gemeinden. Worms kenne ich nämlich so gar nicht.

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Du siehst es als moderner Mensch. Damals waren die Vorstelllungen doch ganz anders und diese Geldberufe galten als etwas unedles und unter der Würde des Adels usw. Natürlich beging die Aristokratie einen Fehler und verlor letzendlich ihre Macht an die Geldsäcke, aber aus damaloger Sich liessen sie die minderwertigen Juden minderwertige Arbeit verrichten.

Die Juden durften fast keine anderen Berufe ausüben, sie wurden dazu gezwungen sogenannt "unehrliche Berufe" auszuüben, die sogenannten "Christen" waren sich zu schade dafür. Deshalb wurden viele Juden, gezwungenermassen, zu Geldverleihern, Händler, Philosophen und Wissenschaftler. Als sie dies mit Erfolg machten, wurden sie aus Neid umgebracht, gequält, und verspottet.

Das war nicht so.

Das Mittelalter umspannt ca. 1000 Jahre, und die Gesetze und Verordnungen waren überall verschieden. Deine Aussage ist viel zu allgemein...

Das Geld und Bildung mächtig ist, war den Schustern und Bauern im Mittelalter nicht bekannt. Zu dem waren die Häuptlinge zur damaligen Zeit sehr idealistisch eingestellt.

Das mit dem Idealismus würde ich so nicht sagen. Intrigen gab es schon immer, und wer Macht wollte, mußte sich gegen andere mit allen Mitteln durchsetzen.

Machiavelli ist ein Begriff? Der Mann lebte im 15./16. Jahrhundert...

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