Warum darf man in der fastenzeit kein fleisch essen aber fisch schon?

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6 Antworten

Weil die Katholiken Fisch nicht so richtig für Tiere halten. Schließlich leben sie im Wasser und atmen nicht. Also die Fische. Nicht die Katholiken.

Biber sind übrigens auch erlaubt.


Also ich würde einen fisch schon als tier ansehen aber naja

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@pythonpups

Jeder Mensch mit ein bisschen Gehirn würde den Fisch als Tier ansehen, nicht nur unicorn2780.

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... und atmen nicht?  Dann würden sie ersticken. Wird Biologie heute nicht mehr unterrichtet oder warst Du krank, als es um die Fische ging?  ;-)

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@juergenkrosta

Ja, so waren sie, die Päpste aus dem Mittelalter: elende Schulschwänzer (besonders Bio)!

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"Weil die Katholiken Fisch nicht so richtig für Tiere halten."
Ist das so? War das so? Natürlich werden Sie unter gegenwärtig über einer Mrd. Katholiken ein paar Individuen finden, die das so sehen. Aber das gleich für alle anzunehmen, halte ich doch für gewagt. Mit meiner Person kann ich Ihre These zumindest für die Gegenwart widerlegen. Ob Sie lehramtliche Texte aus der Vergangenheit finden, die Ihre These untermauert, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

Ich muss Sie außerdem enttäuschen. Wenn wir so frei sind, und Tiere als Opisthokonta definieren (ausgenommen natürlich das darin enthaltene taxonomische Reich der Fungi), dann sind alle Tiere auf Atmung angewiesen (ob aerob oder anaerob), sofern wir uns natürlich darüber einig sind, was Atmung denn bedeutet. Fische nicht ausgenommen. Klar, die haben Kiemen...

Leider muss ich Ihnen noch ein drittes Mal widersprechen. "Biber sind übrigens auch erlaubt." Bei Ihnen? Respektabel ist das Detailwissen um das Konzil von Konstanz. Ich habe diese - wie ich finde recht amüsante - Konzilsentscheidung zwar nie anhand vorhandener Quellentexte überprüft, vertraue aber mal der Sekundärliteratur. Aber Ihr Vertrauen darin, dass dies bei Katholiken gewohnheitlich oder gar rechtlich immer noch in Mode ist, ist dann schon wieder nicht so respektabel. Man macht es sich halt einfach: Was ich aufgeschnappt habe, das ist so. Was mal galt, das gilt. Dementsprechend gäbe es aber noch die Todesstrafe im Bundesgesetz.

Entweder, Sie haben Ihre Hausaufgaben nicht gemacht oder Sie halten alle Katholiken, früher wie heute, für ziemlich dumm oder aber ich verstehe einfach keinen Humor.   

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Ich gehe mal davon aus, dass mit "Fastenzeit" die kirchliche vorösterliche Zeit gemeint ist und dass die Frage auf die katholischen Fastengebote abzielt.

"Man" darf auch in der Fastenzeit Fleisch essen, sowohl Katholiken als auch - und das ist völlig klar - Nichtkatholiken. In der Tat kennt das Kirchenrecht Regelungen bezüglich "des Fastens". Aber katholisches Kirchenrecht gilt per definitionem nur für Katholiken. Dass Katholiken auch während der Fastenzeit Fleisch essen dürfen, liegt daran, dass es - entgegen verbreiteter Meinung - kein derartiges Verbot gibt (mehr dazu s. weiter unten).

Zum Fisch: 

Die Frage ist im Präsens gestellt, deshalb beziehe ich mich auf die heutige Situation: Katholiken sollen an Aschermittwoch, Karfreitag und den übrigen Freitagen im Jahr auf Fleisch verzichten (s. unten). 1966 hat Paul VI im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils die "kirchliche Fasten- und Bußdisziplin" entrümpelt und neu geordnet. Hier wird Fisch ausdrücklich nicht mehr ausgenommen. Gemeint sind tierische Nahrungsmittel außer Eiern, Milchprodukten und Zubereitungen mithilfe tierischer Fette. Es darf also auch kein Fisch mehr an diesen Tagen genossen werden, gegenteilige Praxis ist höchstens gewohnheitsrechtlich akzeptiert. Auch die DBK übernimmt die Definition Pauls VI. ohne weitere Ausnahmen hinzuzufügen. Ich persönlich halte es auch so: Ich verzichte auf Fleisch an diesen Tagen aus Gründen des Glaubens, nicht aufgrund ernährungsphysiologischer Erkenntnisse. Ich bin kein Vegetarier, ich esse Fisch ebenso gerne wie Fleisch der "üblichen" Landwirbeltiere. Möchte ich also um Christi willen auf Fleisch verzichten, wäre es schon äußerst schwer vermittelbar, Fisch zu essen und dabei so zu tun, als wäre das ein angemessener Verzicht und kein Genuss tierischen Gewebes.

Die etwas merkwürdige traditionelle Unterscheidung beruht auf einer kirchenrechtlichen Festlegung seitens Gregors I. um 590, der an den Bußtagen den Genuss von homoiothermen Lebewesen verbot. Fische hingegen gehören ja bekanntlich zu den poikilothermen. Grund für diese Unterscheidung war auch die Farbe des Fleisches. Leitgedanke war folgender: Fleischverzicht geschah, damals wie heute, um in der Buße dem Leiden Christi zu gedenken. Damit war der Verzehr von (blut-)rotem Fleisch nicht vereinbar. Die damit geschaffenen tierischen Ausnahmen wurden in der Tat im Laufe der Kirchengeschichte, v.a. im späten Mittelalter (weiter) pervertiert. Viele Gläubige - Laien wie Kleriker - suchten Schlupflöcher für die sehr hohe Anzahl ´festgelegter Fastentage. Und da des Bibers Schwanz aussieht wie eine Flosse, naja... Das ist zum Glück heute kein Thema mehr, allerdings haben sich der Fisch am (Kar-)Freitag bzw. der Karpfen an Heilig Abend als Traditionen gehalten.   

Vielleicht ein paar begriffliche Klärungen dieser Materie: Der Begriff Fastenzeit ist etwas einseitig. Die Liturgie und das Kirchenrecht nennt sie stattdessen Österliche Bußzeit oder lat. Quadragesima. Sie umfasst vierzig Werktage von Aschermittwoch bis Karsamstag einschließlich. Katholiken unterscheiden - traditionell - zwischen Abstinenz (Verzicht auf Fleisch) und Fasten (Verzicht/ deutliche Verringerung der Nahrungsaufnahme). Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gibt es einheitliche kirchenrechtliche Regelungen (Paul VI., Apost. Konst. Paenitemini; cc. 1249-1253 CIC). Demnach sind alle Freitage im Jahr AbstinenztageAschermittwoch und Karfreitag zusätzlich Fastentage. Früher waren alle Werktage der Quadragesima ebenfalls vorgeschriebene Abstinenztage und es gab mehr Fastentage (z.B. die Quatembertage und der 24. Dezember). Heute sind die Werktage der Quadragesima im Kirchenrecht als Bußtage (dies paenitentialia, vgl. c. 1250 CIC) deklariert. Dahinter steht durchaus eine Rückbesinnung und eine Kurskorrektur - auch im Hinblick auf die in der Frage angesprochenen kruden Fastenregeln. Bedeutet für Theorie und Praxis: Die Österliche Bußzeit ist eine geschlossene, geprägte liturgische Zeit, die der inneren wie äußeren Vorbereitung auf Ostern dient. Weil Ostern als Anamnese von Leiden, Tod und Auferstehung Christi Höhe- und Mittelpunkt des Kirchenjahres ist, hat diese Vorbereitung auch einen gewissen Stellenwert. Dieses Vorbereiten soll durch eine (Neu-)Ausrichtung auf die Österlichen Heilsmysterien geschehen. Heißt: Die Prägung dieser Zeit soll zur intensiven Hinwendung zu Gott und den Mitmenschen einladen. Das ist nicht durch bloßen Nahrungsverzicht getan. Vielmehr dient der Verzicht auf Luxusgüter primär dem Zweck, sich innerlich neu aufstellen zu können (Hinwendung zu Gott). Die Ersparnis dadurch aber soll dem Nächsten zugewendet werden. Deshalb ist der Verzicht auf Fleisch oder ähnliche Luxusgüter in der Österlichen Bußzeit sinnvoll und empfohlen. Seit jeher steht das Fasten also nicht als diätischer Selbstzweck dar, sondern bildet neben dem Gottesdienst und der Caritas ("Mitmenschendienst") eine der "drei Säulen" christlicher Buße. Wie alle Sonntage des Jahres - egal in welcher Zeit - besonders an die Auferstehung Christi erinnern, so erinnern auch alle Freitage an dessen Leiden und Tod. Deshalb sind sie auch außerhalb der Österlichen Bußzeit kirchliche Buß- und Abstinenztage. Und weil jeder Sonntag ein "kleines" Osterfest ist, fasten Katholiken nicht an den Sonntagen während der Österlichen Bußzeit. 

Ich hoffe, ich konnte das katholische Fleisch- und Fischproblem in seinem Kontext etwas erhellen. :)     

Hallo,

diese religiösen Fastengesetze wurden seinerzeit von der klerikalen Obrigkeit erlassen. Diese aß selbst gerne und gut - und so musste ein "Ausweg" gefunden werden. Also wurde kurzerhand beschlossen, dass Fisch kein "Fleisch" ist - und somit konnten sie auch in der Fastenzeit weiter schwelgen.

Jedes Kloster besaß damals aus diesem Grund eigene Fischteiche.

Ist im Prinzip Etikettenschwindel. Fisch ist auch Fleisch, da es das Fleisch eines toten Tieres ist. Nur geschmacklich macht es einen Unterschied.

Fisch ist per Definition der deutschen Lebensmittel schon kein Fleisch. Fleisch kommt von Warmblütern. Fische sind wechselwarme Tiere. Ergo kein Etikettenschwindel.

Und wieder hast du mulano irgendwelchen Pfeffer behauptet, den man schnell entkräften konnte.

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@Omnivore13

Fisch ist per Definition der deutschen Lebensmittel schon kein Fleisch. 

Ist logisch sonst würde es Fleisch heißen. Beides ist aber totes Tier.

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Hallo,

WER sagt, dass man das nicht darf ???

Springst Du auch in den Fluss, wenn jemand zu Dir sagt, dass Du das tun sollst?  ;-)  Ich hoffe doch nicht ...

Niemand kann Dir vorschreiben, wie Du dich ernähren sollst. Das ist Deine freie Entscheidung.

LG Jürgen


Wer sagt, dass ich das nicht darf? Wenn andere fasten interessiert mich das doch nicht. Ich esse Fleisch so oft und so viel ich will. Auch wenn andere Menschen ihren religiösen Klimbim veranstalten

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