Wäre Gott, falls er existiert, nicht ein Psychopath?

17 Antworten

Hallo SymphonyXFan666,

wenn wir so manche Gottesbilder anschauen, so mag so ein Eindruck schon entstehen. Es mag auch der Gedanke im Raum stehen, dass diese Gottesbilder ein gewisses Abbild der oder eine Reaktion auf die ihnen eigenen Epoche oder Kultur sein mögen.

Da hatte Jesus im Römischen Israel einen Ballon steigen lassen und Gott in Richtung Liebe abstrahiert. Gleichermaßen hatte er eröffnet, dass Menschen mit Gott eins sein können, einen Weg dorthin aufgezeigt.

Mit der Liebe ergibt sich ein ganz anderes Gottesbild, denn wir dürfen da die universale Liebe mit Einheit und, dass von der Liebe immer nur etwas ausgehen kann, etwas sie auch erreichen darf, anführen.

Es ist aber beobachtbar, dass sich trotz dieser Abstraktion, die wegen der universalen Liebe, die glaubensfrei darstellbar ist, plausibel erscheint, sich immer noch eher historische Gottesbildansätze erhalten haben, vielleicht auch religionistisch opportun waren.

Die Herleitung der Liebe braucht selbst keine Persönlichkeit Gott. Sie wäre nur postuliert und hätte damit die Eigenschaften der Liebe. Damit ist eine Existenz einer realen Persönlichkeit Gott in Frage - was gegen gängige Glaubensinhalte gehen mag. Es ist aber plausibel, dass sich die Liebe individuell in der eigenen Gedankenwelt als Persönlichkeit Gott manifestiert.

Damit ist die eigene Einheit mit Gott insofern darstellbar, wenn wir uns für die Liebe als Lebeneinstellung entscheiden. Das war auch in etwas Jesu Message.

Da brauchen wir kein "Gottes Wege sind unergründlich" oder irgendwelche Prüfungen, durch die wir angeblich gehen müssten. Wir können sehr viel selbst für uns und unsere Welt beitragen, auch wenn wir (noch) nicht jedes Naturereignis verhindern können.

So, wie Jesus gesagt hatte, dass Liebe das Gesetz erfüllt, so majorisiert und relativiert Liebe jeglichen Moralismus, ohne selbst zum Gesetz oder Moralismus zu werden. Sie bietet ein absolutes Maß darin an, dass in ihr gleichermaßen für alle und alle in Einheit Fülle und größtmöglicher Freiheitsgrad entsteht.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge
Warum sonst sollte es so viel Krieg und Leid geben? Warum sonst sollte das Leben so sinnlos sein?

Weil du es so wahrnimmst. Gott hat dir, mir und allen anderen Menschen auf der Welt einen freien Willen gegeben und den dürfen wir nutzen und uns austoben. Wir können diesen Willen nutzen, um Gutes, aber eben auch Böses zu tun. Die einzige andere Möglichkeit wäre gewesen den Menschen seiner individualität und damit im Endeffekt auch seiner Menschlichkeit zu berauben und ihn tatsächlich komplett 'gleich' zu machen, sodass keine Konflikte etc. auftreten.

Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wie man ihn anbeten kann.

Weil eben auch gutes im Leben passiert. Vergleiche Gott vielleicht mit Eltern. Die können ihrem Kind auch alles mögliche mit auf den Weg geben, doch im Endeffekt entscheidet das Kind selbst und da stecken die Eltern dann nicht mehr drin. Auch wenn das Kind die Schule in Brand steckt und alle seine Mitschüler tötet.

Gleichwohl liebt man als Kind, in der Regel, seine Eltern... über die einem Gutes und auch ab und an mal was schlechtes passiert (wenn es z.B. Hausarrest gibt für die 6 in Englisch oder so).

Diese Welt könnte ich so nicht akzeptieren! Die Begründung "Gottes Wege sind unergründlich" halte ich für eine faule Ausrede. Das ganze Leid auf dieser Welt ist doch durch nichts gerechtfertigt!

Dabei müsstest du davon ausgehen, dass Gott dieses ganze Leid tatsächlich WOLLTE. Davon muss man allerdings nicht ausgehen.

Gott hat den Menschen den Leitfaden und die Ressourcen gegeben in der Theorie jeden anständig zu versorgen. Das Leid, das sich auf der Welt abspielt ist Menschengemacht.

Das ergibt zum Teil Sinn, danke. Dennoch wäre es indirekt seine Schuld, denn er hat den Menschen erschaffen. Er hätte ihn etwas anders machen können, oder es einfach komplett sein lassen

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@SymphonyXFan666

Nein. Eigentlich ergibt es vollkommen Sinn und ich habe was gegen diese Schulzuweisung von wegen 'du bist schuld, weil du xy überhaupt erschaffen hast'.

Das ist albern.

Damit schiebst du nämlich jedem Familienstammbaum die Schuld zu, dass einer ihrer Zweige sich zum psychopathischen Mörder entwickelt. Oder einem Baum, weil jemand gestorben ist, als er mit 100 km/h dagegengebrettert ist.

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@BeviBaby

Naja, aber soll Gott nicht "allmächtig" sein? Das würde nämlich der entscheidende Unterschied sein

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Das stimmt und was wenn es einen Grund gibt, dass die Menschen einfach eine Zeitlang gelassen werden? Wie ein Kind das nicht hören will, es gibt Kinder die erst in das Feuer fassen müssen um zu merken, dass es Heis ist.

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Aber natürlich WOLLTE Gott (in dem Gedankenspiel, dass es ihn gibt) dieses Leid! Sonst hätte er den Menschen anders gemacht.

Das mit dem "freien Willen" ist ein mehr als fadenscheiniger Vorwand. Wenn ein potentieller Mörder seinem potentiellen Opfer gegenübersteht, kann Gott nicht beider freier Willen respektieren, denn die sind entgegengesetzt: Der eine will töten, das andere will leben. Gott muss sich also auf die eine oder andere Seite stellen und wählen, wessen Wille ihm wichtiger ist.

Und warum hat der eine böse Triebe und der andere nicht? Ich zum Beispiel könnte niemanden einfach so aus Spaß töten, selbst wenn ich es wollte. Da habe ich einen unüberwindlichen Tötungshemmungsmechanismus. Habe ich deshalb keinen freien Willen? Wenn ja, warum hat Gott das nicht bei allen so gemacht? Es gibt Triebtâter, die darum bitten, im Gefängnis zu bleiben oder kastriert zu werden, weil sie nicht töten WOLLEN, aber wissen, sie wuerden es wieder tun, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten. Während ich dieses Bedürfnis gar nicht habe, also meinen Willen gar nicht beanspruchen muss, um es nicht zu tun - ich KOENNTE es gar nicht tun.

Also ja, ein Schöpfer wäre für alles, was der Mensch nicht mit seinem Willen steuern kann, verantwortlich, wenn es ihn gäbe.

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Was für ein Nonsens, was du da oben schreibst - es ist Gottes Schöpfung und er ist für das ganze Leid verantwortlich - der Rest ist Gesundbeterei ....

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Ich würde Gott, falls er existiert zwar eher als Narzissten einstufen, aber Deine Kritik teile ich. Das Leben hat zwar einen unbestreitbaren Sinn. Nämliche aufrichtige Liebe. Aber Gottes Einfluss auf den Menschen habe ich persönlich noch niemals in meinem Leben positiv erlebt. Im Gegenteil, ich erlebe ausnahmslos nur Schmerz und Leid und sehe auch keinerlei Hoffnung, das sich das jemals ändern wird, auch wenn man ständig versucht mir Gegenteiliges ein zu reden. Aber die Fakte und selbst die "Zufälligen" Ereignisse sind ausnahmslos nur negativ für mich. Also falls ein Gott existiert, dann soll mir bitte mal jemand einen greifbaren Beweis dafür bieten das er ein liebender und gütiger Gott ist.

Oder er hasst mich nur persönlich, das kann natürlich auch sein, aber dafür werde ich ihn dann ganz bestimmt niemals lieben können.

Oder er hasst mich nur persönlich

Dann wäre es abee nicht nur auf dich beschränkt, sondern würde auf ganz viele Menschen zutreffen

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Man sollte nicht immer das Schlimmste annehmen. Vielleicht ist er auch einfach nur konsequent und zieht das durch, dass er den Menschen einen freien Willen gegeben hat. In Anbetracht von Leid und Elend nach Gott zu rufen, mag zwar verständlich sein, aber wenn du hungernde Kinder ansprichst, liegt es ja durchaus in menschlicher Macht, sowas zum Besseren zu verändern. Da würde für mich erstmal die Frage lauten: Warum tun wir Menschen nicht genug dagegen und lassen sowas zu?

Vielleicht hat Gott aber auch nur das Interesse an seiner Schöpfung verloren. Es wäre sehr menschlich. Wir stürzen uns ja auch manchmal voller Begeisterung in neue Projekte, aber irgendwann verliert sich die Begeisterung, die Leidenschaft wird weniger und wir gehen neue Projekte an, ohne uns nochmal um das Alte zu kümmern.

Ich weiß ja auch nicht, ob es sowas wie einen Gott gibt und wenn ja, in welcher Form. Aber ich denke nicht, dass er sich von uns in solch menschliche Kategorien pressen lässt, wie "Psychopath".

In Anbetracht von Leid und Elend nach Gott zu rufen, mag zwar verständlich sein, aber wenn du hungernde Kinder ansprichst, liegt es ja durchaus in menschlicher Macht, sowas zum Besseren zu verändern

Richtig. Ich sehe es auch in menschlicher Verantwortung, weil ich ja nicht gläubig bin. Meine Frage ist nur ein Gedankenexperiment, indem ich von der Existenz Gottes ausgehe

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Gott hat den Menschen so geschaffen, dass es - fast - keine verhungernden Kinder geben müsste. Auch würden erheblich weniger brutal sterben. Doch der Egoismus der Erdenbewohner ist zu gross, um so helfen zu können, wie es theoretisch möglich wäre.

Es gibt viele christliche und weltliche Hilfsorganisationen die auf diesem Gebiet tätig sind.

https://www.youtube.com/watch?v=hYP9RLNZ-ag

https://www.youtube.com/watch?v=u6rR1RrctDE

https://www.youtube.com/watch?v=LVQ5zeLovuQ

https://www.youtube.com/watch?v=RQA0fPaiBMg

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