Stimmt es, dass Mormonen daran glauben, dass Gott eimal ein Mensch war, und ein Mensch nach ihrem Glauben Gott werden kann?

5 Antworten

Ja — das stimmt.

Bevor ich näher darauf eingehe, hier einiges Hintergrundwissen:

Im 8. Artikel der mormonischen Glaubensartikel heisst es: „Wir glauben an die Bibel als an das Wort Gottes, soweit sie richtig übersetzt ist. ... Wir glauben auch an das Buch Mormon als das Wort Gottes“.

Sie meinen, dass zur Bibel weitere Schriften notwendig waren, weil sich in die Bibel zuviele Fehler eingeschlichen haben.

Die Mormonen übersehen jedoch die Beweise dafür, daß die Bibel völlig unverfälscht ist — wie z. B. die Jesaja-Rollen vom Toten Meer bestätigen.

Demnach benötigen wir nicht mehr, als die Bibel uns als Wort Gottes bereits gibt.

Im Buch Mormon heisst es in 2. Nephi 29:6 vorwurfsvoll: „Du Narr, der du sagst: Eine Bibel, wir haben eine Bibel, und wir brauchen nicht noch mehr Bibel!". Das erinnert an den Koran, der ebenfalls behauptet, er müsse die Bibel richtigstellen.

In Galater 1:8 werden wir gewarnt: "Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel."

Zwar erklären Mormonengelehrte, dass ihr neues Buch nicht über das hinausgeht, was die Bibel sagt, aber wenn man die Lehren im Buch Mormon näher untersucht, wird man feststellen, dass einiges deutlich der biblischen Lehre widerspricht.

Ein Beispiel, das sich auf Deine Frage bezieht:

"Wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst sein" — so eine Behauptung der Mormonen.

"Auch wenn wir uns nicht daran erinnern", erklärte Rex E. Lee, Mormone und Präsident der Brigham-Young-Universität, "existierten wir vor diesem Leben als Geistwesen."

Gemäß diesem Glauben der Mormonen an den ewigen Fortschritt des Menschen kann der Mensch durch Gehorsam ein Gott werden — ein Schöpfer wie Gott.

"Gott war einst, wie wir jetzt sind, und ist ein erhöhter Mensch, und er thront in den jenseitigen Himmeln", bemerkte Joseph Smith. "Ihr müßt lernen, selbst Götter zu sein, ... genauso wie es alle Götter vor euch getan haben."

Der Mormonenprophet Lorenzo Snow sagte: "Wie der Mensch jetzt ist, war Gott einst, wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst sein."

In der Bibel wird KEINE solche Zukunft in Aussicht gestellt! Die Bibel zeigt, daß Gott Adam und Eva dazu schuf, ewig auf der Erde in Glück und Frieden zu leben (1. Mose 1:28; 3:22; Psalm 37:29; Jesaja 65:21-25). Durch Adams willentlichen Ungehorsam kamen Sünde und Tod in die Welt (Römer 5:12).

Im Buch Mormon heißt es, daß Adam und Eva früher als Geistwesen existiert hätten und dass sie kinderlos und freudlos allein im Paradies geblieben wären, wenn sie nicht gesündigt hätten.

Das Buch Mormon bringt die Sünde des ersten Ehepaares also mit dem Geschlechtsverkehr und dem Gebären von Kindern in Verbindung:

"Adam fiel, damit Menschen sein können, und Menschen sind, damit sie Freude haben können" (2. Nephi 2:22, 23, 25).

Von Geistwesen im Himmel heißt es deshalb, sie würden auf eine Gelegenheit warten, auf der mit Sünde behafteten Erde zu leben — ein erforderlicher Schritt in Richtung Vollkommenheit und Göttlichkeit. So liest man in der Mormonenzeitschrift Ensign: "Wir schauen voller Wertschätzung und nicht mit Verachtung auf das, was Adam und Eva getan haben."

"Diese Lehre [daß der Mensch in der geistigen Schöpfung existierte]", erklärte Joseph Fielding Smith, der Großneffe von Joseph Smith, "wird in der Bibel nur nebelhaft wahrgenommen ..., denn viel Offenkundiges und Kostbares hat man aus der Bibel herausgenommen. ... Dieser Glaube stützt sich auf eine Offenbarung, die die Kirche am 6. Mai 1833 erhielt."

Obgleich die Mormonen die Bibel als Autorität anerkennen, legen sie doch im Fall einer Diskrepanz mehr Gewicht auf die Worte ihrer Propheten.

Joseph Smith pries das Buch Mormon als "das richtigste aller Bücher auf Erden" und den Eckstein oder "Schlußstein unserer Religion".

Die Quelle für seine Aufzeichnungen sollen die goldenen Platten gewesen sein. Elf Mormonen bezeugten, die Platten gesehen zu haben. Als das Manuskript jedoch fertiggestellt worden war, wurden die Platten laut Aussage von Smith in den Himmel geholt. Darum sind sie für eine Textanalyse nicht verfügbar.

Bei einem Vergleich der ersten Ausgabe des Buches Mormon mit den gegenwärtigen Ausgaben stellt man eine Überraschung fest: Das Buch, von dem es heißt, es sei "durch die Gabe und Macht Gottes" übersetzt worden, ist selbst zahlreichen Veränderungen unterworfen gewesen, was Grammatik, Schreibweisen und Inhalt betrifft!

Zum Beispiel herrscht offensichtlich Verwirrung über die Identität des "ewigen Vaters". Laut der ersten Ausgabe hieß es in 1. Nephi 13:40, daß "das Lamm Gottes der ewige Vater" ist. In späteren Ausgaben heißt es jedoch, dass "das Lamm Gottes der Sohn des ewigen Vaters" ist.

Die beiden Originalmanuskripte vom Buch Mormon existieren noch heute. In einem der beiden Originalmanuskripte, das die Reorganisierte Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage besitzt, wurden die Worte "der Sohn" zwischen die Zeilen eingefügt.

Dazu erklärte der Mormonengelehrte Lyndon W. Cook im Vorwort des Buches The Revelations of the Prophet Joseph Smith:

"Da einige Offenbarungen von dem Ausschuss, der mit ihrer Veröffentlichung betraut war, revidiert worden sind, kann man bedeutende textliche Zusätze und Streichungen feststellen."

Eine solche Änderung findet man im Book of Commandments (Buch der Gebote) 4:2, wo es über Smith hieß: "Er hat eine Gabe, das Buch zu übersetzen . . . Ich werde ihm keine andere Gabe verleihen."

Aber als die Offenbarung im Jahr 1835 in dem Buch Lehre und Bündnisse abgedruckt wurde, lautete sie: "Denn ich werde dir keine andere Gabe verleihen, bis es vollendet ist" (5:4).

Aufmerksame Leser des Buches Mormon sind auch über die chronologische Reihenfolge bestimmter Ereignisse gestolpert.

Zum Beispiel heißt es in Apostelgeschichte 11:26: "In Antiochia nannte man die Jünger zum erstenmal Christen" (EÜ).

Gemäß Alma 46:15, wo angeblich Ereignisse des Jahres 73 v. u. Z. beschrieben werden, gab es in Amerika jedoch bereits Christen, bevor Christus überhaupt auf die Erde kam.

Jesus lehrte das Wort Gottes, zitierte daraus und lebte danach. Der Mormonengelehrte Brigham Young sagte über die Bibel: "Wir halten dieses Buch für unseren Führer, für die Richtschnur unseres Handelns; wir betrachten es als die Grundlage unseres Glaubens. Es weist den Weg zur Rettung" (Journal of Discourses, Band XIII, Seite 236).

Deshalb sagte er eindringlich: "Nehmt die Bibel, vergleicht sie mit der Religion der Heiligen der letzten Tage, und seht, ob sie die Prüfung besteht" (Discourses of Brigham Young).

Diese Prüfung sollten ALLE Christen vornehmen — nicht nur die Mormonen.

Jesus sagte: "Die wahren Beter [werden] den Vater anbeten . . . im Geist und in der Wahrheit" (Johannes 4:23, EÜ).

(Entnommen aus diversen Quellen von Zeugen Jehovas)

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Interessant. Wieder was gelernt. Danke!

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@danhof

"Die Mormonen übersehen jedoch die Beweise dafür, daß die Bibel völlig unverfälscht ist — wie z. B. die Jesaja-Rollen vom Toten Meer bestätigen."

Das ist so nicht richtig!

Die Qumran-Rollen bestätigen lediglich, dass die Bibel wie wir sie heute kennen, inhaltlich bereits zwischen 250 v.u.Z und 40 u.Z. identisch war.

Aber auch hier handelt es sich nur um Abschriften von Abschriften von Abschriften....

Fakt ist weiterhin, dass die Bibel über mehrere Etappen zusammengestellt und konzipiert wurde.

Die Erste Fassung ist auf das 10. Jhrdt. zu datieren. Es bestand aber nur aus einer Gesetzessammlung und ein paar Chroniken, die ein Stammesgeschlecht eines kanaanäischen Bergvolkes namens Juda beschrieben.

Erst zwischen 535 und 550 v.u.Z ist daraus dann eine Geschichte geworden. Erst in Babylon wurden Geschichten wie der Auszug aus Ägypten, die Sintflut etc. hinzugefügt. Diese Geschichten hatten aber nichts mit den Judäern zu tun, sondern wurden aus anderen Kulturen übernommen und angepasst. Erst dort wurde auch JHWH zum monotheistischen Gott. Zuvor war er ein Baal.

Auch Israel hatte nichts damit zu tun, denn dieses Stadtstaatenbündnis betete ganz andere Götter an und wurde 722 v.u.Z. vernichtet. Die judäischen Priester gaben sich als Verwandte der Israeliten aus, um deren Land zu beanspruchen und die Judäer, die nicht nach Babylon kamen, davon zu überzeugen, dass sie eigentlich JHWH dienten. So wurden die Texte und Glaubensansichten der Jerusalemer Juden den babylonischen hinzugefügt und somit ein letztes Mal bearbeitet.

"Unverfälscht" ist die Bibel nur in dem Sinne, dass ihre Endfassung identisch mit der heutigen Version ist.

Aber wie bei einem Roman vor der Erstveröffentlichung meist auch etliche Versionen existieren, wurde auch die Bibel mehrfach revidiert, bevor sie in die Endfassung ging. Ihre Inhalte sind nach wie vor frei erfunden!

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@wildcarts2
Die Mormonen übersehen jedoch die Beweise dafür, daß die Bibel völlig unverfälscht ist — wie z. B. die Jesaja-Rollen vom Toten Meer bestätigen.
Die Qumran-Rollen bestätigen lediglich, dass die Bibel wie wir sie heute kennen, inhaltlich bereits zwischen 250 v.u.Z und 40 u.Z. identisch war.

Ob nun unverfälscht oder zu ihrem früheren Inhalt identisch wiederhergestellt, halte ich für kleinkariertes Differenzieren. Es kommt darauf an, ob noch das darin steht, was damals darin stand. Viel schlimmer ist, wenn man etwas anderes, als das was klar darin steht, dort hinein deutet. Und dahingehend haben insbesondere Zeugen Jehovas anderen gegenüber wohl am allerwenigsten das Recht etwas vorzuwerfen, denn nicht erst ihre Interpretation der Bibel weicht davon ab, sondern bereits ihre Bibel selbst, was ManfredFS recht zutreffend veranschaulicht.

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@JTKirk2000

Du irrst Dich, JTKirk2000.

Ich habe Verständnis dafür, dass Du Deine Religion verteidigst. Besser wäre es, die Fehler in meinen Zitaten zu benennen, als zu behaupten, die „Neue-Welt-Übersetzung“ von uns Zeugen Jehovas wäre fehlerhaft.

Hier Urteile von Fachleuten zur NWÜ, die diese Bibel als eine der genauesten bezeichnen, die es auf dem Markt gibt:

Der Bibelübersetzer und Gelehrte Edgar J. Goodspeed schrieb über die New World Translation of the Christian Greek Scriptures: „Man kann nur bestätigen, dass sie sich durch ein umfassendes, solides und seriöses Fachwissen auszeichnet.“

Der britische Bibelkritiker Alexander Thomson schrieb: „Die Übersetzung ist offensichtlich das Werk befähigter und kluger Gelehrter, die sich bemüht haben, den griechischen Text so getreu, wie es das Ausdrucksvermögen der englischen Sprache zulässt, wiederzugeben“ (The Differentiator, April 1952, Seite 52).

Der Autor Charles Francis Potter sagte: „Die anonymen Übersetzer haben ganz offensichtlich die besten hebräischen und griechischen Manuskripttexte verwendet und sind dabei mit akademischem Können und Scharfsinn vorgegangen“ (The Faiths Men Live By, Seite 300).

Robert M. McCoy schrieb in der theologischen Zeitschrift New World Translation:„Die Übersetzung des Neuen Testaments beweist, dass zu der Bewegung Gelehrte gehören, die in der Lage sind, die vielen beim Übersetzen der Bibel auftretenden Probleme sinnvoll zu lösen“ (Andover Newton Quarterly, Januar 1963, Seite 31).

Ich könnte noch viele weitere positive Rezessionen nennen. Das spare ich mir.

Bedauerlich ist, dass Du auf die üblichen Kritiker hier aufspringst und einen Angriff startest, ohne Richtigstellungen meiner Zitate zu liefern.

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@wildcarts2

>> Aber auch hier handelt es sich nur um Abschriften von Abschriften von Abschriften.... <<

Die ja bekanntlich sehr sehr sorgfältig angefertigt wurden. Tipp-Ex oder Undo: Fehlanzeige! Sobald ein Wort falsch war, war die Seite für die Tonne.

>> Ihre Inhalte sind nach wie vor... <<

Ich korrigiere das Ende des Satzes: ... essentiell für alle Menschen!

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@danhof

essentiell für alle Menschen!

Das konnte bisher nicht mal ansatzweise belegt werden!

Du darfst das nicht verwechseln! Die "Sendung" heißt "Sind Sie sicher?" und nicht "Wünsch Dir was!"

Alter Gag:

Der Kreter sagt: alle Kreter lügen!

Lügen sie nun alle oder nicht?

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Hallo Oh Nobody, gerne nehme ich zu Deinen Aussagen Stellung. Ich bin seit bald 25 Jahren ein Mormone und kenne mich in der Lehre aus.

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Im 8. Artikel der mormonischen Glaubensartikel heisst es: „Wir glauben an die Bibel als an das Wort Gottes, soweit sie richtig übersetzt ist. ... Wir glauben auch an das Buch Mormon als das Wort Gottes“.

Sie meinen, dass zur Bibel weitere Schriften notwendig waren, weil sich in die Bibel zuviele Fehler eingeschlichen haben.

  • Jeder orthodoxe Jude wird Dir bestätigen, dass Teile des AT falsch übersetzt wurden. Insbesondere messianische Juden werden Dich auf die Fehler im NT hinweisen.

Die Mormonen übersehen jedoch die Beweise dafür, daß die Bibel völlig unverfälscht ist — wie z. B. die Jesaja-Rollen vom Toten Meer bestätigen.

Demnach benötigen wir nicht mehr, als die Bibel uns als Wort Gottes bereits gibt.

  • Es geht auch um die Kanonisierung der biblischen Bücher. Du weisst als Zeuge Jehova genau, welchen Einfluss die katholische Kirche in der Frühkirche bei der Kanonisierung hatte. Kirchenpolitische Gründe und lehrmässige Dogmas (römisch-katholische wohlgemerkt) hatten grossen Einfluss auf die Kanonisierung. Von der Abschaffung des Sabbats und der Einführung der Sonntagsheiligung mal ganz abgesehen. Die Christen sind sich bis heute nicht einig, welche Briefe nun zur Bibel gehören und welche nicht (Stichwort : Apokryphen). Es gibt in den orthodoxen Kirchen übrigens auch einige verschiedene Apokryphen (Stichwort: Kopten und auch noch andere).

Im Buch Mormon heisst es in 2. Nephi 29:6 vorwurfsvoll: „Du Narr, der du sagst: Eine Bibel, wir haben eine Bibel, und wir brauchen nicht noch mehr Bibel!". Das erinnert an den Koran, der ebenfalls behauptet, er müsse die Bibel richtigstellen.

  • Das Buch Mormon erinnert nicht daran, dass es die Bibel richtigstellen müsse, da es die Bibel NICHT ersetzt, sondern sie im Gegenteil bestärkt und ergänzt.

In Galater 1:8 werden wir gewarnt: "Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel."

  • Die Kirche Jesus Christi der Heiligen der Letzten Tage verkündet das Evangelium, so wie es zu Zeiten Jesu Christi verkündet wurde. Das ist zumindest unser Anspruch, Du als Zeuge Jehovas glaubst das doch auch Deine Wahrheit, so wie sie die Wachtturm Organisation lehrt. Alle Kirchen und Organisationen glauben, dass sie recht haben, kommen aber auf ganz andere Ergebnisse. Auch die Zeugen Jehovas und die Adventisten kommen zu anderen Ergebnissen, obwohl sie den gleichen Ursprung (Stichwort: Miller) haben. Im Gegensatz zu den Zeugen Jehovas akzeptieren wir Mormonen alle anderen Glaubensansichten und Religionen. Wir sprechen niemandem sein Heil ab, auch nicht den Zeugen Jehovas.

Zwar erklären Mormonengelehrte, dass ihr neues Buch nicht über das hinausgeht, was die Bibel sagt, aber wenn man die Lehren im Buch Mormon näher untersucht, wird man feststellen, dass einiges deutlich der biblischen Lehre widerspricht.

Ein Beispiel, das sich auf Deine Frage bezieht:

"Wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst sein" — so eine Behauptung der Mormonen.

  • Habe ich oben beantwortet, wir wissen nicht, ob Joseph Smith überhaupt so eine Aussage gemacht hat oder nicht. Falls ja wissen wir nicht, ob er korrekt zitiert wurde, denn die Quelle bezieht sich auf Zeitungsberichte, welche von der Kirche nicht autorisiert oder auch nur gegegelesen wurden. Das ist etwa das gleiche, wenn ich Anti-ZJ Literatur lese und nachher behaupte, alle Aussagen darin würden der Wahrheit entsprechen.

"Auch wenn wir uns nicht daran erinnern", erklärte Rex E. Lee, Mormone und Präsident der Brigham-Young-Universität, "existierten wir vor diesem Leben als Geistwesen." 

  • Die Lehre der Präexistenz des Menschen bei Gott ist eine einzigartige Lehre der Mormonen und ein wunderbares Wissen für den Gläubigen. Es gibt ja auch in der Bibel Hinweise, das Menschen schon vor der Grundlegung der Erde Gott bekannt waren.

Gemäß diesem Glauben der Mormonen an den ewigen Fortschritt des Menschen kann der Mensch durch Gehorsam ein Gott werden — ein Schöpfer wie Gott. 

  • Im traditionellen Christentum nennt man diesen Vorgang "Heiligung". Es beschreibt den Prozess, dass gläubige Menschen sich im Laufe ihres Lebens verbessern und somit Gott ähnlicher werden. Im Unterschied zu den ZJ und den Adventisten glauben Mormonen an eine unsterbliche Seele und wir glauben zudem, dass dieser Prozess der Heiligung nach unserem Erdenleben nicht beendet ist. Wenn Menschen also immer gottähnlicher werden sind sie irgendwann in ferner Zukunft WIE Gott, ist doch eigentlich logisch.
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Anbei noch den zweiten Teil meiner Antwort, sorry für das Durcheinander :

Der Mormonenprophet Lorenzo Snow sagte: "Wie der Mensch jetzt ist, war Gott einst, wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst sein."

• Beschränke Dich bitte auf Kirchenlehre, sie ist online und kann vollständig heruntergeladen werden. Die Zeitungsberichte, die Du zitierst über Gott als erhöhten Mensch werden weder in der Kirche noch im Tempel gelehrt. Lorenzo Snow hat zudem niemals eine solche Aussage gemacht (siehe oben).

Im Buch Mormon heißt es, daß Adam und Eva früher als Geistwesen existiert hätten und dass sie kinderlos und freudlos allein im Paradies geblieben wären, wenn sie nicht gesündigt hätten. 

• Das stimmt so nicht, sondern richtig ist: Wir Mormonen sehen den Sündenfall nicht als Katastrophe an sondern vielmehr als nötig für den Heilsweg. 

Das Buch Mormon bringt die Sünde des ersten Ehepaares also mit dem Geschlechtsverkehr und dem Gebären von Kindern in Verbindung:

• Der Sündenfall war das Essen der verbotenen Frucht und hat mit Sex nichts, aber überhaupt nichts zu tun. Wie kommst Du auf so etwas ?

"Adam fiel, damit Menschen sein können, und Menschen sind, damit sie Freude haben können" (2. Nephi 2:22, 23, 25). 

• Dieser Vers beschreibt, dass der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies für unseren Heilsweg nötig sind. Er zeigt auch, dass die Menschen auf der Erde sind, damit sie Freude haben können. Deshalb sind ja Mormonen ausserordentlich lebensfroh und feiern Feste mit Tanzen und Singen. Wir sind lebenslustige, diesseits orientierte Menschen, möglicherweise das genaue Gegenteil der Zeugen Jehovas. 

Obgleich die Mormonen die Bibel als Autorität anerkennen, legen sie doch im Fall einer Diskrepanz mehr Gewicht auf die Worte ihrer Propheten.

• Wir glauben an die fortlaufende Offenbarung auf allen Ebenen. Gott spricht auch heute noch zu uns ! Und wir sind dankbar, dass wir von einem lebenden Propheten geführt werden. Wir sind KEINE biblische Kirche in dem Sinn, dass wir uns AUSSCHLIESSLICH auf die Bibel beziehen. Wir sind aber AUCH eine biblische Kirche, weil wir uns nach der Bibel richten und sie als Heilige Schrift anerkennen. 

Die beiden Originalmanuskripte vom Buch Mormon existieren noch heute. In einem der beiden Originalmanuskripte, das die Reorganisierte Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage besitzt, wurden die Worte "der Sohn" zwischen die Zeilen eingefügt.

• Die Korrekturen sind lediglich grammatikalisch oder zum besseren Verständnis. Das kann leicht nachgeprüft werden, ist auch schon einige Male passiert und nicht anders. 

"Da einige Offenbarungen von dem Ausschuss, der mit ihrer Veröffentlichung betraut war, revidiert worden sind, kann man bedeutende textliche Zusätze und Streichungen feststellen." 

• In der Kirche werden Offenbarungen des Propheten mit seinen Ratgebern besprochen, diese fasten und beten zusammen. Wenn sie sich einig sind und nur dann, werden die Offenbarungen den Aposteln vorgelegt. Diese beten und fasten erneut, wenn auch da Einstimmigkeit herrscht geht es noch ein Gremium weiter, dem Kollegium der Siebziger. Auch da muss Einigkeit herrschen, sonst wird die Offenbarung nicht veröffentlicht. Das sind völlig normale Vorgänge.

Eine solche Änderung findet man im Book of Commandments (Buch der Gebote) 4:2, wo es über Smith hieß: "Er hat eine Gabe, das Buch zu übersetzen . . . Ich werde ihm keine andere Gabe verleihen." 

• So ein Buch gibt es nicht in der Kirche. Wahrscheinlich sollte das Lehre und Bündnisse 5:4 sein. Es steht da : "Und du hast die Gabe, die Platten zu übersetzen, und das ist die erste Gabe, die ich dir verliehen habe; und ich habe dir geboten, auf keine andere Gabe Anspruch zu erheben, bis meine Absicht hierin erreicht ist; denn ich werde dir keine andere Gabe gewähren, bis dieses abgeschlossen ist." Sag mal, wieso schreibt Deine Wachturmgesellschaft nicht den ganzen letzten Satz ? 

Aber als die Offenbarung im Jahr 1835 in dem Buch Lehre und Bündnisse abgedruckt wurde, lautete sie: "Denn ich werde dir keine andere Gabe verleihen, bis es vollendet ist" (5:4).

• Mein Zitat aus Lehre und Bündnis oben ist aus der neusten elektronischen Ausgabe des Buches Lehre und Bündnisse und ich sehe keine Abänderung, wie Du sie beschreibst. Es stellt sich daher die Frage, ob die Wachturmgesellschaft aus Unwissenheit oder aus Berechnung falsche Aussagen in ihren Schriften publiziert. 

Gemäß Alma 46:15, wo angeblich Ereignisse des Jahres 73 v. u. Z. beschrieben werden, gab es in Amerika jedoch bereits Christen, bevor Christus überhaupt auf die Erde kam.

• Die Entdeckung Amerikas war ja auch erst 1500 Jahre später. Die Bibel beschreibt die Ereignisse Jesu auf dem Alten Kontinent und das Buch Mormon beschreibt die Ereignisse Jesu auf dem Neuen Kontinent. Aus diesem Grund ist das überhaupt kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. 

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Jesus lehrte das Wort Gottes, zitierte daraus und lebte danach. Der Mormonengelehrte Brigham Young sagte über die Bibel: "Wir halten dieses Buch für unseren Führer, für die Richtschnur unseres Handelns; wir betrachten es als die Grundlage unseres Glaubens. Es weist den Weg zur Rettung" (Journal of Discourses, Band XIII, Seite 236). 

Deshalb sagte er eindringlich: "Nehmt die Bibel, vergleicht sie mit der Religion der Heiligen der letzten Tage, und seht, ob sie die Prüfung besteht" (Discourses of Brigham Young). 

• Auch wenn diese beiden Zitate auch aus Zeitungsberichten stammen kann ich sie voll und ganz unterschreiben. 

Diese Prüfung sollten ALLE Christen vornehmen — nicht nur die Mormonen.

Jesus sagte: "Die wahren Beter [werden] den Vater anbeten . . . im Geist und in der Wahrheit" (Johannes 4:23, EÜ).

• Mormonen glauben nicht an ihre Kirche, weil sie es "müssen". Jedermann ist freiwillig dabei und opfert Zeit und Energie für seine Berufungen, weil er von der Wahrheit der Kirche überzeugt ist. Wir können niemanden überreden, bei uns mitzumachen, weil das aufgrund der zeitlichen Belastung niemand freiwillig machen würde. Da die Entscheidungsfreiheit des Menschen uns etwas vom Heiligsten ist (hat eben mit dem Sündenfall zu tun), darf auch jeder wieder ohne Diskriminierung oder Ärger die Kirche verlassen. Wenn es sein muss sogar ohne Angabe von Gründen. 

Ich habe einige Bücher über zeugen Jehovas gelesen und mich zeitweise auch sehr gewundert. Ich bin damit aber nicht ins Internet gegangen, sondern ich habe mich an die Zentrale der Zeugen Jehovas gewandt mit der Bitte um einen Kontakt. So habe ich nette Leute getroffen und wir haben mehrere gute Gespräche im gegenseitigen Respekt gehabt. Trotzdem halte ich an meinem Glauben fest, weil ich davon überzeugt bin. 

Da Du anscheinend grosses Interesse an meiner Kirche hast mache doch das Gleiche. Informiere Dich aus erster Hand was richtig ist. Wenn ich etwas über die Zeugen Jehovas wissen will, gehe ich nicht zu deren Gegnern, sondern wende mich direkt an diese Gruppe. Für mich gehört das auch zur christlichen Nächstenliebe, keine Halbwahrheiten oder Unsinn über andere zu verbreiten. 

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Bobby68:

Ich danke Dir für Deine Ausführungen.

Du konntest alkerdings nicht widerlegen, dass die Bibel bis heute in ihrer ursprünglichen Aussage erhalten geblieben ist, wie inzwischen tausende Funde von frühen Abschriften belegen. Demnach ist nach der Bibel keine weitere Offenbarung nötig. Man sollte vom allmächtigen Gott auch erwarten dürfen, dass er sein Wort über Jahrtausende ohne Verfälschungen bewahrt.

Der Bibelkanon wurde übrigens von Gott selbst überwacht. Deshalb haben die Apokryphen dort keinen Eingang gefunden. Gegen Ende des zweiten Jahrhunderts stand zweifelsfrei fest, daß der Kanon der Christlichen Griechischen Schriften abgeschlossen war. Spätere Kirchenführer legten den Kanon NICHT fest. Sie akzeptierten lediglich den bereits bestehende Kanon:

>Männer wie Irenäus, Klemens von Alexandria und Tertullian maßen den Schriften, aus denen die Christlichen Schriften bestehen, die gleiche Autorität bei wie den Hebräischen Schriften.

Irenäus zitiert bei seinen Verweisen auf die Schriften nicht weniger als 200mal aus den Paulusbriefen. Klemens bemerkt, er werde seinen Gegnern „bei der Heiligen Schrift, auf der unser Glaube beruht, auf Grund ihrer verbürgten Herkunft von dem Allmächtigen nachweisen, daß sie unbedingten Glauben verdient“, nämlich „durch das Gesetz und die Propheten und dazu auch durch das selige Evangelium“ (Bibliothek der Kirchenväter, 1937, Stromateis, 4. Buch, Kap. 1, Abs. 2, 2, S. 12).< („Einsichten I“)

Wir Zeugen Jehovas lehren keine eigene Lehren, sondern halten uns eng an die Heilige Schrift. Wir akzeptieren keine Schriften, die später nach der Bibel den Anspruch der Inspiration durch Gott beanspruchen.

Die Zitate die Mormonenlehren betreffend, sind nicht von Mormonengegnern, sondern aus den Reihen der Mormonen.

Dass Du einiges aus dem Buch Mormon anders interpretierst, wundert mich nicht. Aus meinen Ausführungen geht hervor, dass man bezüglich der vorhandenen Bücher unterschiedlicher Meinung ist, und dass auch viele Veränderungen vorgenommen wurden.

Mir lag nicht daran, hier mit Mormonen in Streit zu treten. Ich habe lediglich auf die Frage des Fragestellers geantwortet und gezeigt, dass das Buch Mormon unbiblische Lehren eingebracht hat.

Soetwas verurteilt Gott. Keine Sorge: auch wir Zeugen Jehovas werden hier von „Christen“ angegriffen, weil sie biblische Lehren anders verstehen. Für mich erfüllen sich auf diese Art biblische Prophezeiungen — wie diese:

“Sie sind tatsächlich von Dämọnen inspirierte Äußerungen und vollbringen Zeichen, und sie ziehen aus zu den Königen der ganzen bewohnten Erde, um sie zu versammeln zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen.“ (Offb. 16:14).

Vielen Dank und liebe Grüsse ...

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Ja schon, aber wer meint, dass sie deshalb Polytheisten sind, der irrt sich, denn Polytheist zu sein bedeutet, nicht nur an verschiedene Götter zu glauben, sondern auch verschiedene Götter zu verehren, und Mormonen beten nur zu einem einzigen Gott, also sind es Monotheisten. Dies gilt sogar bei Mormonen wesentlich präziser, als bei so manch anderen Christen, da Mormonen direkt nur zum himmlischen Vater beten, so wie es Christus mehrfach laut der Bibel deutlich machte, dass man nur ihn allein anbeten soll (zuletzt laut https://www.bibleserver.com/text/EU/Offenbarung22,9 ) Wer aber meint, dass in dem verlinkten Vers nicht Jesus, sondern irgendein anderer Engel zu Johannes sprach, der sollte man die Verse 7 und 10 desselben Kapitels vergleichen. Beide beginnen mit "Siehe ich komme bald", was eindeutig ein Zeichen dafür ist, einschließlich dessen, dass da nichts davon steht, dass einer verschwand und ein anderer auftauchte, dass es sich sowohl davor, als auch danach um ein und dieselbe Person handelt, die danach deutlich macht, dass es sich um Jesus selbst handelte. Und wenn der Sohn schon sagt, dass nicht er angebetet werden soll, sondern allein Gott, dann steht nur noch der Vater über ihm.

Von daher sind eher Polytheisten, die neben oder statt den himmlischen Vater selbst Jesus und/oder andere anbeten, etwa die Jungfrau Maria.

Und was ist schon daran verkehrt zu glauben dass Gott selbst ebenfalls eine Entwicklung bis zu dem Stand hinter sich gebracht hat, dass er zu einem Schöpfer und damit zu einem Gott geworden ist? Sie glauben ja nicht, dass dieser Gott diese Entwicklung in dieser Schöpfung erfahren hat, sondern in irgendeiner anderen Schöpfung (aus Gottes Sicht) davor.

So ist es ebenfalls auch nichts schlimmes, wenn man irgendwann im ewigen Dasein selbst ein Gott werden kann, denn man wird ja dadurch nicht ein Gott für diese Schöpfung, sondern einer für eine spätere Schöpfung die man selbst erschafft. Ersetzt denn ein Programmierer einer virtuellen Realität den Programmierer einer anderen? Oder ersetzt ein Programmierer eines Spiels den eines anderen? Ebenso wenig ersetzt ein Gott einer Schöpfung den einer anderen. So war es auch mit Gott, als er sich erst noch zu einem solchen entwickelte und so wird es auch sein, lange nachdem diese Schöpfung ihr Ende gefunden hat, egal ob es sich nur noch um Jahrtausende handelt, oder um viele Billionen Jahre.

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Du bist ehrlich und stimmst den Aussagen der Mormonenpropheten zu:

"Gott war einst, wie wir jetzt sind, und ist ein erhöhter Mensch, und er thront in den jenseitigen Himmeln", bemerkte Joseph Smith. "Ihr müßt lernen, selbst Götter zu sein, ... genauso wie es alle Götter vor euch getan haben." 

Der Mormonenprophet Lorenzo Snow sagte: "Wie der Mensch jetzt ist, war Gott einst, wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst sein."

Mit diesen Aussagen stellen sich die Mormonen klar gegen biblische Aussagen.

In der Bibel wird nämlich KEINE solche Zukunft in Aussicht gestellt! Die Bibel zeigt, daß Gott Adam und Eva dazu schuf, ewig auf der Erde in Glück und Frieden zu leben (1. Mose 1:28; 3:22; Psalm 37:29; Jesaja 65:21-25).

Dieses Ziel — dass Menschen mal ewig auf einer paradiesischen Erde leben können, verfolgt der Schöpfer nach wie vor, wie Du aus den in Klammern genannten Bibelstellen entnehmen kannst.

Nirgends in der Bibel ist die Rede davon, dass wir zu Göttern werden sollen. Diese Behauptung stellte nur Satan im Garten Eden auf:

“Und die Schlange sprach zu dem Weibe: Mit nichten werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon esset, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.“ (1. Mose 3:1-5).

Dass Satan gelogen hatte, das ist inzwischen bekannt.

Liebe Grüsse ...

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Sieht ganz so aus:

  • Die Mormonen verehren nur einen Gott, glauben aber, dass es neben diesem noch viele andere gibt, die wie er, erhöhte Menschen sind. Demnach war auch Gott selbst einmal ein Mensch, der durch Lernen, Prüfung und Wachstum zu einem Gott herangereift ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mormonentum

Der mormonische Polytheismus

Gott war einst ein Mensch

Unter Polytheismus versteht man zunächst den Glauben an viele Götter, so wie es einst die Römer und Griechen praktizierten. Der mormonische Polytheismus ist jedoch anderer Natur. Die Mormonen verehren nur einen Gott, glauben aber, dass es neben diesem noch viele andere gibt, die wie er, erhöhte Menschen sind. Demnach war auch Gott selbst einmal ein Mensch, der durch Lernen, Prüfung und Wachstum zu einem Gott herangereift ist.

Joseph Smith lehrte in seiner berühmten King Follet Ansprache folgendes:

"Gott selbst war einmal wie wir jetzt sind und ist ein erhöhter Mensch und sitzt erhöht im Himmel. Das ist das große Geheimnis. Wenn der Schleier heute durchtrennt werden würde und der große Gott, der diese Welt in seiner Umlaufbahn hält und der alle Welten und alle Dinge durch seiner Macht aufrechterhält, sich sichtbar machen würde, - Ich sage, wenn ihr ihn heute sehen könntet, würdet ihr ihn in menschlicher Form sehen -- wie euch selbst, in ganzer Person, Abbild und Form wie ein Mensch; denn Adam wurde genau in dieser Weise als Abbild und Gott ähnlich erschaffen, und empfing Anweisungen, lief, sprach und unterhielt sich mit ihm, wie ein Mensch mit dem anderen redet und kommuniziert." (King Follett Discourse, Journal of Discourses, Band 6, S.1-11)

http://www.mormonismus-online.de/index.php?inc=polytheismus.htm

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In welcher Welt ist denn Gott als Mensch herangereift? Verzichten die Mormonen auf einen Schöpfergott?

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@Mirarmor

Also unter der angegebenen Seite kann man weiter lesen (und das erscheint natürlich etwas weit hergeholt, was nicht heissen soll, dass andere Religionen weniger weit Hergeholtes lehren):

...hat Gott Vater eine Frau im Himmel, mit der er gemeinsam sehr viele "Geistkinder" gezeugt hat. Diese befanden sich vor Erschaffung der Erde alle in einem körperlosen Zustand in seiner Gegenwart. Die Erde wurde dann unter Anweisung des Vaters (Elohim) vom vorirdischen Christus (Jehova) - gemeinsam mit Adam (Michael) (Lehre des Tempels) - zu dem Zweck geschaffen, den Geistkindern einen Körper zu verleihen und sie zu prüfen. Jesus selbst nimmt dabei eine Sonderrolle ein. Als auserkorenes Geistkind übernahm er die Aufgabe des Erlösers. Er versteht sich daher als "großer Bruder" der restlichen Menschen. (Es sei hier vermerkt, dass Jesus nach mormonischem Glauben nicht durch den Heiligen Geist empfangen wurde, sondern durch einen Geschlechtsakt zwischen Gott und Maria).

Wer die Prüfung auf der Erde durch Treue zum "Evangelium" hält, im mormonischen Tempel seine "Begabung" (Endowment) empfangen - und auch dort geheiratet hat - und bis zum "Ende ausharrt", der wird selbst eines Tages wie Gott werden und selbst Geistkinder, Welten und Götter schaffen. Es sei hier vermerkt, dass nur im Tempel verheiratete Mitglieder Götter werden können, der Rest wird als "dienende Engel" bezeichnet. Die Erde ist also eine Götterschmiede.

Als erster Mensch wurde Adam aus dem "Vorirdischen Dasein" in den Garten Eden geschickt. Den Rest der Geschichte kennen wir. Brigham Young ging sogar so weit, Adam als göttliche Inkarnation zu bezeichnen (siehe Adam-Gott-Doktrin). Diese Lehre hat für sehr viel Aufsehen gesorgt, wird heute aber allenfalls unter vorgehaltener Hand gelehrt und offiziell dementiert.

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Volle Zustimmung.

"Gott war einst, wie wir jetzt sind, und ist ein erhöhter Mensch, und er thront in den jenseitigen Himmeln", bemerkte Joseph Smith. "Ihr müßt lernen, selbst Götter zu sein, ... genauso wie es alle Götter vor euch getan haben." 

Der Mormonenprophet Lorenzo Snow sagte: "Wie der Mensch jetzt ist, war Gott einst, wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst sein."

In der Bibel wird KEINE solche Zukunft in Aussicht gestellt! Die Bibel zeigt, daß Gott Adam und Eva dazu schuf, ewig auf der Erde in Glück und Frieden zu leben (1. Mose 1:28; 3:22; Psalm 37:29; Jesaja 65:21-25). Durch Adams willentlichen Ungehorsam kamen Sünde und Tod in die Welt (Römer 5:12).

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Wir wissen nicht ob Joseph Smith das überhaupt gesagt hat und falls ja ob es korrekt zitiert wurde. Das "Journal of Discourses" waren Zeitungsberichte aus den frühen Tagen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage für die Mitglieder in Großbritannien. Sie wurden weder von den Führern der Kirche gegengelesen noch autorisiert. Diese Quellen sind heute aus historischen Gründen interessant zu lesen, sie sind aber insbesondere KEINE Quelle für frühe Kirchenlehre. Präsident Hinkley hat sich zudem 1997 von dieser Lehre distanziert und sagte er wisse nichts darüber. Ich persönlich weiss auch nichts darüber. Antimormonische Literatur und Halbwissen aus dem Internet sind keine Qualifikationen, massgebend sind die Schriften und Leitfäden der Kirche, welche alle online verfügbar sind und auf dem Computer heruntergeladen werden können bei Interesse.

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