So sieht bei mir zur Winterzeit jeden Morgen das Fenster aus, trotz regelmäßigem Lüften und Heizen - Was ist da los und was ist zu tun?

Fenster, - (Technik, Chemie, Wohnung)

14 Antworten

Falls Du im Zimmer übliche Temperatur und Luftfeuchtigkeit hast: Defektes Fenster.

Nachprüfen, indem Du mit einem geeigneten Thermometer die Temperatur der Innenscheibe feststellst. Sollte die näher an der Außen- als an der Innentemperatur liegen, ist was faul.

Ist nicht nur ein ästhetisches Problem - wenn das Fenster nicht mehr richtig isoliert ist, zahlst Du mehr fürs Heizen.

Als Eigentümer: Fachmann beauftragen.

Als Mieter: Vermieter beauftragen. 

Es gibt vermutlich mehrere Ursachen :

1. Feuchtes Mauerwerk durch aufsteigende Wasser wegen defekter Horizontalsperrung

2. Defekte Scheibe am thermoverglasten Fenster (Schutzgas zwischen den Scheiben ist entwichen)

3. Raumtemperatur zu hoch

4. Einregenschäden in der Außenwand

5. Stoßlüftung ungenügend.

Anschaffung eines Hygrometers um die rel. Luftfeuchte jeden Tages im Raum morgens und abends zu messen. Protokoll anlegen.

Mit einem Feuchtemesser im Wandputz die Feuchte messen > % Angabe

Kontrolle der Außenwände und des Daches

"Humydry" auf dem Baumarkt beschaffen und den Behälter im Raum aufstellen, Mietersache

Vermieter nachweisbar über den Mangel informieren.

Raumlufttauscher (etwa 250€) installieren lassen, das ist Vermieteraufgabe.

Wahrscheinlich reicht neu lassen einstellen völlig.

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Das ist relativ einfach zu beantworten.

Die Scheibe ist der kälteste Punkt im Zimmer. Dort kondensiert die Luftfuchtigkeit.

Offenbar hast Du im Raum eine hohe Luftfeuchtigkeit - vielleicht weil Du dort schläfst und den Raum gut heizt. Dann schwitzt Du während der Nacht bis zu 2 Liter Wasser aus und das geht letzten Endes in die Raumluft. 

Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen und festhalten als kalte Luft. Wenn die warme, wasserreiche Luft aus dem Zimmer jetzt auf die kalte Scheibe trifft kühlt sie dort ab und kann das enthaltene Wasser nicht mehr halten. Dadurch bilden sich an der Scheibe Wassertropfen. 

Abhilfe kannst Du schaffen indem Du Scheiben mit einem besseren k-Wert (Wärme-Durchgangswert) einsetzt bzw. einsetzen lässt. Alternativ kannst Du weniger heizen, dann ist der Temperaturunterschied nicht so groß, oder noch mehr lüften. Im allerschlimmsten Fall helfen Luftentfeuchter. Die würde ich aber gerade in Schlafräumen nicht empfehlen.

hm.. das, was du da schreibst, kann ich insofern nicht nachvollziehen, als dass ich das bspw. auch im ungeheizten gästezimmer zuweilen habe...  danke für jeden tipp!

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@Sommersehnsucht

Man versieht bzw. verschätzt sich schnell wie kalt eine schlecht gedämmte Scheibe werden kann. Im schlimmsten Fall hat die Scheibe annähernd Außentemperatur - was z.B. heute Nacht  je nachdem wo Du wohnst, zwischen 0 und 6 Grad waren. 

Dagegen ist selbst das ungeheizte Zimmer wesentlich wärmer.

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@NSchuder

dann macht aber doch dein tipp,weniger zu heizen keinen sinn.

nach dem, was du  schreibst, wäre dann  die einzige lösung eine neue, andere (?) scheibe. wenngleich bei mir glaser und energieberater sogar meinten, die wären noch gut...!?

danke für jeden tipp!

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@Sommersehnsucht

Eine neue, bessere Scheibe wäre tatsächlich die beste Lösung. 

Weniger heizen würde tatsächlich nur wenig helfen. Es würde aber bewirken dass der Temperaturunterschied geringer ist und falls es ein Schlafraum ist, dass der Schläfer weniger schwitzt. Dadurch wäre weniger Feuchtigkeit in der Luft. Aber ganz lösen würde es das Problem natürlich nicht. Da hast Du recht. 

Eine gute Idee wäre tatsächlich auch mal die Luftfeuchte mit einem Hygrometer zu messen. Die gibt es elektronisch in Verbindung mit einem Thermometer schon für unter 10 Euro - sogar mit "min/max" Anzeige. 

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Im Prinzip gut erklärt, aber ein entscheidender Fehler:


und den Raum gut heizt

Das hat damit gar nichts zu tun. Eher im Gegenteil.

Ob das Schlafzimmer gut oder weniger gut beheizt ist, spielt keine große Rolle. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit, die beim Schlafen entsteht ist nicht "nur" auf das Schwitzen zurück zu führen, sondern vor allem auf das Ausatmen. Egal, ob man nackt ohne Bettzeug schläft oder eingepackt in Winterpyjama und warmer Bettwäsche im beheizten Schlafzimmer schläft, Ausatmen bringt die gleiche Menge Feuchtigkeit in den Raum.

Schwitzt man im warmen Bettzeug, wird die Feuchtigkeit vor allem durch die Kleidung, das Bettzeug und die Matratze aufgenommen, macht sich also nicht so stark in der Raumluft bemerkbar.


Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen und festhalten als kalte Luft.

Eben genau! Wäre die Luft wirklich richtig warm, würde sich nicht soviel am Fenster niederschlagen, denn warme Luft kann mehr Wasser halten.

Da die Raumluft offenbar eher kühl ist und damit Feuchtigkeit schneller überschüssig ist, schlägt sie sich an der kältesten Fläche nieder und das ist nun mal das Fensterglas. Aber zunächst einmal ist das kein Problem.


Abhilfe kannst Du schaffen indem Du Scheiben mit einem besseren k-Wert (Wärme-Durchgangswert) einsetzt bzw. einsetzen lässt.

Besser dämmen bringt immer was in Bezug auf die Heizkosten. In einem eher wenig beheizten Schlafzimmer, insbesondere hier, könnte es aber auch das Problem mit sich bringen, dass plötzlich nicht mehr das Fensterglas die kälteste Fläche ist, sondern irgend eine andere Stelle der Außenwand, was man aber nicht so schnell bemerkt und dann kann Schimmel entstehen, was insgesamt die Sache eher verschlechtert als verbessert. Hier muss man dann ganz besonders aufpassen.

Luftentfeuchter würde ich auch nicht empfehlen.

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Meld dich, wenn du innen Eiszapfen hast. :D

Hatte ich auch damals als ich noch bei meiner Mutter wohnte. Da war dann jeden Morgen die halbe Fensterbank überschwemmt.

Wir hatten dann so kleine Kästchen mit Granulat (weiß aber leider nicht mehr, was das genau war) gekauft. Hat zwar nicht alles, aber zumindest die Pfütze auf der Fensterbank verhindert.

Sieht für mich nach Kondeswasser aus. Du schreibst zwar, du lüftest regelmäßig, aber wie genau lüftest du? Stoßlüften oder Fenster auf kipp? 

Ich würde dir empfehlen, dir ein Hydrometer anzuschaffen. Eine gesunde Raumluft hat eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40% und 60%, wobei die 60 wirklich der oberste Wert ist. Wenn der Wert darüber liegt, solltest du Lüften. (Ich lüfte normalerweise schon ab einem Wert von 57% bis er irgendwo zwischen 40 - 45% abgesenkt ist.)

Liegt der Wert, trotz richtigem Lüften, ständig über 60%, solltest du deinen Vermieter kontaktieren.

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