Extrem nasse Fenster + Wände

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7 Antworten

Ja, mit einem Auszug.

  1. Schimmel kannst und sollst Du um Gottes Willen NICHT überstreichen, sondern mit Schimmel Ex, einem chlorhaltigen Reiniger (Dan Chlorix oder so) oder mit Essigessenz entfernen. Danach kannst Du im Frühjahr, wenn es warm und trocken ist das Ganze überstreichen, wenn Du meinst.

  2. Wenn die Wände nicht trocken werden, dann heizt Du zu wenig. Eine Wand darf nicht nass bleiben bei Heizen und Lüften.

  3. Geh mal zur Außenwand und guck, was die sagt. Risse drin? Irgendwo im Haus ein nicht bemerkter Wasserrohrbruch?

  4. Ich hab auch ein Problem mit zu hoher Feuchtigkeit im Zimmer. Jede Nacht verdunstet der menschliche Körper mehrere Liter Wasser. Stimmt dann die Wandstruktur nicht, schlägt sich das Wasser an der Wand nieder.

Ich habe in Schlafzimmer einen großen Trocker stehen, in den Silikatgel Kissen eingelegt werden. Das Kissen entzieht der Luft das Wasser, bindet es und verwandelt es in Silikatwasser.

Wenn man das etwas stehen lässt, um dem Prozess einfach mal zuzusehen, dann stellt man fest, dass sich mit großer Geschwindigkeit eine Menge Wasser darin sammelt.

Ich hab meinen Entwässere von Aldi. Da gibt es auch regelmäßig diese Kissen zum nachkaufen. Nimm den ganz großen Trockner. Sowas gibt es auch bei Obi.

Ansonsten: bei einer so nassen Bude lohnt sich vielleicht wirklich der Einsatz von professioneller Gerätschaft.

Aber dann pass auf auf den Stromverbrauch. Und: glücklich wirst Du damit nie werden. Auch Dir bitte ne andere Wohnung. Das ist gefährlich. Schimmel macht krank.

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Kommentar von Zousaittout
27.11.2013, 04:36

Und für die Fenster gibt es eine durchsichtige Folie, die man auf dem Rahmen aufbringen kann. Simuliert eine Doppelverglasung. Hilft ganz gut.

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Der Bedarf an Entstehung und Abtransport ist sehr unterschiedlich, von der Wohnung, von der Jahreszeit, vom Wetter, von den Gewohnheiten usw.

„Dämmung innen oder außen“ Eine Dämmung senkt das Risiko, weil es den Toleranzbereich für Feuchte erhöht. Aber eine Dämmung kann keinen Schimmel verhindern, wenn es am Feuchteabtransport fehlt. Der Bedarf an Feuchteabtransport ist für den Menschen nicht erkennbar (siehe oben bei 65%-Wert usw.).

„Überstreichen“ Ein Überstreichen wird zumindest die Sporen, soweit noch nicht entfernt, binden und verhindern, daß sie weiter in die Luft übergehen und somit die Gesundheit gefährden. Es wird das Schimmelrisiko nicht senken, auch wenn es ein Spezialanstrich ist. Man kann ein Gebäude nicht immun machen gegen Schimmel, indem man die Oberflächen behandelt, man kann einen Menschen nicht immun machen gegen Erkältung oder Grippe, indem man ihn einhüllt und verpackt. Erst wenn die Feuchte aus dem Überschussbereich (der veränderlich ist, und das ist das Problem) kommt bzw. die Bakterien und Viren gering genung sind, denen der Mensch ausgesetzt ist, dann verschwindet auch das Problem.

„Entfernen“ Schimmel ist gesundheitsschädlich und sollte durch Fachleute mit Mund- und Atemschutz entfernt werden.

„Schimmel im Winter“ In der kalten Jahreszeit tritt Schimmel in Wohnungen leichter auf. In Kellern oder erdberührtem Räumen ist es umgekehrt. Bei Kellerwohnungen ist es ein Spezialfall.

„Schimmel im Keller oder bei nicht unterkellerten Räumen“ Für erdberührte Räume sind die warmen Jahreszeiten meistens ein Risiko, in den kühleren Zeiten nicht. Aber es gibt auch während dieser Zeiten Phasen, die je nach Wetterlage einige Stunden oder Tage umgekehrt liegen.

Merke: Wärmebrücken und somit die Wohnungen sind eher selten das Problem. Freilich muß sichergestellt sein, daß baulich alles in Ordnung ist. Aber Wärmebrücken kommen seltener vor als vermutet. Es gibt super gedämmte Häuser mit Schimmelproblemen, und dagegen alte Hütten ohne Schimmel. Es gibt sehr viele Fälle, in denen mit viel Geld Sanierputz oder Platten oder Anstriche auf den Innenwänden verarbeitet wurden, und nach einigen Wochen war das Problem wieder da. Denn diese Baumaterialien erhöhen nur die Toleranzgrenze und schaffen eine zeitliche Verzögerung. Mit viel Glück kann dies manchmal reichen.

Das Risiko mit Luftfeuchte ist immer vorhanden, denn Luft ist immer und überall vorhanden, und sie hat auch immer eine Feuchte. Nur wann diese eine Überschussfeuchte ist und wann nicht, das ist auch an Hygrometern mit Leuchtdiode oder Blinklicht nicht erkennbar. Hier für einen passenden Schutz zu sorgen ist nicht einfach, wie ja die vielen Problemfälle zeigen. Ohne (Überschuss-!)Feuchte kein Feuchteproblem. Ohne Feuchte kann kein Schimmel wachsen. Die Nahrung kann man dem Schimmel nie entziehen, ihm genügt ein wenig Staub aus der Luft, deshalb kann es sogar auf absoluten dichten Oberflächen wie Glas Schimmel geben.

Baumaßnahmen sind erforderlich, wenn wirklich ein bauliches Problem besteht. Ob dies der Fall ist oder ob die Feuchte zu oft oder zu lange im Überschussbereich liegt, dies kann man mit einer Messung und darauffolgenden Analyse feststellen. Z.B. erhältlich bei stierhof-etechnik.de

Viel Erfolg und Gute Gesundheit!

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Beschreibe mal genau, wie du heizt und lüftest. Wie hoch ist die Raumtemperatur und wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Bitte auf keinen Fall wie unten vorgeschlagen Essig auf einen Gipsputz aufbringen. Auch chlorhaltige Mittel sollten in Wohnräumen nicht verwendet werden. Hochprozentiger Alkohol (Spiritus, Bio-Ethanol) helfen auch sehr gut.

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Kommentar von IGEL999
27.11.2013, 23:33

Sind mal wieder viele kluge Leute hier. Danke für's Klarstellen in Bezug auf Chlor etc, Pharao!

"Guck was die Wand sagt" ;)

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„Essigessenz“: Es gibt Schimmelarten, die Essig lieben und umso mehr wachsen. Außerdem bleibt die Säure im Mauerwerk, was eher schädlich als nützlich sein kann.

„Wenn die Wände nicht trocken werden, dann heizen“ Es gibt Räume mit 10 Grad C ohne Schimmel und welche mit 25 °C mit Schimmel. Es liegt an der effektiven Feuchte und an Überschussfeuchte, ob es schimmelt oder nicht, und beide sieht man nicht auf dem Hygrometer.

„Unter 65% rel. Feuchte kann es nicht schimmeln“ Es gibt Räume mit 10 Grad C ohne Schimmel und welche mit 25 °C mit Schimmel. Es liegt an der effektiven Feuchte und an Überschussfeuchte, ob es schimmelt oder nicht, und beide sieht man nicht auf dem Hygrometer. Der berühmte 65%-Wert gilt für einen bestimmten Normzustand, der aber im ganzen Jahresverlauf nur selten vorhanden ist. Wer vom 65%-Wert erzählt, der kennt nicht die Bandbreite und Tiefe der Feuchtephysik. Es gibt Räume mit 55% rel. Feuchte mit Schimmel, und welche mit 70% rel. Feuchte ohne Schimmel. Es spielen nämlich noch einige andere Parameter mit eine Rolle.

„Risse in Aussenwand“ Die Risse müssen schon in der Wand sein und einigermaßen tief, damit es ein Risiko ist. Wenn ein Riss nur im Putz ist, dann ist die Wirkung meistens sehr gering. Denn es gibt unverputzte Häuser (Ziegel sichtbar) ohne Schimmel.

„Wasserrohrbruch“ Wird meistens Schimmel wachsen lassen. Einen Wasserrohrbruch erkennt man meistens an örtlich begrenzten Flecken an Wand, Boden oder Decke.

„Trockengerät“ elektrisch: Bringt hohen Stromverbrauch und ist meistens gar nicht nötig, wenn man die passenden Maßnahmen richtig macht. Zudem nicht bedarfsgerecht, weil es auf einen festen Wert eingestellt wird und die veränderliche Überschussfeuchte nicht erkennen kann. oder mit Gel: Wirkt wenig, vor allem nicht bedarfsgerecht, und macht Arbeit, wenn es z.B. im Backofen getrocknet werden muß. Die Ofentrocknung setzt dann die Feuchte wieder in der Wohnung frei, macht Arbeit und einen hohen Stromverbrauch.

„Folie, die Doppelverglasung simuliert“ siehe bei „Dämmung innen oder außen“

„Täglich querlüften“ Das ist prinzipiell richtig. Aber die Kunst ist, festzustellen oder zu wissen, wann, wie oft, wie lange. Denn der Bedarf ist für den Menschen nicht erkennbar, weil die Überschussfeuchte nicht am Hygrometer angezeigt wird. Es gibt Wohnungen, die im Winterhalbjahr eben ein 4- bis 8-mal Lüften täglich brauchen.

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Erstmal möchte ich mich @Zousaittout anschließen! Sehr gute Antwort.

Ansonsten will ich dir gerne noch schreiben, dass du jeden Tag querlüften solltest!

Das bedeutet, du öffnest jeden Tag alle Fenster der Wohnung und die Türen. So wird die Luft komplett ausgetauscht Und das am besten mehrmals täglich für 2-5 Minuten!

Schau auch mal hier rein:

http://www.energieberatung-regional.de/problemfall_schimmel.php?job=richtiges_lueften

vlg. :)

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Gibt es irgendetwas womit ich das stoppen kann?

Ja, nach den Baumängeln (z.B. Kälte- bzw. Wärmebrücken) suchen oder einen Sachverständigen einschalten .... und Mängel beseitigen.

Sofern >Du Mieter bist umgehend den Vermieter informieren und zur Schadenbeseitigung auffordern sowie die Miete kürzen. Mietminderungstabellen findet man im Netz

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Kommentar von crazykitty1990
27.11.2013, 08:00

Das bringt aber nur was, wenn man nicht selbst schuld ist an dem Schimmel.

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Bessere Fenster (Dreifachverglasung) und Wärmedämmung der Außenwände sollte helfen.

Den Schimmel zu überstreichen, ist keine gute Idee, weil der sich dann weiterentwickeln kann. Du musst den richtig entfernen, sonst kann der Schimmel Gesundheitsschäden verursachen.

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Kommentar von Zousaittout
27.11.2013, 04:39

Dämmung erst nach Schimmelbeseitigung. Ansonsten modert das hinter der Dämmung weiter.

Es kommt auch vor, dass ein gedämmter Raum quasi die Schimmeltollwut bekommt, anstatt dass das dadurch weggeht. Da sollte man vorher einen Experten fragen.

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