Sind die Spanier auch Latinos?

6 Antworten

  • Für mich ist die Lage ganz geradlinig: Lateinamerikaner sind Latinos. Alle anderen nicht, auch nicht Europäer aus Spanien oder Portugal. Spanierinnen sind keine Latinas.
  • Die Bezeichnung "Latino" ist ohnehin wischi-waschi, das sie geographische und ethnische Aspekte miteinander vermischt. Meistens weiß man aber schon, was gemeint ist und das ist ja die Hauptsache.

Mit Fragen dieser Art kann man kaum mehr herausbekommen, als was es für verschiedene (und typischerweise mehr oder weniger aus der Luft gegriffene) Meinungen zur Bedeutung des Wortes gibt.

Besonders deutlich wird das bei nationalistischen und rassistischen Ideologien: Sie sind darauf angewiesen, irgendwie festzulegen, wer zu dem Kreis der Dazugehörenden dazugehört, und wer aussortiert wird. Um das zu tun, konstruieren sie willkürliche bis irrsinnige Definitionen.

Siehe auch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kein_wahrer_Schotte

https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Gesetze#/media/File:Nuremberg_laws_Racial_Chart.jpg

Spanier sind Latinos. Allerdings definiert die deutsche Wiki das anders. In Deutschland zählen aber auch die meisten Mexiko zu Südamerika, von daher ...

Im Spanischen - egal ob Spanien oder Lateinamerika -, bedeutet Latino vom Latein abstammend und bezieht sich auf Länder und Menschen, in denen eine solche Sprache gesprochen wird.

Spanier sind Latinos. Es ist mehr: wären sie es nicht, würde Lateinamerika nicht so heißen. Kolumbianer wären auch keine Lateinamerikaner, ohne dass diese eben zum größtenteils aus Latinos (spanischer Abstammung) bestehen würden.

Aber: man kann Latino auch als Abkürzung für Latinoamericano verwenden. Denn das ist ein ziemlich langes Wort und im Spansichen kürzt, man wo es nur geht.

Spanier sind keine Latinoamericanos. Das ist klar. Aber Latinos. Sie haben "sangre latina", wie sie selbst von sich sagen und haben eben auch latino-typische Eigenschaften:

Latinos kommen aus Ländern, in denen eine vom Latein abstammende Sprache gesprochen wird. Latinos sind überwiegend römisch-katholische Konfession. Latinos sind familienorientierte Menschen. Latinos setzen mehr auf Immobilieneigentum statt auf Miete. Und das egal, ob nun in Spanien, Argentinien, Kolumbien oder sonst wo.

Es ist sogar mehr: Latinos bezieht sich vor allem auf Spansichstämmige. Denn das, was man in Deutschland unter Latinos allgemein bezeichnet, wird in den meisten lateinamerikanischen Ländern genauer definiert:

  • Latinos = Spanischstämmige bzw. je nach Auslegung auch vor allem Portugiesisch- und Italienischstämmige. In den USA ist Latino mit Hispano gleichgesetzt. Das bedeutet, dass lt. dortiger Definition (und es leben 50 Millionen Latinos in den USA) Spanier und Lateinamerika Latinos sind.
  • Criollos: Das was man in Deutschland meist unter Latinos versteht sind in Lateinamerika Indios oder auch Criollos (Mischung aus Spanischstämmigen und Ureinwohnern)
  • Afro-Latinos: Ebenso wird kaum jemand den Latino-Status eines Kubaners anzweifeln. Kubaner stammen aber lt. eigener Definition von Spaniern ab (es gehörte auch bis vor 120 Jahren zu Spanien) und von Afrikanern (Ahnen eingeschleppter Sklaven) ab. Und die Mischung nennt man Afro-Latinos = Afrikaner + Latinos (Spanier).

Was Kolumbien betrifft, herrscht dort teilweise eine sehr enge Definition von Latino, die nicht mal andere Südamerikanische Staaten mit einbezieht, sondern nur die Karibikzone von Kolumbien bis Puerto Rico.

Allerdings reden die - sollte es zu einer Verwechslungsgefahr mit Spaniern kommen - von Latinoamericanos. Klar: Spanier sind keine Latinoamericanos. Aber Latino kann eben auch als Abkürzung für Latinoamericanos hergenommen werden.

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Das was hier die Leute aus Kolumbien sagen, mal abgesehen davon, dass es ignorant ist, ist es falsch. Denn genau das passt ins Schema Afro-Latino.

Klar. Spanier sind keine Afrolatinos, haben keine afrikanischen Wurzeln. Aber Afro-Latino ist eben genau die Mischung aus Afro (Nachkommen afrikanischer Sklaven) und Latino (Spanischstämmige).

Kolumbianer sind meist Afrolatinos. Klar sind Afrolatinos auch Latinos. Aber nicht die einzigen. Mexikaner oder Argentinier sind keine Afrolatinos, aber sehr wohl Latinos.

Latino gilt aber eben auch oft kulturkonform als Abkürzung für Afrolatino oder Latinoamerikano.

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Und es ist sogar noch weitaus mehr: Kolumbianer würden ohne Spanier weder Latinos, Latinoamericanos, Afrolatinos oder gar Kolumbianer sein, denn ...

  • Sie wären keine Latinos, weil sie nicht von Spaniern abstammen und auch kein Spanisch reden, somit keine vom Latein abstammende Kultur und Sprache haben, sondern die indigene Sprache der Ureinwohner.
  • Es wären keine Lateinamerikaner, weil die kulturelle Region schlicht einen anderen Namen hätte, der nichts mit der Herkunft der Spanier und Portugiesen gemein hätte.
  • Es wären auch keine Afrolatinos, denn die Afrikaner haben die Spanier als Sklaven in die neue Welt (damals noch namenlose Welt bzw. nach "Indien" gebracht. Die Ureinwohner wurden deshalb auch "Indios" genannt, weil man meinte eben einen kurzen Seeweg nach Indien gefunden zu haben.
  • Es gäbe auch kein Land namens Kolumbien. Deine besagten Kolumbianer sagen, sie hätten nichts mit den "spanischen Eroberern" gemein. Nun: Colombia stammt von Colón (Kolumbus). Kolumbien hat seinen Namen nach Kolumbus, der für die spanische Krone Amerika entdeckte (bzw. eigentlich den Seeweg nach Indien suchte).
  • Und folglich würden diese auch nicht Kolumbianer heißen, sondern vielleich Neuengländer, Westholländer oder wie auch immer, je nachdem wer statt der Spanier (Latinos unter Kolumbus) dort eben das Land erobert hätte.
  • Und sie wären auch nicht überwiegend römisch-katholisch
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@soydelsur

Es gäbe dort auch keine Indios, denn das war ja die falsche Meinung Kolumbus, der meinte hier in Indien gelandet zu sein.

Und stell dir mal ein Kolumbien unter holländischer oder englischer Herrschaft vor. Meinst du, das würde zu "Lateinamerika" gehören und man würde die rothaarigen und blonden Bewohner Latinos nennen? Meinst du dort würde Latin-Musik gehört werden, die sich aus spanischen Melodien und Harmonien mit afrkanischen Rhytmen zusammensetzt?

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Die 50 verbreitesten Nachnamen in Kolumbien decken sich mit den 50 verteitesten in Spanien:

Rodríguez, Gómez, López, Gonzáles, García, Martínez, Ramírez, Sánchez, Hernández, Díaz, Pérez, Torres, Rojas, Vargas, Moreno, Gutiérrez, Jiménez, Múñoz usw. usf.

Es gibt keinen einzigen "kolumbianischen" Nachnamen, zumindest nicht in der überwiegenden Mehrheit der Nachnamen Kolumbiens. Sie haben allesamt ihren Ursprung in Spanien.

Ebenso haben alle Lateinamerikaner Spanische Nachnamen. Ausnahme sind allenfalls vereinzelt indigenen Ursprungs. Man könnte aber auch sagen: Die indigene Bevölkerung, welche ihre eigenen Riten hat, sind keine Latinos. Aber Latinoamericanos schon, weil sie in Lateinamerika wohnen.

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"Auch wird oft der Tanzstil der Spanier verurteilt. Sie sagen, dass sie es nicht im Blut haben, weil sie Europäer sind und man sieht es auch an der Körperfigur der Spanierinnen, dass sie nichts mit Latinas zu tun haben"

Dann haben die Kolumbianer noch keine Resteuropäer tanzen sehen ;-) Dann würden sie die Spanierinnen nicht mit Europäern in einen Topf werfen.

Mal davon abgesehen, und ich kenne viele Lateinamerikaner, Kolumbianer, Spanier, wohne in Spanien, bin mit einer Lateinamerikanerin verheiratet, nehme Tanzstunden bei einer Venezolanerin, hab erst letzte Woche auch mit Kolumbianerinnen wieder getanzt:

Das ist eine typische Abgrenzungssache. Kolumbianischer Nationalstolz. Aber wenn du genauer nachfragst, bleibt da nicht viel. Wo kommen die Leute jeweils her: aus Bogotá? Die sagen dann, dass man in Cali komisch tanzt. Und umgekehrt. Paisa haben wieder einen anderen Stil usw. Will heißen: selbst Kolumbianer/innen bewegen sich nicht gleich. Spanier/innen tanzen keine Cúmbia. Das schon. Und Vallenato ebensowenig. Aber Salsa und Bachata wie kaum jemand anderes.

Und wenn man bei Salsa-WMs oder auch Bachata, typischen Latino-Tänzen mal nachschaut sind Spanier ganz ganz vorne vertreten.

Der Durchschnittskolumbianer tanzt ein bischen auf der Stelle und das war's schon. Figuren? Allenfalls in Cali und da eher Rock-N-Roll-mäßig als das, was man im Rest der Welt unter Salsa versteht.

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