Müssen wir in 10 Jahren alle Elektro Autos fahren?

10 Antworten

Wir reden von 2035 (also in 12 Jahren). Wir reden von Neuzulassungen ab 2035 und von keinem Verbrennerverbot.

es gibt nicht genug Strom

Doch, den gibt es.

vor allem nicht genug Ladeplätze

Deshalb werden immer mehr Ladesäulen gebaut und private Ladestationen werden gefördert. Das steigt entsprechend dem Anteil der E-Autos.

Vor allem sind die auch Ultra teuer

Wie alles neue. In 12 Jahren sind die aber nicht mehr so neu und deshalb auch nicht mehr so teuer. Außerdem entwickelt sich die Technik aktuell noch rasant weiter.

Sind wir bald gezwungen nur noch E zu Fahren?

Nein, sind wir nicht aber ich mache es trotzdem schon seit Jahren, weil es einfach Spaß machen.

es gibt nicht genug Strom und vor allem nicht genug Ladeplätze, wenn plötzlich fast jeder ein E Auto hat. 

Absolut. Deswegen bin ich auch immer dafür noch nachträglich den Verbrenner zu stoppen, denn die erste Tankstelle stand erst 36 Jahre nach Erfindung des Autos in Deutschland. Und das war nur die Erste. Bis es ein Flächendeckendes Tankstellennetz gab, hat´s noch länger gedauert.

Das die das damals nicht geschafft haben, ein flächendeckendes Tankstellennetz aufzubauen bevor es (Verbrenner)Autos gab, sollte heutzutage auch Grund sein die E-Mobilität zu stoppen.

Ich wäre eher dafür das wir in 10 Jahren alle Fahrrad fahren, so wie es die Niederländer machen.

  • Infrastruktur ist deutlich billiger
  • hält Körper fit (vor allem alte Leute)
  • senkt Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes
  • ist gut für die Umwelt
  • hat keine oder eine deutlich geringere Batterieproblematik
  • weniger Flächenverbrauch
  • weniger Lärmemission
  • und wenn das Netz richtig gut ausgebaut ist, ist man in der Stadt auch wesentlich schneller als mit irgendeinem Auto.

Hat also nur Vorteile.

Infrastruktur ist deutlich billiger

Sicher? Zumindest bei uns wollen Radfahrer

  • auf beiden Seiten der Straße in beiden Richtungen fahren können, egal wie sehr sie dabei andere Radfahrer gefährden weil's eng ist.
  • saubere/eisfreiere Wege als Autos -> viel mehr Reinigungsfahrten etc. nötig.
  • außerorts beleutete Wege obwohl sie Licht an haben müssen (gibt's z. T. sogar schon).
  • vermutlich im Fall der Fälle nicht von einem Rettungstransport-Radweg-SUV, äh, -Lastenrad ggf. in ein 20 oder 80km entferntes Krankenhaus gefahren werden.
ist gut für die Umwelt
hat keine oder eine deutlich geringere Batterieproblematik

Das stimmt so nicht. Schau dir https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/ccn/2022/the_net_sustainability_impact_of_shared_micromobility_in_six_global_cities.pdf Figure 1 an. Dort wurden auch Dinge wie der CO2-Faktor des Stroms (bei Ökostrom also eher am unteren Ende des Steuungsbalkens schauen), Vandalismus & Co. mit eingerechnet. Zudem sind E-Bike-Akkus im Gegensatz zu E-Auto-Akkus meist nicht klimatisiert, was ihre Haltbarkeit massiv verringert. Auch sind sie an immer weniger Orten erwünscht, weil entnehmbar -> können runterfallen -> viel höhere Brandgefahr.

Dadurch ist das untere Streuungsbalken-Ende von "Private E-Bike" nicht soviel niedrigere als das von "Private Car BEV".

Dass man z. B. mit Überschussladung in E-Auto-Akkus das Stromnetz viel besser entlasten kann und dass man mit dem Auto einfacher z. B. auf einer Einkaufstour mehrere Läden hintereinander abklappern kann ohne zwischendrin Umwege nach Hause zu machen, ist da vermutl. nicht mal drin.

weniger Flächenverbrauch

Siehe auch Infrastrukturkosten, dazu: Ich wünsche mir als Radfahrer sehr oft, dass andere Radfahrer mich mit 1,5 bzw. 2m seitl. Abstand überholen. Tun sie aber leider nicht. Wobei der Abstand eigentl. noch größer sein müsste als bei Autos, weil Autos ihre Spur viel stabiler halten als Radfahrer, also bei Radfahrer überholt Radfahrer 2x nicht so tolles Spur halten = mehr Platz nötig. Im Gegenteil, andere Radfahrer gefährden mich oft durch Nebeneinander fahren, z. B. wenn sie mir entgegenkommen, nicht mal wenn sie mich entgegenkommen sehen dann doch mal hintereinander fahren und ich deswegen zu nahe an die geparkten Autos muss. Mein Fahrradlenker plus 2m ist auf jeden Fall breiter als mein Auto. Und die div. Radweg-SUVs, äh Lastenräder bzw. Räder mit Anhänger sind auch nicht gerade kurz und es sollte wg. schlechteren Bremsen (gibt nicht mal HU) bzw. mangels ABS und Notbrems-Assi mehr Sicherheitsabstand eingehalten werden als beim Auto.

Wenn ich bei autofreien Leuten daheim bin, besteht deren Fahrrad-Fuhrpark selbst bei DINKs oft aus 1x Lastenrad, 2x Mountain-Bike, 2x E-Bike oder sowas in der Art. Auch wg. der Abstände dazwischen damit man jedes Rad jederzeit einzeln rausbekommt ohne ein anderes Rad anzufassen, brauchen die meist genauso viel Platz wie mein Auto und mein Rad zusammen.

weniger Lärmemission

Das kann ich nicht bestätigen. Erlebe zu oft Radfahrer wo irgendwas am Rad dauernd laut "klack klack klack" etc. macht. Ggf. macht sogar noch die Ladung z. B. auf dem Gepäckträger bei jedem Mini-Schlaglöchlein einen Höllenlärm. Während bei typ. Radfahrer-Geschwindigkeit die E-Autos (sind ja von der Regierung stark erwünscht, siehe OP) oft extrem leise an mir vorbeifahren, wenn sie nicht dazu genötigt sind, AVAS beim "Motorstart" zunächst immer eingeschaltet zu haben bzw. es dann nicht ausschalten, weil sich sonst die Blinden beschweren.

und wenn das Netz richtig gut ausgebaut ist, ist man in der Stadt auch wesentlich schneller als mit irgendeinem Auto.

Du redest offenbar von den wenigen Städten mit einer irrsinnigen baul. Verdichtung, wo es meist wg. stärkerer Lärmreflexionen lauter wirkt und man her im Sommer Hitzestaus hat, weil der Wind nicht mehr gut durchkommt oder gezielt ausgebremsten Autos. Ich bin hier in einer Hochschulstadt. Den einzigen Bereich mit vielen Ampeln kann ich als Radfahrer meist großzügig legal umfahren. Autos sind praktisch immer schneller als ich auf dem Rad. Ist für mich aber kein Problem.

notting

0
@notting

Laut diesem Bericht hier, ja.

Dort wurden auch Dinge wie der CO2-Faktor des Stroms (bei Ökostrom also eher am unteren Ende des Steuungsbalkens schauen), Vandalismus & Co. mit eingerechnet

Der ist dann im Vergleich zum E-Auto wie groß? Oder wie klein?

Das hier ein Fahrrad nicht wesentlich im Vorteil ist, erscheint mir unplausibel.

Auch sind sie an immer weniger Orten erwünscht,

Also ich kenne bisher keinen einzigen Ort, wo E-Bikes explizit unerwünscht seien. Was sind das für Orte, wo das der Fall sein soll?

Und btw. kann es nach wie vor bei Fahrrädern keine Batterieproblematik geben, weil die keinen Akku haben.

Erlebe zu oft Radfahrer wo irgendwas am Rad dauernd laut "klack klack klack" etc. macht

Ich bin sehr zuversichtlich, dass dieses „klack klack klack" immer noch leiser ist, als ein LKW.

Was hat btw. das was du zum Flächenverbrauch schreibst damit zu tun, das abgestellte Fahrräder im Gegensatz zum Auto keine 10m² in Anspruch nehmen?

Du redest offenbar von den wenigen Städten mit einer irrsinnigen baul.

Ich hatte primär Städte wie Utrecht, Amsterdam oder Houten im Sinn. Da kann ein Auto innerhalb des 10km Radius kaum gegen ein Fahrrad anstinken. Egal wie leer die Verkehrslage ist.

Zur Rush-Hour sind bereits in Deutschen Städten die Fahrräder idR. in dem Radius schneller.

0
@Vando
Der ist dann im Vergleich zum E-Auto wie groß? Oder wie klein?

Siehe die erwähnte Grafik.

Das hier ein Fahrrad nicht wesentlich im Vorteil ist, erscheint mir unplausibel.

Die Kurzfassung der Gründe steht in meinem Text und ausführlicher in der Studie.

Also ich kenne bisher keinen einzigen Ort, wo E-Bikes explizit unerwünscht seien. Was sind das für Orte, wo das der Fall sein soll?

Wir müssen auf der Arbeit sogar deutl. kleinere Drohnenakkus in spez. Schränke wegschließen. Die ganzen privaten E-Bike-Akkus will mein Arbeitgeber nicht im Gebäude haben. Sogar von den BGs gibt's Sicherheitshinweise zu Akkus, die von die von der Größe her implizit auch E-Bike-Akkus einschließen.

Und btw. kann es nach wie vor bei Fahrrädern keine Batterieproblematik geben, weil die keinen Akku haben.

Ein E-Bike ist auch eine Art von Fahrrad. Wobei ich mich da auf die von dir angesprochene Akkuproblematik bezog.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass dieses „klack klack klack" immer noch leiser ist, als ein LKW.

Weder der OP noch ich haben von LKW gesprochen -> Nebelkerze von dir.

Was hat btw. das was du zum Flächenverbrauch schreibst damit zu tun, das abgestellte Fahrräder im Gegensatz zum Auto keine 10m² in Anspruch nehmen?

Das stimmt eben nur, wenn man sie so assi eng nebeneinander stellt, dass man kaum drankommt und die Fahrräder beim Ein-/Ausparken sogar sehr wahrscheinlich zusammenstoßen.

Ich hatte primär Städte wie Utrecht, Amsterdam oder Houten im Sinn. Da kann ein Auto innerhalb des 10km Radius kaum gegen ein Fahrrad anstinken. Egal wie leer die Verkehrslage ist.
Zur Rush-Hour sind bereits in Deutschen Städten die Fahrräder idR. in dem Radius schneller.

Also wie ich vermutet habe hast irrsinnig baul. verdichtete Städte im Sinn. Sind aber nur die wenigsten. Zumal der OP sehr wahrscheinl. nicht von den Niederlanden geredet hat.

notting

0
@notting

„Die" Grafik zeigt das ein Rad mit Abstand weniger „GHG Emissions" als ein Auto hat. Was immer GHG Emissions auch sind.

Weder der OP noch ich haben von LKW gesprochen 

Ich aber. Denn dein Argument der höllisch lauten Fahrräder ist an den Haaren herbei gezogen.

Genau wie deine Behauptung Fahrräder müssten „assi" eng aneinander gestellt werden, damit der Flächenverbrauch geringer als der der Autos sei.

Nebelkerzig ist eher dein Argument, mit den „irrsinnig", „baul." verdichteten Städten, von denen es nur die „allerwenigsten" seien. Was ist bitte „irrsinnig" und „baul." in dem Zusammenhang in konkreten Zahlen? Und worin unterscheiden sich in Sachen dieser Dichte Utrecht von anderen Deutschen Städte wie Frankfurt a.M. Fulda, Freiberg, Stendal oder irgendeine andere beliebige Stadt?

0
@notting

PS: Und wie viele von den deutschen Städten über 10.000 Einwohner sind denn dann nicht „irrsinnig" baul. verdichtet und inwiefern ist damit das Fahrradfahren länger als in „irrsinnig" baul. verdichteten Städten?

0

Fahrrad wäre für mich nichts. Dafür regnet es zu viel, und wie soll ich mit dem Fahrrad einkaufen oder meinen Hund bspw. Zum Tierarzt bringen?

0
@thenightisyoung

Keiner sagt, dass das Fahrrad das einzige Verkehrsmittel werden soll.

0

"Müssen" muss das niemand. Du darfst selbstverständlich auf ein Auto verzichten und z.B. das Fahrrad benutzen. Und in 10 Jahren hat man gewiss ausreichend Lademöglichkeiten zur Verfügung sowie ebenfalls ausreichend (nachhaltigen) Strom. Der Verbrenner ist außerdem nicht verboten, sondern es werden nur keine neuen Verbrenner mehr zugelassen. Wobei vermutlich fossiler Treibstoff (oder synthetisches Äquivalent) dann relativ teuer sein werden. Unabhängig vom Klima werden wir uns dieser Entwicklung stellen müssen, da fossile Energie endlich ist und Abhängigkeiten von Ländern wie Russland politisch ziemlich gefährlich sind (wie die jüngste Geschichte zeigt!). Keine Sorge: Die Akkus werden bis dahin deutlich günstiger werden und auf diverse "problematische" Elemente verzichten können, Ladezeiten deutlich reduziert sein.

Nein, müssen wir nicht. Und Du musst auch keinen Sinn darin erkennen. Es gibt viele Gesetze, die es gibt, auch wenn wir den Sinn dahinter nicht verstehen oder gar nicht wissen, dass es sie gibt. Oder kennst du alle 1.773 Gesetze und 2.655 Rechtsverordnungen in Deutschland?

Es gibt genug Strom oder warum haben wir bislang in diesem Jahr über 32 Milliarden KWh exportiert? (2 Mrd. mehr als importiert) Zudem können aktuelle Efahrzeuge als Batterie dienen und somit das Stromnetz stabilisieren. Im Moment halten (wenn sie alle gleichzeitig theoretisch voll wären) Efahrzeuge rund 65 GWh an Energievorrat.

Ich fahre seit drei Jahren mit Strom und musste bislang 1x rund 10 Minuten warten, damit ich an die Ladesäule konnte. Da stand ich an manchen Autobahntanksäulen schon länger (und öfter).

Teuer sind sie nur in der Anschaffung, aber wer kauft heute noch ein Fahrzeug? Leasing oder Abo ist die Zukunft. Gegenüber meinem Verbrenner spare ich mir jährlich über 1.500 Euro (vor der Ukrainekrieg-bedingten Benzinpreiserhöhung, seit Februar 2021 spare ich noch mehr).

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es werden nur keine Verbrenner neu zugelassen

Das verstehen nur eine Menge Leute nicht

4

Ich weiß das, aber es werden dann immer mehr E Autos und wo sollen die alle geladen werden??

0
@thenightisyoung

Ganz normal. Bei jeder Shell oder Aral gibt's jetzt auch seit neuestem die Schnelllader. Das wird schon ausgebaut. Keine Sorge. Aber E Autos sind eh nicht die Zukunft.

2