Hat Bildung gar nichts mit Intelligenz zu tun?

4 Antworten

Dass Bildung gar nichts mit Intelligenz zu tun hat, stimmt nicht ganz, ist aber auch nicht komplett falsch. Unter sonst gleichen Bedingungen ist Intelligenz ein sehr zuverlässiger Prädikator für Bildungserfolg, d.h. wer intelligenter ist, erreicht tendenziell auch höhere Bildungsabschlüsse. Allerdings wird dieser Effekt v.a. in Deutschland und ähnlich konservativen Kulturen von der Frage nach der sozialen Herkunft stark überlagert. Ob jemand im ersten Bildungsweg eine Hochschulreife erlangt, hängt stark davon ab, wie wohlhabend und gebildet die Eltern sind. Erfahrungsgemäß orientiert sich die Obergrenze des Erreichbaren in unserem Bildungssystem an einem engagierten Durchschnittsbegabten, nicht so sehr an höheren Perzentilen.

Schau dir mal den Film Good will Hunting an. Ist zwar ein Film, doch die Aussage stimmt. Intelligent kann auch ein ungebildeter Mensch sein. Wenn du den Test machst, sind zwar einige Fragen (habe nur einen Schnelltest bei der Mensa gemacht, daher die Antwort entsprechend bewerten) einfacher mit Bildung zu beantworten, doch viele auch mit reiner Logik und Verstand. Eben Intelligenz.

Wie Asporc schon schrieb, kann man beides nicht 100 %ig trennen. Denn auch Bildung kann man sich ab einem gewissen Level nicht ohne Intelligenz aneignen.

Ich selbst habe einmal miterlebt, wie Intelligenz völlig ohne Wissen dominierte.

Eine Lehrerin hatte aus einem Buch verschiedene Kopien für uns Schüler angefertigt, diese aber noch nicht pro Schüler zusammengeheftet. Leider fiel der Stapel Kopien vom Tisch, und es begann eine aufwendige Sortierung anhand des kopierten Inhalts. Bis plötzlich eine intelligente Schülerin ausrief: Einfach nach der aufgedruckten Seitenzahl des Buches sortieren!

Das Wissen über Nummerierung von Buchseiten hatte jeder Schüler, aber nur einer benutzte es. Intelligenz zeigt sich schnell und spontan und nicht erst nach gründlicher Überprüfung und Abchecken des Wissens.

Hat Bildung gar nichts mit Intelligenz zu tun?

Gar nichts ist falsch. Aber viel weniger als sehr viele (vermutlich die Mehrheit) annehmen.

Vor allem wenn man sich die Altersklassen ansieht. Zu einem Zeitpunkt wo z.B. 2% eines Jahrganges Abitur hatten sagte das mehr als als zu einem Zeitpunkt wo z.B. 50% eines Jahrganges Abitur haben.