Abgesehen davon, dass das echt nur eine hypothetische Frage ist, seh' ich da ein paar Probleme:
- Hochintelligente (bspw. IQ > 120) Eltern machen nicht automatisch hochintelligente Kinder. Die Intelligenz ist zwar zu einem Großteil genetisch determiniert, das wurde aber nicht anhand von Eltern-Kind- sondern tatsächlich nur durch Zwillingsstudien nachgewiesen. Die Intelligenz setzt sich aus zahlreichen Genen zusammen, die in ihrer Kombination schon wieder ein stark vom Zufall bestimmter Prozess sind, geleitet von der sogenannten "Regression zur Mitte".
- Hochintelligente Menschen sind nicht zwangsläufig die Top-Rententopf-Bediener unserer Gesellschaft. Viele sind selbständig oder verbeamtet, viele pfeifen auf Statussymbole und machen Jobs die ihnen gefallen und nicht so sehr Jobs, die viel Geld erwirtschaften,... Hochintelligenz führt vor allem dazu, als Lebenskünstler erfolgreich zu sein. Aber nicht jeder Lebenskünstler hat das Ziel, viel Geld zu erwirtschaften.
- Individuell kann man so eine Mindestvoraussetzung ja vielleicht ansetzen, die Partnerwahl ist jedem selbst überlassen. Aber systematisch, bspw. staatlich gelenkt, würde ich sowas nicht gutheißen. Schlicht, weil wir momentan zwar Intelligenz ziemlich feiern, wir wissen aber nicht, welche Persönlichkeitsmerkmale und Gene in der Zukunft für den Fortbestand der Menschheit wirklich wichtig sein werden. Die natürliche Selektion sollten wir lieber weitgehend sich selbst überlassen, auch bei unserer Spezies.
- Der IQ ist lediglich ein diagnostisches Konstrukt, der zwar eine gewisse, aber letztendlich doch noch recht beschränkte Aussagekraft hat. Einen Menschen als intelligente:n Partner:in wahrzunehmen geht darüber hinaus. Daher ist der IQ meiner Meinung nach ungeachtet der anderen drei Punkte kein qualifiziertes Instrument bei der Partnerwahl.
Das heißt: Nein, ich würde (und habe übrigens auch nicht) bei der Partnerwahl dem IQ eine wesentliche Rolle einräumen.