Glaubt ihr an Zufall oder Schicksal?

Das Ergebnis basiert auf 20 Abstimmungen

Zufall 65%
Schicksal 35%

17 Antworten

Zufall

Ich glaube nicht an Zufall - ich weiß sogar, dass es Ereignisse in Abwesenheit einer kausalen Erklärung -> Zufall, z.B. Koinzidenzen, gibt! Schicksal impliziert eine Determiniertheit, aber von wem/was geht diese aus? Ein personaler Gott - nein, das glaube ich nicht. Wenn ein Schicksalsereignis generell eine Kausalität ist, die den Naturgesetzen unterliegt, so brauche ich auch hier nicht glauben, sondern weiß es.

Zufall

Ich habe zu einer fast identischen Frage schonmal etwas geschrieben: wer an Schicksal und Vorherbestimmung glaubt, der sollte sich klar machen, was für ein krankes Weltbild er da eigentlich mit sich herumschleppt.

Damit glaubt man zum Beispiel, dass es eben das "Schicksal" der Passagiere auf der Titanic war, auf jämmerliche Weise in den eisigen Gewässern des Atlantik zu erfrieren/zu ertrinken.

Man glaubt daran, dass es das "Schicksal" der Arbeiter in den Twin Towers war, am 11. September 2001 in den brennenden Gebäuden eingeschlossen zu sein und zu ersticken/verbrennen/aus dem Fenster zu stürzen.

Man glaubt daran, dass es nunmal einfach das "Schicksal" einer jungen Frau war, an einem warmen Sommertag beim Spaziergang ihrem Vergewaltiger und Mörder in die Arme zu laufen und tot im Gebüsch verscharrt zu werden.

Nein, an so etwas möchte ich nicht glauben.

Was ist daran grausam? Du musst es mal aus der nichtvorhanden Sicht des Universums sehen, dann sind wir nur kleine Häufchen von Atomen. Ob die nun auf dem Meeresgrund liegen, verbrannt sind oder verscharrt in der Erde liegen ist doch vollkommen egal.

Welche Rolle soll also die Moral bei dieser Frage einnehmen.

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Ich glaube an keines von beiden, sondern an Konsequenzen von Entscheidungen und im Zusammenspiel zwischen mehreren Individuen, dass sich die Konsequenzen von Entscheidungen auch auf die Leben anderer interaktiv auswirken.

Schicksal hingegen würde Vorherbestimmung und Unabänderlichkeit bedeuten, während Zufall bedeuten würde, dass etwas ohne Anlass also eigentliche Ursache geschieht. Daher glaube ich an beides nicht.

Ich finde daher Deine begrenzte Auswahl diskriminierend. Alternativ hättest Du wenigstens die Option "Anderes" hinzuziehen sollen, wenn schon nicht spezifisch die Entscheidungsfreiheit, die ich dann gewählt hätte. Diskriminierend ist dabei weniger die Einschränkung der Wahloptionen als vielmehr, dass Du deren Möglichkeiten schon ignoriert hast, denn die Anzahl der möglichen Wahloptionen sollte eigentlich immer noch bei 7 liegen.

Wenn du also an das Ursache-Wirkungsprinzip glaubst, müsstest du auch an Determination glauben. Denn dann wäre alles berechenbar, weil ein Zahnrad in das andere greift.

Deine Entscheidungen wäre nur Folge eines vorhergehenden Ereignisses.

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@spiegelzelt

Da ich im Leben des öfteren, wie soll ich es nennen, warnende Visionen hatte, denen ich manchmal gefolgt bin und manchmal nicht, manchmal aber auch so knapp, dass ich die Konsequenz noch an mir vorbeischrammen sehen konnte, weiß ich, dass ich einen freien Willen habe und daher auch aus eigener Entscheidungsfreiheit mein Leben beeinflussen kann.

Ebenso wie sich aber auch meine Entscheidungen mit auf das Leben anderer auswirken, wirken sich auch die Entscheidungen anderer mit auf mein Leben aus, aber die eigenen Entscheidungen beeinflussen das eigene Leben mit am stärksten.

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Zufall

Schicksal scheidet aus, weil dann das Leben vorherbestimmt wäre.

Gott hat uns mit Entscheidungsfreiheit geschaffen — nicht wie programmierte Roboter, deren Schicksal am Ende feststeht.

Ich kann zufällig am falschen Ort sein. Oder eine Entscheidung treffen, die mein Leben verändert. Das ist mein freier Wille.

LG ...

So leicht ist es leider nicht. Deine Gedanken sind elektrische Ströme, und wie die sich auf deine Entscheidung auswirken kannst du nicht erahnen.

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@spiegelzelt

Wir wurden mit einem freien Willen erschaffen und sind nicht Spielball "elektrischer Ströme". Wir sind voll verantwortlich für unser tun.

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Zufall

Hallo Noname2000000,

der Schicksalsglaube ist in vielen Kulturen und Gesellschaften weit verbreitet. Manchmal hört man nach einem Todesfall oder einem tragischen Ereignis jemanden sagen: "Seine Zeit war gekommen", oder: "Es war der Wille Gottes". Oftmals hört man auch die Redewendung: "Der Mensch denkt, Gott lenkt".

Wenn es ein Schicksal gibt, dann muss es logischerweise auch eine Macht geben, die das Schicksal lenkt. In alter Zeit glaubten die Babylonier, das Schicksal einer Person würde von der Stellung der Sterne bestimmt. Die alten Griechen dachten, manche Gottheiten würden über ihr Leben bestimmen. Auch Theologen der Christenheit sprachen sich für ein Schicksal aus, das von Gott gelenkt würde. Die Frage, die sich einem Christen jedoch stellt, wäre, was die Bibel dazu sagt.

Bei vielen Unglücken oder tragischen Ereignissen trifft folgende Feststellung der Bibel zu: "Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, dass nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle" (Prediger 9:11).

Oft ist es eben so, dass sich jemand zur falschen Zeit am falschen Ort aufhält. Das hat weniger mit einem Schicksal als viel mehr mit dem Zufall zu tun. Wären Unglücke vorherbestimmt, dann müsste man sich weder an Sicherheitsvorschriften halten, noch Verkehrsregeln beachten oder sich beispielsweise einen Sicherheitsgurt anlegen. Wäre das aber wirklich vernünftig?

Auch Jesus Christus sprach sich nicht für eine fatalistische Einstellung aus. Er erinnerte einmal bei einer Gelegenheit seine Zuhörer an ein tragisches Unglück, das weithin bekannt war, indem er sagte: "Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Silọam fiel und sie tötete, meint ihr, dass sie sich als größere Schuldner erwiesen als alle anderen Menschen, die Jerusalem bewohnen? Gewiss nicht, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht bereut, werdet ihr alle ebenso umkommen“ (Lukas 13: 4, 5). Jesus führte diesen tragischen Vorfall also nicht auf göttliche Fügung zurück, sondern einfach auf "Zeit und unvorhergesehenes Geschehen".

Vieles, was allgemein als "Schicksal" bezeichnet wird, steht oftmals mit der menschlichen Unvollkommenheit in Verbindung. Ob es um Armut, Katastrophen, Krankheiten oder Unfälle geht, in den meisten Fällen ist menschliche Unzulänglichkeit wenigstens mit beteiligt und hat nichts mit einem vorgegebenen Schicksal zu tun.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass der Schicksalsglaube eine ganze Reihe negativer Auswirkungen haben kann. So kann z. B. jemand mit einer fatalistischen Einstellung mangelndes Verantwortungsgefühl erkennen lassen, da er denkt, dass alles sowieso so passiert, wie es festgelegt worden ist. Der Betreffende mag dann im Hinblick auf Sicherheitsbestimmungen nachlässig sein oder unnötig Risiken eingehen.

Vor allem aber kann der Schicksalsglaube dazu führen, dass jemandes Verantwortungs- oder Pflichtgefühl gegenüber Gott abhanden kommt. Die Bibel sagt jedoch, jeder sei für sein Tun vor Gott verantwortlich. Daher heißt es: "So wird also jeder für sich selbst vor Gott Rechenschaft ablegen müssen" (Römer 14:12, Hoffnung für alle).

LG Philipp

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