Gibt es auch eine Art Duden für die deutsche Schreibweise muslimischer (= arabischer) Grußformeln?

14 Antworten

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Gibt es nicht.... aber sollte es geben. Gute Idee! Hat mich schon immer gestört, dass hier jeder so schreibt, wie er lustig ist. Heisst es jetzt "inşallah", "inshallah", "inshAllah", "insha'allah" oder "insha Allah"??? Niemand weiß es. Scheint aber auch keinen zu stören, ausser mich... und dich natürlich.

Bei anderen Sprachen funktioniert das komischer Weise wunderbar mit der Übertragung von einer Schrift in eine andere. Niemand glaubt, dass es "Suschie" heisst. Jeder weiß, das schreibt man "Sushi".

Die Deutschen sind doch Weltmeister im Normen. Warum machen wir das nicht? :D

Scheint aber auch keinen zu stören, ausser mich... und dich natürlich.

Sprachler halt :-))

Ja, ich finde es auch seltsam.

Danke dir für deine Antwort!

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Wir normen doch dauernd schon.

Das Problem ist, dass „Grußformeln“ aus dem Koran zuerst in die eigene Sprache transferiert werden und dann eingedeutscht.

Im Palästina wird es anders geschrieben als in der Türkei, in Libyen, Indonesien, Pakistan oder Marokko, und alle Schreibweisen sind offensichtlich richtig.

Bezogen auf den Koran bedeutete dies, es gibt ungezählte Interpretationsmöglichkeiten, aber die wenigsten Moslems wollen das hören.

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@MatthiasHerz

Dein Beitrag war tatsächlich hilfreich. Allerdings könnten wir das mit den sprachlichen Abweichungen ändern und "lateinisches Arabisch" international vereinheitlichen. Ich sage nicht, dass das zwingend notwendig ist, aber es wäre technisch möglich. Grade auf einem zunehmend vereinten Planeten könnte ich mir das gut vorstellen.

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@Benutzerino

OK, aber welche Sprache nähme man als Basis?

Es kommt ja auch auch auf die Aussprache an, die deutlich werden muss.
Wenn ich z.B.

Salam alaikum

lese, dann spreche ich es anders aus als

Salam aleikum.

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@latricolore

Was das angeht, bin ich konservativ. Würde FusHa (wieder das Transkriptions-Dilemma) als Basis nehmen. Was heute in Saudi-Arabien gesprochen wird, kommt dem wohl am nächsten. Hauptsache nicht Ägyptisch. :P

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@Benutzerino

Dazu kann ich leider gar nichts sagen, da ich mich damit nicht auskenne. 

Aber du anscheinend - das ist gut! :-)

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@Benutzerino

Zusatz:

Das Problem bei FusHa ist, dass es keine überlieferte Aussprache gibt.

Hatte auch einen marokkanischen Lehrerer, der meinte, dass neben saudischem arabisch, morokkanisches Arabisch am authentischsten sei (Spoiler: Schwachsinn). Das Problem ist, wenn Faktoren wie nationaler Stolz und religiöser Eifer die wissenschaftlichen Informationen verfälschen.

Wir müssen uns also auf eine Art Kompromiss einigen, welcher der Wahrheit am nächsten kommt. Deshalb schlage ich das saudische Arabisch vor.

Was ich eindeutig sagen kann, dass die türkischen Lehnwörter am weitesten vom Original entfernt sind (no offence). :P

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@Benutzerino

Das Problem ist nicht nur die arabische Aussprache. Hier geht es um die Aussprache der lateinischen Buchstaben, die im Deutschen ganz anders ausgesprochen werden als im Englischen oder Französischen.

Nimm Beispielsweise Yalla oder Jalla. Auf Englisch ginge die zweite Schreibweise nicht, weil das dann falsch ausgesprochen würde. Oder nimm den Namen Tasnim - Tasniem (dtsch) - Tasnime (frz) - Tasneem (engl). Je nach Sprache gibt es alle vier Schreibweisen, die immer gleich ausgesprochen werden...

Sollten wir also eine rein deutsche Norm machen? Oder etwas internationales? Geht das?

Mal am Rande, umgekehrt ist das auch ein Problem. Der Name unseres ehemaligen Bundeskanzler Helmut "Kohl" sah auf Arabisch geschrieben aus wie "cool" ;-)

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@Maity

Hahahaha....

Berechtigter Einwand.

Natürlich strebe ich eine internationale Norm an. Ich rede von einem "lateinischen Ararbisch", nicht von einem "deutschen Arabisch". Bei Japanisch funktioniert das bereits (ihr erinnert euch: Sushi, nicht Suschie). Es gibt hier kein"sch" für "sh" und kein"J" für "Y" und kein "ie" für "ii... ich hab das schon gerafft. Habe genug Erfahrung mit Sprachen und Internationalität, um mir dieser Feinheiten bewusst zu sein. Danke.

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Gibt es nicht aber es gibt eine Regel dazu...

  1. Das Wort bleibt so, wie es ist.
  2. Du passt es der Sprache an (Schreibweise)
  3. Beispiel: šahāda -> Schahada

Kannst das auch gut beobachten, wenn sich Muslime begrüßen. Einige schreiben "Aleykum", die anderen "Alejkum". Mein Name ist auch ein Beispiel... in Europa ist es Muhamed, weiter im Süden (zum Beispiel bei Albanern) gibt es "Muhamet", dann weiter unten mit o, zwei mm, am ende ein a ...

Der slawischen Raum ist ein gutes Beispiel. Die schreiben allgemein alles so, wie es gesprochen wird. Wenn wir Michael Jackson lesen, dann lesen wir es falsch, die würden "Majkl Džekson" schreiben und lesen - somit es fast perfekt aussprechen.

Gibt es also Rechtschreibregeln für die deutsche Schreibweise oder schreibt jeder, wie er will?

Das Wort gibt es bei uns nicht, daher gibt es keine "richtige Schreibweise".

OK, danke!

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Ich glaube nicht, dass es eine einheitliche, lateinische Schreibweise von arabischen Begriffen geben kann:

Das Problem der Zielsprache habt ihr ja schon im Thread behandelt: je nachdem, ob man auf Deutsch, Englisch oder Französisch transkribiert, ändert sich die Schreibweise.

Der Grund der verschiedenen "Inshallahs" liegt meiner Meinung nach daran, dass alle so schreiben, wie sie ein Wort aussprechen würden und da gibt es gewaltige Unterschiede. Ich hatte mal eine lange Diskussion mit einem Tunesier, der der festen Überzeugung war, dass man den Vornamen أمال als Amel transkribieren muss, dabei gibt es noch nicht mal ein E auf Arabisch. In Tunesien sprechen sie dialektbedingt ein A mittendrin als E aus.

Arabisch ist eine Konsonantensprache. Es wird über die Konsonanten und ihre Anordnung kommuniziert, während im Deutschen der "Gesang" den Ton angibt, deswegen sind Araber auch "vokalentaub" (ich bin es auch) und hören den Unterschied zw. e/i oder o/u gar nicht. Das ist der Hauptgrund, warum jeder so schreibt, wie er gerade lustig ist, und deswegen schreibt manchmal sogar dieselbe Person mal Moslem und mal Muslim.

Der marokkanische Lehrer (und das geht an @Benutzerino), der behauptet hat, Marokkanisch sei am Authentischsten, kann damit auch recht gehabt haben. Da in der arabischen Schreibweise die Vokale meistens gar nicht geschrieben werden, kann niemand sagen, welcher "Gesang" der richtige ist. In Saudiarabien singen sie auch dialektbedingt unterschiedlich.

Dann gibt es das Problem der fehlenden Konsonanten auf Latein und das sind schon etwa 10 Buchstaben: Quran/Koran, Kalid/Khalid/Chalid?. Wie schreibt man غراب mit lateinischen Buchstaben?

Wie kann also eine einheitliche Schreibweise entstehen, wenn die Quelle auf wackeligen Füßen steht?. Einheitlich kann ich mir eine Arabisch-Hebräisch-Transkription gut vorstellen, Latein-Arabisch weniger.

Ich verwende in solchen Fällen die DMG-Transliteration, im wesentlichen dasselbe wie DIN 31635. Alle dazu notwendigen Zeichen sind auf meinem Keyboard leicht erreich­bar, ich kann also inšāʾallāh direkt eintippen und brauch nicht mal eine Maus dazu. Aber ich spreche kein Arabisch, interessiere mich nur für Sprachen und Schriften.

In der Praxis sieht man das Wort von Deutschsprechern sehr variabel geschrieben. Ich glaube nicht, daß die Araber den deutschen Fimmel für orthographische Korrektheit teilen.

Woher ich das weiß:Hobby – Angelesenes Wissen über Sprach­geschich­te und Grammatik

Danke :-)

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Es gibt keine Norm, die regelt, wie im Deutschen die arabischen Wörter geschrieben werden sollen.

Man könnte sich an eine bestimmte Transliteration der arabischen Buchstaben halten, und diese Schreibweise dann im Deutschen benutzen, weil viele Wörter aus dem Quraan nicht so einfach übersetzt werden können.

Zum Beispiel das Wort Allaah, es wird je nachdem wer es schreibt unterschiedlich geschrieben:

Allah - bei Wikipedia

Allāh - die Transliteration der DMG, der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, der Orientalisten

Allaah - Transliteration des Islamologischen Institutes in Wien

Danke :-)

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