Fehler gemacht in der Arbeitsmedizinischen Untersuchung?
Ich werde ab dem 01.10. eine Ausbildung zum Logopäden machen. Während der Arbeitsmedizinischen Untersuchung hat die Ärztin mich gefragt warum ich „sonstige Erkrankungen“ angekreuzt habe. Ich habe ihr dann meine ganzen Leiden erzählt. Zum Beispiel, dass ich eine Psychose hatte ich aber wieder sehr stabil bin und auch, dass ich mal 2 epileptische Anfälle hatte. Das habe ich ihr alles so frei heraus erzählt. Jedoch entscheidet diese Arbeitsmedizinische Untersuchung, ob ich die Ausbildung antreten kann.
Mein Vater war richtig sauer, als ich ihm erzählt habe, dass ich der Ärztin von meinen Erkrankungen erzählt habe. Er meint sie wird ihr Kreuz jetzt bei „nicht geeignet für diese Ausbildung“ setzen. Ich war schon vor der Psychose immer ein selbstbewusster, sehr stabiler und ruhiger Menschen und auch jetzt bin ich wieder sehr gefestigt.
Zum Zeitpunkt der Psychose, kam sehr vieles negatives zusammen was mich aus der Bahn geworfen hatte.
Was meint ihr? Ich bin der Meinung ich sollte das nicht verschweigen. Mein Vater aber hat mich gleich zurechtgewiesen von wegen ich würde mein Hirn nicht einschalten bla bla. Ich wäre zu ehrlich usw.
War das ein Fehler ihr das zu erzählen? Das Ding ist ich bin auf die Ausbildung angewiesen. Ich bin jetzt 29 Jahre alt und viele Chancen auf eine Ausbildung werde ich nicht mehr bekommen. Der Zug ist abgefahren, wenn sie mich nach der Zusage jetzt wegen der Arbeitsmedizinischen Untersuchung nicht zulassen.
Was meint ihr?
5 Antworten
Ciao :-)
Leider habe ich deine Frage erst jetzt lesen können, da ich im Urlaub war.
Da meine Tochter Logopädin ist kann ich dir sagen wie das normalerweise abläuft.
Es werden die letzten 5 Jahre bevor du die Ausbildung angefangen hast bei dem Arzt und der Krankenkasse abgefragt, ob du eine psychische Krankheit durchgemacht hast und in Behandlung warst und der Befund. So läuft das bei den staatlichen Schulen ab, die privaten Schulen verlangen nur ein Ärztliches Attest, dass du für den Beruf geeignet bist. Doch wird der Arzt nichts verheimlichen, da er sich strafbar macht, wenn er ein Gefälligkeitsattest ausstellt und etwas verheimlicht.
Meine Tochter hat damals das Attest sofort mitgekommen von ihrem Hausarzt. Kommt vllt. auch auf das Bundesland an.
Zudem wird am Ende der Ausbildung bevor man zum Examen zugelassen wird noch einmal eine Abfrage über die letzten 5 Jahre seit Beginn der Ausbildung verlangt, dabei muss man eine Freigabe deiner Akten von der Krankenkasse (letzten 5 Jahre) unterschreiben.
Man hat in diesem Beruf eine große Verantwortung für seine Patienten und diese sind nicht immer leicht. Geduld und Einfühlungsvermögen ist sehr wichtig. Du hast schließlich auch Kinder mit geistigen Erkrankungen, Autisten, Mutisten, ADHS Kinder und auch Erwachsene die von Schlaganfall über Demenz bis hin zu Parkinson alles haben können und das schon in der Ausbildung.
Viel Glück für dein zukünftiges Leben, ob mit oder ohne dieser Ausbildung.
LG
Du hast das falsch verstanden. Es bekommt nicht der Arbeitsgeber, sondern die Behörde die dich zum Examen zulässt und auch nur von der Krankenkasse eine Zusammenfassung, ob relevante Erkrankungen vorlagen bzw. vorliegen. Deine Berufsfachschule bekommt von deinem Hausarzt nur dessen Einschätzung und sonst nichts, wenn er es verschweigt, dann wissen die natürlich nichts.
Erst in 3 Jahren, wenn du dein Examen machen willst musst du das Dokument unterschreiben, sonst wird man nicht zum Examen zugelassen und ohne dieses hast du keine Zulassung als Logopäde.
Ich hoffe, dass ich mich richtig ausgedrückt habe.
Hmm okay das klingt natürlich besorgniserregend. Also ich musste ein Führungszeugnis einreichen. Da habe ich keinen Eintrag. Und mir geht es soweit wieder richtig gut. Ich habe bisher nur die Blutwerte zurückbekommen von der arbeitsmedizinischen Untersuchung und das ohne weitere Bemerkungen. Ich finde es aber schon krass, dass die Klinik einfach so meine Krankenakte bekommt und darin rumblättern kann. Danach wurde ich nicht gefragt und dem habe ich auch nicht zugestimmt. Ich dachte ich bin jetzt durch mit der Sache nachdem ich meine Blutwerte bekommen habe! Du machst mir gerade echt Angst, dass es doch nicht klappt. Ich finde es ziemlich merkwürdig alles, dass sie die komplette Einsicht in meine Krankenakte bekommen. In der Regel wird einem doch geraten Krankheiten, die man mal hatte nicht unbedingt preiszugeben, weil man dadurch beruflich Nachteile erfährt. Und in jedem Beruf muss man Verantwortung übernehmen. Das beschränkt sich ja nicht nur auf die Logopädie.
Der Zug ist mit 29 noch lange nicht abgefahren. Ja du solltest ehrlich sein und nein diese Erkrankungen sind kein Grund dich für die Ausbildung ungeeignet zu finden.
Du bist jetzt stabil und über die Krise hinweg und Krisen hat jeder mal
Deine Ehrlichkeit spricht eher für Dich
Eben es war nur eine Krise im Leben, die ich sehr gut überstanden habe. Mein Elternhaus und meine Familie hat mich auch sehr gut gestützt und unterstützt in diesem Zeitraum.
Huhu,
Hast es schon richtig gemacht. Ehrlich währt am besten, wäre doch doof wenn du da was anfängst und das dann rauskommt, da hast die Zeit umsonst investiert und ggf. Wirst dafür noch irgendwie belangt. Deine Ehrlichkeit zeigt eher davon das du drüber weg bist und dich damit auseinander gesetzt hast. Solltest du wirklich nicht geeignet sein das ist dies auch besser so du deinem und dem Schutz anderer, die Untersuchung kommt ja nicht von ungefähr.
Grüße Anna
Du hast vollkommen richtig gehandelt diese Erkrankung anzugeben. Das muss einfach berücksichtigt werden.
Solltest Du der Meinung sein dass das arbeitsmedizinische Gutachten falsche Schlüsse zieht, kannst du dagegen vorgehen.
Okay interessant zu wissen, dass man dagegen vorgehen kann. In diesem Fall werde ich das dann auch machen!
ich habe mir mal deine anderen Fragen angeguckt, so ganz super stabil bist du einfach nicht. da lügst du dir auch was in die Tasche
Doch bin ich. Die anderen Fragen von mir sind eben einfach Dinge, die mich beschäftigen und die ich hier offenlege. Ich denke, dass jeder Mal Selbstzweifel hatte. Bei mir ist es mein Gewicht, womit ich mittlerweile aber klar komme. Und in einer meiner letzten Fragen, dass ich mal ausgeflippt bin. Das sind auch Dinge, die mich beschäftigen, weil ich soetwas von mir nicht kenne. Und deshalb stelle ich hier ja auch Fragen dazu. Dennoch bin ich sehr stabil mittlerweile. Ich habe garkeinen Grund mehr dazu nicht stabil zu sein. Denn meiner Familie geht es blendend, keiner ist krank, es gibt keine Sorgen und jedem geht es gut 🤷🏻♂️. Sowohl finanziell ist meine Familie sehr gut aufgestellt als auch gesundheitlich. Es gibt keine Schicksalsschläge, keine Todesfälle in der Familie seit Jahren usw.
Bist du noch nie ausgeflippt? Kann ich mir nicht vorstellen, dass du noch nie wütend geworden bist. Das kannst du mir nicht erzählen. Spätestens wenn man Kinder hat flippt jeder mal aus. 😉
Ich flippe auch manchmal aus aber das hat rein garnichts mit einer instabilen Psyche zu tun. Im Gegenteil wenn man alles in sich reinfrisst ist es nicht gesund. Manchmal auszuflippen ist nur menschlich.
ich beziehe mich auf dein eigenes Posting, wo du selbst sagst dass das vollkommen erschreckend ist wie du reagierst
Also ich habe nochmal nachgelesen. Der Arbeitgeber darf nicht die Krankenakte einsehen. Das fällt unter das Arztgeheimnis.