Einen wunderschönen guten Morgen - welche denkwürdigen Erlebnisse mit der Polizei hattet Ihr schon?

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44 Antworten

Moin EyeQ und hallo in die Runde!

Mein Kontakt zur Polizei ist eigentlich positiv, in den letzten Jahren so gut wie gar nicht existent.

Zu meiner Jugendzeit war das schon etwas anders. Nicht, dass ich als selbsternannter Outlaw mit Stolz und Freude Gesetze gebrochen habe, aber es gab allein schon meiner Mofa wegen schon mal "Berührungspunkte" mit den örtlichen Streifenhörnchen.

Natürlich hatten die Beamten jedes Mal Recht, das weiß ich heute auch - aber als 17 Jähriger willst Du das nicht hören.

Der Lenker zu breit, das Schutzblech zu kurz, der Auspuff nech originool ... usw.

Im Grunde waren sie aber entspannt und milde, was das Strafmaß anging.

Einmal haben sie mich angehalten, weil ich auf der Straße fuhr (damals mussten Mofas auf dem Radweg fahren), keinen Helm auf hatte und eine Bierkiste zwischen die Beine geklemmt. Dazu kam, dass die Gabelbrücke lose war und das Rücklicht genau genommen keines war, sondern eine Nebelschlussleuchte vom Schrottplatz, die optisch viiiiel besser zum Style des Mofas passte, schön verchromt ...

Da musste ich gerade mal 20 Mark blechen, und auf die Frage, was ich denn jetzt mit der Bierkiste machen sollte, deren Transport auf meine Weise nicht so ganz regelkonform war, räusperte der eine Polizist nur und sagte: "Also, WIR fahren jetzt in DIESE Richtung..." was soviel hieß wie, ja ja, du klemmst sie wieder zwischen die Beine und wir gucken dann mal weg...

Lediglich EIN Polizist war unter den Mofa-Fahrern gefürchtet als auch geächtet. Genau genommen unter den PUCH-Fahrern, was aber damals die Marke war, die ein cooler Typ fuhr.^^

Der besagte Sheriff kannte alle PUCH-Modelle, er wusste im Schlaf, wieviele Zähne das Ritzel haben durfte, was für eine Düse im Vergaser zu sitzen hatte und welchen Durchmesser der Ansaugstutzen hatte. Er hörte am Klang, ob die Flammstange im Auspuff gekürzt war und wie breit der Lenker sein durfte.

Auch, wenn meine Mofa nur noch wenige Originalteile besaß und von den "Custom-built-Designteilen" längst nicht jedes wirklich zugelassen war, die Karre war NICHT "frisiert". Meine Mutter hätte mich erschlagen, wenn ich das gemacht hätte! Ok, das Mofa war gebraucht und lief auch so gut 40 Sachen. Reicht.

An einigen Tagen hatte ich nachmittags Unterricht und die Busverbindung war sehr dürftig. Da kam es vor, dass ich mit der Mofa zur Schule gefahren bin. Das waren gut 13 km.

Den einen Tag war es ekeliges nasskaltes Wetter, es nieselte und ich war auf dem Weg eine besonders tolle Französisch-Arbeit zu schreiben... Nach etwa 5 km bemerkte ich, dass neben mir ein Polizeiwagen fuhr, Herr xy am Steuer. Grinsend symbolisierte er mir, dass ich anhalten möge.

Er sei jetzt schon über 1 km hinter mir gefahren (was war noch mal ein Spiegel...?) und das Mofa sei VIEL zu schnell.

Ich beteuerte, dass alles original sei und außerdem hatte ich keinen Tacho, war mir also keiner Schuld bewusst.

Er holte seine Werkzeugtasche aus dem Kofferraum und forderte mich auf, das Mofa zu zerlegen.

Ich habe Unterricht und muss zur Schule! - versuchte ich als Joker einzusetzen.

Kann warten, das hier geht vor! - seine Freude war nahezu diabolisch. Ja, er würde ganz sicher etwas finden und diese Aussicht genoss er sichtbar.

Ich sagte, dass nichts an der Mofa frisiert sei.

Er nickte wohlwollend "klar, weiß ich doch!" - erst den Ansaugstutzen, dann den Vergaser ,....

"Ok!" sagte ich, "aber wenn sie nichts finden, bauen SIE die Kiste wieder zusammen!"

Siegessicher hat er den Deal eingewilligt und gab mir vom Beifahrersitz aus (es nieselte ja schließlich) Anweisungen, welches Teil ich ihm als nächstes reichen durfte.

Nach und nach fror sein Grinsen zunehmend ein, weil keines der Teile aus dem Haufen neben dem Streifenwagen war zu beanstanden. Der Rest der Mofa schrumpfte immer mehr zusammen, auch der Kolben, das Ritzel ... alles nach Vorschrift.

Ich habe mir dann die Hände abgewischt und die hintere Tür des Streifenwagens geöffnet. Er wusste was kommt: Schichtwechsel!

Ich habe mich hinten rein gesetzt, die Tür auf gelassen und "Anweisungen gegeben", welches Teil wohin muss und in welcher Reihenfolge was montiert wird.

Ab und zu fluchte Herr xy, weil er einen Dichtring vergessen hatte und wieder etwas demontieren musste, oder er sich die Knöchel aufgeratscht hatte, weil er nicht ganz so geschickt mit dem Werkzeug umgehen konnte.

Irgendwann war er tatsächlich fertig und die Mofa lief wieder.

Er war (wie ich) klatschnass, nur um einiges frustrierter...

Als ich auf die Uhr sah, war mein Erfolg NOCH größer, die Französisch-Arbeit war erledigt!

"Wenn sie wieder saubere Finger haben, hätte ich gerne noch eine Bescheinigung für die Schule, dass ich ihretwegen nicht teilnehmen konnte!" setzte ich noch oben drauf.

"Kriegst du gleich..!" knirschte er.

Hätte nie gedacht, dass ein so verregneter Tag mit Französisch-Arbeit auf dem Plan SO schön sein würde!

Mit zunehmendem Alter ebbten wie gesagt auch die Reibereien mit den Ordnungshütern ab.

Später gab es noch mal ein lustiges Erlebnis, als ich im Rahmen einer "allgemeinen Verkehrskontrolle" von der Straße gewinkt wurde (mit dem Auto) und ein sehr junger Polizist mir bedeutete, ich möge das Fenster runter kurbeln. Ging leider nicht ohne weiteres, weil ich lediglich für die Fahrt eine Reparatur abgebrochen hatte. Die Türverkleidungen waren demontiert, Türgriffe und Fensterkurbeln lagen neben mir auf dem Beifahrersitz.

Als ich dann endlich die Kurbel gefunden hatte, konnte ich mit etwas Mühe das Fenster ein Stück runter lassen.

Das erschien dem jungen Mann suspekt und er forderte mich auf, die Tür GANZ zu öffnen. Wieder etwas Gesuche, dann Griffhebel gefunden, Tür auf.

Mit einem Dutzend Fragezeichen auf der Stirn besah er das halb zerlegte Innere meines Autos und nahm meine Papiere entgegen.

Dann auf einmal straffte sich seine Haltung und er fragte, ob ich Verwandte bei der Polizei habe. Meinen Nachnamen gibt es nicht so oft, da ist er wohl drüber "gestolpert".

War mir nicht bewusst... trotzdem sagte ich "Ja, klar!"

Und dann war er wie ausgewechselt, er entschuldigte sich, dass ich mit diesem auseinander geschraubten Auto Fenster und Tür öffnen musste, das konnte er schließlich von außen nicht sehen! (aha - aber das ist doch MEIN Problem...) und ich bräuchte hier auch gar nicht länger warten in der Schlange, einfach links dran vorbei + fertig! HEY KOLLEGE! Mach mal Platz da vorne für den Herrn im blauen BMW!!

Cool.

Monate später habe ich dann zufällig in der Zeitung gelesen, dass Hauptkommissar Harry xyz in irgend einem Fall erfolgreich ermittelt habe, mit Foto usw. Aha!

Immer, wenn ich dann mal gefragt wurde (nicht sehr oft) nach evtl. Verwandschaft bei der Polizei, habe ich gesagt: "Ja, mein Onkel Harry!"

Erst viele Jahre später habe ich ihn tatsächlich mal grüßen lassen von einem Bekannten, der bei der Kripo ist und ihm die Geschichte zukommen lassen. Er hat sich sehr amüsiert und ließ mich zurück grüßen.

Hm, viel geschrieben.

Respekt, wer es bis zum Ende gelesen hat :-)

LG + einen schönen Donnerstag!

Lieber Poison.....herrlich....ich habe alles gelesen...ich hab das alles vor mir gesehen,-so authentisch,wie Du das geschrieben hast....

Onkel Harry,-das ist dann noch das I-Tüpfelchen....

Lb Gruss vom Engelchen

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Super Geschichten, danke!

Ich erinnere mich an eine Autofahrt mit meinem Großonkel, der mit damals Ü70 in seinem BMW 523i in eine Routinekontrolle geriet und Fragen nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortete. Nach kurzer Zeit war es den Beamten überdrüssig, wir konnten/durften fahren.

Später hat er mal eine junge Politesse mit der Frage "geht's noch?" angegangen, als sie auf irgendeinem Arztparkplatz suchend um seinen geparkten Wagen schritt und eine Parkkarte suchte, die mein Großonkel daraufhin aus der Sakkotasche zog. Er sagte dann sinngemäß, dass er ihr auch seine Krankenakte zuschicken lassen würde, wenn das nicht genügen würde als Nachweis für den Arztbesuch. Wir durften fahren.

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@rotesand

Hi,

ja, es ist nervig, wenn man an übereifrige Beamten gerät, die quasi die abgepackte Salami noch mal nachwiegen.

Zwei solche Beamte durfte ich auch mal "genießen", als ich vor mehreren Jahren mit meiner Freundin aus einer Pizzeria kam, zwei Pizzen unter dem Arm und wollte nur nach Hause, essen.

Weiter als "vom Hof runter" kam ich nicht, da leuchtete hinter mir "Stop Polizei" im Spiegel.

Normalerweise trinke ich keinen einzigen Tropfen, wenn ich fahren muss. Der Pizza-Mann war allerdings so spendabel gewesen und hat meiner Freundin mehrere Ramazotti spendiert und mir eine Flasche Bier.

Die habe ich dann während der Wartezeit getrunken - aber mehr auch nicht.

Als ich dann die übliche Frage des Polizisten gestellt bekam, ob ich vor Antritt der Fahrt Alkohol zu mir genommen hätte, sagte ich "Ja, ein Bier."

Er war nahezu erschrocken und verlangte, dass ich ihn anhauche.

Beinahe triumphierend stellte er fest: "Sie haben eine Bierfahne!"

Ja, logisch... wen wunderts...

Dann fragte er wiederum traditionell, ob ich mich mit einem Alkoholtest einverstanden erklären würde.

Jop, war ich.

Mein Auto stand am Straßenrand, ich stand angelehnt am Kotflügel der Streifenwagens gleich dahinter.

"Und?" wollte ich wissen, weil keiner der beiden Uniformierten tätig wurde.

"Wir haben keinen Tester dabei - den bringt gleich ein Kollege vom Revier!"

Toll, die Pizza auf dem Schoß meiner Freundin wird auch nicht gerade WÄRMER...

Kurz darauf rief diese auch schon etwas ungeduldig "Was dauert denn da so lange?"

Ich war ein wenig angesäuert von der Überflüssigkeit dieser ganze Aktion und antwortete: "Die Herren sind offenbar nicht sehr gut auf ihren Einsatz vorbereitet!"

Dann kam einer dieser beiden Pinsel - sorry - , welche mir gerade bis zur Schulter reichten, und meinte, sie könnten mich auch mitnehmen zur Blutprobe, wenn ich nicht einverstanden wäre.

Da ist mir dann die Naht geplatzt, und ich habe sehr laut geantwortet, dass es nun reichen würde und ich mit NIEMANDEM irgendwo hingehen würde, solange meine Freundin dort im Auto sitzt mit zwei Pizzen auf dem Schoß, wo mittlerweile die Soße durch den Karton sappt... und ICH lediglich EIN BIER getrunken habe!!

Er schluckte dann und sagte, der Kollege kommt jeden Moment.

Kam er dann auch.

Ergebnis: 0,09 %

Der Polizist war sichtbar enttäuscht und meinte nur, ich hätte ja auch sagen können, dass ich so gut wie nichts getrunken habe.... äh, hallo??

Ich habe seine Hand gepackt und kräftig geschüttelt, ihm noch einen schönen Tag und eine gute Fahrt gewünscht. Beim einsteigen habe ich noch angefügt "Ach nein, dass ist ja eigentlich Dein Spruch...!"

Er ist dann zu seinen Kollegen gestapft und hat mit denen rumgestritten.

Ich nehme sowas nicht persönlich oder bin deswegen dann allgemein schlecht auf die Polizei zu sprechen, das wäre dummes Zeug.

Ist nur ärgerlich, dass solche Kasper mit einem grünen Stern auf der Schulter mit solch blöden Aktionen den Ruf der anderen Beamten ruinieren.

Genau wie die Nummer mit Deinem Arztbesuch, reine Willkür und unsinniges Gepose.

Völlig korrekt: muss man nicht hinnehmen.

5

tolle geschichten, die mir ein schmunzeln einbrachten. und ja - ich habe alles bis zum ende gelesen.

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Schön, die Geschichten mit Herrn xy und Onkel Harry 👌🤣😂.

Ich denke aber auch - letztlich macht der Ton die Musik, und dann ist bei der Polizei auch Niemand päpstlicher als der Papst.

Lieber PA, https://img1.gbpicsonline.com/gb/nachmittag/nachmittag_145.jpg 😉🌞

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@EyeQatcher

Das trifft zumindest auf DIE Polizisten zu, die ich kenne / denen ich begegnet bin (anschließend).

Alles ganz normale Menschen.

Von einem wusste ich zunächst gar nicht, dass er Polizist ist.

Meine Tochter war bei ihrer Freundin zu Gast. Ich habe sie abends abgeholt und - oh Schreck - da stand ein Streifenwagen vor der Tür.

Die Tür war offen, ich habe geklopft und bin reingegangen. Im Flur stand ein Beamter, guckte mich an und sagte "Moin".

"Ist irgend was passiert..?" wollte ich wissen, und hoffte inständig, es möge nichts mit meiner Tochter zu tun haben (Schuppen angezündet, Nachbarn mit einem Stein beworfen, ....).

Der Beamte sagte "Glaube nicht!" und guckte in Richtung Küche / Kinder - er hat meine Frage gar nicht verstanden, weil er nicht wusste, dass ich keinen Plan hatte und die Situation überhaupt nicht gecheckt!

Der Papa von dem Mädchen ist Polizist und sein Kollege hat ihn zur Spätschicht abgeholt, weil das Auto in der Werkstatt ist ....

Puuuuuh ...^^

4

Klasse! Spitzenklasse! Selbst wenn es erfunden wäre, wäre schon die literarische Bearbeitung preiswürdig.

8
@Altersweise

Nö nö - nix erfunden, alles echt... (schlimm genug, dass ich sogar noch mehr erzählen könnte^^).

Aber vielen Dank für die anerkennenden Worte!

Freut mich, dass es Dir gefallen hat!

LG

5

Wie ich entnehmen durfte warst du schon damals ein gefragter Mann, ja sogar so dass sich die Polizei ganz persönlich um dich bemühte!

Nun das zeigt aber auch, dass es nicht immer gut ist in aller Munde zu sein. Grins

Fred wünscht dir einen sehr schönen Nachmittag und grüßt dich aus Wien herzlich.

8
@Fredlowsky

Hallo lieber Fred!

Ja, zu Mofa-Zeiten hatte ich ab und an etwas aufdringliche Freunde (und Helfer^^).

Hat sich wie gesagt alles gedreht und der permanente Kontakt ist mit dem Austausch des fahrbaren Untersatzes dann schlagartig abgerissen.

Eine weitere Kontaktaufnahme hatte ich noch viele Jahre später.

SITTENSTROLCH GESUCHT - stand es ganz fett in der lokalen Zeitung!

Ich habe angerufen und gefragt, was man denn verdient und wo ich die Bewerbung hinschicken soll....

Einen sonnigen Donnerstag wünsche ich Dir, beste Grüße!

5

Vielen Dank lieber Poison für diese so interessant und humorvoll zu lesende Antwort. Die ich von Anfang bis zum Ende genossen habe!

Danke!

Liebe Grüße und einen schönen Abend Atacama

6

Guten Morgen!

Ich wurde mal bei einer Verkehrskontrolle rausgewunken, aber als der Beamte mich sah, meinte er nur so "ach ... SIE sind das, SIE können weiterfahren" ----> der Beamte und ich hatten uns keine 14 Tage eher bei einem Unfall getroffen, bei dem ich das Pressefoto aufnahm, und wir hatten uns ganz nett unterhalten bzw. es war einfach "professionell" wie das Zusammenspiel zwischen Rettungskraft und Pressevertreter sein muss - ich verkaufe nicht nur Anzeigen, sondern mache gelegentlich auch was in meinem Stadtteil, das sind im Monat vielleicht 5-6 Kurzberichte oder Fotos.

Ein anderes Mal - das war auch bei einem Unfall - war ein freier Mitarbeiter einer anderen Zeitung ebenso zugange und legte sich mit dem Beamten an, da ging es irgendwie um Fotos, die er aus einem nicht zugestandenen Bereich machen wollte, was er lautstark dem Polizisten sagte. Ich wurde vom anderen Beamten zum "Schlichten" gerufen und bekam hinterher zu hören, als der freie Mitarbeiter - der nicht mehr schreibt - gegangen war, dass ich "einer vom alten Schlag" sei, mit dem man wenigstens gut und normal reden könne.

Ansonsten habe ich in meinem Bekanntenkreis den ehemaligen Leiter des hiesigen Polizeireviers. Ein sehr netter älterer Herr inzwischen etwas Ü70, der nebenher noch Verkehrswacht macht und ehrenamtlich einiges bewirkt - der ist einfach nett. Wir haben uns mal im Aldi getroffen, als er noch Polizeihauptkommissar gewesen ist, und hinterher bekam ich gesagt, ich sei ja "mit dem ganz dicke" und so ... ich habe nur gelacht; nur weil er bei der Polizei wirkt(e), muss er ja kein schlechter Mensch sein.

In der Berufsschule haben mir die Polizisten mal geholfen. Ich hatte ca. Ende 2007 gleich einige "Ostdeutsche" mittleren bis älteren Baujahrs - damals zwischen 45 und 70 schätzungsweise - kennen gelernt, die sich an einer hiesigen Bushaltestelle, die ich als 17-jähriger Azubi aufsuchte um nach der Berufsschule auf den Bus zu warten, streitsüchtig waren, sich immer angegriffen fühlten, durch die Gegend pöbelten, sich allen gegenüber auf eine unangenehme Weise daneben benahmen und das so richtig übel nach allen Regeln der großen Kunst, sodass man sich von denen fernhielt oder froh war, wenn die nicht aufkreuzten oder gleich die Haltestelle wechselte, die aber zwei Kilometer Fußmarsch bedeutete -----> ich gebe zu, dass ich damals aufgrund dieser Begegnungen an der Bushalte doch schon einige Zeit lang sehr skeptisch reagierte, wenn jemand sich auf Sächsisch oder Brandenburgisch bspw. bei mir vorstellte oder ich sonst wie beiläufig erfuhr, dass er aus den Neuen Bundesländern stammt. Ein wirklich netter Polizist, dem ich damals zwei dieser Leute nach Übergriffen auf Mitschüler von mir meldete, meinte damals sinngemäß, dass es ständig Terz gebe; diese Leute seien unzufrieden mit sich selbst und würden deswegen alle angreifen, von denen sie meinen, dass es denen besser ginge als einem selbst. Der Mann hatte auch, wie ich später erfuhr dafür gesorgt, dass da nun kontrolliert und zu Schülerstoßzeiten patrolliert wurde.

Ich habe eigentlich nur positive Erinnerungen an Kontakte und Erlebnisse mit der Polizei, aber andererseits verhalte ich mich als Bürger, Verkehrsteilnehmer und Arbeitnehmer auch so, dass ich ihnen keinen Spielraum biete. Denn das ist alles immer auf Gegenseitigkeit beruhend.

Musikalisch gibt's heute das "Kriminaltango"-Lied vom Hazy Osterwald Sextett.

https://www.youtube.com/watch?v=jFmqgYI4P7Q

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Privat ist aber doch mal was vorgefallen: Vor vielleicht einem halben Jahr habe ich mit einem Kumpel einen privat inserierten Gebrauchtwagen besichtigt. Das Auto wäre eigentlich absolut okay gewesen, ein solide gepflegter Golf 4, aber der Verkäufer hat gleich nach der Begrüßung den Satz "ich bin Polizist" gesagt - das kam in Verbindung mit der Art, wie er das betont hatte, dermaßen unsympathisch rüber, dass wir nach der Besichtigung uns auch nicht mehr meldeten. Der Herr erweckte den Eindruck, er wolle uns zwei Endzwanzigern mit seinem Hinweis auf seinen Beruf und seine damit verbundene Korrektheit beweisen, er säße als Polizist Ende 40 am längeren Hebel. Das war schon unangenehm.

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Lieber rotesand,

https://i.pinimg.com/originals/09/ce/51/09ce51622a6d045726acfb2cc182e1c7.jpg

Da hast Du ja bisher tatsächlich ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Geht mir aber genau so. Bis jetzt jedenfalls - toi, toi, toi 😉.

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@EyeQatcher

Danke! Ja, ich sage mir aber auch immer - wenn man mit Polizisten ganz normal und höflich interagiert, passiert da auch im Normalfall nix. Man muss einfach wissen, wie man es macht und sich - wie mit anderen Menschen auch - an normale Regeln halten. Viele Grüße!

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Guten Morgen rotesand das kann ich auch nur bestätigen. Ich wünsche Dir einen schönen Donnerstag. LG Amorette

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@Amorette

Danke, das wünsche ich dir auch - herzliche Grüße!

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Das ist ja ein Zufall gewesen,-die 2te Begegnung mit demselben Polizisten...

Aber da hast Du auch schon so einiges erlebt...lb Gruss Angel

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@Angel1112

Stimmt, ja!

Ich erinnere mich noch an eine Autofahrt mit meinem Großonkel ca. 2005 oder 2006, der mit damals Anfang 70 in seinem BMW 523i in eine Routinekontrolle geriet und Fragen nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortete. Nach kurzer Zeit war es den Beamten überdrüssig, wir konnten/durften fahren. Wir waren gerade vom Einkaufen gekommen; ein schwarzer, fetter BMW mit einem alten Mann und einem Jugendlichen fiel den Cops wohl auf.

Später, etwa 2009, hat er mal eine junge Politesse mit der Frage "geht's noch?" angegangen, als sie auf irgendeinem Arztparkplatz suchend um seinen geparkten Wagen schritt und eine Parkkarte suchte, die mein Großonkel daraufhin aus der Sakkotasche zog. Er sagte dann sinngemäß, dass er ihr auch seine Krankenakte zuschicken lassen würde, wenn das nicht genügen würde als Nachweis für den Arztbesuch. Wir durften fahren.

Allein hat Onkel Rudi bestimmt noch mehr drauf gehabt, er war nie um ein Wort verlegen. Ein lieber und herzensguter Mensch, aber er sagte, was er dachte.

5

ich kann deine meinung zur polizei nur bestätigen. es ist ganz einfach: wie man in den wald hineinruft, so hallt es zurück.

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Fred wünscht dir einen sehr schönen Nachmittag und grüßt dich aus Wien herzlich.

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@Fredlowsky

Danke Fred, das wünsche ich dir auch! Viele Grüße gehen an dich.

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Guten Mittag, liebe Eye und alle anderen,

Dieses Thema lasse ich mir doch nicht entgehen, denn sowas, wie es mir passiert ist, hat bestimmt noch nie jemand gehört.

Als ich (18) gerade meinen Führerschein hatte und mit dem VW-Käfer meines Vaters in meiner Heimatstadt unterwegs war, fuhr ich an einem übersichtlichen Stop-Schild in der Stadt gleich -sehr langsam- hinter dem Vordermann her, ohne nochmal extra anzuhalten.

Das hatten 2 Polizisten erblickt, die -von mir unbemerkt- auf der Lauer lagen, und winkten mich zur Seite, um ihren Job zu tun (ich hätte ja nochmal extra bremsen müssen).

Als ich mich herausredete, weil ja wirklich alles übersichtlich gewesen war und außer den 2 Polizisten nix los auf der Straße, schauten sie sich an und sagten: 'Dann wollen wir mal nicht so sein - Sie sind ja eine Frau.' DAS war der Zündsatz, der mich explodieren ließ, und auch heute noch muss ich elend schmunzeln, wenn ich daran denke, dass ich drauf bestanden habe, dass sie meine 5 DM Strafe nehmen sollten. NEIN, haben sie nicht gemacht.

Es war ein teuflischer Konflikt für mich, mit dieser Begründung nichts bezahlen zu sollen! Und kann bis heute nicht bewerten, ob dies nun eine gute oder eine schlechte Begegnung mit der Polizei war!

Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass nicht immer alles so ausgeht, wie es zuerst wirkt, dass Bestrafungsgründe dehnbar sind, und dass 'pseudo-wohlwollend' klingende Worte einen zutiefst kränken können.

Ansonsten hatte ich im zivilen Bereich bisher gute Erlebnisse mit der Polizei.

Etwas ausgeblendet habe ich jetzt 1968, als ich in Berlin etwas ganz anderes erlebt habe - aber das zählt für mich nicht unter 'zivile Nutzung' der Polizei - das war eindeutig politisch.

Euch allen noch einen schönen Tag und viele Grüße an alle, die gern von mir gegrüßt werden wollen

Haha 🤣, das

schauten sie sich an und sagten: 'Dann wollen wir mal nicht so sein - Sie sind ja eine Frau.' DAS war der Zündsatz, der mich explodieren ließ

kann ich mir lebhaft und bildlich vorstellen bei Dir - jede gemäßigtere Reaktion Deinerseits hätte mich auch irritiert 😉.

Tja, hätten sie den ausgesprochen dämlichen Nachsatz weggelassen ...

Na, gut, ich hätte vielleicht nur augenzwinkernd halb empört gesagt:

He, was soll denn das heißen?!?

Aber Du bringst die Armen gleich an 🙊🤣.

Da wäre ich doch zu gerne dabei gewesen.

Mit vielen https://i.pinimg.com/236x/67/15/89/67158940178e45b593416012df6e102f.jpg

🌹

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@EyeQatcher

Ja, nicht? Da hätte ich die 5 DM glatt als Polizisten-Bestrafung gezahlt - oder so ähnlich - da verfilzen sich die Kategorien 'Strafe' und 'Kulanz' unentwirrbar! Ach, du hättest mir da echt beispringen können - mit der Empörung und dem Durchblick von heute!!! Aber es waren andere Zeiten! Danke für die schöne Frage und lieben Gruß!

4

Du warst 1968 bei der Schlacht von Charlottenburg dabei?

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@BerwinEnzemann

Da, wo ich war, ging es auch sehr heftig zu: eine Demo gegen den Schah-Besuch: berittene Polizei trieb ihre Pferde in die Menge der Zuschauer (denn nicht alle haben demonstriert) - in der Presse kein Ton davon, auch von anderen Scheußlichkeiten nicht, die ich selbst gesehen habe.

3
@Spielwiesen

Oh, du hast die Prügelperser mit eigenen Augen gesehen? Ich kenne die Filmaufnahmen davon. Aber da sieht man sicher längst nicht alles.

3
@BerwinEnzemann

Richtig! Hinterher im Audi Max kam sogar ein hoher Kirchenvertreter und solidarisierte sich mit der Studentenbewegung. . Es war eine unvergessliche Zeit (ich 'ging' damals allerdings 'nur' mit einem Studenten).

3

"...denn sowas, wie es mir passiert ist, hat bestimmt noch nie jemand gehört." (Ihr Zitat)

Da vermuten Sie "falsch".

Ich selbst hörte selbiges (oder ähnliche Beispiiele) schon häufiger. Meine Kinder, Schwiegersohn, -tochter sind teilweise bei der Polizei und verrichten auch Streifendienst.

Bei kleineren "Vergehen" (wie in Ihrem Fall) ist den Beamten mitunter ein persönlicher Ermessensspielraum gewährt, eine Sachlage zu bewerten und das Strafmaß selbst abzuwägen.

Bei grösseren Delikten schaut die Sachlage dagegen natürlich anders aus..

5
@YellowCherish

Danke , aber von Ermessensspielräumen wusste ich -mit einem Juristen als Vater-auch damals schon. Hier ging es eher um die herablassende Begründung, die auch damals schon nicht ok war...

2
@Spielwiesen

"Herablassende Begründungen" gab's es damals wie heute.

...und das aus geringeren Anlässen.

Sie haben sich ja "gewehrt". That' good.

früher hieß es ja allgemein "Frau am Steuer - Ungeheuer".

...Das hat sich ja (eigentlich) bis heutzutage gebessert - betreffend das Ausmaß jetzt, wie es vllt. vor 40 Jahren noch war.

2

Hallo liebe Spielwiesen, da wäre ich auch äußerst skeptisch gewesen und hätte die 5 Mark wahrscheinlich in die Polizei-Kaffeekasse gespendet. Liebe Grüße an Dich.

6
@IQSofia

Naja, es war keine Kaffeekasse zu sehen - die Nummer fand auf der Kreuzung statt (bei anderen haben die wohl live kassiert!) - und handgreiflich wollte ich auch nicht werden (z.B. einem von ihnen den Schein in die Hosentasche stecken *knirsch!!), sowas gehört nicht zu meinem Repertoire, nie! Außerdem habe ich nur gefaucht....(das ist die Löwin in mir!). LG

3

Ja Frauen sind eben ein begehrtes Wesen!

Fred wünscht dir einen sehr schönen Abend und grüßt dich aus Wien herzlich.

5
@Fredlowsky

Ja, Fred, so ist es - die Polizisten waren halt auch jung!
Liebe Grüße nach Wien und ebenso einen schönen Abend!

3

Guten Abend, besser aber schon Gute Nacht, liebe Spielwiesen A.

Ja, so stelle ich mir Deine Reaktion so richtig vor - unter dem Motto *wenn schon denn schon *.

Ich hätte bei dieser Situation, in der Du warst, sicher auch auf der Bezahlung der 5.00 DM bestanden, dieses WOHLWOLLEN und die Bemerkung - ach - Sie sind ja eine Frau, hätten mich garantiert auch auf die Palme gebracht - obwohl ich eigentlich nicht solch sportlicher Mensch bin, wäre ich im Nu oben gewesen.

Ganz liebe Grüße an ich, liebe A. von Deinem Plawöpfchen

6
@iQPlawopf

Guten Abend, liebes Plawöpfchen (das hörst du lieber, nicht?) - ja genau: du kannst es nachvollziehen, wie empört ich war. Vielleicht hat mich dieses Erlebnis dazu werden lassen, wie ich heute bin - wer weiß?
Wir zwei oben auf der Palme hätten aber unseren Spaß gehabt und etwas zusammen ausgeheckt, meinst du nicht? Jetzt aber schlafen! Herzliche Grüße von mir!

4

Guten Tag, liebe A., leider kam ich aus Zeitgründen Gesten nicht mehr dazu, deine schmunzel hafte Antwort zu kommentieren. Mir gefällt deine Geschichte.

Die Polizisten haben deinen wunden Punkt erwischt, dich als Frau minderwertig den Männern gegenüber darzustellen. Damals hatte man noch eine andere Meinung zu autofahrenden Frauen. Ich kann mir sehr gut und sehr bildlich vorstellen wie du als Treibsatz hochgingst, mit viel Getöse, Funken und Rauch ;-)

Einen schönen Tag noch und herzliche Grüße von Lazarius

3
@Lazarius

Lieber Lazarius, wie du siehst, die Zeitgründe sind es bei mir auch...! Damals war ich ja noch gerade aus der Schule gekommen, hatte aber so meine Vorstellungen. Da passte dieses Erlebnis gar nicht rein und ich ging hoch, weil sie sich meinen Vorstellungen nicht anpassten. LG und danke für deinen Kommentar!

1

Ich hatte nur zwei mal in meinem Leben direkt mit der Polizei zu tun. Das eine war nach dem mir der Geldbeutel samt Personalausweis gestohlen worden war, und ich das zur Anzeige brachte. Beim zweiten mal war ich Beifahrer bei einem Auffahrunfall. Ansonsten gibt es auch nur ein paar triviale Anekdoten.

Meine Wohnung lag einmal innerhalb der Sperrzone eine Bombenentschärfung (eine Weltkriegsbombe die in einer Baustelle gefunden wurde). Ab einer bestimmten Uhrzeit durfte niemand mehr die Sperrzone betreten, und die die drin waren ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Ich kam aber nicht mehr rechtzeitig vorher von der Arbeit heim, hatte aber auch keine Lust stundenlang zu warten, bis ich in meine Wohnung kann. Als die Polizisten an der Polizeisperre durch einen Autofahrer abgelenkt waren der mit ihnen diskutiert hat weil er in die Sperrzone fahren wollte, hab ich den Moment ausgenutzt und mit einfach durchgeschlüpft und ungesehen in meine Wohnung gekommen.

Als ich in jüngeren Jahren für eine Weile an einer Hotelrezeption gejobbt habe, kamen einmal zwei Zivilpolizisten, haben mir ihre Ausweise gezeigt und wollten Zutritt zum bereich mit den Gästezimmern ohne mir genau zu sagen, warum. Damals war ich noch jünger und unsicherer, wusste nicht was mit der Situation anfangen, und hab sie einfach durchgelassen. Sie müssen dann wohl durch die Hintertür wieder verschwunden sein, da ich sie danach nicht mehr gesehen habe.

Alles nicht so aufregend, aber mehr fällt mir nicht ein.

Guten Morgen, BerwinEnzemann.

Ich wüsste nicht, inwiefern ich bei den Zivilpolizisten anders reagiert hätte ... oder man hätte anders reagieren können/müssen/dürfen 🤔.

Wie auch immer:

https://img1.dreamies.de/img/378/b/ay3j5lgbocq.png

😉.

9
@EyeQatcher

Naja, heute würde ich mir zumindest die Ausweise genauer anschauen und fragen, warum genau sie Eintritt fordern und was sie genau machen wollen.

6
@BerwinEnzemann

Ich weiß gar nicht, wie da die rechtliche Lage ist. Ob die sich diesbezüglich überhaupt erklären müssen. Aber ich denke, schon.

5
@EyeQatcher

Möglicherweise nicht. Ich kenne mich da auch nicht aus. Wobei ich in der Situation gar nicht beurteilen konnte, ob die Ausweise überhaupt echt waren. Das hat mich am meisten gestört.

5
@BerwinEnzemann

Zumindest, wenn sie bei mir an der Hausstür klingeln und Einlass begehren würden, würde ich zunächst erst mal in der Dienststelle anrufen, ob das in Ordnung ist. Könnte ja Sonst wer sein.

6
@EyeQatcher

Genau, wer weiß denn schon, die ein authentischer Ausweis eines Zivilpolizisten aussieht. Ich zugegebener Weise nicht.

6

Nachtrag: Ach ja, als Teenager bin ich im Zug mal in eine Drogenkontrolle geraten. Die haben den ganzen Zug kontrolliert Der Leiter hat immer die Code-Phrase "Expedition zum Nordpol" in seinen Walky Talky Gesprächen verwendet, was ich irgendwie lustig fand.

12
@BerwinEnzemann

😂

Code-Phrase "Expedition zum Nordpol" 

Naja ... Drogen - Koks - Schnee - Nordpol ... 🙄

Soll mal einer sagen unsere Beamten wären verknöchert und fantasielos 😉.

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Fred wünscht dir einen sehr schönen Nachmittag und grüßt dich aus Wien herzlich.

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Hallo,lieber Berwin,

das ' Durchschlüpfen in die Sperrzone ' obwohl Du wusstest das es nicht mehr erlaubt war, dass h ä t t e auch e v e n t u e l l anders ausgehen können.

Eigentlich passt diese Ungeduld so gar nicht zu Dir. ^^Ich glaube, da müssen wir noch ein wenig an Dir arbeiten. ^^ *grins*

PS - ich wollte mich eigentlich schon lange einmal bei Dir, für Deine mir so oft gegebenen guten Bewertungen meiner gegebenen Antworten bedanken. D a n k e . GVG vom Plawöpfchen

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Ach Gottchen, da gibt es eine Menge. Komischerweise nimmt das mit steigendem Alter ab; wahrscheinlich sehe ich auch heute wesentlich ziviler aus als in meiner Jugendzeit, in der ich allerlei denkwürdige Elebnisse hatte, vor allem in den wilden Achtzigerjahren, als die Anarchisten- und Hausbesetzerszene fröhlich auf den Straße unterwegs war.

Damals lebte ich in der Stadt, hatte lange Haare und fuhr mit dem Fahrrad. Es verging keine Woche, in der ich nicht irgendwann mal "kontrolliert" wurde. Vermutlich wurden aufgrund meines Aussehens grundsätzlich entweder Waffen oder Drogen bei mir vermutet. Ich hatte jedoch nie solches Zeug dabei und aufgrund meiner hartnäckigen Höflichkeit ließen mich die Beamten (damals waren noch keine Frauen dabei) selbst dann ungerupft weiterfahren, wenn ich gelegentlich schon sinnlos angeheitert war.

Einmal aber wurde ich unterwegs auf der Bundesstraße mit dem Motorrad herausgewunken - ich weiß: es muss gewinkt heißen - und mit vorgehaltener Maschinenpistole auf einen Parkplatz gebeten, weil man in mir einen flüchtigen Verbrecher vermutete, der wohl kurz zuvor eine Bank ausgeraubt hatte und mit einem Krad auf der Flucht war. Leider wieder keine Verhaftung, dafür aber ein nettes Gespräch mit dem einen Polizisten, der mal auf der Polizeiwache bei mir ums Eck eingesetzt gewesen war und mit dem ich Kneipentipps austauschen konnte.

Unvergesslich auch eine große Motorraddemo nach Wackersdorf Mitte der Achtziger, als die ganze Kolonne von etwa 150 Motorrädern auf einen Parkplatz gelotst wurde, der von Grünberockten mit MPi im Anschlag umstellt war. Selbst nach zwei Stunden intensiver Kontrolle konnte keine einzige Ordnungswidrigkeit festgestellt werden. Dafür wurde von einem Demonstranten auf seiner mitgebrachten Transistoranlage der "Depp" von Haindling in Endlosschleife abgespielt.

Weniger witzige Erfahrungen gab es allerdings am Zaun in Wackersdorf selbst. Für die Jüngeren unter uns: das war die geplante Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstoffe - WAA - das Vorzeigeprojekt der Atomindustrie und Hätschelkind vn Franz-Josef Strauß, der vermittels seiner Polizei uns Ratten und Schmeißfliegen tüchtig einheizen ließ. Bis an die Zähne hochgerüstete Hundertschaften mit Helikoptern und Kotzgas vermittelten ein wenig freundliches Bild der Staatsmacht und wer heute im Hambacher Forst der Polizei gegenübersteht, hat keine Ahnung davon wie rauh es damals zuging. Die Kumpels im Wendland wissen da ein traurig Lied von zu singen.

Heute gibt es in meinem Bekanntenkreis einige Polizisten, mit denen ich mich ziemlich gut verstehe und die auch nicht mehr zu der Generation gehören, die so richtig heiß auf die Staatsfeinde gemacht wurde. Und heute neige ich schon fast zu Mitleid mit den Uniformierten, die einen harten Job machen müssen und dafür menschlich immer weniger Respekt gezeigt bekommen.

Was mir im Umgang mit der Polizei geblieben ist, ist meine Distanz zu staatlicher Machtdemonstration und meine hartnäckige Freundlichkeit gegenüber Menschen, die auch nur irgendwie ihren Job machen.

@EyeQatcher

CN-Gas = Tränengas. CS-Gas = Tränen- und Würgegas - ist in Gasspraydosen und im Polizeieinsatz legal, aber seltsamerweise als Chemiewaffe im Krieg international verboten.

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@Altersweise

Ach, Tränengas - das sagt mir was. Danke 🌹☺

🤔.

in Gasspraydosen und im Polizeieinsatz legal, aber seltsamerweise als Chemiewaffe im Krieg international verboten

Nun ja, ich denke, hier macht die Menge das Gift.

Aspartam war ja auch als Nervengift im Kampf im 1. Weltkrieg eingesetzt gewesen - und findet heute immer noch Verwendung als Süßstoff in Bonbons, Cola & Co. ...

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Der Mensch soll und muss versuchen sich zu verändern, also kein Fehler, wie es scheint ist es auch voll gelungen.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Nachmittag und grüßt dich aus Wien herzlich.

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