52 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Guten Morgen EyeCatcher und allen anderen!

So, weil schon wieder einige Verwirrung bei der GuGuMo herrscht, habe ich beschlossen diese hier, zumindest für mich als endgültige zu nehmen :-D - egal was am Ende jetzt wie entschieden werden wird....

Ängste habe ich. Klar, die normalen Alltagsängste, etwa wenn die Waschmaschine komische Geräusche macht und man chronische Geldsorgen hat plagen mich immer mal wieder - aber die finde ich doof, deswegen werde ich nicht weiter drüber sprechen.

Meine größte Angst - vielleicht sogar eine Phobie - besteht (ganz klischeehaft für einen Archäologiestudenten) gegen Schlangen. Ich sehe zufällig eine und kurzfristig setzt bei mir alles aus - bis ich einen Moment später in den totalen Fluchtreflex verfalle. Meistens ist die Schlange dann schon im Dickicht verschwunden - aber ich renne trotzdem weg. Es geht sogar so weit, dass ich Schweißausbrüche bekomme und zusammenzucke, wenn ich nur das Bild einer Schlange zufällig irgendwo sehe. Wenn ich mich darauf vorbereiten kann, gleich eine zu sehen, kann ich mich einiger maßen kontrollieren - aber unerwartet reagiere ich mit Panik. Es ist auch völlig egal, dass mein Verstand mir sagt: die Schlange als Photo auf dem Bild kann dir überhaupt nichts tun - meine Phantasie tut ihr übriges und ich bekomme angst... (ganz schlimm mal eine Vorlesung über die "Chakrenschlange" - ich habe es mir bildlich vorgestellt und musste den Raum verlassen um mich unter Kontrolle zu bekommen).

Da wo ich aufgewachsen bin, gab es relativ viele Ringelnattern (sehr schmerzhafter Biss - Erfahrung - aber ungiftig - und nicht angriffslustig - normalerweise...). Ein paar Mal hat sich eine davon ins Haus verirrt und den Ausgang nicht wieder gefunden - ich musste zum Teil mich 20 Minuten überwinden, bis ich es geschafft habe, die Tür zu öffnen, damit die wenigstens wieder raus konnte, weil ich dafür in die Nähe von dem Vieh musste und noch tage danach habe ich immer ein mulmiges Gefühl gehabt, durch diese Tür zu gehen, in der Angst, vielleicht hockt die noch hinterm Blumentopf...

Wenn eine totgefahren auf der Straße lag, bin ich auch immer zusammengezuckt und weg gesprungen.

Meine Mutter hat mal eine Schlangenhaut, nahezu komplett, im Garten gefunden und die in die Veranda auf ein Sofa oben draufgelegt (auf die Lehne) - drei tagelang bin ich immer wieder drum herum geschlichen und dann habe ich mich irgendwann getraut die ganz kurz zu berühren - ich bin stolz auf mich, deswegen. Ich bin auch immer wieder stolz, wenn ich mich im Repitilienhaus des Zoos näher als zwei Meter an die Schlagenglasterrarien herantraue (dünne Schlangen sind übrigens 100x schlimmer, als dicke).

Aber der Verstand sagt mir: das ist so dämlich, Bilder, eine abgestreifte Haut, tote Schlagen, Schlangen hinter Glas (Harry Potter war nicht hilfreich, was das angeht!!!) - die können dir gar nichts tun und die meisten in freier Wildbahn Schlangen hauen ab, sobald die dich bemerken, was meistens früher ist, als du sie bemerkst, stell dich nicht so an...

Aber: diese langen Körper, diese typischen, so schnellen, Bewegungen - ich kann es einfach nicht. Schlangen sind sogar eigentlich hübsche Tiere - aber, nein, es geht nicht - ich bekomme Albträume, wenn ich den Tag zuviel drüber nachdenke, oder welche sehe - möglich das mich alleine diese Antwort heute schon triggert.

Aber, und das ist so ungefähr die einzige esoterische Anwandlung, die ich habe - ich hätte gerne eine tätowierte Schlange auf dem Oberarm - der (wie gesagt esoterische) Gedankengang dahinter: ich habe solche Panik vor Schlangen - also sind Schlangen für mich etwas sehr machtvolles - wenn ich also eine eigene Schlange habe - die sich nicht gegen mich wenden will (und außerdem dringend von mir wegguckt ;-)), dann kann sie mich auch machtvoll beschützen. (Normalerweise lehne ich so Esoterikkram ab und nehme sowas nicht ernst - aber diesen Gedanken mag ich irgendwie - auch wenn es wenn dann einen Placeboeffekt hätte).

Ansonsten, dass würde ich aber nicht als richtige Angst, sondern eher als deutlich mulmig bezeichnen: Höhen und ganz enge Räume. Es gibt zum Beispiel eine Treppe in einer Sehenswürdigkeit - die in einen Turm hochgeht und diese Treppe ist eigentlich ein Rankenmuster mit vielen Löchern... jedes Mal eine neue Überwindung, aber der einzige Weg und ich gehe ihn immer wieder, ebenso, wie ich mich immer wieder, sehr vorsichtig, mit einiger Zeit an Abgründe herantaste, um hinunter zu sehen - aber halt im Zweifel auch mit Überwindung bei jedem Schritt. So die Angst vor engen Räumen ist eigentlich mehr die Angst irgendwo stecken zu bleiben - ich bin als kleines (und damals schon dickeres) Kind mal durch so eine Spielröhre gekrochen und da stecken geblieben - deswegen kann ich das inzwischen gar nicht mehr gut ab. Aber ich könnte vermutlich völlig angstfrei einige Zeit im Kofferraum eines Wagens verbringen - okay nein, wäre zu unbequem, und außerdem, warum sollte man - aber es ginge ;-). Die Treppe, damit ihr nachvollziehen könnt, warum ich die Schwierig finde, vor allem, wenn ich am Geländer laufen muss, wenn Leute entgegen kommen: https://goo.gl/images/jgqV4z

Ich finde Ängste und Sachen vor denen ich Angst habe - (außer dieses Waschmaschinen-Ding), aber meistens sehr faszinierend. Deswegen setze ich mich ihnen auch immer wieder "gerne" aus. Deswegen gehe ich in Zoos so nah wie mir möglich an die Schlangen heran, deswegen versuche ich Bilder von Schlangen anzusehen und zu berühren (was bei aller Rationalität wirklich schwer ist!), deswegen schleiche ich um eine Schlangenhaut rum, deswegen gehe ich an (ungefährliche) Klippen und schaue drüber hinweg... Deswegen will ich ein Schlangentattoo.

Ansonsten habe ich immer nur zeitweise Ängste, die auf konkreten Vorfällen beruhen - so wurde im Park mal jemand überfallen und kam mir danach entgegen - nachts, da war ich vorsichtiger und ängstlicher eine Weile nachts draußen - so ist mal 5-8 vor mir ein Blumentopf aus dem dritten Stock (zumindest hat da direkt danach die Frau entsetzt aus dem Fenster geschaut...) gefallen - da hatte ich ganz schön einen Schreck bekommen und war bei sichtbar geöffneten Fenstern in der Straße danach vorsichtig...

LG an alle aus dem sonnigen Ruhrpott (in dem es kaum Schlangen gibt! :-D), wünscht guitschee

Danke für die sehr, sehr ausführliche Antwort! :-)
Indem ich mich gezwungen habe mich mit Spinnen auseinanderzusetzen habe ich die Phobie auch in den Griff bekommen. Allerdings "gerne" (so wie du es schreibst) habe ich das auch nicht gemacht :-D

7
@Elbe666

Ja, ich habe auch das Gefühl, mit jedem Zoobesuch wird es wieder ein bisschen einfacher - solange die sich nicht bewegen ;-).

Spinnen habe ich zum Glück überhaupt keine Angst - ich hatte mal eine Vogelspinne bei so einer Spinnenschau auf der Hand - die fühlen sich echt gut an. Aber das war lustig damals. Er hatte die ganze Zeit über diese Spinne einen Vortrag gehalten (war eine solche Schau im Einkaufszentrum) und dann am Ende die Frage gestellt, wer denn mal die auf die Hand nehmen möchte - alle um den herum sind instinktiv einen Schritt zurückgewichen, ich einen Schritt nach vorne gegangen :-D (du bist also definitiv da auch kein Einzelfall :-D).

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Eijeijei - da hast Du aber ga h schön was auszuhalten.

Aber ich denke, die Tatsache, dass Du in der Lage bist, Dich "neben" Deine eigenen Ängste zu stellen und sie fasziniert gedanklich zu sezieren, ist ein guter Weg, sie in Schach zu halten und auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Meine ganz massive Spinnenphobie ist auch weg, seit ich mal mehrere Wochen durch den Dschungel tappte und dort lebte. Ich muss sie zwar nicht unbedingt auf dem Arm haben, aber ich bekomme mittlerweile auch weder Schreikrämpfe noch auch nur Gänsehaut, wenn ich mal eine Spinne sehe.

Nur mit der Höhe habe ich ebenfalls noch ein massives Problem - so lange ich nicht massiv gesichert bin, zumindest. Aber dem setze ich mich schlicht nicht mehr aus - Problem gelöst 😉.

http://www.regenbogenwiese.net/gallery/userImages/8c/2267-8c46f795.gif

😉☺

11
@EyeQatcher
 da hast Du aber ga h schön was auszuhalten.

Geht. So oft stolpert man ja zum Glück nicht über Schlangen in unseren Breiten - Spinnen dagegen gibt es überall - das wäre viel schlimmer. Mit Leuten mit einer Phobie vor Spinnen habe ich viel mehr Mitleid.

4
@guitschee

Zumindest dem einen oder anderen Garzenschlauch begegnet man auch in unseren Breiten sehr regelmäßig 😉.

4
@EyeQatcher

Deswegen wohne ich so gerne im Ruhrgebiet, außer der an der Kasse keine einzige wilde Schlange mehr seit Jahren :-D.

4

Ja diese Ängste im technischen Bereich sind wirklich arg. bei so ungewohnten Geräuschen wird man so angespannt, auch wenn es oft nur anschlagende Knöpfe sind, kann echt arg sein.

Ganz liebe Dinstagsnachmittagsgrüße schickt dir der wiener Fred.

6

Respekt, dass und wie du dich deinen Ängsten stellst.

Vor großer Höhe habe ich auch ein sehr mulmiges Gefühl. War mal auf einem ca. 8 Meter hohen Hochsitz und auch recht froh, als ich da wieder runter war, noch dazu stand der an einem Hang was ihn noch höher erscheinen ließ.

Dir noch einen schönen Angstfreien Abend, LG.

5
@PicaPica

Lach, der war glaube ich nicht 8 Meter hoch, eher so 5 Meter und man konnte gut drin pennen, aber bei Hochsitzen muss man manchmal auch vorsichtig sein, die Leitern und Stelzen sind nicht immer sehr stabil, wie ich feststellen durfte - die Hochsitze haben mich als Kind eigentlich nie abgeschreckt - nur das runter war immer ein bisschen Überwindung. Aber ich bin auch extrem viel ängstlicher geworden nach meiner Pubertät, habe ich festgestellt - heute würde ich so einen Hochsitz nämlich auch eher meiden... Aber an einem Hang - ja, da ist es noch mal was anderes!!! Aber als Kind fand ich 5 Meter Sprungtürme zwar ganz schön hoch, aber runter gesprungen bin ich trotzdem (um den Jungs zu beweisen, wie taff ich bin ;-)), aber heute kletter ich schon auf die drei Meter nicht mehr gerne hoch...

3
@guitschee

Und heute musst du auch keinen Jungs mehr beweisen, wie taff du bist und der der dich erkoren hat, weiß das längst. :-)

Danke für deinen Kommentar, LG.

3
@PicaPica

Nee, heute spiele ich auch die Diva und jammer wie kalt das Ostseewasser ist wenn ich mit Stadtmenschen unterwegs bin :-D. Damals hätte ich lieber meine Zunge verschluckt, anstatt zuzugeben, dass das Wasser saukalt ist :-D.

Immer wieder gerne - ich lese ja auch immer wieder gerne deine Kommentare und Antworten!

ganz liebe Grüße zurück.

2
@guitschee

Danke dir für dieses schöne Kompliment bzw. eher diese Feststellung. ;-)

Und wenn es nunmal saukalt ist, ist das kein Gejammer sondern eine klare nüchterne Feststellung. Ich denke, zu Schwimmen ist es definitiv noch zu kalt, oder?

Falls du da gerade Urlaub machst, hab eine gute Zeit und Erholung und nimm eine Briese frische Meeresluft für mich mit in deine Nase. Schöne Vorstellung wie du sie in Gedenken an mich nimmst. :-) LG.

2
@PicaPica
Und wenn es nunmal saukalt ist, ist das kein Gejammer sondern eine klare nüchterne Feststellung. Ich denke, zu Schwimmen ist es definitiv noch zu kalt, oder?

Brrr, jaaa, also zumindest in der Ostsee... Jetzt kann man vielleicht ein Fuß reinhalten - aber mehr auch nicht... Ich war auch nie beim 1.-Januar-Anbaden - so hardcore bin ich nicht. Als Kind war ich auch nur bis mitte Oktober baden - und auch frühstens im April wieder....

Falls du da gerade Urlaub machst,

Nee, leider nicht. Aber wenn ich das nächste mal meine Eltern besuche, werde ich das für dich machen - dann wird es vermutlich auch längst warm genug sein, um ins Wasser zu hüpfen.

2
@guitschee

Aber vergiss es nicht, danke dir. ;-))

Wenn du da vermutlich aufgewachsen bist, warum bist du da je weg? Nein, ist nur eine rhetorische Frage und wenn du nicht Meeresbiologie studieren wolltest, ist das eh klar, aber ich liebe das Meer, auch wenn ich jetzt in den Bergen wohne und komme viel zu selten dahin.

Hab heute einen guten! Tag, LG. :-)

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Guten Morgen liebe EyeQ und alle GuGuMo-Freunde!

Ängste habe ich eigentlich nur sehr wenige, von Phobien ganz zu schweigen. Meine größte Angst ist in jedem Fall dass meiner Familie etwas passiert. Aber gerade was meine Söhne betrifft, versuche ich trotzdem, ihnen ihre Freiheit zu lassen und nicht zur Helikopter-Mutter zu werden. Das hat sich in all den Jahren auch sehr gut bewährt. Die Kinder haben sich zu aktiven, selbstbewussten Jugendlichen entwickelt. - Wirklich akute Angst hatte ich das letzte Mal als ich letzten Herbst nach Ingolstadt gefahren bin: So ein Idiot fuhr mir ständig zu nah auf und als ich immer wieder auf die mittlere Spur wechselte, um ihn überholen zu lassen, nutze er die Chance nicht sondern fuhr mir hinterher. Dieses Spielchen ging bis kurz vor meinem Ziel, dann nahm er endlich die Ausfahrt. Ich war froh, dass nichts passiert ist...

Jetzt wünsche ich allen einen angenehmen Dienstag, lasst es euch gut gehen! ^^ Liebe Grüße von Evi

Liebste Evi......Wenn andere Autofahrer zur Gefahr werden,dann ist das für mich auch immer wieder mit grosser Angst verbunden.....ich denke,diese Erfahrung macht Jeder mal....ich schick Dir liebe sonnige Dienstagsgrüsse und allzeit gute und sichere Fahrt....dein Engelchen

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@Angel1112

Liebe Engelsgleiche, da hast Du recht: Autofahren ist immer auch ein Risiko. Zum Glück bin ich eine ruhige Beifahrerin. :-) Ich wünsche Dir einen wundervollen Dienstag und schicke die herzlichsten Grüße! Alles Liebe von Evi

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Liebe Evissima,

da kann ich Dich nur für Deine Nervenstärke bewundern. In solchen Momenten nptzt einem ja auch die Gewissheit, dass solche Idioten ein ganz massives Problem mit sich selbst haben, nichts. Etwas ähnliches erlebte ich auch schon, als mich Jemand des nachts auf der Autobahn massiv zum Anhalten drängen wollte.

https://gbpics.xyz/wp-content/uploads/2019/01/schoen1.jpg

🌞

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@EyeQatcher

Hallo liebe Eye! :-) Danke für die schöne GuGuMo-Frage. Ja es stimmt: Diese Raser und Drängler haben ein großes Problem und das Schlimme ist, dass sie damit Menschenleben gefährden. Ich hatte auf der Fahrt nach Ingolstadt wirklich Angst, weil er gar so aggressiv war. Naja, ich habe es überstanden. Das was Du erlebt hast (noch dazu nachts!) ist ja auch der Wahnsinn. Ein Glück dass WIR Autofahren können, gell? - Hab noch einen wundervollen Dienstag, ich sende Dir ganz liebe Grüße!

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Servus liebe Evi, die einzige Hilfe bei solchen Ängsten ist wenn du annimmst jeder auf der Straße ist ein geistig Gestörter, dann geht es dir gleich besser - garantiert!

Ganz liebe Dienstagsnachmittagsgrüße schickt dir der wiener Fred.

4

Leider sind es ihrer zu Viele, deswegen kommen die Guten auch nicht gegen all diese Deppen an.

Dir noch einen guten Abend heute, LG.

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@PicaPica

Ich wünsche Dir auch einen gemütlichen Abend, liebe PicaPica! GLG von Evi

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@Evissima76

Sorry, erst soo spät gelesen, aber trotzdem vielen Dank und dir heute einen guten! Tag, LG.

1

Guten Tag!

Was heißt "Ängste" ... es kommt auf die Tagesform an. Mal bin ich nicht anfällig für Ängste und Sorgen aller Art, mal besonders vorsichtig. Diese sorgen drehen sich dann um den Tod naher Verwandter oder Freunde oder wie lange ich die "alte Generation" die mich sehr prägte und der ich mich menschlich in vielem eher zugeneigt fühle als meiner eigenen (bin 28) noch da ist. Die "alte Generation" ist eine, mit der ich oft besser auskomme - ich sage immer: Jemand, der 50 oder 60 Plus ist, versteht mich oft besser als jemand, der um die 40 ist, weil ich eben beim Opa großwurde und er mich so erzog wie 30 Jahre vorher seine eigenen Kinder. Und vieles,w as Leute meiner Generation an den Tag legen, ist mir so fremd, man schämt sich oft fremd, würde vieles anders machen, fragt sich wo die Kinderstube war und manchmal amüsiert man sich auch, wie unsicher und gehemmt sich manche benehmen, obwohl sie doch die "Studierten" sind und in der Kommune usw. eien Behörde leiten ----> vorhin habe ich wieder beruflich mit einem telefoniert, Anfang 30, mir gegenüber total unterwürfig mit Piepsstimmchen usw. -----> nehme ich so jemanden in dem Posten überhaupt ernst? Gestern saß der allen Ernstes mit zerrissenen Jeans im Gemeinderat - sorry, das geht doch auch nicht als Leiter eines Amtsteils... schlimm, ich rede als von Werteverfall. Egal.

Früher hatte ich nach "Aktenzeichen XY" immer wieder Bedenken und bemühte mich um extreme Sicherheit überall - gerade wenn ich das Haus verließ, ich wohne nun auch nicht gerade in einer Gegend, in der sich wenige XY-Fälle zutrugen/zutragen. Nicht wenige spielen an Orten, die ich persönlich sehr gut kenne und an denen ich auch schon mal war bzw. regelmäßig bin oder nicht weit davon bin. Diese "Klingeschneise" bei Frankfurt mit allen Original-Schauplätzen etwa und der Raststätte Weiskirchen kenne ich sehr gut, hier ist mal der Film vom Juli 1998. Ich weiß nicht, wie oft ich da schon vorbeifuhr.

https://www.youtube.com/watch?v=eKsQSDwaVv8

Ansonsten ... ich habe keine Existenzängste und auch keine Finanziellen Ängste, auch mein Arbeitsplatz ist wirklich sicher und unbefristet - außer ich würde da von mir aus weg wollen, aber das ist ein Thema für sich, das will ich auch gar nicht weiter kommentieren. Angst vor Krankheiten habe ich auch nicht - ich bin zu 100 Prozent gesund, habe erst im Sommer einen Check gemacht.

Früher hatte ich Angst, man würde immer noch schlecht über mich reden, wohl wegen meiner Vergangenheit als "Ausländerkind", das oft irgendwie gedemütigt wurde, aber das habe ich mit den Jahren überwunden. Wenn einer meint, er müsse schimpfen oder alte Sachen aufwühlen ... Gott, wenn's ihm damit besser geht soll er es halt machen - es steht im Gegenzug an der nächsten Ecke einer, der mich mag und mich lobt und zwar ehrlich. Meistens lobt mich dann jemand, von dem ich das nie gerechnet hätte - ich weiß, dass unser früherer langjähriger Bürgermeister, Mitte 80, bei vielen und gerade bei Frauen aufgrund seines früher wohl sehr herrischen Umgangstons verrufen, ein "Fan" meiner Arbeitsergebnisse im Blatt ist, und damit hätte ich nie gerechnet, eben weil ich immer das Bild eines selbstherrlichen Kommunaltyranns von dem Mann hatte, das mir andere gaben - seit ich ihn näher kenne und sogar beim Kaffee zu ihm zuhause eingeladen war, muss ich sagen: Feiner Mensch, an Gerüchten ist sowieso oft nix dran.

Angst habe ich vor Gerüchten keine mehr, auch nicht vor Feinden oder Neidern. Solche Leute müssen oft nur private Probleme eliminieren oder versuchen es, indem sie zwanghaft gegen andere schießen. So habe ich auch keine Angst mehr davor, dass meine Exfreundin Mist über mich rumerzählt, weil ich derjenige war, der sich trennte und sie nicht sagen konnte, die coole und selbstbewusste Studierte zu sein, die den Jugo aus der Platte in den Wind geschossen hat. Sie hat es mal wissentlich gemacht, was ich auch erfuhr, aber es glaubte ihr halt niemand.

Musikalisch habe ich ein Lied aus dem Jahr, in dem dieser erwähnte Bürgermeister seinen ersten Wahlkampf führte^^ Gunter Gabriel singt "Hey Boss, ich brauch mehr Geld". Viele Grüße!

https://www.youtube.com/watch?v=1T5Z4-1idSQ

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Noch was zum Thema, wie ich das mit den Generationen sehe!

Es gibt genügend Leute um die 35-45, eigentlich fast nur Frauen, die in mir eine Art Opa-Figur aus den frühen 90ern sehen - der Arbeitnehmer, der Ende der 90er in Rente ging, mit Sakko, Strickjacke und weißem Hemd im Büro, trägt noch nicht mal Jeans und verschickt nix per WhatsApp oder Facebook, sondern klassisch und verlegt keine Besprechungen in hippe Disco-Bistros, sondern zum Bäcker um die Ecke oder in den Besprechungsraum vom Verlagshaus, der übrigens exakt dafür eingerichtet worden ist - und mich dementsprechend zum Teufel wünschen, es sei denn sie brauchen mich beruflich und ich sitze am längeren Hebel bzw. sie sind auf mich und mein Können angewiesen.

Es ist für mich oft sehr unangenehm, mit solchen Frauen zusammen zu arbeiten, weil ich weiß... die sehen in mir eine Art Babbsack, wie man im Hessischen sagt, den man eigentlich zwar braucht, aber eigentlich nicht ernst nimmt oder zwar schon ernst nimmt, aber zum K... findet, weil er nicht cool ist, sondern Klartext redet und nicht der legere Onkel ist, sondern der pflichtbewusste Angestellte, der weder Jeans noch Turnschuhe trägt.

Vor vielleicht zwei-drei Jahren meinte eine Frau um die 40 zu mir, dass meine Art mit "Hallo, Bitte, Danke, Entschuldigung und Auf Wiedersehen" für sie fürchterlich sei und nicht nur das sondern in der heutigen Welt unzeitgemäß, altmodisch, uncool und beinahe karikierend, weil "man das heute nicht mehr macht". Sie sagte im O-Ton, ich hätte einen "dezenten Altherren-Mitleids-Danke-und-Bitte-Tonfall" drauf wie der späte "Derrick" um 1990. Jedenfalls würde ich sie an die schlimmsten Zeiten ihres Lebens, ihren spießigen Ausbilder und andere ältliche Leute erinnern. Ich lache zwar drüber und auch über diese Person, nachdem ich ihre Vita näher kennenlernte -----> dennoch kam ich mir in dem Augenblick, in dem sie das zu mir gesagt hat vor wie im falschen Film, auch wenn ich mir wenig draus gemacht habe und diese Frau eigentlich zu bedauern ist.

Aber auch das hat eine Ursache: Dass Autorität oder eine vielleicht übergenau oder pedantisch wirkende Art bei der "Babyboomer"-Generation bisweilen recht verrufen sind lässt sich insofern erklären, dass sie sich dadurch teilweise an die eigene Vergangenheit bzw. die autoritärere Erziehung ihrer selbst zurückerinnern, die sie sich zum Teufel wünschen weil sie mit den 80ern/90ern nicht grad schöne Dinge verbinden und alles, aber auch echt alles anders machen wollen als die eigenen Eltern -----> so eine war auch die "Dame", die mich als "Derrick 2.0" abwertete.

Zwar gilt es leider in unserer Zeit oftmals als "cool" und "jugendlich", schnippisch und frech drauf zu sein bzw. eine gute Gesprächskultur gilt als ältlich ------> dennoch ist das sehr wichtig, wie ich finde. 

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@rotesand

Ich kann da nur etwas zu meiner Mutter sagen. 70..

Oma sieht anders aus.

Mario

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Das sich das Verstehen von bestimmten Altersgruppen höher ist, liegt am slbst Erlebten und dem Zuhören können.

Dadurch weiß man dass es keine falsche Vorstellung ist, nein, im Gegenteil man hat Beispiele die das bestätigen!

Ganz liebe Dienstagsabendgrüße schickt dir der wiener Fred.

4

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