2 Stunden Vorlesung pro Tag?

12 Antworten

Es kann schon mal einen Tag mit wenig Präsenzstunden geben. Aber Uni ist nicht Schule. Einerseits sind nicht alle Veranstaltungen die Du besuchen solltest auch mit Anwesenheitspflicht, man erwartet dass Du Dich für Dein Fach genug interessierst um trotzdem hinzugehen, zumal die Inhalte früher oder später ohnehin erwartet werden. Es kommt außerdem nicht nur das in Prüfungen dran was exakt erzählt wurde, sondern es wird erwartet, dass Du das Gehörte nachbereitest und die nächste Veranstaltung vorbereitest. Wenn Du nur in die Vorlesung gehst und dann nichts mehr tust, dann musst Du entweder sehr gut sien oder Du wirst Probleme in der Prüfung bekommen.

Wenn Du Inhalte nicht verstanden hast, dann ist das allein Dein Problem und Deine Aufgabe Dich zu bemühen Dir die notwendigen Informationen zu beschaffen. Wenn Du etwas bisher noch nicht hattest ist es ebenfalls Deine Aufgabe Dir das anzueignen. Häufig gibt es auch Literaturlisten und Du musst die angegebenen Bücher beschaffen und lesen, das Wissen daraus kann vorausgesetzt werden.

Man kann in gewissem Maße seinen Stundenumfang beeinflussen, Du brauchst aber halt genug Veranstaltungen (und entsprechende Credits) um Dein Studium abschließen zu können. Credits sind in der Regel mit zeitlichem Umfang eines Seminars oder sonstiger Veranstaltung verknüpft. Da verschiedene Studenten unterschiedliche Veranstaltungen belegen können sind auch die Stundenpläne unterschiedlich. Zum Beispiel musste man bei uns einen Methodenkurs belegen, welcher das aber ist bleibt dem Studenten überlassen. Manchmal muss man sich auch zwischen Seminaren die zeitgleich stattfinden entscheiden. Oder man hofft darauf, dass im nächsten Jahr eine Veranstaltung angeboten wird die einem mehr liegt.

Kommt darauf an wie genau das gemeint war. Nur 2 h Veranstaltungen an der Uni sind natürlich Blödsinn. Wenn es aber explizit um Vorlesungen geht und mit Stunden die Vorlesungsböcke (a 1,5 h) gemeint sind, kann das schon sein. Es gibt ja auch noch andere Lehrveranstaltungen wie Übungen, Tutorien, Seminare, Praktika u.ä., die man besuchen sollte. Von der selbstständigen Arbeit ganz zu schweigen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Chemie- & Verfahrensingenieurin

Im Studium hatte ich typischerweise an drei Tagen zwei Vorlesungsstunden, an einem zwei, dazu an zwei Tagen Übungsstunden und an einem Tag sechs Stunden Praktikum. Das macht vielleicht 12 bis 20 Stunden, aber mit allem Stoffnachbereiten, Übungsaufgaben und Protokollen waren das mehr als 40 h/Woche.

Ein Studium ist kein Spaziergang – auch wenn die Zeiteinteilung meist recht frei ist und Studenten „immer Zeit haben“ … Ein Studium erfordert tiefes Interesse und Engagement, zumindest in Physik.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik

Ich war immer nur bei ersten Vorlesung, dann in Bibliothek und habe mir Bücher ausgeliehen, die mir gepasst haben, zB: https://www.gbv.de/dms/ilmenau/toc/549313834.PDF

Manchmal mehrere Bücher und dann habe ich alle sortiert. Also nur erste Vorlesung, um zu wissen, was für Themen, da kommen und dann Selbstarbeit.

So habe ich meine Studium mit Auszeichnung beendet :-)

Bei manchen Vorlesugen bin ich halt eingeschlafen :-)

Ja, da sehr viel Zeit für Vor- und Nachbearbeitung drauf geht, wenn man es ordentlich macht, ist das durchaus realistisch.

Wenn man es richtig macht, kann man zu den 180 min Vorlesung noch mal locker 4-5 Stunden Nacharbeit rechnen.

Diese Menge an Vor- und Nachbereitung ist definitiv nicht richtig

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@J0T4T4

Wenn man es ordentlich macht - in den vielen Fällen schon - manchmal kommt man auch mit 2 Stunden aus. Punkt ist, ist nicht so, als hätte man dann nach 3h Feierarbeit - nur weil die Vorlesungen nur 3 Stunden sind. Und gerade in den Klausurenphasen sind 12 Stunden lernen am Tag und das mehrere Tage nicht unbedingt unrealistisch - das darauf angerechnet - doch ich denke, 2-3 Stunden Aufbereitung pro Vorlesung ist passend. Wie es jetzt speziell bei Physik ist, weiß ich nicht, aber die Vorlesung ist halt nicht das einzige, was man machen muss...

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@J0T4T4

Vier Übungszettel pro Woche, Physikalisches Grundpraktikum, Nachbereitung der Vorlesungen, das ist mehr als eine normale 40 Stunden Woche, wenn man da mit einer 1 vor dem Komma abschließen will.

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@guitschee

Ich studiere selbst und weiß wie Studium ist. Kein normaler Mensch hat die Zeit, neben den normalen Veranstaltungen 5h/Tag irgendwas zusätzlich zu machen.

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@J0T4T4

Kein normaler Mensch macht das, meinst du... Zeit haben schon....

Ich studiere auch - und wenn ich das optimal alles Vor- und Nachbereiten würde - würde das pro Vorlesung/Seminar sicherlich 2 Stunden brauchen - viel macht man da natürlich in Bahnen und an den Wochenenden und einiges schon in den 30 min Zeit, zwischen den Vorlesungen.

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@guitschee

Ein "normaler Mensch" hat für mich Hobbys und ein Leben außerhalb des Studiums sowie mehr als 5h Schlaf.

Und nein, ein "normaler Mensch" hat diese Zeit eben nicht.

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@guitschee

Es kommt natürlich aufs Fach und aufs Semester an. Ja, 20 Dreiviertelstunden Lehrveranstaltung in der Woche sind realistisch. In höheren Semestern sind da mehr Seminare und weniger Vorlesungen drin. In Physik kommen sicher auch Labore dazu. Aber die Anfangssemester müssen vor allem Mathevorlesungen belegen, und die werden oft in einem Affenzahn vorgetragen. Da braucht man mindestens noch einmal dieselbe Zeit zum Nachbereiten.

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