Frage an Atheisten: Könnt ihr verstehen, dass andere an Gott glauben?
Wie ist es für euch? Seid ihr euch 1000% sicher oder wollt ihr einfach nicht glauben?
39 Stimmen
22 Antworten
Ja, ich kann verstehen, dass man an Gott glaubt, wenn man von Klein auf indoktriniert worden ist. Ich verstehe auch, wenn jemand Trost, Hoffnung und Halt in einer Religion sucht, die auf alles eine Antwort zu haben scheint und dass er sich in der Gemeinschaft der Gläubigen gut aufgehoben fühlt.
Für mich ist das nichts, aber nachvollziehen kann ich es. Jeder soll glauben, was er will - oder eben nicht.
Es ist aber nicht so, dass ich nicht glauben will, sondern dass ich es nicht kann. Es ist keine Willenssache, dass ich nicht an irgendein höheres Wesen glaube, sondern das Ergebnis meiner Erziehung, meines Umfeldes, meiner Erfahrungen und meinem Streben nach Wissen. Ich will wissen statt blind zu glauben.
Ja, ich bin mir zu 100% (1000% gibt es nicht) sicher, dass es kein höheres Wesen gibt, dass uns erschuf und unsere Geschicke lenkt, weil es dafür nicht den geringsten Anhaltspunkt gibt. Aber es gibt vieles, was dagegen spricht, denn wir brauchen keinen Gott bzw. Götter mehr, um uns die Welt zu erklären.
Alle Religionen erheben den absoluten Wahrheitsanspruch, was beweist, dass die meisten Gläubigen ohnehin falsch liegen müssen - oder eben alle, wovon ich überzeugt bin.
Zu einen Frage: Ich für mich bin mir zu 100% sicher, dass es keine Götter oder andere Arten der Transzendenz gibt. Diese Gewissheit ziehe ich aus meinen eigenen Erfahrungen und durch das Lesen der verschiedenen Schriften, auf welche sich die Anhänger einer jeweiligen Religion stützen.
Zur anderen Frage: Ich kann verstehen, dass andere an einen Gott oder an eine sonstige Form der Transzendenz glauben. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und für mich alle passend, wenn es für diese jeweiligen Personen nunmal so stimmt.
...und als kleiner Einwurf off Topic: Unter dem Strich ist es mir auch völlig egal, ob oder wenn ja: An was jemand glaubt. Glaube ist Privatsache und solange es jeder Gläubige für sich selbst tut, erkenne ich darin kein Problem. Mein Problem fängt an, wenn man mir entweder ebenfalls einen Glauben unterstellen möchte oder wenn man damit anfängt, mir einen Glauben aufschwatzen zu wollen. Ebenfalls habe ich ein Problem damit, wenn Sätze fallen wie "Du wirst es am Ende dann schon noch sehen!". Sowas erkenne ich als Inbegriff der Intoleranz und mit solchen Menschen gebe ich mich nicht ab.
Ich würde als bekennender Atheist eher mit jein antworten!
Wir Atheisten werden hier teilweise mit den abstrusesten Theorien konfrontiert, besonders von den radikalen evangelikalen Glaubensfanatiker, das einem die Haare zu Berge stehen!
Es wird immer behauptet, Gott existiere ewig, und daher kann er nicht erschaffen worden sein.
Das funktioniert übrigens nur, wenn die Logik auch für Gott gilt, und zwar seit derselben Ewigkeit, die es ihn geben soll (komisch, dass Gläubigen so etwas nie auffällt).
Wenn er aber ewig existiert, warum hat er sich dann erst vor etwas mehr als 2-3000 Jahren den Menschen gezeigt?
Ergibt irgendwie keinen Sinn, außer, man nimmt an, dass wir Menschen Gott erschaffen haben.
1. Niemand, sagt man, kann Gott erkennen. Wenn das der Fall sein sollte, kann man keine Annahmen über seine Existenz treffen, geschweige denn über sein Wesen, seinen Willen, oder den Umstand, ob er das Universum erschaffen hat oder nicht. Man kann dann auch nicht wissen, ob er erkennbar ist oder nicht.
2. Trotzdem glauben die Leute, dass sie wissen, dass er das Universum erschaffen hat — wobei diese Annahme stets mit einer Reihe von logischen Fehlschlüssen "begründet" wird.
3. Gott wurde absichtsvoll so konstruiert, dass man ihn angeblich nicht erkennen kann. Das dient einzig und alleine dazu, sich gegen die Kritik der Skeptiker zu immunisieren. Sobald der Skeptiker weg ist, "weiß" man dann doch wieder jede Menge über Gott.
4. Keine zwei Monotheisten glauben an denselben Gott, man kann sich über seine Eigenschaften nicht einigen — weil man keinerlei Gründe hat, überhaupt irgendwelche Eigenschaften anzunehmen. Wenn sich rationale Menschen auf eine Theorie nicht einigen können, dann fast immer, weil sie insgesamt nicht über genügend Informationen verfügen.
5. Die Anzahl möglicher Götter ist unendlich, ohne Wissen ist es daher unendlich unwahrscheinlich, dass irgendjemand etwas über Gott und seine Existenz annehmen kann. Die Anzahl logisch möglicher Varianten eines monotheistischen Gottes mag vielleicht abzählbar unendlich sein, wenn man bedenkt, dass Leute oft auch an logisch unmögliche Götter glauben, ist die Anzahl potentieller Götter sogar unabzählbar unendlich.
6. Trotzdem glaubt jeder an "seinen" Gott, obwohl man nicht wissen kann, ob man damit überhaupt in irgendeinem Punkt richtig liegt. Es wäre wahrscheinlicher, sein ganzes Leben lang jede Woche sechs Richtige im Lotto zu haben als dass der Glauben an Gott einen Bezug zu einem "realen" Gott hat.
7. Gott erfüllt menschliche Wünsche wie ewiges Leben in einem Paradies, er ermöglicht es, eine Moral zu haben, für die man nicht einmal argumentieren muss, womit man auch irrationale Menschen für diese Moral einnehmen kann. Gott hat praktischerweise immer die Moral des Menschen, der an ihn glaubt: Ist man für die Todesstrafe, kann man ihre Vollstreckung fordern, "weil Gott das so will". Ist man dagegen, kann man gegen die Vollstreckung protestieren, weil das "gegen Gottes Willen" verstößt. Für Todesstrafe kann man so ziemlich jedes umstrittene moralische Thema nehmen. Immer weiß man Gott auf seiner Seite, ändert man seine Meinung, tut Gott dies auch.
8. Gott ist die Lebensgrundlage für Menschen mit rhetorischem Talent: Wenn sie andere davon überzeugen können — was vor allem bei Kindern prima klappt — können sie leben, ohne sich körperlich abschinden zu müssen. An der Spitze der Organisation kann man leben wie ein Fürst. Wenn es keinen Gott gäbe — Menschen mit dieser Neigung hätten ihn sicher erfunden.
Fakt ist doch das Gott eine ideologische Konstruktion ist, man sollte eigentlich nicht von "Gott" reden, sondern von der Gottesideologie.
Alle Ideologien sind soziologische (gesellschaftliche) Konstrukte, vom Konstruktionsprinzip her können sie nichts mit irgendeiner Form der Realität zu tun haben.
Ideologien dienen stets dem Wunschdenken der Menschen, sie eignen sich daher auch so gut als Herrschaftsinstrumente.
Was gibt es an Argumenten dagegen? Wenig, meist beschränkt man sich ohnehin darauf, die Personen anzugreifen, die sich der allgemeinen Gottesideologie nicht unterwerfen.
Wo der Verstand aufhört, beginnt die (verbale) Gewalt. Hätte man gute Argumente, könnte man mit Leichtigkeit auf verbale Attacken verzichten, es sei denn, man leidet unter dem Tourette-Syndrom.
Deine wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten sich alle Gottgläubigen zu Herzen nehmen.
Ich bin zwar Agnostiker, aber antworte trotzdem mal.
Ja, ich kann durchaus nachvollziehen, dass einige, wenn nicht sogar die meisten Menschen, in ihrem Leben einen Sinn brauchen. Viele sehen diesen wohl, indem sie an einen Gott glauben.
Wie ist es für euch? Seid ihr euch 1000% sicher oder wollt ihr einfach nicht glauben?
Ich halte die Existenz, von etwas, was wir als Gott definieren würden, durchaus für möglich, wenn auch für unwahrscheinlich.
Und nein, mir fehlt nicht der Wille zu glauben, sondern eher die Fähigkeit. Mein Verstand grätscht da einfach dazwischen.
LG.
Du stellst 2 Fragen wie soll man darauf mit ja oder Nein antworten?
Ich kann absolut nachvollziehen das Menschen an einen oder Mehre Götter glauben oder glauben wollen. Prinzipiell stört es mich auch nicht. Selbst wenn es keinen Gott gibt tut der glaube viel positives für diese Menschen. Auch die Religion bietet viele gute schöne positive Eigenschaften.
Das Gegenstück dazu ist leider das beides auch sehr negative Sachen mit sich bringt. Daher mach ich es wie bei allen anderen auch in beurteile ob mich der Glaube eines Menschen stört von Einzelfall zu Einzelfall.
Persönlich bin ich zu 100000% sicher das ich an keinen Gott glaube bzw. das selbst wenn es einen gibt er mir egal wäre.
klar kann ich den Glauben an Gott für Unerklärliches verstehen. Der Mensch fürchtet sich vor dem Ende und vor dem Nichts.
Gar kein Verständnis habe ich hingegen für Kreationisten und andere Kindsköpfe, die "heilige" Schriften als Gottes Wort wortwörtlich interpretieren und nicht in der Lage sind Metaphern zu verstehen, /als würde sich Gott einen solchen Unsinn ausdenken, wie die Schöpfungsgeschichte.
Mit unseren heutigen Wissen finde ich es persönlich schon etwas seltsam, trotzdem an irgendwelche Gottheiten zu glauben.
Ich sehe den Glauben als eine Mischung aus Dinge erklären, für die es früher keine Erklärung gab, und Hoffnung geben in Krisensituationen, die damals nicht lösbar waren.
Beides wird zunehmend weniger relevant
Also der Ursprung dieser Unterhaltung ist ja der Glaube an was Göttliches. Hat damals vielen geholfen und jetzt hat man das vielerorts runtergeschraubt und der Atheismus bekam ein neues Hoch durch die Wissenschaft.
Jetzt ist mir aber vor einiger Zeit klar geworden, dass die Leute an vieles andere glauben und zwar so Sachen wie Marken, Zeitschriften, Influencern, Fußballvereine etc. und zu Anfang denkt man natürlich "Hä? Das ist doch nicht mit Gottglaube vergleichbar" und ich würde dem Recht geben, wenn man dann mit den Leuten vernünftig über Pro und Kontras reden könnte aber das kann man mittlerweile nicht mehr.
Oft kannst du beobachten, wie 2 Lager entstehen und die Leute so sehr an ihr eigenes Lager glauben, dass sie für nichts mehr offen sind und sogar gewaltbereit werden und immer auch wie hier bei GuteFrage versuchen Menschen für ihr Lager zu missionieren durch verbreiten von Falschinformationen oder Übertreibungen etc. Es geht ja sogar soweit, dass nicht einmal die offenkundige Wahrheit akzeptiert und/oder einfach ignoriert wird.
Ich erkenne da schon starke Parallelen zum Gottglaube davor.
Tendenziell eher nein. Ich kann es emotional ein bisschen verstehen, wenn man schon als Kind religiös erzogen (also indoktriniert) wurde. Oder wenn man halt schlecht informiert ist über Naturwissenschaften und logisches Denken oder die Entstehungsgeschichte der Religionen wie dem Christentum etc.
Aber wenn sich jemand auskennt und trotzdem an Gott glaubt kann ich das nicht verstehen.
Also ich glaube an keine heilige Schrift aber ich glaube das es so etwas wie einen Gott gibt. Doch Gott ist nur ein Wort das Vieles bedeuten kann. Aus meiner Sicht sind heilige Schrften und die Religionen die darauf basieren nur Werkzeuge um die Massen zu kontrollieren. Ich muss zur Abwechselung an der Stelle auch mal erwähnen das es ja auch teilweise gute Effekte hat. Aber die basieren eben auf Lügen, was nicht gut ist.
Kann ich verstehn das Menschen an Gott glauben, ja auf jeden Fall. Kann ich verstehn das sie die Zukunft ihrer Spezies in seine Hand legen, nein. Denn selbst wenn das was in der Bibel steht richtig ist, würde das bedeuten das Gott uns geschaffen hat und uns somit Alles gegeben hat was wir brauchen um uns selbst zu retten.
Leider habe ich bei religiösen Menschen oft den Eindruck, die glauben sie könnte sich zurücklehnen und es würde schon auf die ein oder andere Weise Alles gut werden. Das ist so abgrundtief falsch wie es nur ein kann. Wie man so durchs Leben gehn kann, ist mit vollkommen unbegreiflich. Das ist grobe Fahrlässigkeit und ich verstehe natürlich das diese auf diesem "Glaube" Ding basiert. Doch meine Überzeugung ist das die Menschheit auch an sich selbst glauben muss.
Ich bin absolut sicher das Gott das von uns erwartet. Ob nun dieser oder jener Gott und was auch immer man sich darunter vorstellt. Wir können uns nicht darauf verlassen im letzten Moment gerettet zu werden. Es gibt ja auch Manche die glauben wir werden im letzten Moment von Aliens gerettet, unfassbar. Wir müssen uns selbst retten und wir haben die Fähigkeiten dafür ;-)
Wenn man sich davon überzeugen kann, ist es nur besser für einen und ist auch generell einfach eine schönere Vorstellung.
Ich finde die bekannten Religionen einfach widersprüchlich und hab es echt lange versucht mich zu überzeugen, aber am Ende bleiben eben immer die Zweifel.
Hoffentlich gibt es noch einen anderen Gott, der sich eben einfach nicht zeigt oder so.
Ja, ich verstehe das.
Ich bin nicht-gläubig aufgewachsen. Mit 15 Jahren kam ich zum christlichen Glauben und "bekehrte" mich, mit 18 ließ ich mich in einer evangelischen Freikirche taufen.
Vor etwa 5 Jahren verlor ich meinen Glauben, nachdem ich mich kritisch mit der Bibel auseinandersetzte und die ganzen Lügen und Fehler erkannte.
Mein Glaube an Gott/Jesus half mir damals in einer schweren Zeit. Aus heutiger Sicht sehe ich jedoch auch, dass ich als junges Mädchen manipuliert wurde und eine "Gehirnwäsche" bekam. Immer wenn ich glaubte, dass Gott/Jesus mir half, war es in Wirklichkeit ICH.
Ich glaube zwar nicht mehr an einen Gott, aber ich weiß, wie aufbauend und tröstend es sein kann. Und ich verstehe auch, dass viele Menschen Antworten suchen.
Klar kann ich es verstehen, dass viele an Götter glauben. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Gründe die die Menschen dazu veranlassen. Von Kindheit und Jugend, erlebter Kultur, eigene Erfahrungen, bis hin zu Rückschlägen von A bis Z und/ oder diverse andere psychologische Hintergründe.
Natürlich verstehe ich, dass andere an Gott glauben. Nicht nur das, ich verstehe sogar, warum die das tun. Das ist nämlich nichts weiter als das Ergebnis von religiöser Indoktrination und Propaganda. Sie glauben, weil ihnen beigebracht wurde, dass es gut und richtig wäre, genau das zu glauben.
Aus diesem Grund haben Religionen auch kulturgeographische Grenzen. Da wo eine Religion nicht ausreichend indoktrinieren und propagieren darf, gibt es sie kaum bis gar nicht, was den Lehren zahlreicher Religionen deutlich widerspricht.
Also ja, ich verstehe, dass man glaubt.
Das bedeutet aber nicht, dass ich deswegen die Existenz eines außerirdischen kosmischen Zauberers für möglich halten würde.
bei fundamentalisten nein weil die da schlicht dumm sind aber sonst wenn glaube so ein safe space ist und so kann ich es nachvollziehen
Ja. Ich bin auch noch so hin und her gerissen, ob ich glauben soll, oder nicht.
Jeder so er will. Mir ist dieser ganze religiöse Budenzauber sowas von egal. Solange sie nicht versuchen mich zu Missionieren bin ich ganz tolerat und verträglich 😁
Ich kann es verstehen, bin aber selbst absolut sicher, daß es keinen Gott gibt!
Klar, jeder wie er mag, ich respektiere jeden Glauben, warum auch nicht, wenn es hilft?
Ich persönlich habe meine Antwort was die Existenz Gottes betrifft im Jahr 2000 gefunden, in der Kinderkrebsstation der Uniklinik Mannheim. Wenn es unschuldige Wesen gibt, dann Kinder, und ein Gott der zulässt, dass die kleinsten Würmchen an Krebs erkranken, leiden und sterben, dann kann er mir gestohlen bleiben...
Nein, eigentlich nicht.
aber akzeptieren kann ich es, weil nun einmal jeder anders ist
Die Leute sind einfach verzweifelt. Ich glaube auch, nämlich daran, dass uns die modernste medizinische Forschung plötzlich ewiges Leben schenken kann.
Du stellst zwei völlig verschiedene Fragen.
Nachvollziehbar ist es, weil sich der größte Teil der Gläubigen noch nicht kritisch mit ihrer Schrift auseinander gesetzt hat.
Deine zweite Frage: Niemand kann sich einfach dazu entscheiden zu glauben oder nicht zu glauben...ist ne Frage von Überzeugung
Obwohl viele, die denken, sie wären über den Glauben an einen Gott hinausgewachsen, den Glauben einfach nur durch einen anderen ersetzt haben. Sie merken es meistens nicht einmal.