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Hufeisen: Sollte ich mein Pferd beschlagen lassen?

Unsere Community diskutiert Vor- und Nachteile von Hufbeschlag und gibt Tipps

Sonja Kraus gutefrage Redaktion
Datum: 05.08.2019

Ein Pferd trägt von Natur aus keine Hufeisen – aber im engen Zusammenleben mit dem Menschen ist der Hufbeschlag zum Teil notwendig geworden. Wann nützen Hufeisen und wann schaden sie dem Pferd eher? Unser Artikel gibt einen Überblick über Vor- und Nachteile von Hufeisen in verschiedenen Varianten.

Inhalt

  1. Was spricht dafür, was dagegen - braucht mein Pferd Hufeisen?
  2. Orthopädischer oder krankheitsbedingter Hufbeschlag - wann ist er sinnvoll?
  3. Hufeisen im Winter​​​​​​​ - sollten sie getragen werden?
  4. Welche neuen Materialien gibt es - und welche Eigenschaften haben sie?
  5. Was kostet Hufbeschlag​​​​​​​ - und wie oft muss der Hufschmied kommen?

Pro und Contra: Braucht mein Pferd Hufeisen?

Hufeisen haben viele Vorteile und Nachteile. Manchmal lässt man sein Pferd beschlagen, „weil man es eben so macht“. Die Entscheidung für oder gegen den Hufbeschlag ist sehr individuell und hängt nicht zuletzt vom gesundheitlichen Zustand des Pferdes ab.

Unter Pferdefreunden sind unterschiedliche Meinungen vertreten – so auch in der gutefrage Community:

  • Sie schützen den Huf beim Reiten und Fahren.
  • Pferde mit stabilem Horn, die wenig oder auf weichem Untergrund geritten werden, brauchen keine Hufeisen.
  • Barhuf ist natürlicher und die Pferde im Gelände trittsicherer.
  • Hufeisen schränken den Hufmechanismus ein.
  • Antwort
    „Grundsätzlich sind Hufeisen dazu da, um den Huf des Pferdes beim Reiten oder Fahren zu schützen. Pferde, die keinem harten oder steinigem Boden ausgesetzt sind und einen gesunden Huf haben, benötigen keine Hufeisen, doch kann dies von Pferd zu Pferd sehr verschieden sein.“  […]

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  • Antwort
    „Wenn das Pferd gutes stabiles Horn hat und nicht viel geritten wird oder nur auf weichem Untergrund, braucht es keine. Ist in der Reithalle Sand der die Hufe stark abschmirgelt, dann braucht es welche.“

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  • Antwort
    „Ich finde, dass Eisen bei den meisten Pferden sinnlos sind. Barhuf ist [...] besser fürs Pferd, weil es halt natürlicher ist. Barhufpferde sind meiner Erfahrung nach auch trittsicherer im Gelände. [...]“

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  • Antwort
    „Ich würde von Hufeisen abraten. Damit schränkst du den Hufmechanismus ein. Hufe passen sich den Gegebenheiten an. Viel Abrieb, viel Wachstum. Wenig Abrieb, wenig Wachstum. Wenn du unbedingt einen "Schutz" willst, dann rate ich zu Hufschuhen.“

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Die Frage, ob Du Dein Pferd beschlagen lassen solltest oder nicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Deshalb geht unser Artikel auf besondere Aspekte ein, nennt aber auch grundsätzliches Vor- und Nachteile von Hufeisen.

Vorteile beim unbeschlagenen Pferd:

  • Es ist natürlicher.
  • Das Pferd ist vor allem im Gelände trittsicherer.
  • Das Pferd rutscht im Winter weniger. Die Verletzungsgefahr ist geringer – sowohl für andere Pferde in der Herde auf der Weide als auch für das Pferd selbst.
  • Du sparst Geld.
  • Als Schutz kannst Du auch Hufschuhe einsetzen.
  • Das Horn des Hufes bleibt intakt

 

Für das Beschlagen können sprechen:

  • Wenn das Pferd viel auf harten Böden läuft, erfolgt ohne Eisen ein zu starker Abrieb.
  • Das Pferd geht ohne Hufeisen sehr fühlig.
  • Die Hornproduktion ist schwach. Orthopädische Gründe wie Fehlstellungen liegen vor.
  • Eine Erkrankung wie Hufrehe, Hufgeschwür oder Hufkrebs heilt ab.
  • Auch bei Kunststoffeisen zum Kleben entstehen keine Löcher im Horn.

Im Zweifelsfall sprichst Du mit Tierarzt, Schmied und Barhufbearbeiter. Ein guter Hufschmied wird Dir nicht ohne Not zu Hufeisen raten, die nicht erforderlich sind. Denn im Verhältnis zum Ausschneiden verdient er am Beschlagen nicht viel.

Hufbeschlag aus orthopädischen Gründen oder bei Krankheiten

Oft heißt es, dass der Hufbeschlag bei einem Pferd aus orthopädischen Gesichtspunkten notwendig oder zumindest ratsam sind. Auch bei bestimmten Erkrankungen des Bewegungsapparates oder nach Hufgeschwüren können Hufeisen eine sinnvolle Sache sein.

Die Meinungen in der gutefrage Community über orthopädischen Hufbeschlag gehen auseinander:

  • Hufeisen können Fehlstellungen noch verstärken.
  • Nach einem Hufgeschwür kann eine Platte zwischen Huf und Eisen das neue Horn schützen.
  • Man kann einen Huf mit der richtigen Technik auch ohne Eisen in die gewünschte Form bringen.
  • Ein orthopädischer Beschlag nimmt dem Huf den Anreiz, in die richtige Richtung zu wachsen.
  • Antwort
    „Wenn du willst, das diese leichte Fehlstellung viiieeell schlimmer wird, dann machst du da jetzt auch noch Eisen drauf. Hier hilft dir ein guter Huforthopäde oder anderer guter Hufmensch weiter. Beschlagen würde ich hier unter keinen Umständen.“

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  • Antwort
    Darüber hinaus können Hufeisen auch die Aufgabe haben, den Huf und die Beinstellung von Pferden aus gesundheitlichen Gründen zu verbessern, dies ist dann eine Frage der Tiermedizin und wird mit dem fachkundigen Tierarzt besprochen und dann von ihm entschieden.“

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  • Antwort
    „Bei einer Entzündung [...] bildet sich ein Hohlraum mit Entzündungsflüssigkeit. Das tut dem Pferd weh und wenn es nicht von allein aufgeht, muss es vom TA oder Schmied geöffnet werden. [...] Um diese empfindliche Stelle zu schützen legt man zwischen Huf und Eisen eine Platte.“

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  • Antwort
    „Würde auf keinen Fall einen Beschlag drauf machen, wie schon erwähnt wurde, kann man mit der richtigen Technik den Huf auch sehr gut selbst in gewünschte Formen bringen. Such dir einen Barhufpfleger oder einen Hufstatiker, der schon erfolgreich mit Bockhufen gearbeitet hat […].“

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  • Antwort
    „Hat es Fehlstellungen oder zu niedrige Trachten, dann muss es sogar Spezialeisen haben. Bei Krankheiten wie Hufrehe empfiehlt es sich welche draufmachen zu lassen, um eine Hufbeinabsenkung zu vermeiden.“

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  • Antwort
    „[...] jeglichen Anreiz nimmt, in die richtige Richtung zu wachsen, denn er bekommt den Reiz, richtig zu wachsen, grade entlastet und es wird immer schlimmer und diese Schiefstellungen kommen schon bald in den Gelenken der Gliedmaße an und Dein Pferd bekommt dann […] Arthrosen.“

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Bei offensichtlichen Fehlstellungen der Pferdebeine und Hufe scheint der Fall auf den ersten Blick klar zu sein: Hufeisen können – ähnlich wie orthopädische Schuheinlagen beim Menschen – Abhilfe schaffen.

Trotzdem sind sie unter Pferdebesitzern umstritten: Denn anders bei der Fußform und -position eines Menschen kann auch schon durch eine entsprechende Barhufbearbeitung beim Pferd ein Unterschied in der Hufstellung erzielt werden.

Die Frage, ob ein orthopädischer Hufbeschlag sinnvoll ist, überlässt Du am besten dem Tierarzt sowie einem Experten auf dem Gebiet, der sich mit Hufbeschlag und Barhufbearbeitung gleichermaßen auskennt und im Einzelfall eine wirklich fundierte Entscheidung treffen kann.

Welche Formen von orthopädischem Hufbeschlag als Alternative zum Standard-Hufeisen gibt es?

  • Breite Beschuhung: bietet dem Strahl mehr Bodenkontakt
  • Gerade Beschuhung: zusätzlicher Balken an der Hinterseite, vergrößert die Bodenhaftung im hinteren Teil
  • Ovaler Hufbeschlag: hinten geschlossen; bei Problemen am Sprunggelenk und Kahnbeinerkrankung
  • Herzförmiger Hufbeschlag: zur Unterstützung der Behandlung von Hufrehe; verteilt das Gewicht auf Strahl und Tragrand

Stege und Verbreiterungen können die Sehnen entlasten oder Fehlstellungen entgegenwirken. Außerdem kommen häufig weitere Komponenten hinzu – bei Hufpolsterbeschlägen etwa Leder- oder Kunststoffsohlen, die auch eine Schutzfunktion haben.

Sind Hufeisen im Winter sinnvoll – und was ist dabei zu beachten?

Ausritte auf Schnee oder gefrorenen Böden stellen Pferd und Reiter vor besondere Herausforderungen: Die Rutschgefahr steigt, der Schnee kann sich im Huf aufstollen. Daher stellst Du Dir zu Recht die Frage, ob Dein Pferd auch im Winter Hufeisen tragen oder besser barhuf gehen soll.

Die Nutzer der gutefrage Community reiten auch im Winter aus und können daher Empfehlungen geben:

  • Tipp 1: Hufgrip und Widia-Stifte verhindern das Rutschen und Aufstollen.
  • Tipp 2: Gripps können vom Schmied fest eingenagelt oder bei Bedarf eingesetzt werden.
  • Tipp 3: Der Hufschmied kann sinnvolle Tipps geben.
  • Tipp 4: Stollen und Hufeisen sind im Winter zu gefährlich.
  • Tipp 5: Gerade im Winter können Pferde sich barhuf gut ausbalancieren.
  • Tipp 6: Die Hufe können sich im Winter vom Beschlag erholen.
  • Tipp 7: Durch Aufstollungen unter dem Eisen kann das Pferd umknicken.
  • Tipp 8: Auf Neuschnee ohne Eisplatten darunter rutscht das Pferd nicht.
  • Antwort
    „Meine Pferde haben alle im Winter standardmäßig Hufgrip drin und Widia-Stifte auf den Eisen - so rutschen sie nicht und der Schnee kann nicht aufstollen, weder beim Ausreiten, noch auf dem Paddock.“

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  • Antwort
    „Mit Eisen nimmt man Grips. Es gibt solche, die der Schmied mit rein nagelt, Ober auch welche, die sind eine Art Feder, die man bei Bedarf rein spannt. Ob das bei Duplos geht, weiß ich nicht. Aber der Schmied sollte dir einen Vorschlag machen können.“

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  • Antwort
    „Keine Stollen und auch keine Eisen und schon gar nicht im Winter, da zu gefährlich für Ross und Reiter. Versuch mal dein Pferd barhuf (speziell im Winter) zu reiten und zu arbeiten und du wirst sehen, wie perfekt sich ein Pferd selbst ausbalancieren kann.“

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  • Antwort
    „Ich mache die Eisen im Winter immer runter [...]. Außerdem kann sich der Huf von den Eisen etwas erholen. […] Die Stollen die sich unter den Hufen bilden, sind ja nicht nur schwer rauszubekommen, die Pferde können auch schneller umknicken.“

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  • Antwort
    „Im Normalfall sollte da bei Neuschnee (nicht festgefahrener Schnee!) nichts rutschen, sofern sich untendrunter keine Eisplatten gebildet haben. Ich reiten meine Stute immer ohne Stollen nur eben mit Grips (damit nichts aufstollt) und das klappt super auf den Wiesenwegen.“

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Wenn es darum geht, ob Du Deinem Pferd im Winter die Hufeisen abnehmen lassen solltest oder ihm einen speziellen Winterbeschlag gönnst, stelle Dir zunächst ein paar Fragen:

  • Reitest Du im Winter aus?
  • Hast Du die Möglichkeit, bei kaltem Wetter eine Reithalle zu nutzen?
  • Steht das Pferd bei jeder Wetterlage auf einer Winterweide, hat es täglich viel Auslauf auf einem Paddock oder lebt es vorwiegend in Boxenhaltung?
  • Lebst Du in einer schneereichen Gegend oder liegt höchstens an einzelnen Tagen Schnee?

Grundsätzlich bestehen im Winter insbesondere bei beschlagenen Pferden zwei Gefahren: Das Rutschen auf vereisten Böden und das Aufstollen von Schnee im Huf.

Mit normalen glatten Hufeisen läuft Dein Pferd Gefahr, auf eisglatten Böden wegzurutschen. Besonders große Gefahr besteht hier auf harten Böden wie Asphalt – nicht nur beim Ausritt, sondern auch beim Führen am Hof. Stollen in unterschiedlichen Formen oder Widia-Stifte im Hufeisen können das Rutschen verhindern.

Die Stollen werden häufig fest aufgeschweißt oder mit eingenagelt, aber es gibt auch abnehmbare Varianten. Bedenke beim Einsatz von Stollen immer, dass sie zwar die Griffigkeit der Eisen verbessern, aber bei Drehbewegungen leicht zu Verletzungen führen können. Auch bei der Herdenhaltung können sie bei Tritten größere Wunden verursachen. Abnehmbare Schraubstollen kommen nur dann zum Einsatz, wenn sie wirklich benötigt werden, allerdings ist das Ein- und Ausdrehen sowie die Pflege der Gewinde mit Zusatzaufwand verbunden.

Widia-Stifte sind abgerundet und relativ flach. Dadurch ist die Verletzungsgefahr so gut wie nicht vorhanden.

Das Aufstollen von Schnee im Huf entsteht durch den Kontrast aus der Wärme des Hufes und der Kälte des Hufeisens. Sie entstehen also nur bei beschlagenen Pferden. Diese Verklumpungen können zum Stolpern oder Umknicken führen und so Verletzungen beim Pferd und auch beim Reiter verursachen. Auch das Verwenden von Huffett als Trennmittel hilft nicht, um den Schnee aus dem Huf herauszuhalten. Du kannst das Aufstollen mit einem speziellen Grip aus Gummi verhindern. Dabei handelt es sich um eine Einlage, die zwischen Eisen und Huf aufgenagelt wird. An der Innenseite befindet sich ein Wulst, das Ansetzen des Schnees verhindert. Der Huf kann atmen und ist weniger Feuchtigkeit ausgesetzt. Wenn Dein Pferd im Winter beschlagen und viel draußen ist, ist ein spezieller Winterbeschlag also sehr sinnvoll – oder Du lässt es für einige Monate ohne Hufeisen laufen. Falls es nur in der Box steht und Du in der Halle reitest, wo der Boden nicht gefriert, reicht der normale Beschlag aus.

Es muss nicht immer Stahl sein: Hufeisen aus alternativen Materialien

Die Verfahren und Materialien im Hufbeschlag entwickeln sich immer weiter. Längst sind moderne Werkstoffe wie Kunststoff hinzugekommen, aus denen die Hufeisen zumindest teilweise bestehen. Aber sind die neuen Hufeisen-Arten wirklich die Zukunft oder hat das gute alte Hufeisen aus Stahl noch lange nicht ausgedient?

In der gutefrage Community gibt es bereits erste Erfahrungen mit Hufeisen aus Kunststoff und Co.:

  • Ein Kunststoffbeschlag klebt im Gegensatz zum Eisenbeschlag am Boden fest.
  • Drehbewegungen sind fast unmöglich und die Belastung der Beingelenke hoch.
  • Fühligkeit der Hufe im Gelände verringert sich.
  • Kleben oder Nageln ist möglich.
  • Immer mehr Hufschmiede setzen auf moderne Werkstoffe.
  • Antwort
    „Kunststoffbeschlag hat genauso viele Nachteile wie Eisenbeschlag [...]Er bewegt sich zwar, dafür "klebt" der Kunststoff am Boden fest, wo ein Eisen noch rutscht wie ein Huf (Beispiel: Aus der Box um die Kurve auf der betonierten Stallgasse [...]“

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  • Antwort
    „Duplos kleben richtig am Boden, Drehbewegungen sind fast unmöglich und die Beingelenke werden ziemlich belastet. Es ist immer am besten ein Pferd auf Barhuf laufen zu lassen. [...] Wenn sich die Hufe zu stark abnutzen [...] dann greift man lieber zu Hufschuhen.“

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  • Antwort
    „[...] hatte mit meiner kleinen ein ähnliches Problem und hab auch einen Gummibeschlag ausprobiert. sie war immer total fühlig im Gelände und ist immer von den Wegen ins Gras. Mit dem Gummibeschlag gings super“

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  • Antwort
    „Was wäre denn bei euch mit Gummi-Eisen, also Duplos? Können geklebt werden und genagelt werden, stoppen aber auch durch das Gummi - während Eisen eher rutschen. Beides blöd für die Gelenke. Es gibt wohl durchaus Pferde, die damit gut klarkommen.“

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  • Antwort
    „Der letzte Hufschmied [...] berichtete mir aber davon, dass das „klassische“ Hufschmiedehandwerk sich immer mehr auf moderne Werkstoffe verlagere: Anstatt der berühmten Hufeisen aus Metall kämen Kunststoff-„Schuhe“ zum Einsatz, die nicht mehr genagelt, sondern geklebt würden.“

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Die Idee, Kunststoff-Hufbeschläge zu verwenden, ist gar nicht so neu, wie Du vielleicht denkst: Bereits um 1880 gab es erste Experimente, die jedoch an der Materialqualität scheiterten – schließlich muss ein Hufbeschlag viel aushalten. Erst ab 1980 haben sich die neuen Materialien ausgebreitet. Sie finden vor allem im Trabrennsport Anwendung, weil sie sehr leicht sind.

Ein großer Vorteil der leichten Kunststoffbeschläge ist die geringere Verletzungsgefahr im Vergleich zu normalen Hufeisen. Wenn Dein Pferd in der Herde auf der Weide steht und nicht barhuf gehen soll, können Kunststoffeisen eine Alternative, um Verletzungen bei kleinen Rangeleien zu vermindern.

Auch auf den Huf selbst wirkt ein Kunststoffbeschlagetwas anders als ein Eisenbeschlag: Zu den Nachteilen eines gewöhnlichen Hufeisens zählt das Anheben des Strahls, dem dann der wichtige Bodenkontakt fehlt. Die ansonsten leicht elastische Hornkapsel wird versteift, Schwingungen gehen auf Knochen und Gelenke über und begünstigen deren Verschleiß. Beim Hufbeschlag aus weichem, leichtem Kunststoff entfallen diese Nebenwirkungen zum größten Teil. Kunststoff-Hufeisen haben stoßdämpfende Eigenschaften – ähnlich wie das federnde Horn des Hufes. Je nach Ausführung wird der Kunststoffbeschlag auf herkömmliche Weise aufgenagelt oder hufschonend aufgeklebt – dann entstehen keine Löcher. Zu den Kunststoffbeschlägen zählen auch die Duplo-Verbundbeschläge mit nachgiebigem Gummi. Sie sind in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich und sitzen dank Noppen fest am Tragrand des Hufes. An der Unterseite befindet sich ein Profil, das die Griffigkeit auf dem Boden erhöht. Zahlreiche Sonderausführungen eignen sich auch für alle denkbaren orthopädischen Probleme.

Außerdem gibt es Hufeisen aus Aluminium. Sie kommen aus dem Rennsport, sind aber längst im Freizeitbereich angekommen. In der Regel handelt es sich um eine Aluminiumlegierung, um dem allzu schnellen Verschleiß vorzubeugen. Ihr großer Vorteil ist das geringe Gewicht. Alu-Hufeisen sind daher ideal, um junge Pferde an den Hufbeschlag zu gewöhnen. Aber auch bei verschiedenen Krankheitsbildern wie Hufrehe, Arthrose oder Sehnenerkrankungen stellen sie eine schonende Alternative zu den herkömmlichen, schweren Hufeisen dar.

Ob Deine Hufeisen aus Stahl, Kunststoff oder Aluminium sein sollten, klärst Du am besten mit Deinem Hufschmied – bei Sportpferden oder manchen Erkrankungen sind die Alternativmaterialien sinnvoll.

Was kostet Hufbeschlag?

Die immer wiederkehrenden Kosten für den Hufschmied solltest Du unbedingt in Dein Budget für die Pferdehaltung einrechnen. Je nachdem, ob Dein Pferd beschlagen ist – und vielleicht sogar einen Spezialbeschlag benötigt – oder barhuf geht, fallen die Kosten sehr unterschiedlich aus.

Eng damit verbunden ist eine Frage nach der Häufigkeit: Denn sowohl auf Deine Ausgaben als auch Deine Zeitplanung wirkt sich aus, wie oft der Schmied oder Barhufbearbeiter im Stall vorbei schauen muss. Schließlich sollte ja auch jemand anwesend sein, um das Pferd von der Weide zu holen oder bei Problemen zu assistieren.

Die Nutzer aus der gutefrage Community haben einige Erfahrungswerte sammeln können:

  • Ca. 80-100 € für einen Komplettbeschlag für alle vier Hufe ist billig, man sollte eher mit ca. 100-150 € rechnen.
  • Der Schmied sollte alle 6-8 Wochen kommen.
  • Die Häufigkeit hängt vom Hufwachstum ab
  • Die Kosten beginnen ab ca. 25 € für Barhufer.
  • Bei Barhufern können die Hufe einreißen, daher sind 4-6 Wochen sinnvoll.
  • Antwort
    „Also wir zahlen bei unserem Schmied 80-100€ für alle vier neu beschlagen. Allerdings ist das sehr billig und ich würde eher mit 100-150€ rechnen! Alle 6-8 Wochen muss der Schmied kommen und die Eisen wechseln und den Huf korrigieren.“

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  • Antwort
    „alle vier kosten über den Daumen gepeilt, 80 Euro inklusive neuen Eisen. meine Pferde lasse ich im Winter barfuss gehen damit die Hufe sich über diese Zeit erholen können [….] Der Erstbeschlag kostet gleich [...] alle 8 Woche, wenn dein Schmied gut ist und wenn die Hufe ganz […]

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  • Antwort
    „Meine Stute ist komplett beschlagen und ich zahl pro Besuch des Schmiedes zwischen 70 und 120€. Das kommt darauf an, ob er eh schon in der Gegend ist […]. Da sie ein sehr langsames aber konstantes Hufwachstum hat, brauch ich den Schmied nur alle 8 Wochen.“

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  • Antwort
    „Das kostet so um die 25 Euro aufwärts (Bei uns kostet das für Barhufer 25) . Aber ein Hufschmied muss alle vier bis sechs Wochen kommen, auch bei Barhufern. Die Hufe können einreißen, und je länger das bleibt, desto tiefer reißt das ein“

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Der Hufbeschlag oder die Barhufbearbeitung gehören zu den Kosten, die Du auf jeden Fall in Dein Budget für die Pferdehaltung einkalkulieren musst. Wenn Spezialbeschläge notwendig werden, kann es schon einmal etwas teurer werden.

Auch wenn Dein Pferd barhuf läuft, muss alle paar Wochen der Hufschmied oder Barhufbearbeiter zum Ausschneiden der Hufe kommen. Dafür kannst Du etwa 20-25 € pro Besuch einplanen. Hier sollte die Dauer zwischen dein einzelnen Besuchen bei ca. 4-6 Wochen liegen. Beim Beschlagen bearbeitet der Hufschmied ebenfalls zunächst den Huf und kürzt ihn. Zu diesem Aufwand als Basisbetrag kommt dann noch die Arbeit des Anpassens und Aufbringens der Hufeisen hinzu. Wenn Dein Pferd nur vorne beschlagen ist, sparst Du schon einmal Kosten gegenüber dem Komplettbeschlag aller vier Hufe.

Auf den Preis für den Hufbeschlag wirken sich die Materialkosten erheblich aus: Herkömmliche Stahl-Hufeisen sind günstiger als Kunststoff oder Aluminium. Auch Sonderformen sind in der Regel teurer.

Bedenke immer, dass der Hufschmied auch seine Anfahrtskosten mit einpreisen muss. Wenn er direkt in Stallnähe ansässig ist oder Ihr Euch die Schmiedtermine für mehrere Pferde teilt, wird es also in der Regel etwas günstiger.

Über diesen Text

Aktualisiert am: 01. August 2019

Für diesen Text wurden verschiedene Nutzer-Antworten und Erfahrungsberichte aus der gutefrage-Community gesammelt, redaktionell geprüft und aufbereitet.

 

Über die Autorin

Sonja Kraus ist studierte Germanistin und Linguistin. Seit vielen Jahren ist sie im Online-Bereich tätig und hat ein Herz für Texte, die für den Leser geschrieben sind. Seit 2019 ergänzt sie das Team der gutefrage-Redaktion.

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