Bei Roeckl gibt es durchaus ein bisschen Passformunterschiede zwischen den Modellen, die musst also anprobieren. Ich mag sehr viele Roeckl Modelle sehr gern, doch der Roeck Grip geht gar nicht. Den würde ich unter keinen Umständen kaufen, der ist für mich schlechter als ein normaler 3-Euro-Arbeitshandschuh mit gummierter Innenhand. Die Nähte tragen mir viel zu sehr auf und sitzen an den Fingerspitzen da, wo sie am Fingernagel stören. Sehr unangenehm. Und er hält nichts aus. Jeder andere Roeckl Handschuh hält um ein Vielfaches länger und ist auch nicht teurer. Warum die den Grip so minderwertig fertigen, ist mir ein Rätsel. Um die 30 Euro bekomme ich durchaus Handschuhe, die fünfmal so lang halten. Ich hab schon ein paarmal welche gekauft, weil bei einem Hersteller, der eigentlich gute Qualität macht, denkt man ja eher, dass dieses eine Modell eben Ausschuss war, dass sie da mal schlechteres Textil bekommen haben, dass da mal ein Nähfehler passiert ist, weshalb die Naht an dieser Stelle gelandet ist oder wie auch immer. Nein, immer dasselbe. Kaufe ich nicht mehr.

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Wie wurde denn vom Tierarzt untersucht? Geschabsel genommen und ins Labor gegeben? Weil ein Sichtbefund bringt meist gar nichts und bei vielen Tierärzten sieht man doch, dass sie das Pferd anschauen und nach Sichtbefund urteilen.

Dann kann ein Blutbild Aufschluss über einige Mängel geben, nur über Zink nicht so wirklich, denn beim Zink wird Blut bevorzugt bedient, d.h. wenn das Zink noch reicht, um den Blutwert in Ordnung zu halten, ist immer noch nicht gesagt, ob es für die Zellen auch reicht. Aber immerhin kann man mit Zink nicht vergiften, d.h. wenn die Symptome drauf hindeuten, kann man welches geben, ohne dass es dem Pferd schadet. Was man bei Zinkmangel im Blut sieht, ist ein niedriger Selenwert, weil das korrespondiert. Manche Tierärzte raten dann dazu, Selen zu füttern, was eine Tierärztin, die ich kenne, aber für Unsinn hält, denn Selenüberschuss kann durchaus vergiften und das steigt von selbst wieder mit an, wenn man Zink supplementiert.

Flechten SCHADET der Mähne - ich weiß, dass es viele gibt, die denken, es sei anders, aber ich habe noch kein Pferd gesehen, dem es etwas geholfen hat. Eher im Gegenteil: Flicht man eng, hat die Haarwurzel alleine durch das Gehen des Pferdes Zug, was bei einer nicht besonders kräftigen Haarwurzel das Ausfallen fördert. Mit den Flechtungen können sie leichter noch wo hängen bleiben, wo sie sich scheuern und reißen dann eher mehr Haare aus, als wenn sie mit einzelnen Haaren hängen bleiben. Hätten wir früher ohne Grund wie z.B. Turnier oder Show das Langhaar der Pferde geflochten, hätten unsere Pferdebesitzer uns hochkant raus geworfen. Auch wurde für's Turnier nicht bereits am Vorabend eingeflochten, sondern erst, wenn es so weit war und dann direkt wieder auf gemacht.

Wichtig ist tägliches Durchbürsten, wirklich ab dem Mähnenkamm, denn das massiert den Mähnenkamm und trennt die Haare voneinander, sodass beim Scheuern nur die betroffenen Haare ausgehen und nicht noch die daneben. Und dann eben die Ursache suchen und abstellen. Klar scheuern sich Pferde im Fellwechsel ein bisschen. Aber viel scheuern sieht man eigentlich nur Pferde, die Zinkmangelsymptome zeigen, denn die sind einfach auf alle Störungen der Haut empfindlicher als welche mit hohem Zinkspiegel. Vor gut zwei Monaten war der Fellwechsel im vollen Gange. Der beginnt jeweils mit der Sonnwende, also zum Winterfell hin mit der Sommersonnwende, zum Sommerfell hin mit der Wintersonnwende. Höhepunkt des Fellwechsels ist dann 2 bis 3 Monate danach, also zum Winterfell hin letztes Drittel August bis letztes Drittel September, zum Sommerfell hin letztes Drittel Februar bis letztes Drittel März. Der Fellwechsel zieht hauptsächlich Zink. Nun haben wir Pferde mit mehr oder weniger Bedarf an Zink, das ist ganz normal, dass nicht jedes Individuum denselben Bedarf hat, weshalb es nur Richtwerte geben kann und wir haben in Deutschland noch vereinzelt Böden, die viel Zink liefern, aber viel mehr Böden, die wenig Zink liefern, d.h. in dem darauf gewachsenen Heu und Weidegras und Hafer ist eher wenig vorhanden, sodass man von Zeit zu Zeit was supplementieren muss. Wenn man sie mal auf einem hohen Level hat, kann man sie gut durch Fütterung von ein paar Sonnenblumenkernen täglich (viel Zink in der Schale) hoch halten. Vom Mangel raus bekommen kann man sie damit nicht, da würden diese ölhaltigen Kerne mehr Schaden anrichten als nützen, weil man extreme Mengen geben müsste (im Bereich von kg). Da muss man mal zu einem Zinksupplement greifen, am besten einem möglichst reinen Zinkchelat, also auch mit wenig Trägerstoff. Da die Pferde das manchmal nicht so gut fressen, gibt es Zinkchelatprodukte, wo eine Menge Zucker mit drin ist. Allerdings schwächt Zucker die Zinkaufnahme im Darm, was ja meist die Ursache des Problems ist. Daher immer auch die restliche Fütterung betrachten, ob es mehr Zucker gibt als unbedingt nötig oder sonst was, was jetzt nicht sooo verdauungsfördernd ist.

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Beim Longieren käme er nicht nach innen, aber bei dem, was viele unter diesem Begriff verstehen, kommt sowas raus. Heute lernt ja kaum mehr jemand longieren. Ein Pferd am Kappzaum wirklich longieren zu lernen und nicht nur irgendwie angeleint laufen zu lassen, hat einen ähnlichen Ausbildungsumfang wie reiten lernen. Beim einen sitzt man oben und muss die Bewegung auch mit koordinieren lernen und beim anderen muss man die Schenkel- und Gewichtshilfen ersetzen, weil man am Boden diese nicht zur Verfügung hat und muss deshalb vieles lernen.

Longieren beginnt ja IMMER am Pferd mitgehend und man zieht sich nur dann in die Mitte zurück, wenn die Qualität der Bewegung des Pferdes dabei erhalten bleibt. Bleibt diese nicht, dann muss man eben weiterhin mitlaufen. Genauso, wenn das Pferd beginnt, die Hilfen nicht mehr zu verstehen (meist, weil sie einfach falsch sind und man das beim direkten Mitlaufen über Führen ausgleicht, was man über Körpersprache zu machen nicht gelernt hat).

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Die Usache des Problems hast Du schon selbst genannt. "mich mit den Schenkeln festhalte" ist das schlechteste, was man machen kann, das katapultiert einen schlichtweg aus dem Sattel. Einfach sitzen lautet die Devise. Da man das anfangs noch nicht so gut kann, weil man die Muskulatur dafür erst entwickeln muss, nimmt man bei gutem Unterricht im ungefähr ersten Jahr noch keine schwunghaften Gangarten hinzu, sondern lernt im Schritt sein Pferd gut über den Rücken zu reiten. Dann kommen Trab und Galopp in sehr kurzen Reprisen hinzu. Da man noch nichts an der Gangart verändern muss, kann man hier die Beine einfach entspannt am Pferdeleib ruhen lassen, um eben nicht ins Klemmen zu kommen und ausschließlich auf seinem Hintern zu sitzen.

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Jetzt im Herbst sollen die Hufe wieder weich werden, weil sie sich ja dem Boden anpassen. DAS ist nicht das Problem der Hufe Deines Pferdes. Aus dem Winkel kann man zwar nicht alles beurteilen, aber wenn der Hufbearbeiter schon länger dran ist, kann man ihm zumindest Inkompetenz bescheinigen. Da würde ich mal jemanden suchen, der die Hufe ordentlich in Balance bringt, denn so geht das zu sehr auf Sehnen und Gelenke und jedes Training überanstrengt das Pferd, dem reicht sein Alltag schon. Zeigt es vielleicht nicht, denn Folgen von Überanstrengung werden erst später sichtbar, wenn sich deshalb Arthrosen und andere Verschleißerscheinungen bilden.

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Ich wüsste jetzt keinen Grund, warum ich sowas machen würde, dass ich meine Pferde in unterschiedliche Ställe stelle, denn einen Stall suche ich nach der Haltung der Pferde aus und warum sollte ich die dem einen Pferd gönnen und dem anderen nicht? Das ergibt doch keinen Sinn. Und ich bin 2 bis 2,5 Stunden im Stall, wenn ich mit einem Pferd arbeite, wenn ich mit beiden arbeite, 2,5 Stunden bis 3 Stunden, je nachdem, wie ausführliche die Arbeit ausfälllt. Wenn ich mir denke, dann noch fahren etc. ... ich könnt's nach Feierabend nicht leisten.

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Wenn man auch ein Warmblut im Galopp drin arbeiten lassen möchte, sollten es schon 18 m Durchmesser sein. Unser Roundpen hat 18 m und das würde ich jetzt noch nicht für die ganz jungen Pferde im Galopp nutzen, bei Pferden, die schon ein bisschen Kraft haben, kommt gelegentlich mal ein Huf an die Wand, aber eher seltener.

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Ich würde es nicht erlauben. Schon gleich gar nicht nach der Reitstunde. WENN dann als gezielt eingesetztes Futterlob während der Arbeit. DANN aber hat das im Pferd angekommen zu sein, wenn das Pferd noch überlegt, ob das jetzt das war, was man von ihm wollte. Wenn man mal abgesessen ist, bringt es nichts außer einer Zuckerbelastung, egal, woraus es besteht.

Obst und Gemüse kommt in unsere Pferde gar nicht und wenn, dann rationiert von uns. Wir haben einen EMS-Kandidaten, der inzwischen völlig symptomfrei ist, aber dazu gehört auch unsere Disziplin, egal, wie der guckt. Ich würde dem Kind etwas über Pferdefütterung beibringen und dabei lernt es dann auch gleich, warum da eben keine Leckerli rein gehören. Ich versteh aber eh nicht, warum man heute die Anfänger auf's Pferd lässt, bevor sie die grundlegende Theorie (wie z.B. auch Fütterung) gelernt haben. Bei uns war das noch anders rum.

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Ich denke nicht, dass es versicherungsrechtliche Gründe hat, sondern der Grund ist, dass jeder, der ein Schlachtpferd einstallt, über ALLE Pferde, auch über die Nichtschlachtpferde ein Stallbuch führen muss, in dem jede Medikation vermerkt ist. Das heißt, in dem Moment, wo er ein Schlachtpferd aufnimmt, darf er sich von jedem Einsteller sagen lassen, welche Augensalbe der heute bekommen hat für sein Pferd, wann welches Pferd geimpft wurde und, und, und und muss das mit Nachweis eintragen. Ist nunmal in Betrieben, die Schlachttiere halten, so und wird vom Veterinäramt kontrolliert.

Daher sollte jeder, der nicht vor hat, das Fleisch seines Equiden zu verzehren, das Pferd zum Nichtschlachtpferd umschreiben. Dafür braucht man auch keinen Tierarzt und auch nicht den Verband, sondern trägt es an der entsprechenden Stelle im Equidenpass ein und fertig. Der Tierarzt hat mir seinerzeit gezeigt, wo ich es einzutragen habe, damit ich mir gar nicht erst die Mühe machen muss, die richtige Stelle zu suchen.

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Immer das Modell, das dem Pferd passt und dabei kommt es bei weitem nicht nur auf die Länge und Breite an. Für die Maße unserer Wallache gäbe es bestimmt 20 Modelle, die alle passen würden - jedoch habe ich im Endeffekt zwei zur Auswahl, die nicht ungünstig gebaut sind für die Gesundheit der Gliedmaße (die, die über den Hufknorpel ziehen wie z.B. der Floating Boot beispielsweise werden von den Fachleuten kritisch gesehen, weil es durch den permanenten latenten Druck leider zu Hufknorpelverknöcherungen kommen kann, die das Pferd langfristig einschränken), die nicht völlig unwirtschaftlich sind wie diese Teile mit dem anklebbaren Klett, die grade auf den Markt drängen UND die zur Hufform passen.

Bei der Hufform spielen Dinge mit rein wie Steilheit der Wände, Höhe der Trachten, Gesamthöhe des Hufs ... das ist eben nicht, wie einem manche Hufbearbeiter erzählen ein von-bis-Wert, den man herstellt und dann ist das so, sondern da hat jedes Pferd zur Anatomie und zur Nutzung seiner spezifischen Anatomie passend ein Ideal, das ein guter Hufbearbeiter korrekt herzustellen weiß - und entsprechend passt dem einen Pferd Schuh A, der beim anderen Pferd nur ständig abfliegen würde. Das braucht dann eben Modell B.

Der Hufbearbeiter kennt die Hufe wie kein anderer und weiß auch, ob da vielleicht noch eine Veränderung bevorsteht, weil das Ideal noch nicht erreicht ist. Daher IMMER von dem beraten lassen.

Schön für den Pferdebesitzer ist natürlich, wenn der Easyboot Glove passt. Da kann man sich dann freuen, weil an dem ist derart wenig dran, was kaputt gehen kann, ich hatte noch nie einen langlebigeren Schuh. Dazu kommt, dass er so ausgestaltet ist, dass die Größe der Sohle außen, auf die das Pferd fußt, exakt so ist wie die Größe des Hufs und von der Lage her auch genau da ist, wo das Pferd mit seinem natürlichen Fußungsverhalten auch barhuf hin treten würde, das heißt, für das Pferd ist laufen mit diesem Schuh absolut ermüdungsfrei. Wenn wie jetzt ... welcher fällt mir ein ... beim Cavallo ... die Sohle größer ist, muss sich das Pferd eine Nuance anders bewegen als ohne - und wird entsprechend ein bisschen schneller müde als wenn es auf dem eigenen Huf laufen würde. Der Barhuf ist natürlich immer optimal, aber wenn man einfach zu groben Schotter hat und das Pferd (noch) nicht gut genug dran gewöhnt ist oder extrem viel Abrieb hat, weil man beispielsweise als Touristenkutsche viel auf der Straße ist, dann kann so ein Schuh schon gute Dienste leisten. Es ist auch praktisch, Schuhe zu haben, wenn der Hufbearbeiter kommt und gerne eingeweichte Hufe hätte - dann muss man nicht lang rum tun, wie man das macht: Schuhe anziehen, Beine duschen, Pferd laufen lassen, nach einer Dreiviertelstunde sind die perfekt zum Hufe schneiden.

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Stallhalfter kommt mit, irgendeinen Griff braucht das Pferd ja. Da meist ein älterer und sehr kurzer Strick mitkommt, sollte man selbst ein langes Führ- und Anbindeseil (3m hat ein gutes Seil) sowie einen Anbindehalsriemen haben, denn heute binden sehr viele am Halfter an, sodass eben auch das Halfter mitkommt und kein Halsriemen.

Dann sollte ein Thermometer vorhanden sein, um die PAT-Werte bestimmen zu können. Alles andere an Stallapotheke sammelt sich im Lauf der Jahre an.

Und alles, was man für die Arbeit benötigt, sollte passen und demnach dann angeschafft werden, wenn das Pferd da ist. Da es wichtig ist, ihm Zeit zu geben, sich einzugewöhnen, muss man mit ihm in den ersten Tagen eh nichts arbeiten.

Wichtiger ist dann, schonmal gute Dienstleister ausgespäht zu haben, denn es ist auch blöd, wenn erst mal zwei Stümper an den Hufen sind, bis die mal jemand korrekt bearbeitet oder so. Also Stall mit möglichst 24 Stunden Bewegung, Tierarzt als Hausarzt, die Spezialisten wie z.B. Zahnarzt, auf manuelleTherapien spezialisierter Tierarzt, Hufbearbeiter (ich rate zum Huforthopäden, hab noch keinen anderen gesehen, der auch nur halbwegs brauchbare Hufe erzeugt), Sattler, wenn man reiten möchte oder eben, um andere Ledersachen zu kaufen, weil man da für's gleiche Geld bessere Qualität in individuell angepasst bekommt. Reitlehrer, wenn man reiten möchte und nicht so sicher ist, dass man sein Pferd selbst ausbildet und selbst dann sollte man sich korrigieren lassen. Auch die Profis haben alle Trainer.

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Jede Trense liegt anders im Pferdemaul. Du kannst auch zwei einfach gebrochene nicht vergleichen. Der Unterschied zwischen einer, die eher gestreckt liegt und einer, die weniger gestreckt liegt, sind meist 2 cm. Deshalb muss man die anprobieren und das am besten in Zusammenarbeit mit dem Pferdezahnarzt, der die restliche Anatomie checkt. Das geht auch, indem man mit ihm bespricht, was zu kaufen man gedenkt und er einen dahingegend berät und dann kann man die Breite selbst aussuchen eben je nachdem, wie es liegt.

Sei Dir aber dessen bewusst, dass, wenn man die subjektiven Vorlieben vom Pferd und die zügelführende Hand des Reiters mal außen vor lässt, die doppelt gebrochenen "unklarer" für das Pferd sind und dabei von der Kraftwirkung noch stärker. Sprich, das Pferd spürt im Zweifel mehr, kann aber weniger raus lesen (gibt dazu auch wissenschaftliche Studien). Mein Pferd mag dennoch seine doppelt gebrochene Trense lieber, wie man definitiv bei lastfreien Zügeln merkt, weshalb ich eben genötigt bin, wirklich absolut korrekt zu reiten, möchte ich ihn nicht stumpf auf die Hilfen machen.

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Hm, eigentlich ist es ein größerer Prozess, eine Quadrille mit Musik zu unterlegen. Schade, dass das heute wohl nicht mehr gelehrt wird. Man reitet eigentlich nicht auf ein einzelnes Stück, sondern sucht was passendes für die Gangarten, für die Figuren, ... Ideal ist natürlich, dass das Pferd niemals den Takt verlässt, den es im Arbeitstrab hat, egal, ob es auf langen Linien Richtung Mitteltrab geht oder auf einer engen Volte gesetzter trabt und da da mehrere Pferde laufen, findet man den genauen Takt sowieso nicht. Aber man kann nicht auf den Rhythmus galoppieren, auf den man trabt etc. und das soll natürlich nicht mit dem Hackbeil gehackt wirken, sondern sauber verblendet und das möglichst an einer passenden Stelle. Ansonsten ist es halt sowas wie das wöchentliche Musikreiten, das es in so vielen Vereinen gibt, wobei doch auch da normal gelehrt wird, zu erkennen, welche Gangarten bei welchem Pferd auf welchen Rhythmus gehen. Das ganze Ding sollte in sich stimmig sein und wenn ich mich schon gegenüber dem Rhythmus taub stelle - oder so geschickt bin, ein Stück zu finden, das genug Rhythmuswechsel drin hat, dann sollte ich wenigstens ein bisschen schauen, werde größere oder eher engere Linien geritten, auf welchem Niveau sind die Reiter, hat man bereits ein Kleidungskonzept, das einen einengen könnte, in welchem Rahmen wird die vorgeführt, ...

Dann sind natürlich die rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären: Wie ist es mit der GEMA? Wenn der Komponist mal 70 Jahre tot ist, spielt das keine große Rolle mehr, ansonsten schon. Das würde jetzt für traditionelle Weihnachtslieder sprechen.

Dazu gebe ich zu bedenken: Wer noch nicht vor diesem Christmaspop-Gedudel weg rennt, muss taub sein. Das sind jedes Jahr wieder dieselben 10 Titel, die über einen Monat ständig überall laufen. Da kriegst ja einen Vogel. Ich schau mir freiwillig keine Quadrille an, die darauf geritten wird, ich bin dann bei meinen Pferden draußen, wo man es nicht hört und wart drauf, dass in der Halle die Musik aus geht. Andere halten das aus, beantworten aber die Nachfrage "wie war die Quadrille" mit einem abfällig angesungenen "Last Christmas", was dann aussagen soll "ich musste mir das anhören, was willst Du da noch zum Reiten wissen, ich hab's nicht beachtet, sondern mit der Nebenfrau gequatscht/meine Mails beantwortet/..." Wäre schade drum.

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Ich nicht. Mir scheint es auch nicht besonders sinnvoll. Als mein Wallach sich mit dem Laufen wirklich schwer tat aufgrund seiner Arthrosen, habe ich drei Stellschrauben gedreht:

  • Aktivstallhaltung, denn für einen Arthrosepatienten gilt, keine zu langen Ruhezeiten, keine engen Wendungen wie beispielsweise in einer Box zwischen Wasser und Heu und eben ganz viel freie Bewegungsmöglichkeit, wann immer ihnen danach ist.
  • Hufe auf Barhuf mit guter Huforthopädie umgestellt, denn ein Risikofaktor für die Entstehung der Arthrose ist der sogenannte Klirrfaktor, den auch kunststoffummantelte Beschlägt haben. Man spürt es, wenn man mal ein Stück Metall, z.B. ein Hufeisen in die Hand nimmt und irgendwo dagegen schlägt, wie sich da die Schwingungen im Eisen bemerkbar machen. Das bekommt ein beschlagenes Pferd mit jedem Schritt bis hoch in die Wirbelsäule. Die Gelenke drunter bekommen es alle ab.

Dadurch kann man nur nicht rückgängig machen, was bereits passiert ist, aber immerhin ausbremsen bis aufhalten kann man die Entwicklung. Für die Schäden, die schon da sind, ist gut:

  • Hagebutten füttern. Die darin enthaltenen Galaktolipide regen die Produktion der Synovia an und die porösen Gelenke gleiten dann wenigstens schmerzfreier. Mit Schmerzen bewegt sich nämlich auch das Aktivstallpferd nicht mehr viel, da bleibt es lieber an einer Raufe. Von Natur aus reicht es Pferden ja immerhin, einmal am Tag eine Wasserstelle zu erreichen. Und Pferde mit Schmerzen machen dann eben nur einmal am Tag den Weg zur Wasserstelle. Was jetzt für einen Patienten, der sich möglichst nicht bewegen darf auch genau richtig ist. Für den Arthrosepatienten, der laufen sollte, aber nicht.

Wenn meine Maßnahmen nicht mehr ausreichen, würde ich mit der Tierärztin, die ihn manuell betreut und ein top Futterwissen hat, abstimmen, wie man noch helfen kann. Aber bisher bewegt er sich wesentlich besser als vor 10 Jahren, wo ich ihn gekauft habe.

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Lederhalfter

Zum Führen/Bodenarbeit ein Lederhalfter. Zum Anbinden generell KEIN Halfter, sondern nur einen Halsriemen. Anbinden am Halfter hab ich noch als lebensgefährlich gelernt und dann sehr oft an Fremdpferden machen müssen und viele schlimme Unfälle beobachtet. Die meisten Unfälle schienen glimpflich abzulaufen, aber die bleibenden Schäden der Halswirbel, die dann manuelle Therapeuten aufdeckten, waren mir zu viele über die Jahre gesehen. Die eigenen Pferde hängen bei mir generell nur am Halsriemen oder sie bleiben an der Hand, sprich, ich halte das Seil permanent in der Hand, so lange ich keinen Halsriemen habe.

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Ich zieh sowas gar nicht an. Ich will mich beim Reiten bewegen können. Daher trage ich oben rum eine warme Jacke und über die Reithose kommt der Reitkilt. Und den verwende ich nicht "ab einer Temperatur", sondern wenn ich draußen bin und mir ist ohne Kilt zu kühl, nehme ich ihn und lege ihn um. Fertig.

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Ein lauffreudiges Pferd (was sie von natur aus sind als Fluchttiere und Flächenbewohner) ist immer auch unter dem Sattel lauffreudig. Wenn nicht, stört ihn irgendwas. Das kann vieles sein.

  • Vielleicht passen die Hufe nicht so gut. Das stört vielleicht alleine noch nicht, vielleicht aber mit Gewicht drauf.
  • Vielleicht stimmt was im Bewegungsapparat nicht. Auch da kann es sein, dass das erst mit Gewicht auffällt.
  • Genauso kann in möglicherweise der Bauch drücken, was er in der Herde aber überspielt oder kurzzeitig vergisst.
  • Die Zähne können möglicherweise einen Zahnarzt vertragen. Auf der Koppel ist dem Pferd egal, ob es schief läuft oder nicht, unter dem Reiter jedoch stören die schief abgenutzten Schneidezähne oder sowas.
  • Es kann Ausrüstung nicht passen.
  • Es kann sein, dass Dein Reiten ihn hindert. Manche Reiter reiten ganz unbewusst so, dass das Pferd für sich abspeichert "ach, beim reiten ist gaaaaanz langsam verlangt"- und wenn diese Reiter dann treibend einwirken, sagen sie "aber deine Bewegung sagt langsam - was denn nun?"

Wir sehen's nicht, entsprechend können wir Dir nur viele Listen schreiben, was wir alles kontrollieren (lassen) würden.

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Klingt übrigens neben der Geschichte mit der Mitleidsmasche, die so viel Tierleid erzeugt, ziemlich nach dem Vorschussbetrug, den man unter dem Stichwort "Nigeria Connection" kennt.

DANN müsste man sich wegen des Pferdes keine Sorgen machen, denn das würde gar nicht erst existieren, also auch nie ankommen.

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Du spürst es, weil Dich die Biegung des Pferdes in Deiner Hüfte immer ein klein wenig hin und her dreht, wenn Du am falschen Fuß trabst. Eigentlich. Doch kaum jemand lehrt heute mehr im Schritt schon ordentliche Biegung reiten, bevor er die Reiter traben lässt und dann wundert man sich, warum die auf die Schulter starren müssen.

Also für heutigen Reitschüler, wenn die äußere Schulter vor geht, schwingt auch das innere Hinterbein vor und dem wollen wir das Untergreifen erleichtern, indem wir unser Gewicht im Sattel erleichtern. Ansonsten gilt: In dem Moment, wo Du automatisch Bescheid weißt, ohne nachzusehen, weil Du so eine leichte Hüft-hin-und-her-Drehung spürst, weißt Du auch, dass Du das Pferd auf der gebogenen Linie wirklich biegst.

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