Wieso werde ich unter Menschen immer gezwungen was zu essen, und muss mich dafür sogar noch rechtfertigen, wieso ich nicht esse?

22 Antworten

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Du hast ein Recht auf unvernünftige Entscheidungen, gemessen an der Vernunft an anderen. Auf einer gewissen Weise wollen wir so sehr nicht als Irre darstellen, obgleich wir alle einen Knick im Hirn haben können und dürfen.

Denn es spielt keine Rolle, was Vernunft darf oder nicht, wenn du deiner Vernunft Werkzeugs bist dich zu führen. Andernfalls bist du so komplex, das ein einafcher Satz dich niemals beschreiben könnte, welche Schneeflocke hier am bilden ist.

Mach dir darum nichts draus, und trage die Hörner mit Stolz. Weil sie ein Teil von deinen Erscheinungen sind, wenn andere dich verteufeln und sie noch nie einen Teufel grinsen und lachen gesehen haben.

Auf einer gewissen Weise ist es wunderbarer für das abgestempelt zu werden was man ist, als sich zu verfremden um da raus zu kommen.

wenn du deiner Vernunft Werkzeugs bist dich zu führen.

Ich habe echt lange gegrübelt wie genau das gemeint ist, bzw. was genau das bedeutet. Irgendwie komme ich nicht weiter.. kann mir bitte jemand auf die Sprünge helfen?

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Ich verstehe dich. Ich empfinde es als unfassbar dämlich von Menschen, sich beleidigt zu fühlen, weil jemand etwas nicht tun mag. Herr Gott, dies ist ein freies Land und wir Menschen sind dazu in der Lage unsere Entscheidungen selbst zu fällen. Wenn ich nicht essen möchte, dann ist das so. Unter stress und Druck und Zwang essen ist auch nicht schön, das ist widerlich und oben drein auch noch ungesund. Ich würde es nicht als Krankheit sehen, dass du unter anderen Menschen nicht essen magst. Es gibt sehr viele Leute die das nicht gern machen.

Es kann sein, dass du da psychisch blockiert bist. Bist du vielleicht sonst, abgesehen vom Essen, ständig auf der Hut oder fühlst dich in anderen Situationen schüchtern oder unsicher?

Du könntest dich selbst etwas genauer beobachten, vielleicht fällt dir ja noch was auf.

Ich würde mir da aber nicht zu viele Gedanken drüber machen, wie schon gesagt, ist das nichts ungewöhnliches und solange du sonst isst, ist da auch nichts was dir schaden kann.

Was die Reaktionen von deinen "Freunden" oder was auch immer angeht: ich würde denen einfach sagen, du hast keinen Hunger, du möchtest jetzt grade nichts essen, es ist alles okay. Du kannst ihnen auch einfach sagen, was du hier geschrieben hast. Dass du nicht gerne in Gruppen isst und dass sie dafür einfach Verständnis aufbringen müssen oder es zumindest akzeptieren.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

In welcher Situation denn?

Wenn du irgendwo zum Essen eingeladen bist, ist es doch wohl selbstverständlich, dass du dich genauso wie alle anderen an den Tisch setzt und isst. Alles andere wäre unhöflich dem Gastgeber gegenüber. Dann solltest du die Einladung von vornherein nicht annehmen.

Genau das Gleiche gilt für eine Einladung zum Tee oder Kaffee. Meistens gibt es dann ja auch Kuchen oder zumindest ein paar Kekse. Wenn du nicht gerade Diabetiker bist, solltest du aus Höflichkeit jedenfalls ein Stück essen. Falls du aber überhaupt keine Süßigkeiten magst, kannst du ruhig sagen, dass du nicht gern Kuchen isst und mit einer Tasse Tee oder Kaffee restlos glücklich bist.

Miteinander etwas essen oder trinken ist soziale Interaktion, eine lockere Form von Geselligkeit. Jemand, der zwar dabei ist, sich aber vom Ritual des Essens und Trinkens ausschließt, ist - ich sage es mal ganz hart - ein Störfaktor. Wenn er (noch) nichts essen kann, weil er vielleicht kurz vorher beim Zahnarzt war, dann nimmt man das unter Bedauern hin. Aber wenn er nichts isst, weil er nichts essen will, dann empfindet man das als befremdlich, unhöflich und die Geselligkeit störend und fragt sich, warum derjenige überhaupt gekommen ist.

Anders ist das, wenn du z.B. mit Leuten zusammenstehst, dich mit ihnen unterhältst und einer hält eine Tüte mit Bonbons oder was weiß ich in die Runde. Da genügt ein "Nein, danke" oder "Danke, ich möchte nicht." Hier sind Kommentare anderer nicht unbedingt angebracht. Kein Mensch muss erklären, warum er jetzt gerade keinen Keks oder Bonbon möchte. Auch wenn z.B. eine Pralinenschachtel o.ä. am Tisch herumgereicht wird, kannst du sie kommentarlos an den Sitznachbarn weiterreichen.

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Allerdings solltest du dich wirklich mal fragen, was dich daran hindert, in Gegenwart anderer zu essen. Falls es sich um ein richtiges Essen handelt: Bist du dir vielleicht nicht sicher, wie du mit Messer und Gabel umgehen musst? Generell vielleicht Angst, durch fehlende Tischmanieren aufzufallen? Dann nervös zu werden und vielleicht etwas fallen zu lassen oder zu kleckern? - So etwas kann man zu Hause (allein!) üben. Möglicherweise gibt's sogar nen Kurs dafür - es gibt ja für fast alles Kurse. Du musst mal im Internet schauen (YouTube?). Toi toi toi!

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Speziell in einer Gruppe. Gemeinsames essen wird dann zur Gruppenerfahrung und steigert den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Wenn du dich da ausschließt, nehmen die Anderen das als negativ und unsozial wahr.

Du könntest versuchen, ihnen zu erklären, warum du nie mit ihnen gemeinsam isst und um Verständnis werben. Denn um Verständnis aufzubringen, muss man auch verstehen können. Wobei du es anscheinend nicht mal selbst wirklich verstehst. Da solltest du zuerst ansetzen. Denn nur wenn du es selbst verstehst, kannst du es auch anderen erklären.

Gemeinsamens Essen ist ein gruppendynamischer Prozess. Wer aus der Gruppe ausschert, wird natürlicherweise etwas "schief" angesehen. Das ist völlig normal. Und das dies hinterfragt wird, ist auch mehr als verständlich. Leider sind wir so programmiert als soziale Wesen. In unterschiedlichen Gruppen ist das natürlich mehr oder weniger ausgeprägt. Es gibt für Dich zwei Möglichkeiten. Du gehst gar nicht erst hin oder Du wappnest Dich bereits vorher mit einer Antwort.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Abgesehen vom gemeinsamen Essengehen - "völlig normal", das sehe ich nicht so. In meiner Jugend - und auch noch später - war diese Art der Gruppendynamik nicht üblich. Das kam erst mit zunehmender Verfügbarkeit von Geld auf. Das fing mit ein paar Mann an, die den dicken Max markierten, dann zogen andere notgedrungen nach, die sich das Geld dafür mühsam absparten. Ähnliches Verhalten siehst du auch beim Trinken in der Gruppe: Pfandflaschen wieder mitnehmen.... uncool.

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