wieso ist Gretchen am ende von Faust I gerettet?

7 Antworten

Gretchen, obgleich nach den irdischen Maßstäben der Zeit eine Sünderin, ist dennoch „gerettet“ (s. Schluss von Faust I), d.h., sie ist wegen ihres lauteren Sinnes und ihres edlen Wesens bereits in die „höhere Welt“ eingegangen. Die Tötung des Kindes war eine Verzweiflungstat, geschah in Anbetracht der auf Gretchen einstürzenden Schicksalsschläge im Zustand des Wahnsinns. So kann das „gerettete Gretchen“ am Ende des 2. Teils als Erlöserin bzw. als Wegbereiterin zu den göttlichen Sphären auftreten. Diese sind beständig und ewig, das Irdische dagegen ist vergänglich.Wir können die göttliche Welt nicht direkt wahrnehmen, sondern nur, indem wir die vergängliche irdische Welt betrachten und in ihr ein Gleichnis der höheren Sphären erkennen („Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“). In diese göttlichen Sphären kann uns das Ewig-Weibliche, hier die reine weibliche Seele Gretchens, die Faust entsprechend „belehrt“ (Gretchen am Ende des 2. Teils: „Vergönne mir, ihn zu belehren...“), hinanziehen. So sagt Mater Gloriosa zu Gretchen am Ende des 5. Aktes von Faust II: „Komm, hebe dich zu höhern Sphären! Wenn er dich ahnet, folgt er nach.“ Das Ewig-Weibliche, das uns allein „hinanziehen“ kann, ist als Gegensatz zum verführerischen Eros der Frau gemeint. Dieses rein Körperliche der Frau kann uns natürlich nicht „hinanziehen“.

Hey, sie wurde vom Teufel verführt und seit Jesus am Kreuz hing werden den Menschen all ihre Sünden vergeben. Und außerdem ist sie diejenige, die verarscht wurde, Goethe war halt fortschrittlicher als die meisten Männer seiner Zeit und hat nicht die Verantwortung für alles der Frau gegeben.

Vielleicht weil, wenn es denn einen Gott gäbe, der das ganze mit Unzucht etc. nicht so eng sieht, wie viele seiner Anhänger?!

Ich erinnere mich gehört zu haben, dass einem alles vergeben wird, wenn man denn nur gläubig ist und sein Leben Gott anvertraut. Ausgenommen Suizid.

Auch Suendern wird nach christlichem Glauben doch vergeben, oder?

Sie wurde verfuehrt und hat aus Verzweiflung gehandelt, jede Seele sollte es doch wert sein, gerettet zu werden.

Hatte das Thema auch mal im Abi, ist aber schon 30 Jahre her.

vergebung ist eine göttliche tugend

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