Wieso gibt es soviele Steckdosen-Arten?

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7 Antworten

oh das sind aber eine menge fragen... in reihenfolge beantwortet:

  1. die meisten Länder haben ihre stecker und steckdosen unabhänig von einander entwickelt. hier haben unterschiedliche ingineure verschiedene anforderungen an die strom und Spannungsfestigkeit, den isolationsschutz, kompatibilität mit kleineren, ggf. auch älteren steckern usw eigene ideen verfolgt.

- theoretisch hast du recht. es ist aber nicht nur die arbeit, sondern auch die frage, was in der sehr langen übergangsfrist gemacht werden soll. die hersteller müssten praktisch geräte mit 2 verschiedenen Steckern versehen, damit Kunden sie auch in neue und alte steckdosen einstecken können. außerdem würde eine gemeinsame steckerform vorrausetzen, dass spannungen, maximale belastbarkeit etc. so wie frequenzen übereinstimmen, damit sichergestellt ist, dass die Leute auch ihre geräte benutzen können. bei deutschland und england beispielsweise geht das noch, hier ist nur die steckdosenform unterschiedlich, aber was ist mit deutschland kontra USA oder noch schlimmer, deutschland kontra Japan? dort gibt es nur 100 volt... - gerade im bezug auf einige amerikanische und asiatische länder ist es so, dass wir unterschiedliche spannungen haben damit kommen eben nicht alle geräte klar...

es gibt übrigens internationale stecker z.b. der deutsche Schukostecekr mit dem Franzosenloch (CEE 4/7) der passt....

in Äquatorialguinea, in Ätiopien, in Afganistan, in Albanien, in Algerien, in Andorra, auf Aruba, auf den Azoren, auf den Balearen, in Belgien, in Benin, in Bhutan,in Bosnien-Herzigovina, in Burkina Faso, in Burundi, in Dschibuti, an der Elfenbeinküste, in Bulgarien, in Estland, in Finnland, in Frankreich (incl. Französisch Guyana), in Georgien, in Guadelupe, in Guenea, in Indonesien, in Island, in Italien, in Jordanien, in Kameraun, bei Kap verde, auf den Komoren, in Teilen des Kongos, in Kroatien, in Laos, in Lettland, in Lithauen, in Luxemburg, an manchen Stellen sogar in Maccao, in Madagaskar, in Maderia, in Mali, in Marokko, in Martinique, in Mazzedonien, in Montenegro, in Myanmar (auch als Birma bekannt) in Neukaledonien (schottland), in den Niederlanden, in Niger (nicht mit Nigeria verwechseln) in Norwegen, in Östereich, in Osttimor, in Polen, in Portugal, in Réunion (wo immer das sein mag) in Rumänien, in der Russischen Föderation (incl Weißrussland, nach Chernobyl als leuchtend grün russland bekannt) in Saudi Arabien, in Schweden, im Sengegal, in Serbien, in der Slovakei, in Slovenien, in Spanien, in Südkorea, in Suriname, auf Tahiti, in Tschad, in Ungarn, der Ukraine, der zentralafrikanischen Republik in der Tscheschischen Republik, in Tunesien, in in der Türkei, in Turkmenistan, und natürlich auch in Deutschland, sogar in der DDR (vor der wende)

kurz zusammengefasst sind das größte teile von Europa, einige Teile afirkas, weite Teile Asiens, eigendlich fast überall da wo wir 230 volt bei 50 Hertz haben. in einigen hier nicht genannten regionen verbreitet sich dieser stecker immer weiter. abgesehen davon gibt es immernoch den CEE Kragenverbinder, den wir hier zu lande als roten starkstromstecker kennen, der ist in dieser form und farbe eigendlich überall verbreitet, wo es 400 Volt Drehstrom bei 50 Hertz gibt. er ist weltweit genormt... dazu kommen so geschichten wie der Kaltgerätestecker (kennen wir vom PC) kleingerätestecker (kennen wir von geräten wie Satreciver, dvd-player etc.) oder der kleeblattstecker (bei einigen Laptops) auch die sind weltweit genormt, man kriegt sie z.b. mit dem US ameriakanischen Stecker, der auch in teilen Asiens verbreitet ist... meistens funktioniert das sogar dann auch damit, denn die meisten moderenen schaltnetzteile können spannungen zwischen 100 und 250 Volt...

lange rede kurzer sinn, bevor sich Japan, china und die USA nicht bewegen und auf 230 volt bei 50 Hertz umsteigen, sehe ich keine chance auf einen wirklichen weltstecker, es wird aber wohl darauf hinaus laufen, dass immer mehr steckverbindungen aussterben und sich so alles auf einige wenige konzentriert.. der gute alte perilex stecker. http://de.wikipedia.org/wiki/Perilex eine alte drehstromsteckernorm in deutschland ist es schon - eigendlich schade, denn diese steckverbindungen waren echt klasse....

lg, Anna

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Kommentar von Baehri36
02.12.2013, 18:20

tolle antwort! eine frage noch: warum wurde der perilex verboten?

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Historisch ist diese Vielfalt deshalb entstanden, weil es überall andere Industrieunternehmen waren, die die Elektrizitätswirtschaft aufbauten und Strom verkauften. Jede Firma führte eben ihr eigenes Steckdosensystem ein. So ähnlich lief es auch beim Aufbau der Schienennetze: In jedem Land wurde eine andere Spurweite benutzt, und deshalb sind bei Eisenbahnfahrten über einige Landesgrenzen bis heute Änderungen an den Fahrgestellen der Waggons notwendig.

Was steht einer Vereinheitlichung im Weg? Nicht nur die Stecker und Steckdosen müßten ausgetauscht werden, falls man jedes Gerät überall benutzen wollte. Die Stromnetze haben nämlich auch unterschiedliche Spannungen und sogar unterschiedliche Frequenzen. Auch die Generatoren in den Kraftwerken, die Umspannanlagen in den Stromnetzen und ein großer Teil der elektrischen Geräte in den Betrieben und Haushalten müßten also ausgetauscht werden. (Falls man auf die Idee käme, sich auf eine niedrigere Netzspannung zu einigen als sie heute vorherrscht, müßten sogar in den Haushalten neue Leitungsnetze für höhere Amperewerte installiert werden.)

Wie aufwendig ein Umbau wäre, das kann man z.B. daran erkennen, daß nicht einmal das reiche Japan es bis jetzt gewagt hat, seine zwei verschiedenen Netze zu vereinheitlichen. Bis heute hat das Stromnetz in Ostjapan 50 Hz und in Westjapan 60 Hz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung_in_Japan

Eine weltweite Vereinheitlichung wäre deshalb ein außerordentlich kostspieliges Projekt. Es hätte nur dann eine Chance auf Realisierung, wenn der Nutzen, den man davon hätte, die Kosten aufwiegen würde.

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Da man Adapterstecker kaufen kann und dabei nichts kaputt wird zeigt sich dass die Mehrheit der Länder Strommäßig kompatibel sind. Ich wäre auch für einheintliche Stecke aber für intelligentere als bei uns. Mir gefallen Stecker bei denen man nur auf eine Art einstecken kann, als weiß man dann immer wo die Phase ist. Stecker mit Flachkontakten wie UK und USA haben wesentlich besseren Kontakt als die runden Stifte. Stecker in denen auf das Gerät abgestimmte Feinsicherungen beinhalten verhindern dass bei einem Kurzschluss alles finster wird. Kindersicherung sollte auch vom Design ÜBERALL integriert sein.

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Damit du nicht überall alle deine Geräte unbewusst einsteckst. Das hat vor allem mit dem Leihen zu tun. Wenn du könntest, würdest du sicher deinen in Amerika gekauften Föhn auch in Deutschland betreiben richtig? Problem! Amerika hat 110V bei 60 Hz, in Deutschland hingegen haben wir 230V bei 50 Hz. Fazit wäre ein defekter Föhn (zu hohe Spannung). Andersherum willst du deinen in Deutschland gekauften Föhn in Amerika betreiben. Problem! Durch die niedriegere Spannung habe ich eine höhere Stromzufuhr und somit wäre der Föhn auch hinüber.

U=RI Ugrößer = RkonstantIkleiner Ukleiner= Rkonstant*Igrößer

U=Spannung, R=Widerstand, I=Strom

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Kommentar von Franz1957
01.12.2013, 20:54

Du liegst richtig, was die Folgen zu hoher Spannung für den amerikanischen Föhn angeht. Daß es aber beim deutschen Föhn im amerikanischen Stromnetz durch die niedrigere Spannung zu einer höheren Stromzufuhr käme, stimmt nicht. Für den Heizkörper des Föhns sagt das Ohmsche Gesetz:

Ukleiner = Rkonstant * Ikleiner.

Die Folge ist, daß bei halber Spannung die Leistung P = U * I und somit auch die Wärmeproduktion auf ein Viertel abfällt.

Was den Motor angeht, ist der Effekt komplizierter und läßt sich mit dem Ohmschen Gesetz nicht beschreiben. Es gibt in Haartrocknern außerdem zwei unterschiedliche Motorentypen. Denkbar ist, daß der Motor entweder langsamer oder im ungünstigsten Fall gar nicht läuft. Was zur Folge hat, daß der Luftstrom schwächer wird oder ausfällt. Falls der schwächere Luftstrom zum Abtransport auch der verringerten Heizleistung ausreicht, passiert nichts. Falls er nicht ausreicht, dann überhitzt der Heizkörper und der Temperaturfühler schaltet den Föhn (hoffentlich) aus, damit er nicht kaputtgeht und/oder ein Feuer verursacht.

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Kommentar von martin7812
01.12.2013, 21:21

Leider ist dies nicht so:

Einen Peruanischen Stecker (220 V) kann man meines Wissens problemlos in eine US-Amerikanische Steckdose (110 V) stecken und umgekehrt.

Um ein Deutsches Gerät mit Schutzkontakt in Italien zu betreiben (gleiche Spannung und gleiche Frequenz) benötigt man hingegen einen Adapter!

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Warum ist dies überhaupt so?

In den Zeiten der Entwicklung der Stecksysteme dachte niemand an einen weltweiten Standard. Damals war die Welt noch nicht so weit und es währe damals nicht durchsetzbar gewesen.

Wieso kann man sich nicht auf eins einigen?

Es hat historisch eben viele unterschiedliche Spannungen und Frequenzen in verschiedenen Ländern durchgesetzt (Japan ist hier ein gutes Beispiel).

Klar, wäre es ein Haufen Arbeit, aber man könnte es doch so machen, dass nur die neuen dann das einheitliche Steckdosenformat nehmen?

Im Prinzip schon.

Also warum gibt es keine internationale Steckdosenart?

Dann müßte weltweit eine Spannung und idealerweise eine Frequenz als Basis festgelegt werden. Überlege mal, wenn Du alle Geräte auf 110V umstellen mußt und ggf. neu kaufen sollst. Außerdem reichen dann ggf. die Querschnitte nicht aus und Du sollst Dein Haus neu installieren lassen. Ebenso müßten alle Trafos und Leitungen in unseren Straßen erneuert werden. Die Trafos müßten umgewickelt werden... Aber das entscheidende sind die Kosten.

Außerdem gibt es Erfahrungen der einzelnen Länder, die sich in den Normen niederschlagen: England hat z.B. Sicherungen in den Steckern, In Dänemark sind Steckdosen fast immer schaltbar usw. Was macht man nciht den Erfahrungen?

Immerhin sind wir in Europa schon so weit, dass es einigermaßen klappt. Die Ausnahmen bestätigen die Regel.

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Klarerweise kann es keine 'internationale Einheitssteckdose geben. Erstens einmal dienen Steckdosen der Unterscheidung verschiedener Spannungen. Man kann zwar nicht alles idiotensicher machen, weil Idioten einfach zu erfinderisch sind, aber irgendwie muss man verhindern, dass ein 110V-Gerät aus den USA sich an den 230V in Deutschland in Rauch auflöst.

Zweitens einmal gibt es in manchen Ländern die Forderung, dass die Phase unbedingt mit dem Geräteschalter abgeschaltet werden muss. Diese Forderung stammt noch aus Zeit, wo es keine Plastikgehäuse gegeben hat, bedingt aber, dass ein Stecker nicht 'verkehrt herum' eingesteckt werden darf.

Dann kommt noch eine Geschichte der Elektrizität in verschiedenen Ländern samt allem Nationalstolz auf die eigenen Entwicklungen dazu. Es ist ja echt schlimm, wenn ein Rasierapparat aus Liechtenstein sich einfach an eine rotchinesische Steckdose anschließen lässt. Die Adapterhersteller müssen ja auch etwas verdienen!

In Ländern, die nicht auf Polunverwechselbarkeit bestehen und 230V haben, beginnt sich langsam das deutsche Schuko-System im privaten Gebrauch durchzusetzen, denn selbst das international genormte System nach IEC 60309 kennt 18 Standardtypen.

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Als in den einzelnen Staaten Steckdosen eingeführt wurden, waren die Bündnisse noch nicht so, wie sie heute sind. Jeder wollte etwas eigenes und "besseres" haben. Später hat man sich (wie bei den Währungen) in vielen Staatenzusammenschlüsse (z.B. USA, Europa) auf ein System geeinigt .

Also warum gibt es keine internationale Steckdosenart?

Weil es ein riesiger Aufwand wäre international alles umzustellen. Wir zahlen doch auch nicht weltweit mit dem Euro, oder? Außerdem sind einige Stolz darauf etwas eigenes zu haben.

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Kommentar von Baehri36
03.12.2013, 17:27

sehr sinnvoll, unnötig eigenes zu haben, nur damit man es selbst hat und stolz drauf sein kann.....

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