Wieso Essen Christen Schweinefleisch obwohl es die Bibel verbietet?

36 Antworten

Vielen, die als Christen registriert sind, dürfte unbekannt oder egal sein, was in der Bibel steht. Von denen, die die Bibel einigermaßen kennen und denen sie wichtig ist, haben die meisten jedoch die antijüdische Irrlehre gelernt, daß Jesus das Alte Testament und die jüdische Religion abgeschafft habe und das Schweinefleischverbot deshalb "nicht mehr" gültig sei.

Wenn Du den Zusammenhang liest, in dem das Schweinefleischverbot und andere Regeln zur Sprache kommen, dann siehst Du immer wieder, daß sie an ganz bestimmte Zuhörer gerichtet sind. So heißt es in 3. Buch Mose 11,1-2:

Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen: Redet mit den Israeliten und sprecht: Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft unter allen Tieren auf dem Lande.

http://wsw.bibleserver.com/text/LUT/3.Mose11

Da Jesus ein Israelit war, hat er sich daran selbstverständlich gehalten und auch nie etwas gegen diese Regel gesagt.

Die wenigsten Christen sind aber Israeliten. Deshalb gilt das Schweinefleischverbot für sie ganz einfach nicht. Einige Christen, wie z.B. die Siebenten-Tags-Adventisten, halten sich dennoch an dieses Gebot, nicht weil sie müssen, sondern weil sie es aus gesundheitlichen Gründen für gut und vernünftig halten.

Wie bereits schon einmal an anderer Stelle ausgeführt:

Die im mosaischen Gesetz umfangreichen Speisvorschriften waren für
das Volk Israel gedacht. So durften die Israeliten zum Beispiel kein
Fleisch von Schwein, Strauß oder Kamel essen. Sie durften auch von den
im Wasser lebenden Tiere nur welche mit Flossen und Schuppen essen, also
keine Garnelen, Krebse, Muscheln, Aale usw.. Das mosaische Gesetz gilt
aber wie gesagt nur für die Israeliten (mosaischer Bund).

Für Christen ist das mosaische Gesetz nicht bindend, sie stehen nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz (Gal. 3:19ff). Gemäß Apostelgeschichte 15:22-29 haben die Apostel in Jerusalem im Zuge des Streites über die Beschneidung von nichtjüdichen Christen richtig gestellt, dass nur noch wenige Dinge wie die Enthaltung von Blut, Hurerei und Erwürgtem zu beachten sind.

Du stellst völlig richtig fest:

Die im mosaischen Gesetz umfangreichen Speisvorschriften waren für das Volk Israel gedacht.

Wenn einem das klar ist, dann irritiert doch diese Formulierung:

Für Christen ist das mosaische Gesetz nicht bindend, sie stehen nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz

Wieso nicht mehr, wenn sie doch sowieso nie unter dem mosaischen Gesetz standen?

Zum Ursprung dieser unter Christen gängigen Sprechgewohnheit ‒ Vergangenheitswörter, wenn es ums Judentum geht ‒ habe ich in meiner heutigen Antwort an JTKirk2000 eine Erklärung zu geben versucht.

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Die Bibel verbietet es nicht ausdrücklich. Es ist ja als "Soll"-Bestimmung formuliert, und vor dem Hintergrund der damaligen Möglichkeiten der Lebensmittelkontrolle und -aufbewahrung und der damaligen Hygiene mag es ja durchaus Sinn gemacht haben, auf Schweinefleisch zu verzichten.

Ein Tier deshalb für unrein zu halten, weil es gespaltene Hufe hat, ist ja wohl logisch betrachtet ein Unding. Da dürfte man ja eigentlich auch keine Paarhufer essen (Schafe, Ziegen, Rehe, Hirsche, Gemsen etc.).

Sollte heißen: andere Paarhufer

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weil es gespaltene Hufe hat, ist ja wohl logisch betrachtet ein Unding

Genau darum geht es nicht :-)

Hier wird nicht auf die Hufe abgezielt, sonder auf die Verdauung (kein Wiederkäuer).

"Unrein" war ein Schwein nicht zuletzt, weil es sich aus hygienischen Gründen im Schlamm wälzte (war damals nur niemandem klar) oder durch die Haltungsbedingungen früher oder später erbärmlich stank. Woraus man dann auch "messerscharf" schloss, das Fleisch macht krank, weil des Tier "unrein" ist.

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Das ist auch die Erklärung, die mir geläufig ist.

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Aus den gleichen gründen weshalb es den IS gibt oder die CSU behauptet das ihnen christliche Werte wichtig wären. Man will etwas machen also pickt man doch das raus was einem passt. Und wenn etwas nicht passt ignoriert man es einfach.

Apostelgeschichte 10,9-19: Der Hauptsatz aus diesem Abschnitt liest sich "Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten."

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