Wie traurig ist das Leben als Atheist?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Carylie47,

ich glaube, daß man diesen Schatz des Glaubens nur richtig schätzen kann, wenn man vorher Atheist war.

Denn dann kennt man beide Seiten: wie das Leben ohne Gott und wie es mit Gott ist:-)

Ich kann nicht sagen, daß ich als Atheist unglücklich war.

Denn ich habe ein ausgefülltes Leben gehabt.

Aber nun ist noch etwas mehr an Erfüllung hinzugekommen, das ich so vorher nicht hatte.

Es ist vielleicht vergleichbar damit, wenn man erst keine Kinder hatte, dann bekommt man welche.

Als Kinderloser muß man ja auch nicht unbedingt unglücklich sein.

Aber durch die Kinder hat man noch einmal eine ganz andere Erfahrungsdimension und Bereicherung  hinzubekommen

Mann kann nicht das vermissen, was man nicht kennt

Spiritualität ist eine ganz neue Dimension im Leben eines Menschen

Natürlich spielt die feste Hoffnung auf ein ewiges Leben als Teilaspekt eine wichtige Rolle und gibt dem leben einen tieferen Sinn als wenn ich weiß, daß mit dem Tod mein Leben beendet sein wird

Forts.

Jesus sagte: "die Wahrheit wird euch frei machen" (Joh.8:32)

Und so empfinde ich es auch, denn die Gebote/Prinzipien/Grundsätze nach denen ein gläubiger Mensch lebt, engen nicht ein, sondern machen in Wirklichkeit frei.

Ich merke das auch daran, daß ich mich immer weniger gesellschaftlichen Zwängen beuge und "Verzicht" im wahrsten Sinne des Wortes lebe.

Denn nicht Überfluß (in jeder Hinsicht) ist es , der glücklich macht , sondern Verzicht.

Denn sie (biblische Grundsätze)sind die höchstmögliche moralische Ebene, wenn ausglebt, auf die ein Mensch gelangen kann. 

 

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@verreisterNutzer

Die wichtigen Gedanken, die Du hier in würdige Worte gefasst hast, verdienen es, auf das genaueste betrachtet und formuliert zu werden. Ich möchte dies so ausdrücken:

Ich würde an Stelle "(biblische Grundsätze)" genauer von den höchsten Geboten (Gottesliebe und Nächstenliebe) sprechen, denn an diesen hängen alle Lehren der Propheten, also vereinigen sich auch alle biblische Grundsätze unter diesen beiden Geboten.

Nicht der Verzicht an sich macht glücklich, sondern es erfreut die Seele des Menschen, dass er sich von seiner begierdenhaften Gebundenheit an das Irdische-Materielle befreit, weil er damit dem Sehnen Gottes entspricht, indem wir damit als seine Kinder freiwillig zu ihm in sein geistiges Reich zurückkommen. Dies geschieht, indem wir dem Geistigen den Vorrang geben vor dem Materiellen und es läßt sich auch tatsächlich im Alltagsleben beobachten ... " Ich merke das auch daran, daß ich mich immer weniger gesellschaftlichen Zwängen beuge und "Verzicht" im wahrsten Sinne des Wortes lebe."

"Die höchstmögliche moralische Ebene, auf die ein Mensch gelangen kann. " ist die vollständige Vereinigung mit dem Willen Gottes.

Und so bestätige ich es auch, dass die Gebote/Prinzipien/Grundsätze nach denen ein gläubiger Mensch lebt, nicht einengen , sondern in Wirklichkeit und in Ewigkeit befreien.

Ein Danke auch an Carylie47

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@willgott

willgott,

es ist und bleibt nun einmal sehr schwierig, das, was man als gläubiger Mensch empfindet, in Worten bzw. durch Worte verständlich zu machen.

Eigentlich ist es nur ein Versuch, aber mehr auch nicht.

Man kann den Glauben in seinem ganzen Umfang und in seiner ganzen Wirkung kaum oder immer nur unzureichend beschreiben.

Daher kann ich das sehr gut nachvollziehen, was du hier geschrieben hast.

Darüberhinaus empfindet auch jeder Gläubige anders. Befindet sich auf einer  bestimmten Ebene des Glaubens, ein anderer auf einer anderen Ebene.

Wichtig ist, daß er eine Erfüllung hat, daß er spürt und erfährt, was diese metaphysische Welt in ihm auslöst.

Jesus hatte die Kraft als er festgenmommen werden sollte, durch die Menschenmenge hindurchzugehen.

Keiner faßte ihn an.


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@juste!

hier was zum atheismus:

Wer ein inneres menschliches Verhältnis zu dem Christus gewinnen kann, wer hinblicken kann in Anerkennung und Bejahung zu dem Christus, der muß in sein Bewußtsein etwas hereinnehmen, das ihm keine Sinneswelt geben kann. Gerade der, der am allermeisten in die Aufbau der Sinneswelt hineinschaut, kommt ja aus diesem Aufbau der Sinneswelt nur zu einer Widerlegung des Gottes, denn mit keinem Sinnesverständnis kann man das Mysterium von Golgatha verstehen. Kann man es jedoch in sein Herz aufnehmen, ist man dennoch in der Lage, als Mensch ein im Gemüte wurzelndes Verständnis für dieses einmal im Erdenlaufe sich vollziehende, nur aus dem Geiste heraus verständliche Ereignis zu fassen, so reißt man sich in diesem seinem gewöhnlichen Bewußtsein heraus aus dem bloßen Sinnesverständnis, das gerade das Ich-Bewußtsein in seiner besonderen Klarheit und Intensität ausmacht.
Keiner, der nur innerhalb der Sinneswelt stehenbleiben will, kann zu einem Verständnisse des Mysteriums von Golgatha kommen.
(GA 215: Vortrag vom 12. September 1922, von Dr. R. Steiner)

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Schmus ums Maul geschmiert.

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@BiggerMama

BiggeMama,

sehr traurig, wenn du so darüber denkst!

Kannst du dir vorstellen, daß es tatsächlich noch ehrliche Menschen gibt?

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@verreisterNutzer

Es gibt einen Haufen ehrliche Menschen:

in jeder Weltanschauung (wozu auch Religion gehört), in jedem Volk.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Ich nenne mich hier BiggerMama.

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Allerdings gibt es genauso Menschen, die ohne Kinder glücklicher sind. Ebenso gibt es Menschen, die ohne Glauben glücklicher sind.

Es gibt ja nicht nur den Fall, das Atheisten zu Gläubigen werden, sondern noch viel öfter passiert es anders rum: Gläubige werden zu Atheisten. Nicht selten sind es gerade Kirchenleute, die erkennen wie sinnlos ihr Glaube ist.

Ich finde jeder sollte so leben, wie es für ihn am besten ist. Ich kann verstehen warum manche den Glauben "brauchen", aber ich persönlich kann mir einfach nicht einreden, etwas zu glauben, von dem ich überzeugt bin, das es ausgedacht ist. Würde ich an Gott glauben, könnte ich auch an Zauberer, Elfen, Einhörner und all die anderen Fabelwesen glauben. Da besteht für mich keinerlei Unterschied, was die "Echtheit" dieser Figuren angeht.

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@Deamonia

Deamonia,

deshalb sollte man auch nie persönliche Erfahrungen verallgemeinern.

Jeder wählt seinen Weg.

Aber wenn jemand seinem Leben durch den Glauben eine Dimension hinzugefügt hat, die sein Leben bereichert, dann ist das auch sein eigener Weg.

Und das stellte die Fragestellerin in ihren Beispiel dar.

Sie schilderte ihre eigene Erfahrung, die sie auch als Atheistin gemacht hatte.

Da sie selbst den Glauben als Bereicherung empfindet, hat sie o.a. Frage gestellt.

Das schließt nicht aus, daß es Menschen gibt, die mit ihrem Leben als Atheist vollkommen glücklich und zufrieden sind!

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@verreisterNutzer

Geht schon ab hier..
Jede Seifenoper schaut dagegen langweilig aus :-D

Die Welt braucht keinen Gott und hat ihn auch nie gebraucht denn sie ist auch ganz ohne seine Existenz entstanden.

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Hallo Carylie,

Deine Frage kann ich Dir aus persönlicher Sicht beantworten.

Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. Dennoch bin ich glücklich.

Ich lebe im hier und jetzt und denke gar nicht so viel nach Vorne. Das Glück sind für mich kleine Momente und Dankbarkeit dafür was ich habe.

Traurig macht mich schon die Gewissheit, dass Menschen, die ich liebe (z.B.meine Mutter) wohl vor mir sterben werden und ich sie nicht mehr um mich haben werde. Und genau deshalb genieße ich die Zeit mit Ihnen.

Auf mich selbst bezogen, “reicht“mir sozusagen die Zeit, die ich in diesem Leben zur Verfügung habe. 

Ich bin nicht traurig deswegen. Es ist schön, so wie es ist, auch wenn das Leben nicht immer einfach ist.

VG

Gugu

Auch der Atheist oder der Buddhist (der in einem gewissen Sinne auch Atheist ist) können eine freudiges Leben führen. Der Buddhist kann, wenn er viel gutes Karma sammelt, auf ein besseres Leben nach der Reinkarnation hoffen.

Der Atheist kann versuchen, seine Talente bis zu einem  Höchstmaß zu steigern bzw. zu entfalten, sodass er viel Anerkennung gewinnt und also freudevoll leben kann.

Also erst mal finde ICH es traurig, das Religion das Wertvollste in deinem Leben ist. Mir sind andere Menschen das Wertvollste in meinem Leben.

Wenn dein Leben vorher "leer" war, war daran nicht der Atheismus "schuld", sondern du selbst. Statt einer Religionsgemeinschaft hättest du auch in einen Verein gehen können, dann wäre dein Leben auch nicht mehr "leer" gewesen.

Ich finde es auch nicht traurig, einfach weg zu sein wenn ich sterbe, nur wenn andere sterben ist das traurig für mich. Klar ist die Vorstellung alle seine liebsten wiederzusehen toll, aber deswegen kann ich mir nicht einreden, das sie realität ist. Zudem würde es ja auch bedeuten, das es Sinn machen würde, sich nach dem Tod eines geliebten Menschen umzubringen, um diesen wieder zu sehen.

Blöd nur, wenn man dann plötzlich z.B. mehreren Ehemännern gegenübersteht, oder existiert man dann im Jenseits doppelt und dreifach?

Du merkst schon, ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber selbst WENN, würde ich nicht annehmen, das ein Gott dafür nötig ist.

Aber ich kann genauso wenig daran glauben, wie du daran glauben kannst, das Wonderwoman oder Superman Real sind. (Wobei die Hintergundgeschichte von Superman realistischer ist, als die der diversen Götter)

Ich kann mir das Leben nunmal nicht "schön reden", auch wenn es dann viel leichter wäre. Ich bin kein Realitätsverweigerer.

Mein Leben ist das Wertvollste in meinem Leben. Da ich nicht davon ausgehe dass danach noch etwas kommt, wird es umso wertvoller. Ich finde die Vorstellung nicht traurig. Ich fände es trauriger, einem unrealistischen Wunschtraum hinterher zu rennen, ohne das Ziel jemals erreichen zu können. Es wäre eine Verschwendung meiner Energie, die ich besser einsetzen kann für etwas, das mir Freude macht. Mein Leben ist schön genug, dass ich nicht hoffen muss, dass danach was Besseres kommt. So wie es ist, bin ich zufrieden.

Zudem müsste ich meine Rationalität opfern, die mir ebenfalls sehr wichtig ist. rational betrachtet, ist ein leben nach dem Tod mehr als nur unwahrscheinlich, denn wenn man stirbt ist das Gehirn tot. dann kann man nichts mehr wahrnehmen, hat keine Erinnerungen, kann nicht mehr denken oder sich selbst bewusst sein. Man kann ohne Gehirn nichts, man existiert nicht als Person. Das ist die rationale Annahme, sofern nicht belegt werden kann, dass ein Bewusstsein ohne Gehirn existieren kann.

Von einem Leben nach dem Tod kann nur überzeugt sein, wer das nicht weiß, oder ignoriert. Mich hingegen interessiert, ob das was ich annehme wahr ist, deswegen ignoriere ich keine Fakten.


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