Wie funktioniert die PZB?

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6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Uff was eine frage. Die PZB ist sehr sehr umfangreich. Also alles kann ich dir nicht beantworten. Über die PZB und deine Fragen könnte ich mehr als 20 seiten schreiben.

  1. Unterschiede der Magneten
  • 1000hz liegt an Vorsignalen in Warnstellung - sprich "halt erwarten" oder "langsamfahrt erwarten" - aber auch an Hauptsignalen mit Vorsignal funktion
  • 500hz Liegt zwischen dem 1000hz und 2000hz - der ist nur Wirksam wenn das Hauptsignal Halt zeigt - ist eine zusätzliche sicherheit zu Prüfen das der Lokführer weiterhin bremst
  • 2000hz ist nur an Haltzeigenden signalen scharf und löst sofort eine Zwangsbremsung aus beim überfahren

2 Die Leuchtmelder

  • 85 -70 - 55 zeigt im Normalbetrieb die Zugart an. Obere (85) Mittlere (70) Untere (55)
  • die Leuchtmelder haben noch viel viel mehr funktionen, aber das wäre zu viel zum schreiben

3 Die schalter

  • Wachsam - wird an 1000hz Magneten bedient (auch gezogen genannt)
  • Frei - um sich aus einer Restriktiven überwachung zu befreien (Wechselblinken genannt)
  • Befehl - um über einen 2000hz Magnet ohne Zwangsbremsung zu fahren. Nur auf anordnung des Fdl zugelassen, dabei sind unterschiedliche Dinge möglich - Signal gestört, Rangierfahrt usw

4 Weil der Straßenverkehr nicht ansatzweise so einen hohen Anspruch hat wie die Eisenbahn

Rückfragen kannst du gerne stellen.

Woher ich das weiß:Beruf – Lokführer mit Leidenschaft

Das sieht schon mal recht hilfreich aus. Muss ich mal in Ruhe lesen.

Bist du selbst Lokführer?

Zu den Zugtypen: Warum genau die Zahlen 55, 70, 85 (irgendeine Idee)?

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@Neuerfan1

Ja ich bin Lokführer. Die Zahlen zeigen die Zugart an. Das hängt mit den Bremsen bzw genauer "Bremshundertstel" zusammen. Einfach erklärt: Je besser ein Zug bremsen kann umso höher sind die Bremshundertstel. Das trägt man in die PZB ein, die vorher so berechnet wurden. Und aus der Berechnung ergibt sich welche Zugart die PZB hat. Die Zugarten bestimmen z.B die höchstgeschwindigkeiten der Züge aber auch das Bremsverhalten bei wirksamen 1000 und 500hz Magneten.

Wie gesagt die PZB ist sehr sehr komplex.

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@GerPM

Habe nochmal bisschen recherchiert.

DIe 55 / 70 / 85 ist scheinbar die Geschwindigkeit, unterhalb der man sich mit der Freitaste aus der PZB-Überwachung befreien kann, wenn das Signal auf Fahrt schaltet. (nach 700 m)

Richtig so?

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@Neuerfan1

Ja und nein. Die leuchtmelder haben noch mehr Funktionen. Schau dir am besten mal auf YouTube was an. Da gibt es Videos. Die PZB schriftlich zu erklären ist so gut wie unmöglich

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@GerPM

Ja habe es jetzt in einem Zugsimulator Video auf YT gesehen.

Die restriktive Überwachung wird scheinbar durch Wechselblinken der 70 und 85 angezeigt.

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@Neuerfan1

Das ist dann in der oberen Zugart. Es können auch der 55/70er blinken usw...

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@GerPM

Eine Frage noch, warum gibt es vor Bahnübergängen keine 500 Hz-Magneten?

Wenn das Überwachungssignal nicht blinkt (Bü 0), ist zwar ein 1000 Hz-Magnet aktiv, aber der bremst ja den Zug nur auf 55 / 70 / 85 km/h herunter, während man doch vor einem gestörten BÜ eigentlich halten muss, noch dazu wo dieser keinen Durchrutschweg hat.

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@Neuerfan1

Die 1000hz sind eine Sicherheit das der tf das BÜ 0 wahrgenommen hat. Es liegt das in seiner Verantwortung den BÜ zu sichern.

Die PZB soll ja nicht gegen den Lokführer sein sondern für ihn und als Hilfe. Zudem gibt es Regeln wenn der BÜ technisch nicht gesichert ist und auch ned gesichert werden kann, bis BÜ Mitte mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren und dann schnellstens räumen. Geht nur schlecht bei einer 500hz restriktive.

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Hallo, was es auf sich hat mit der PZB wurde ja teilweis sehrgut erklärt.

Zudem werden die Kästen auch zur Geschwindigkeitskontrolle eingesetzt und zur Überprüfung bei Langsamfahrstellen oder sehr gefährlichen Abschnitten zudem kann es bei bestimmten Stellen zu mehreren 500 Hz Magneten kommen. Das ist aber ein sehr weites Feld.

Übrigens Indusi gibt es schon seit der Jahrhundertwende 1899-1900, deswegen auch die niederen Frequenzen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Hallo Neuerfan1

Der 500Hz-Magnet liegt in einem bestimmten Abstand vor einem Hauptsignal und überprüft ob der Zug unterhalb einer bestimmten Geschwindigkeit liegt, wenn nicht wird die Zwangsbremsung eingeleitet.

Der 1000Hz-Magnet liegt beim Vorsignal. Sobald das Vorsignal in Warnstellung ist muss der Lokführer die Wachsamkeitstaste drücken und die Geschwindigkeit des Zuges innerhalb einer festgelegten Strecke auf eine bestimmte Geschwindigkeit vermindern, ansonsten erfolgt eine Zwangsbremsung.

Der 2000Hz-Magnet liegt beim Hauptsignal. Sobald die Lokomotive bei Haltzeigendem Hauptsignal den Magnet überfährt erfolgt die Zwangsbremsung

Die Wachsamkeitstaste muss bei Vorbeifahrt an einem Vorsignal das nicht freie Fahrt zeigt gedrückt werden bis ein Signalton ertönt.

Mit der Befehlstaste kann die Lokomotive bei einem haltzeigenden Hauptsignal vorbeifahren ohne eine Zwangsbremsung auszulösen. Dazu bekommt der Lokführer einen Befehl (früher schriftlich jetzt über Zugfunk) dass er an dem gestörten und haltzeigenden Hauptsignal vorbeifahren darf.

Wenn eine Zwangsbremsung durch die Indusi (induktive Zugsicherung) dann muss diese Zwangsbremsung durch die Freitaste wieder aufgehoben werden.

Dann gibt es auf der Lokomotive noch die Sifa (Sicherheitsfahrschaltung). Diese Taste muss der Lokführer in einem bestimmten Rhythmus drücken und loslassen, geschieht dies nicht dann erfolgt ein Warnton und wenn er noch nicht reagiert  die Zwangsbremsung.

Gruß HobbyTfz

Woher ich das weiß:Hobby – Bin seit Jahrzenten Modellbahner mit eigener großer Anlage

Die verschiedenen Frequenzen werden für verschiedene Informationen genutzt. Ob z.B. ein Vorsignal auf rot steht, oder aber die Geschwidigkeit allgemein nur unter einen Vorgabewert gedrosselt werden soll.

Beispiel: 1 KHz, Bedienung der Wachsamkeitstaste binnen vorgegebener Zeit, sonst wird Zwangshalt eingeleitet. Wird betätigt erfolgt eine Überwachung der Geschwidigkeit und die vorgegebenen Sollwerte werden graduell 'erzwungen'.

2 KHz bei roten Signal führt zu sofortigem Zwangshalt.

D.h. das Fahrzeug erfährt durch die Frequenz, was von ihm als Verhalten erwartet wird.

Hast Du Dir denn nicht mal den Artikel durchgelesen aus dem Dein Bild zu stammen scheint?

Die 70 und die 85 scheinen (Ziel-)Geschwindigkeiten zu sein.

Der Artikel erklärt auch einiges, wie ich jetzt sehe. Was aber 55, 70, 85 bedeutet, ist mir noch nicht vollständig klar.

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@Neuerfan1

http://www.tf-ausbildung.de/BahnInfo/pzb90.htm

Hier wird das schrittweise erklärt. In weiweit die Angaben exakt stimmen kann ich natürlich nicht beurteilen, aber die Zahlen scheinen für Zugklassen in Abhängigkeit der Bremshunderstel zu stehen.

Und sie scheinen dann auch quasi eine Zielgeschwidigkeit bei der Geschwidigkeitsüberwachung zu sein.

Vielleicht hilft die Seite ein wenig, es scheint da diverse Abhängigkeiten zu geben.

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Deine Erklärung ist klasse nur das ROTE Vorsignal gibt es nicht zumindest in der BRD.

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@Nitram

Äh ja, da hast Du recht, das war ein freudscher Vertipper, das Vorsignal zeigt durch gelb? in entsprechender Konfiguration, daß am (roten) Hauptsignal ein Halt erwatet wird - oder aber eben, daß eine Langsamfahrt ansteht, oder ...

Es gibt ja auch verschiedene Vorsignaltypen, als reine "Baken"variante (wie auch immer Bahner das nennen) und verschiedene selbstleuchtende Typen, wenn ich das richtig sehe.

Dazu hat wohl jedes Land noch seine Eigenheiten im Signalbuch.

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@KarlRanseierIII

Alles Klar, ich dachte es mir aber zur Sicherheit hatte ich den Komentar geschrieben. Ich kenne nur das deitsche Sgnalbuch DB/DR.

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Zur Technik kann ich nix sagen, aber:

Warum verwendet man Sifa und PZB nicht auch im Straßenverkehr?

Wie stellst du dir das vor? Ständige Warntöne und wenn der Fahrer nicht reagiert Notbremsung?

Im Zug muss sich der Lokführer ja nicht auf Gegenverkehr, tote Winkel oder an Kreuzungen orientieren. Da ist es in Ordnung, wenn man auf die Sifa blickt.

Im Auto oder meinetwegen LKW/Bus, würde das wohl ständig zu Warntönen führen, eine unheimlich stressige Aktion die sicher eher verkehrsgefährdent wirken würde.

Man kann es aber mal in Gedanken durchspielen. Alle 30 Sekunden per Knopfdruck bestätigen, dass man nicht ohnmächtig ist. Wenn man mal kurz zu schnell fährt oder eine rote Ampel nicht bestätigt, Zwangsbremsung... und man kann erst weiterfahren, wenn die Polizei den Wagen wieder freigibt.

Aber die Autos von heute piepsen doch eh schon so viel, da wäre das auch nicht weiter schlimm.

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@Neuerfan1

Zwangsbremsungen würden aber wohl recht viele Auffahrunfälle verursachen. Die Fahrer würden sich auch zu sehr auf die Einhaltung der Intervalle konzentrieren, und damit weniger auf den Straßenverkehr.

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@Neuerfan1

das mit dem Überwachen des Fahrers gibt es doch schon einige Zeit.

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Mal davon abgesehen, war die letzte Frage eher am Rande und der Fokus lag auf der Technik. Aber trotzdem danke.

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@Neuerfan1

Zur technischen Komponente müsste ich meinen Vater befragen, der ist aber gerade im Urlaub.

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Da bekommen wir Berührung mit dem Thema 'Autonomes Fahren'.

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@Pauli010

Nicht wirklich, weil bei der Sifa ja die Aufmerksamkeit des Zugführers überprüft wird, was aber zwangsläufig auch einen Teil seiner Aufmerksamkeit in Beschlag nimmt. Daher ist das fürs Auto wohl eher kontraproduktiv.

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