Wie bist du zu deinen Glauben an Gott gekommen?

26 Antworten

Ich bin eigentlich Atheist. Dazu geworden bin ich, als ich registrieren musste, dass meine Gebete zum christlich-jüdischen Gott absolut nichts Gutes bewirken konnten, sie waren sogar eher kontraproduktiv.

Als später einmal eine mir nahe stehende Person ein Wunder brauchte, um zu überleben, habe ich noch einmal gebetet. Aber nicht zum christlich-jüdischen Gott, weil ich mit dem ja schlechte Erfahrungen gemacht hatte, sondern zu Wotan. Es war auch kein Gebet sondern eher eine Anrufung. Das erste Mal in meinem Leben wurde mein Gebet, oder was immer es auch war, erhört. Später habe ich noch einmal in derselben Weise zu Wotan gebetet. Da hatte ich schon wieder einen Misserfolg. Ich glaube nicht an Wotan, aber wenn es noch einmal an mir wäre, ein Wunder geschehen zu lassen, würde ich es wieder mit Wotan versuchen.

Ich meine auch beweisen zu können, dass ein allmächtiges Wesen in unserem Universum weder existieren kann, noch hier von außen agieren. Und ich meine, dass man beweisen kann, dass es keinen Schöpfergott geben kann. Sollte es wider Erwarten doch ein Gott geben, so will der wahrscheinlich nicht, dass man an seine Existenz glaubt, andernfalls würde er sich nicht so gut verstecken.

Aber du möchtest ja lieber Argumente für einen Gott lesen. Die gibt es sogar aus meiner atheistischen Sicht. Das sind einerseits die Feineinstellungen der Naturkonstanten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Feinabstimmung_der_Naturkonstanten

>Befürworter dieser Hypothese gehen davon aus, dass das Universum entweder durch ein teleologisches Prinzip oder auch durch ein bewusstes, intelligentes Wesen, z. B. einen Gott im theologischen Sinn, auf ein bestimmtes Ziel hin ausgerichtet sei und dass das Universum deshalb lebensfreundliche Bedingungen aufweise. Es gebe einen zielgerichteten Sinn, der sich möglicherweise aufgrund der Beschränktheit des menschlichen Geistes, diesem nicht erschließe. Vertreten wird diese Hypothese z. B. vom Religionsphilosophen Richard Swinburne.

Außerdem beschäftige ich mich seit einiger Zeit damit, welchen Einfluss das anthropogene CO2 auf die Temperatur der Erde hat, unter Berücksichtigung dessen Wechselwirkung mit Lebewesen. Dabei habe ich festgestellt, dass die belebte Erde ganz erstaunliche Mechanismen hat, um ihre Temperatur konstant zu halten. Das Leben erschafft sich seine Lebensbedingungen selbst.

Z.B. wenn die CO2-Konzentration sinkt, wachsen Bäume schlechter, emittieren sie weniger Kondensationskeime für bodennahe Wolken, entstehen die Wolken in höheren Regionen, wird es wieder wärmer, wodurch die Pflanzen wieder besser wachsen und von Bakterien und Pilzen wieder besser zersetzt werden.

Gibt es z.B. mal durch einen Vulkanausbruch zu viel CO2, emittieren die Bäume mehr Kondensationskeime für bodennahe, kühlende Regenwolken. Wird es zu warm, bricht der Golfstrom zusammen (und einige andere Ozeanströme) und es wird weltweit wieder kälter.

Mehr CO2 lässt im Phytoplankton mehr mikroskopisch kleine Lebewesen entstehen, die von Winden hochgerissen werden und als Kondensationskeime für besonders helle Wolken dienen. Wird es wärmer, enthält die Luft zwar mehr H2O was seinerseits als Treibhausgas wirkt, aber es entstehen wiederum vermehrt bodennahe Wolken, die kühlend wirken.

Wird es wärmer, gibt es mehr Regen, wachsen die Bäume besser, gibt es aber auch mehr Totholz und Waldbrände. Aber nur in den Regionen, in denen Bakterien ansonsten das Totholz wieder vollständig in CO2 umwandeln würden. Durch die Brände entsteht Holzkohle und das CO2 bleibt der Atmosphäre dauerhaft vorenthalten.

(Nur gegen den Flugverkehr in Höhe der Tropopause und den damit verbundenen Luftaustausch zwischen Stratosphäre und Troposphäre hat die Natur noch keinen ausgleichenden Mechanismus gefunden.)

Die Kontinentaltektonik ist sehr wesentlich für das Magnetfeld und dieses für das Leben auf der Erde. Deshalb ist auch Vulkanismus für das Leben fördernd.

Der GROßE schwere Mond ist wichtig, dass wir nur selten von Asteroiden getroffen werden.

u.s.w.

Wo ich hingesehen habe, gab es einen Mechanismus von dem wir Menschen als empfindliche Lebewesen profitieren konnten. Da bin ich schon ins Grübeln gekommen. Warum gibt es in unserer Umgebung zwar viele Sterne mit Planeten in der habitablen Zone, aber offensichtlich keine technische Zivilisation? Gibt es überhaupt noch weitere Lebewesen im von uns beobachtbaren Universum?

Das führt durchaus zu dem Gedanken, dass sich "jemand" Mühe gegeben hat, die Erde für uns als Menschen wohnlich zu gestalten.

würde er sich nicht so gut verstecken

Dazu fällt mir die englische Redensart ein:
"Hiding in plain sight"

1

These bleibt These. Sprich nicht von Beweisen. Es wäre gelogen.

0
@Consciousness4

Doch, bestimmte Gottesbilder und Aussagen über einen Gott lassen sich falsifizieren. Aber nicht jedes Gottesbild lässt sich falsifizieren.

0

Dein "Werdegang" zum Atheisten kommt mir bekannt vor. Auch ich musste vor wenigen Jahren feststellen, dass der Christengott ein sehr schlechter Beschützer ist. Und dass er auch keine Probleme damit hat, Menschen, die von ganzem Herzen an ihn glauben, in einer Notsituation alleine und grausam sterben zu lassen.

Die zynische Antwort, die ich von anderen Christen auf meine Fragen erhielt ("Gott greift nicht in den freien Willen ein!") hat mir endgültig klar gemacht, was für ein Hirngespinst dieser Glaube ist.

1

Kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Ich glaube an Gott, solange ich zurückdenken kann. Ich vermute, dass meine Großmutter, die sich in meiner frühesten Kindheit meistens um mich gekümmert hat, dazu beigetragen hat.

Allerdings hat sich mein Gottesbild im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte geändert. Früher war ich wohl eher ein Theist, während ich heute eher ein Deist bin.

Vorab: ich habe keinen wirklich festen Glauben, von dessen Korrektheit ich überzeugt bin.

Ich schließe es nicht aus, dass es eine Art "Gott", ein übergeordnetes Bewusstsein, geben könnte. Dieser Gott bzw. diese Macht muss meiner Meinung nach aber völlig anders sein als die Figur, die uns in Bibel oder Koran als unser Schöpfer verkauft wird.

Ich glaube zum Beispiel nicht daran, dass dieser hypothetische Gott auf uns aufpasst, uns Heilige Schriften mit Forderungen und Verboten geschickt hat oder dass er uns nach unserem Tod für unsere Performance im Leben belohnt oder bestraft. All das sind für mich kindlich-naive Ideen, so als würde man einem 5-jährigen Jungen auftragen, er solle sich einen "Gott" ausdenken. Da käme auch ein unverwundbarer, allwissender und allmächtiger Superheld bei raus, der alles und jeden mit einem Fingerschnipser kaputtmacht.

Nein, eine Gottheit stelle ich mir völlig anders vor. Vielleicht gibt es aber auch tatsächlich garnichts Übernatürliches. Auch das halte ich für realistisch.

Wie ich zu meinem "Glauben" gekommen bin? Ich habe diverse Heilige Schriften gelesen und mich mit den meisten bekannten (und einigen weniger bekannten) Religionen befasst. Dieser Prozess ist im Übrigen noch nicht abgeschlossen: gerade erst habe ich mir eine buddhistische Schrift zugelegt. Ich lese jedes Jahr einige Bücher zu religiösen und spirituellen Themen.

Ich bin eigentlich schon als kleines Kind zu meinem Glauben an Gott gekommen. Meine Eltern haben uns Kindern damals recht früh beigebracht, dass man abends zu Gott betet und ihn bittet, einen zu beschützen oder die Mahlzeiten zu segnen. Im Laufe der Jahre habe ich das beibehalten und sogar angefangen, wenn ich in Notsituationen war, Stoßgebete zum Himmel zu senden. Dann kam die Konfirmation und seitdem war für mich klar, dass ich den Glauben an Gott einfach nicht verlieren möchte, egal, was andere mir sagen. Ich habe im laufe des Lebens gelernt, dass Gott mir zwar nicht all meine Wünsche erfüllt, ich aber trotzdem in ihm einen starken Partner gefunden habe, dem ich oft vertrauen kann.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich weiß noch immer nicht, ob ich an etwas so surreales, wie einen Gott glauben kann. Aber es gab da schon den einen oder anderen Moment, der mich von Gotts Existenz überzeugt hat. Zum Beispiel ging es mir mal schlecht und dann bin ich spontan in eine Kapelle gegangen und habe "Gott" meine Probleme anvertraut. Am nächsten Tag ging es mir immer noch wegen dieser Sachen schlecht. Ich bin komplett verheult in den Wald gegangen, wo sich plötzlich ein richtig krasser Sonnenuntergang vor mir abgespielt hat. Ich war der Überzeugung, dass dies Gottes Werk war, da er/sie mir zeigen wollte, dass er für mich da ist.

Also ist es bei mir Situationenabhängig, ob ich an so etwas glaube. Dauerhaft war das jedenfalls noch nie der Fall, immer nur, wenn ich einen Anlass dafür hatte ;)

Wer weiß, wie dieser Weg weitergeht :-)

1

Was möchtest Du wissen?