Wie begründen Religiöse den Satz: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.

Support

Liebe/r Harterkampfer,

gutefrage.net ist eine Ratgeber-Plattform und um einen Rat scheint es Dir nicht zu gehen, oder? Wenn Du die Community besser kennen lernen möchtest oder Dich die Meinung der Community interessiert, kannst Du solche Fragen gerne im Forum unter http://www.gutefrage.net/forum stellen.

Bitte beachte zukünftig unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy. Deine Beiträge werden sonst gelöscht.

Vielen Dank für Dein Verständnis!

Herzliche Grüße

Finn vom gutefrage.net-Support

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dies war eine Stelle, mit der ich auch so meine Probleme hatte. Denn hier hat Christus das mosaische Gesetz noch verschärft, um deutlich zu machen, dass es sich bei der Ehe NICHT in erster Linie um eine wirtschaftliche oder rein sexuelle Zusammenkunft handelt - sondern dass die Liebe zwischen Mann und Frau, die Leben hervor bringt, eben analog ist zur Liebe Gottes mit seiner Schöpfung, aus der ebenfalls das Leben entstand.

Im Grunde wird die Ehe emotionalisiert. Bei Moses macht es noch Sinn, aus wirtschaftlichen Gründen zu heiraten, denn, wenn einem die Frau irgendwann nicht mehr gefällt, kann man sich scheiden lassen (Dtn. 24,1f). Dem wirkt Jesus entgegen, sicherlich aus dem Bewusstsein einer idealen Liebe heraus, von de ich zwar glaube, dass es sie gibt, von der ich aber nicht glaube, dass sie die Regel ist. Eine solche Liebe würde aber, Gebot hin oder her ohnehin nicht enden, weswegen also das Gebot so gesehen sinnlos wäre - aber wie Evangelista sagte, sprach er zu hinterlistigen Phariäern, unemotionalen Menschen, Schriftgelehrten, denen der Wortlaut des Gesetzes wichtiger war als das Leben.

Darüber hinaus muss diese Stelle im Zusammenhang mit dem gesehen werden, was über den Ehebruch ausgesagt wird. Bei Moses (Dtn. 22,13ff) steht auf jede Form des Ehebruchs der Tod. Jesus relativiert das bei Joh 7,53ff. Der Ehebruch bleibt zwar Sünde, ist aber nicht mehr Mt dem Tode zu ahnden.

Unter der Vorraussetzung, dass der Ehebruch weltlich nicht geahndet wird und vorehelicher Verkehr ebensowenig, kann ich die Stelle um des Ideals der Liebe Willen akzeptieren. Wenn sie allerdings dahingehend ausgelegt wird, dass der Mensch bei jedem Fehltritt aus der Gesellschaft ausgestoßen wird, halte ich sie für hoch problematisch.

Ich hatte einmal den Wunsch, niemals wieder von einer Person getrennt zu sein. Und das es nicht funktionierte, empfinde ich heute noch als unendlichen Verlust. Dahin gehend verstehe ich Christus.

Ich hatte allerdings auch wunderbare Augenblicke mit Menschen, bei denen eine solche Verbundenheit nicht da war - also muss ich ihm auch widersprechen - denn es gelang mit erst, das eine vom anderen zu unterscheiden, nachdem ich beides erlebt hatte.

Ach ja - Liebe ist schon in ihrer Entstehung sehr oft sogar von der Idiotie (oder besser der Angst/Schüchternheit) der Verliebten gefährdet. Das kann Ich anhand meiner eigenen Erfahrung verifizieren. Auch die Literatur ist voll mit solchen Beispielen. Oft ist man aus Angst geneigt, etwas, dessen Wert man noch nicht begriffen hat, einfach so weg zu werfen. Ich verstehe den Satz als eine Aufforderung zu mehr Mut in der Liebe - ich bin mir aber klar darüber, dass das einer orthodoxen Deutung widerspricht.

0

Razon, deine Aussage gefällt mir. Eine Diskussion wird immer spannend, wenn die Beteiligten von ihren eigenen realen Erfahrungen sprechen. Eigenartigerweise verschwinden dann Schemata, Gesetze und heilige Vorschriften, und man sieht, wie widersprüchlich die Wirklichkeit eigentlich ist! Und : wie klar es auf eine Art von "Kreativität" der Person ankommt, die mit den Widrigkeiten und Freuden des Lebens umgeht!

0
@Harterkampfer

Jup. Ich halte die Liebe für eine so schwierige Sache, dass wir sie nicht mit dogmatischen Regeln zusätzlich verkomplizieren sollten.

0

Hallo Harterkampfer!

Ich war bei der Suche nach der Antwort über Markus 10 gestolpert: "2 Einige Pharisäer kamen zu Jesus und fragten ihn: »Ist es einem Mann erlaubt, sich von seiner Frau zu scheiden?« Sie wollten ihm damit eine Falle stellen.

3 »Was für eine Vorschrift hat euch Mose gegeben?«, fragte Jesus zurück.

4 Sie erwiderten: »Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau dann fortzuschicken.1«

5 Da sagte Jesus zu ihnen: »Nur wegen eurer Uneinsichtigkeit hat Mose euch diese Vorschrift gegeben.

6 Am Anfang jedoch, bei der Schöpfung, hat Gott die Menschen als Mann und Frau erschaffen.2 

7 ›Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich mit seiner Frau verbinden,

8 und die zwei werden ein Leib sein.‹3 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Leib.

9 Darum: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.«

Für mich geht hier, aus Vers 6, eindeutig hervor, dass Gott den Menschen schuf, EINEN, und zwar diesen als Mann und Frau. Also, um sichtbar zu werden aus der Einheit heraus, sind sie immer als zwei Pole geschaffen worden, die zusammengehören. DAS sind die, die Jesus meint, dass Gott sie zusammengefügt hat und die sich nicht trennen sollten. Wenn die sich (wieder)gefunden haben - was viele heute DUALSEELE nennen -, dann sollten sie sich nicht mehr trennen, weil sie von Gott einst zusammengefügt wurden und als EINS geschaffen worden waren. Dagegen sind ja sehr viele Paare zusammen, die nicht zusammengehören, und diese aber "auf Teufel komm raus" zusammenhalten zu wollen, ist eine fatale Fehlinterpretation der Aussage von Jesus.

Durch bzw. später nach dem Fall, dem Abfall von Gott, wurden die Paare voneinander getrennt. So gibt es in der griechischen Mythologie die Geschichte von den "Kugelmenschen" - Mann und Frau als Einheit -, die Zeus voneinander trennen musste, weil sie sich vor Gott erhöhten und zu mächtig wurden. Der Weg zurück zu Gott und in die Einheit führt auch unweigerlich dazu, dass man mit seinem Dual wieder vereint wird.

Herzliche Grüße

Das hohe Ideal der göttlichen, bedingungslosen, Liebe wurde hier ja schon angesprochen. Und wenn Jesus sich in diesem Zusammenhang geäußert hat, hat er sicher dieses hohe Ideal gemeint. "Was Gott(zusammen)gefügt hat": damit ist m.E. gemeint: Wenn Gott (diese hohe Liebe) zwei Seelen zusammengebracht hat, sollen keine irdischen, menschlichen Vorstellungen (Regeln, Gesetze, Geld, Macht etc.) dies versuchen zu stören oder zu scheiden.

auf einmal glaube ich nicht mehr an gott? hilfe!

Hey, bis jetzt war es für mich immer selbstverständlich, dass ich an Gott glaube. Ich habe zwar keine religiöse Familie (wir gehen eigentlich nur Weihnachten in die Kirche und beten auch sonst nicht) - aber trotz allem war es für mich immer klar, dass es Gott gibt. Doch in letzter zeit habe ich mich einmal mehr mit dem Thema befasst, vor allem, nachdem wir im Religionsunterricht den Satz "wenn ihr nicht umkehrt, und werdet wie die kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." besprochen haben. Der Satz soll heißen, dass wir wieder glauben sollen ohne alles zu hinterfragen und sonst nicht in den Himmel kommen. An den folgenden Abenden habe ich einmal genauer über Gott etc. Nachgedacht - und plötzlich kommt mir das alles total komisch vor. Warum müssen so viele Menschen hunger leiden? Warum werden täglich so viele Tiere gequält und getötet, nur damit es dem Menschen gut geht (ich selber bin Vegetarierin)? Ich könnte hier jetzt noch Stunden so weiter schreiben... als ich meine Lehrerin danach fragte, meinte die, dass wir die schuld immer bei Gott suchen, dabei ist der mensch selbst schuld. Aber auch das kommt mir komisch vor. Die Menschen sind doch Gottes Kinder! Würdet ihr eure Kinder hungern lassen und dabei zusehen? Natürlich ist mir klar, dass die schuld nicht bei Gott allein liegt - ich verlange auch gar nicht, dass er jetzt für alle Schäden der menschen gerade steht. Doch er könnte uns wenigstens dabei helfen! Tja, und seit ich über all das nachgedacht habe, kann ich mir einfach nicht mehr vorstellen, dass es Gott gibt. Natürlich will auch ich in den himmel und natürlich würde auch ich gerne an Gott glauben! Doch was soll ich tun? Es bringt mir ja nichts wenn ich es mir die ganze Zeit vormache... kennt das jemand? Danke schon mal!

...zur Frage

An Gott glauben aber keiner religion angehörig?

Ich glaube, dass es einen Gott gibt, jemand, der alles erschaffen hat. Ich glaube aber nicht, dass religiöse Bücher Gottes wort sind. Also keines von denen. Meine Frage ist, wie nennt man das? Kann man an einen Gott glauben ohne an eine bestimmte religion zu glauben?

...zur Frage

Ist der Atheismus eine Weltanschauung / Philosophie?

In einer vorangehenden Diskussion wurde ich von zwei Atheisten scharf angegriffen, als ich die Meinung geäußert habe, der Atheismus sei eine Weltanschauung. Wohlgemerkt, ich bin absolut NICHT der Meinung, dass der Atheismus eine Religion ist.

Die beiden versuchten mir zu erklären, dass das Wort "Atheismus" nur "ohne Gott" bedeuten würde. Dies wäre die einzige Bedeutung des Wortes "Atheismus" und da gäbe es auch nichts zu ergänzen. Atheismus sei Gottlosigkeit, nicht mehr und nicht weniger.

Dieser These widersprach ich, denn es gehört zum Atheismus doch viel mehr, als nur die Existenz eines Gottes abzulehnen. Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche wie Magie, Geisterglauben, Zukunftsvorhersagen etc. ab. Außerdem empfiindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz, ja manche werden sogar ganz dastisch und bezeichnen sie als reine Zeitverschwendung. Und er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist - auch wenn wir es nicht erklären können, bedeutet das nicht, dass es nicht irgendwann erklärbar sein wird. Das Fundament ihres Überzeugseins ist also die Wissenschaft. Diese Überzeugungen vertritt jeder Atheist, es ist also nicht zu leugnen, dass diese Überzeugungen einen verbindenden Charakter haben. Atheismus ist damit nichts Individuelles mehr.

Außerdem lässt sich Atheismus in meinen Augen sogar übersteigern und kann auch extremistische Züge annehmen: es gibt Atheisten, die alles Religiöse regelrecht hassen, Gläubige als Spinner und ihre heiligen Schriften provokant als Märchenbücher bezeichnen. Sie sind überzeugt, dass die Welt ohne irgendwelche Religionen besser dran wäre und man Religionen am besten alle sofort verbieten sollte.

Meine Frage richtet sich in erster Linie an Atheisten. Bevor ihr antwortet, ruft euch bitte noch einmal ins Gedächtnis, dass ich nicht behaupte, dass Atheismus eine Religion sei. Aber warum seid ihr davon überzeugt, dass Atheismus auch keine Weltanschauung oder keine Philosophie ist? Was sind denn in euren Augen die entscheidenden Unterschiede?

Noch etwas: Bei der Diskussion würde ich mich sehr freuen, wenn die Netiquette beachtet wird. Unsachliche und gar beleidigende Kommentare und Antworten werden gemeldet, und zwar egal, aus welcher Richtung sie kommen.

...zur Frage

Was wäre, wenn ein Mensch Gott nicht kennen würde?

Wenn ein Mensch sein Leben ohne Gott(bzw. auch Religion) verbringen würde, ihn nicht kennen würde (auch nicht von anderen Menschen)? Würde sich der Mensch etwas eigenes erfinden (hab mal irgendwo gelesen dass ein Mensch ohne etwas übermächtiges nicht kann) oder einfach so als Atheist sterben? Wie würden dass dann religiöse Menschen beantworten, würde er in die Hölle kommen weil er Gott nicht gekannt hat? bin btw Atheist lmao

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?