Werden die ausländischen Leiharbeiter auf Kosten ihrer Gesundheit in Deutschland ausgebeutet?

Das Ergebnis basiert auf 31 Abstimmungen

Ja 68%
Nein 26%
Andere Meinung 6%

21 Antworten

Ja

Weil immer alles billig auf Kosten anderer sein muß. Nicht nur die Leiharbeiter sondern auch die Produktion im Ausland zielt auf billigste Preise. Dadurch wird mit den Waren unachtsam umgegangen und vieles schnell wieder entsorgt.

Andere Meinung

Es betrifft wohl jeden, mit wenig bis keiner guten Schulbildung und hoher Arbeitslosenzahl...Selbst Harz4 geht auf die Kosten der Gesundheit ,wenn man schauen muss, was man sich davon noch leisten kann...

Ja

Selbstverständlich werden sie wie moderne Sklaven gehalten.

Leben unter unmenschlichen Bedingungen, schlecht bezahlt und ohne jegliche Unterstützung.

Wenn dann noch Sprüche kommen, "sie sollten froh sein überhaupt Arbeit zu haben und Zuhause ginge es ihnen ja noch schlechter" fehlt mir jegliches Verständnis für so viel Arroganz.

Jeder von uns hat es mit seinem Kaufverhalten selbst in der Hand solche Bedingungen nicht zu unterstützen, gilt ebenso für die Bedingungen der vielen Paket-Fahrer.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung für Drei

Natürlich ist es zum Schluß mein Kaufverhalten..... Wenn ich jetzt für die Ware 20% mehr bezahle kann ich dann sicher sein das alle an der Ware beteiligten AN besser entlohnt wurden? Oder hat sich der AG nur schneller den neuen Wagen gekauft?

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@Ursusmaritimus

Ob ich Billig-Fleisch, Fleisch vom Regionalen Anbieter oder eben einfach weniger aber qualitativ gutes Fleisch kaufe spielt da schon eine Rolle.

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@fragenkoenig19

Woran erkennst du qualitativ gutes Fleisch, außer an der Aussage des Verkäufers?

Erkennt man qualitativ gutes Fleisch explizit am Preis?

Wird bei qualitativ gutem Fleisch die Arbeitnehmerschaft angemessen entlohnt?

Das ist doch ein Kernproblem! "Nur" der Preis macht kein hochwertiges Produkt.....

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@Ursusmaritimus

Stimmt ist nicht einfach.

Ich habe einen Metzger in der Nähe, der auch hier wohnt. Daher vertraue ich seiner Aussage, dass er nur Fleisch eines bestimmten Bauers hier aus dem Kreis verwendet, der wiederum zertifiziertes Vieh hält.

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@fragenkoenig19

Das ist gut für dich und zu unterstützen!

Allerdigs hast du noch immer keine Sicherheit das dieser Metzger seine Mitarbeiter angemessen entlohnt und die Arbeitnehmerrechte respektiert.

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Nein

anders als in den Jahren der Vollbeschäftigung, wo auf Druck der USA anatolische Gastarbeiter nach Deutschland geholt wurden, haben wir in der Gegenwart keinerlei Mehrbedarf an geringqualifizierten ausländischen Arbeitskräften, im Gegenteil. Dass gegenwärtig weitere, ca 200000 Einwanderungswillige aus dem Balkan, die niemand gerufen hat, nach Deutschland drängen, dürfte die Bundesregierung und Bundesländer vor nahezu unlösbare wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aufgaben stellen. Sollten einige tatsächlich im Niedrigsektor Arbeit finden, so wird dagegen der Großteil dauerhaft in unseren Sozialsystemen landen und den Wohnungsmarkt vor allem für deutsche Wohnungssuchende noch weiter als bisher strapazieren.

Deine Frage nach Ausbeutung würde ich aber prinzipiell nicht reduzieren auf "ausländische" Billiglöhner, das ist kein Problem der geographischen Herkunft, sondern eine Frage der Klassenherkunft und Bildungs- bzw Ausbildungsferne. Denkbare Lösungen des Grundproblems des privaten Kapitalbesitzes und der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft stehen jedenfalls nicht im Sozialgesetzbuch der BRD, und sind auch nicht moralisierend zu beklagen, sondern sie stehen pointiert im "Kommunistischen Manifest" und ausführlicher in "Marx, Karl - Das Kapital. Band 1-3"

So mag man das aus Taiwan sehen ... :)

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Andere Meinung

Allgemein ist Leiharbeit Ausbeutung. Deutsche Leiharbeiter werden genauso ausgebeutet wie ausländische.

Allerdings ist es nicht so einfach, den Schwarzen Peter jemandem in die Schuhe zu schieben.
Die Leiharbeitsfirmen richten sich nach der Nachfrage. Sie existieren nur aufgrund der Nachfrage. Die Firmen fragen nach, weil sie so Marktanforderungen gerecht werden können und wettbewerbsfähig bleiben. Machen sie es nicht, gewinnen die Firmen, die Leiharbeiter einstellen, platt ausgedrückt.
Dem Konsumenten kann man nicht verübeln, dass er viel und Qualität für wenig Geld möchte.

So könnte man einer Leiharbeitsfirma ankreiden, sich moralisch falsch zu verhalten, Arbeitskraft anzubieten, bei denen diese unterbezahlt wird.

Der einstellenden Firma kann man ankreiden, nicht zugunsten angemessen bezahlter und längerfristig angestellter Arbeitskräfte auf Gewinn zu verzichten.

Dem Konsumenten, vor allem dem, der ein hohes Einkommen hat, kann man vorwerfen, nicht darauf Wert zu legen, Produkte zu konsumieren, die aus fair bezahlter Arbeit entstanden sind.

In der Tat, das Problem hat viele Ursachen. Als Ergänzung noch dazu sei angemerkt, dass auch die Kündigungsschutzgesetze ihre Schattenseiten haben. Der Schutz des AN ist sicher sehr wichtig, hat aber den Nachteil, dass man bei vergleichsweise stark wechselnder Auslastung des Unternehmens nicht mehr so flexibel reagieren kann, wie man es von der Kostenseite her müsste.

Daher überlegen sich viele Unternehmer, ob sie einen neuen AN einstellen, der sich evtl. als Klotz am Bein heraus stellen könnte. In dieser Lücke leben die Verleihfirmen.

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@SirKermit

Neue AN dürften für Arbeitgeber weniger das Problem sein, denn sie haben zunächst in der Regel eine Probezeit.

Und für die, die länger bleiben, gibt es Zeitverträge, die man verlängern kann. Das ist aus Arbeitnehmersicht zwar unschön, aber immer noch besser als Leiharbeit.

Und oft jammern die Unternehmen auf hohem Niveau. Die Flexibilität, von heute auf Morgen "Tschüss" sagen zu können, ist oft gar nicht zwingend notewendig, bzw. haben viele Unternehmen genügend Reserven, um sich dieses Risiko leisten zu können.
Anders ausgedrückt: Hätten sie diese Reserven nicht, würden sie suboptimal wirtschaften.

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@Suboptimierer

Die Probezeit hilft dir leider nur, den neuen AN besser kennen zu lernen und umgedreht, mehr nicht.

"Und für die, die länger bleiben, gibt es Zeitverträge, die man verlängern kann. "

Ja, ein Instrument, das auch viel benutzt wird. Nur hat das dann den Nachteil, dass deine AN je nach Branche wenig motiviert sind, Dinge und Projekte anzuschieben, die von längerer Dauer sind als die eigene Befristung laufen.

All diese Instrumente halte ich dann für wertvoll, wenn sie mit Augenmaß angewendet werden.

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@SirKermit
Nur hat das dann den Nachteil, dass deine AN je nach Branche wenig motiviert sind, Dinge und Projekte anzuschieben, die von längerer Dauer sind als die eigene Befristung laufen.

Kann man das so pauschal sagen? Ist es nicht gerade motivierend, Projekte zu starten, die über die Befristung hinaus laufen? Erhöht das nicht die Chancen, sie fortführen zu dürfen? Wahrscheinlich kommt es hier auf den Typ Mensch an und auf die Stelle.

Welche Motivation sollte denn ein Leiharbeiter haben?

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@Suboptimierer

"Kann man das so pauschal sagen?"

Jain, daher schrieb ich Branche.

"Ist es nicht gerade motivierend, Projekte zu starten, die über die Befristung hinaus laufen? "

Kann sein, kann nicht sein. Ich halte das für vom Einzelfall abhängig. Ein Nachwuchs von uns denkt ganz anders, er will geradezu nur Projekte realisieren und ihm widerstrebt geradezu eine feste Anstellung. Den reizt das Neue.

"Welche Motivation sollte denn ein Leiharbeiter haben?"

Machen ist der eigentliche Job egal, die haben keine. Manche möchten das als Srpungbrett nutzen, um über diesen Weg in eine feste Anstellung beim eigentlichen AG zu kommen, wieder andere reizt es, viele verschiedene Unternehmen kennen zu lernen.

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