Was sagt die katholische Religion zu einer Fruchtwasseruntersuchung? (Referat)?

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4 Antworten

Eine Fruchtwasseruntersuchung wird ja in den meisten Fällen gemacht um eine Behinderung des Kindes auszuschließen und wenn dann ein Befund rauskommt, dass das Kind nicht 100% gesund ist, kommt es darauf an wie schwerwiegend der "Defekt" ist, ob es lebensfähig sein wird oder nicht. Wäre es lebensfähig, stehen die Eltern vor einer schweren Entscheidung. Abtreibung, also Tötung des Kindes, oder ein behindertes Kind. 

Und es besteht auch ein Risiko bei der Fruchtwasseruntersuchung, dass eine Fehlgeburt ausgelöst wird. Man gefährdet also, wenn auch nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit, das Leben seines Kindes durch die Untersuchung.

Die Meinung der katholischen Kirche dazu verstehe ich so, dass eine Fruchtwasseruntersuchung abzulehnen ist, da ein Kind ein Geschenk Gottes darstellt und eine Fruchtwasseruntersuchung selbst das Leben des Kindes gefährden kann und eine Abtreibung keine Option ist, auch wenn eine Behinderung nachgewiesen ist. Da es eine Tötung darstellt. Ich verstehe es so, wenn Gott einem Ehepaar ein behindertes Kind schenkt, schenkt er auch die nötige Kraft dazu. Ich weiß, ist leicht gesagt, aber man kann Gott vertrauen und ich habe schon erlebt, dass ein behindertes Kind den Eltern viel Freude und Stolz bereitet hat. Die Liebe ist nicht im geringsten kleiner als bei einem gesunden Kind. Viele Eltern  von behinderte Kindern empfinden es sogar als Bereicherung. Meine Hochachtung vor dieser Einstellung und Leistung. Das Leben ändert sich schon einem gesunden Kind radikal, aber bei einem behinderten komplett.

Allerdings weiß ich nicht wie sich das verhält, wenn ein Paar schon mal eine Totgeburt aufgrund eines Gendefektes hatte und die Gefahr besteht, dass dieser Gendefekt wieder auftreten kann. Dann könnte ich mir vorstellen, dass die katholische Kirche da ihre Ausnahmen hat. Aber das ist eine reine Vermutung meinerseits. Wissen tu ich das nicht. 

Viel Erfolg beim Referat!

Hallo Tatanaa,

dieses Thema wird von beiden grossen Amtskirchen kritisch, aber insgesamt wohlwollen betrachtet. Dabei geht die evangelische Kirche noch etwas strikter vor, als die katholische, die nicht nur die prä-natale Diagnostik, aber auch die prä-natale Therapie ausdrücklich befürwortet, sofern eine medizinische Indikation als Verdacht vorliegen sollte.

Wichtig zu wissen ist, dass die vorgeburtlichen Diagnosen nicht in einen Schwangerschaftsabbruch münden sollen, es sei denn, das Leben der Mutter ist akut gefährdet. (Notfall-Abort)
"Du sollst nicht töten", steht also bei allen christlichen Kirchen an höchster Stelle.
Die katholische Kirche formulierte in einer Aktion während "Der Woche für das Leben":
"Eugenischen Tendenzen ist entschieden und nachdrücklich zu widersprechen und zu widerstehen."

Sicher wird es bei der heute zur Verfügung stehenden prä-natalen und bildgebenden Diagnostik immer wieder für die werdenden Eltern unerwartete, auch sehr schwer zu tragende Ergebnisse geben. Diese sollten aber, wie schon gesagt, nicht aus Bequemlichkeit das werdende Leben verkürzen, oder gar verhindern.

Fruchtwasseruntersuchen tragen heute nur noch ein geringes Risiko. Das Wissen, ob das Kind im Mutterleib eine genetische oder körperliche Anomalie hat, kann aber den Geburtsverlauf in jedem Fall günstig beeinflussen. Ein Kind mit Trisomie21 und nachgewiesenem Herzfehler würde die Belastung unter der normalen Geburt vermutlich kaum überstehen. Daher hilft das Wissen enorm weiter, wenn dadurch geburtserleichternde Massnahmen von vorn herein eingeplant werden können. Das trifft auch auf alle anderen Anomalien vor. 

Bei der prädiktiven Diagnostik ist die Wahrung folgender ethischer Prinzipien ausschlaggebend:
- die Freiwilligkeit der Inanspruchnahme
- das Recht auf Nichtwissen der eigenen genetischen Ausstattung
- und damit auch das Recht auf Selbstbestimmung, welche genetischen
  Daten erhoben und gespeichert werden sollen
- Unerlässlich ist die Wahrung der Vertraulichkeit der Diagnosen

Auf diese Entwicklung der prä-natalen Diagnostik und Therapie aufmerksam zu machen und ihr entschieden entgegenzusteuern sei nur dann Aufgabe der Kirchen, betonte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Landesbischof Dr. Klaus Engelhardt: "Wenn Menschen nicht mehr Geschöpf sein wollen, sondern sich selbst zum Schöpfer machen, dann überschreiten sie die ihnen als Geschöpf gesetzten Grenzen."


In einem Anhang des "Gemeinsamen Wortes" gehen die Kirchen zusätzlich auf die Präimplantationsdiagnostik ein, die in Deutschland gegen das Embryonenschutzgesetz verstößt.

"Das selektive Vorgehen ist bereits bei der Anwendung der pränatalen Diagnostik fragwürdig. Es verschärft sich noch einmal bei der Anwendung der Präimplantationsdiagnostik, die allein auf die Selektion von menschlichem Leben ausgerichtet ist".

In diesem Bereich wäre also eine Fruchtwasseruntersuchung bei einer Mehrlingsschwangerschaft in jedem Fall aus zuschliessen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen
di Colonna


Keine Ahnung.

Ich kann dir aber sagen, was ich als Christ davon halte.

Zuerst einmal: Nichts! Denn in den ersten Monaten hat das ja nur drei Konsequenzen.

1) Entweder Abtreibung

2) oder unnötige Belastung der Eltern, sodass sie nicht geniessen können von der Schwangerschaft.

3) oder Fehlgeburt durch den Eingriff

Stellt sich aber in den letzten Schwangerschaftsmonaten heraus, dass irgendwas nicht stimmt mit dem Kind, kann es sehr hilfreich sein.

Bei unserem letzten Kind wurde in der 29.SSW eien schwere Entwicklungsstörung des Gehirns festgestellt.

Mir hat es geholfen, in der 30.SSW zu erfahren, dass mein Kind ein Mädchen ist, und es war wichtig zu wissen, dass man Trisomien ausschliessen konnte.

Ich konnte mich innerlich auf ein schwerstkrankes oder sterbendes Kind einstellen und hatte doch 7 schöne Schwangerschaftmonate hinter mir.

Das Kind bekam einen Namen und war noch mehr teil der Familie.

 

Nichts...oder doch?

guck mal da:

http://www.kath-info.de/pnd.html

cheerio

der Artikel ist ziemlich hart, aber total wahr

uns ging es genauso, als unser drittes Kind geboren wurde

mich bedrängte man auch, und stellte mich als verantwortungslos hin, weil ich die Untersuchung nicht machen wollte

in dem Artikel steht, glaub ich nicht, die Meinung der Kirche drin,

aber als gläubiger Mensch, der ein Kind, ob gesund oder behindert,  nicht abtreiben würde, sind diese Fruchtwasseruntersuchungen völlig sinnleer


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