Was ist so schlimm daran rechts zu sein?

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11 Antworten

Heutzutage gilt ja Links-sein als etwas gutes und tolles,

Ich als Linker würde mir das wünschen. Trotzdem hat diese Einschätzung nichts mit der Realität zu tun, wie man an den Wahlergebnissen der Linkspartei absehen kann (~8-10% im Schnitt). Die Grünen sind nur partiell links und erhalten mehr Stimmen, die SPD hat sich voll und ganz vom "Links-sein" abgekehrt und erhielt bis zuletzt auch noch wesentlich mehr Prozente bei den Wahlen.

 und Rechts ist immer gleich böse. Warum das denn?

Dazu muss man wissen, was "rechts-sein" bedeutet. Rechts und Links sind in der Politik erst einmal Vereinfachungen, die auch wirklich nur das sind - Vereinfachungen. Man benutzt sie um sich selbst oder andere grob in eine Weltanschauung und in eine politische Ideologie einzuordnen. 

Unter links wird in der Regel "Progressivität" verstanden, es geht um ein aufgeschlossenes, multikulturelles und sehr tolerantes angestrebtes Weltbild. Viele linke Ideen sind pro Umwelt- und Tierschutz und normalerweise sympathisieren sie mit der Unter- und Mittelschicht, befindet sich also in der Konsequenz in der Opposition zur Oberschicht/ zu den "oberen Zehntausend". Dabei kann ein Linker aber vieles sein: Er kann (in erster Linie bspw.) Sozialdemokrat, demokratischer Sozialist, Anarchist, Kommunist oder Sozialist sein - die Unterscheidungen werden z.T. noch wesentlich sensibler. Manche Linke verstehen sich somit auch in erster Linie eher als sowas wie Feminist, Vegetarier oder Umweltschützer, eben je nachdem welches Ziel man für sich selbst am meisten Priorität zuspricht. 

Rechts sein wird i.d.R. als all das definiert, was konservativ ist und noch weiter in die "rechte" Ecke geht. Rechte Meinungen sympathisieren oftmals mit religiöser und kultureller Verbundenheit, dabei wird mehr Wert auf Traditionen und "altbewährte Methoden" als auf Fortschritt (->Progressivität) gelegt - dabei wird er aber nicht grundlegend abgelehnt, sondern eher skeptisch und zögerlich betrachtet. Rechte geben sich, und das ist kein Geheimnis, sehr "heimatverbunden" (-> Sympathie zum Umwelt-/Tierschutz) und wesentlich nationalistischer als der internationalistische Gegenentwurf der Linken. Dabei werden in letzter Konsequenz aber auch Immigration und Politik andere Staaten logischerweise kritischer betrachtet. Wer den Fokus seiner Politik nämlich so penetrant auf das alleinige Wohl des eigenen Staates legt, der wird früher oder später immer in die Situation kommen, misstrauisch zu werden - auch wenn das unbegründet sein mag.

Das Problem mit dem rechts sein ist, dass es die letzten zwei- bis dreihundert Jahre (z.T. länger) der (deutschen aber auch globalen) Politik beeinflusst hat. Noch zu Zeiten der Reichseinigung bspw. (s. dänische Kriege, Krieg Preußen vs. Österreich, Preußen vs. Frankreich) hat sich ein derartiger Nationalismus ausgeprägt, dass man durchaus auch von einem Chauvinismus reden kann. Chauvinismus bedeutet die eigene Nation über andere zu stellen - so gibt es an dieser Stelle auch eine Tendenz zum Rassismus. Auch wenn das hart klingt, aber Rassismus ist oftmals eben die logische Folge von Nationalismus. Zwei Weltkriege später - beide durch das damals "moderne" "Rechts-sein" überhaupt erst ermöglicht, einige erneute chauvinistische Tendenzen zwischen Ost- und Westdeutschland, sowie rund zwanzig Jahre später findet man sich ungefähr jetzt wieder:

Wenn man ungefähr die gegenwärtige Lage der gesamten Welt skizziert, fallen Probleme wie Armut, Welthunger, politische Korruption (-> Panama Papers ist ein sehr aktueller Fall), Ausbeutung der Arbeitenden, Rassismen und Sexismen auf. Die Liste geht viel weiter, allerdings sind die Probleme nicht neu. Um also zum Punkt zu kommen: All diese Probleme, derer wir uns heute durch Geschriebenes, durch (digitale) Gespräche, durch Videos und durch Fotos bewusst werden müssen, sind vor allem aus zwei Gründen so viel präsenter als jemals zuvor. Der erste Grund nennt sich Internet, also das weltweite Datennetz von hier bis nach Bangladesh und von Nanjing bis nach Hawaii erstreckt und die wirtschaftliche Globalisierung (https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/17577/globalisierung). Genau genommen könnte man dazu auch noch einmal dreihundert Einzelkommentare schreiben, aber ich versuche mich kurz zu fassen:

Durch beides, also Internet - welches (neben Nachrichten usw.) uns unabhängig davon ob Vater Staat das will oder nicht auch unbequeme Wahrheiten liefert - und die Globalisierung, also die weltweite Vernetzung der Handelswege, hat sich die Welt in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren nun mal in unvorstellbarer Geschwindigkeit internationalisiert. Menschen verstehen, ob sie wollen oder nicht, dass es mehr gibt als nur "mich und meine Heimat". Es spielt mittlerweile eben kaum eine Rolle mehr, ob man schwarz ist oder weiß, ob man Christ ist oder Atheist, da man sich letztendlich immer öfter als Mensch versteht. Das gilt allerdings eben nicht für die Mehrheit der Menschen, sondern für einen recht großen eher jungen Teil der Bevölkerung! Gerade junge Menschen ordnen sie eher links ein, weil sie eben in einer völlig neuen Umgebung aufwachsen, mit einer viel größeren und umfangreicheren Weltpolitik konfrontiert werden und schlicht und ergreifend etwas ändern wollen. Zudem: Junge Menschen tendieren meistens dazu rebellischer zu sein als die Elterngeneration.

 Warum sind viele extrem Linken dieser Meinung? Ist Links-Sein heutzutage In oder was?



Es ist nicht "In", denn das würde dafür sprechen, dass es schlicht und ergreifend cool wäre links zu sein, man aber nicht wirklich verstehe, was das eigentliche bedeutet. Auch das mag vorkommen, aber in der Regel ist es, meiner Erfahrung nach, am allercoolsten sich voll und ganz aus der Politik rauszuhalten (und natürlich ist sowas wie bspw. Rassismus uncool, aber das hat nichts mit dem politischen Selbstverständnis zu tun, sondern allein mit Intellekt und Bildungsstand). Ich bin jetzt neunzehn Jahre alt und wohl noch etwas naiv, aber von meinen Freunden interessieren sich vielleicht neben mir zwei oder drei weitere Leute wirklich für Politik. So oder so: Es geht hier aber eben nicht um einen Trend, sondern um einen Prozess. Einen Prozess, der nur die logische Konsequenz der gegenwärtigen Lage der Welt ist.

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Kommentar von 161xx
18.04.2016, 02:46

Du bist 19? Anhand deiner Antworten hätte ich dich wesentlich älter geschätzt. Aber sehr gute Aufklärungsarbeit!

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Man muss differenzieren.
Laut dem Hufeisenmodell ist Konservativ schon rechts. Also befinden sich die Union und deren Wähler ebenfalls rechts. Das ist ja soweit noch nichts schlimmes. Schlimm ist immer erst der Extremismus. Und dieser ist, egal ob Links- oder Rechtsextremismus, immer schlecht. Durch die Zeit des Nationalsozialismus wird hier in Deutschland etwas vorsichtiger mit rechten Parteien umgegangen, die schon um einiges weiter als konservativ sind. Linksextreme sind mindestens genauso kritisch. Diese erregen dabei einfach nicht so viel Aufmerksamkeit. Außerdem kommt es einfach nur auf die gesellschaftliche Einstellung an was anerkannt ist und was nicht. Das kann sich ständig ändern.

Da du in deinen Tags ja die AfD genannt hast, gehe ich davon aus, dass du dich vor allem auf die Kritik zur AfD beziehst. Wenn man sich nun deren Parteiprogramm ansieht merkt man schnell, dass deren Werte teilweise nicht in eine demokratische, liberale Gesellschaft passen. Das ist auch nicht verwerflich. Wenn die Gesellschaft mehrheitlich diese Ideen gut finden würde, würde die AfD eine Mehrheit bekommen und ihre angestrebten Werte durchsetzen. Jedoch ist der momentane Grund, ob man es als AfD-Anhänger hören möchte oder nicht, dass sie polarisieren. Sie spielen mit den Ängsten der Bürger und schaffen neue Ängste. Sie kritisieren sehr viel und das teilweise auch ohne Inhalt, da sie ja nie vernünftige Alternativen nennen(Nein, Flüchtlinge an der Grenze abzuschießen ist nicht vernünftig). So locken sie auch viele Protestwähler an. Die Partei steht auch in der Kritik, weil viele Aussagen, ob es nun im Wahlprogramm, im geleakten Parteiprogrammentwurf sei doch teilweise ziemlich heftig sind. Genauso treffen deren Politiker teilweise extreme Aussagen, wenn sie mal wieder polarisieren. (Wie z.B. die Aussage von Frau Petry, dass man im äußersten Fall auch Waffengewalt benutzen müsse und die darauf gefolgte Unterstützung von Beatrice von Storch, dass man dann auch Frauen und Kinder abschießen müsse).

Hier ist ein meiner Meinung nach sehr gutes Video zu deren Aussagen:
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1684248818519125&id=1626960944247913

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Kommentar von Kritiker555
16.04.2016, 15:36

 Linke Heulsusen sind genauso schlimm.

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Kommentar von Humperino
16.04.2016, 15:42

Du musst diese "linken Heulsusen" ja auch nicht wählen. Auch wenn ich diesen Begriff für nicht sehr differenziert und angebracht halte. Ich sagte ja auch, dass Linksextremismus ebenfalls schlecht ist. Aber habe auch die Kritik an der AfD erläutert. Du kannst mir ja mal deine konkrete Kritik an den "linken Heulsusen" nennen.

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Kommentar von Humperino
16.04.2016, 15:50

Kannst du dafür auch konkrete Gründe nennen?

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Das war immer so Linke sind die guten,Rechts die bösen!

Obwohl links auch nicht grade friedlich ist können noch schlimmer sein als Rechts!Mischen sich in alles ein und sind dan unschuldig wenn es zu Auseinandersetzungen kommt!Z.B rechte Demos .

So ist das halt.

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Weil rechtsgerichtete Politik ganz konkret negative Auswirkungen auf das Leben von Menschen hat. Rechtsgerichtete Politik umfasst z.B. die Diskriminierung von Frauen, Menschen aus der Unterschicht und Angehörigen von Minderheiten.

Wie man das gut finden kann, ist mir ein Rätsel. 

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Kommentar von Abahatchi
16.04.2016, 21:50

Es kommt aber darauf an, wie weit rechts, denn auch die CDU sitzt rechts im Parlament und ist wohl kaum mit der NSDAP gleich zu setzten. 

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Kommentar von Holger1002
22.04.2016, 18:22

Es ist mir ein Rätsel, wie man es gut finden kann, wenn Frauen in ihrer frühesten Jugend freigegeben sind als sexuelles Freiwild mit der äußerst fragwürdigen Prämisse, man müsse ja Erfahrungen sammeln.

Außerdem finde ich es nicht fair, wenn Frauen eingeredet wird, dass sie nicht zuhause bei ihren Kinder bleiben dürfen, sondern dass auch sie arbeiten gehen müssen, wenn Kinder da sind. Es gibt Frauen, die sich dadurch minderwertiger fühlen - als wenn der Beruf der Hausfrau und Mutter keiner ist!

Ich halte es eher für diskriminierend, wenn einer Frau zugemutet wird, Kindererziehung, Haushalt und außerhäusliche Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Da finde ich die  frühere Einteilung wesentlich entspannter. Wenn eine Frau unbedingt arbeiten gehen will, soll sie es tun, aber keine soll es müssen!

1975 sagten 80% aller Frauen, sie seien zufrieden mit dem, was ihr Mann und sie im Leben erreicht hätten. Daraufhin sagte die SPD, das darf nicht sein, diese Frauen sind nur glücklich, weil sie gar nicht wissen, was sie in ihrem Leben verpasst haben. Und es begann eine "Aufklärungskampagne", wie Frauen ihr Leben glücklicher und zufriedener gestalten können. Ich kenne die neuen Zahlen nicht, aber ich wage zu behaupten, es ist seitdem nicht besser geworden. Die Frauen in meinem Umfeld wirken meist sehr gehetzt und unzufrieden, selten ist eine dabei, die ihr Leben genießt.

Ich finde, eine Frau soll - wenn sie das von sich aus gerne möchte - in Ruhe zuhause bleiben dürfen, und ihr Mann sorgt dann finanziell für sie. Sie wiederum sorgt für ein Zuhause, das liegt doch den meisten Frauen im Blut, sie haben nur oft keine Zeit dafür.

Allerdings wird es ihr wohl oft langweilig werden, wenn sie nur zwei Kinder hat, deshalb bin ich durchaus für eine größere Kinderschar. Das tut auch den Kindern gut, besonders wenn die Mutter Zeit und Kraft für deren Erziehung hat.

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Weil der Begriff "Rechts" negativ konnotiert ist. Im günstigen Fall assoziiert man damit, dass jemand konservativ, verbohrt und besitzstandwahrend ist, meist aber versteht man unter einem "Rechten" einen Nazi, Rassisten, Ausländerhasser, Homophoben, Sexisten, Putin-Versteher, NPDler oder AfD-Anhänger. Wenn du zu jemanden sagst, "ich bin rechts", machst du dir damit garantiert keine Freunde - von Springerstiefelfetischisten aus der sächsischen Provinz oder geschlossenen NPD- / AfD-Kreisen vielleicht einmal abgesehen..

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Schonm weil es das Zusammensein der Menschen vergiftet, die Gesellschaft inhumanisiert und entdemokratisiert zudem.

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Was ich an den Rechten schlimm finde ist, dass sie sich immer als Opfer fühlen.

Kein Linker würde ständig rumheulen, wenn er von anderen Leuten kritisiert wird.

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Kommentar von Holger1002
22.04.2016, 18:25

Das schlimme in unserem Land ist, dass linke nie kritisiert werden.

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Beides ist meiner meinung nach ziemlich schlimm weil beides halt extremistisch ist. Ich halt mich da ei fach raus

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Kommentar von Kritiker555
16.04.2016, 14:42

 Ich meine nicht Rechtsextremismus, manche linke Spinner bezeichnen jeden Rechten als Nazi.

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Kommentar von AntiBan
16.04.2016, 14:46

DAS ist ja mitunter das schlimme. nur zur beruhigung: manche haben mich auch schon so genannt als ich noch in deutschland gelebt hab. und warum? weil ich bei ihren linksfaschistischrn aktion nicht mitmachen wollte!!!

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Kommentar von Micromanson
16.04.2016, 15:01

Links und rechts hat nichts mit Extremisten zu tun. Definitionen vorher nachschlagen.

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Kommentar von AntiBan
16.04.2016, 16:01

alle bitte nochmal die frage durchlesen! es geht darum wieso linksEXTREME was gegen rechte haben (nicht extremisten)

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Egal welcher politische Couleur man ist, wenn es extrem ist, ist es schwachsinnig.

Egal ob extrem links oder extrem rechts, beides gleich beschi ssen

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Kommentar von Kritiker555
16.04.2016, 14:34

 Ja da stimme ich zu, aber heutzutage ist es sozusagen In links zu sein.

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Kommentar von kath3695
16.04.2016, 16:27

Das ist dann wohl rechts. Der Linke "Trend" bezieht sich auch eigentlich auf die Jugend. Zum Thema Landtagswahl.

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Kommt drauf an was du mit rechts meinst. Du kannst ja auch konservativ sein das ist ja auch rechts.

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Kommentar von Kritiker555
16.04.2016, 14:44

 Ganz normal rechts eben, nicht rechtsextrem.

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Kommentar von 35turk35
16.04.2016, 14:50

Ist denk ich mal wegen der NS Zeit in Deutschland. Deswegen bezeichnen sich die wenigsten Leute als rechts. Die CDU ist ja auch eher rechts aber die bezeichnen sich net wirklich so. Du hast aufjedenfall recht die linksextremisten werden in den Medien verharmlost.

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Kommentar von 35turk35
16.04.2016, 15:01

Bin ganz deiner Meinung. Die sehen alles rosa rot. Aber das ist in jedem Land verschieden. ZB in der Türkei wird man gleich als Kommunist beschimpft wenn man sagt dass man eher links ist.

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Kommentar von 35turk35
16.04.2016, 15:11

Mir geht's genauso :D

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Daran kannst Du sehen, wie sehr links man bei uns ist.

Früher war das, was die AfD vertritt, normale Mitte, und seit wir so sehr links regiert werden, ist dieses Gedankengut auf einmal rechts.

Und klar, wer links ist, der findet rechts böse.

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