Was haltet ihr davon das die "Zwangsarbeit für Hartz4 Empfänger" beschlossen wurde?

24 Antworten

Wo die Not am größten ist, wächst immer auch das Rettende, Konfuzius.
Das Sozialgericht Gotha hat 2017 einen Richterbeschluss dem BverfG zur Entscheidung vorgelegt, die HartzIV Sanktionen betreffend.
Das BverfG wird mithin erneut urteilen müssen.

In seinem Urteil vom Februar 2010, urteilte das BverfG bereits "...der Staat hat das Existenzminimum jederzeit zu sichern und Teilhabe zu ermöglichen".

Zum neuerlichen Gesetz, einen sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen, wird man abwarten müssen, ob es Bestand haben wird oder seinen Weg zum BverfG finden wird.
Cancelt das BverfG die HartzIV Sanktionen, siehe oben, kann der Staat fördern was immer er will, dann bliebe die Teilnahme freiwillig und könnte nicht erzwungen werden.

Endlich mal ein weiterer Beitrag mit hilfreichem und stützenden Potenzial in dieser Frage !

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Intellektuell wertvoller Beitrag, da verweise ich mal im Detail auf AuroraAlpha. Dort steht fachlich/sachlich schon das Wesentliche.

Kleine Nebenbemerkung als Denkanregung: Ich arbeite zwischen 10-14 Stunden täglich, verdiene gut und zahle auch gerne von meiner Arbeit anteilig Steuern für Mitmenschen, die etwas Pech hatten und auf H4 angewiesen sind. Mir wird also nichts "geschenkt".

Mit welcher Berechtigung - vor dem Gesetz sind ja alle gleich - gibt es dann auch H4-Empfänger, die sich darüber echauffieren, dass sie nicht auch etwas für das Gemeinwohl tun sollen? Eine gesetzliche Regelung wie gemäß Deinem Link gibt es zwar nicht, aber wie ist es denn mit der Sozialkompetenz der Empfänger selbst? Wie wäre es mit einer freiwilligen Leistung zugunsten der Allgemeinheit? Das Geld kommt nämlich nicht vom neutralen Staat sondern von dem Mitbürger neben Dir, der dafür täglich arbeiten geht. Der soll sich dann auch noch ehrenamtlich in seiner wenigen Freizeit um z.B. die Sauberkeit in der Natur kümmern? Die Frage mal nicht bloß abtun, sondern - mit einem Spiegel vor sich - mal darüber nachdenken.

Zum Schluss: "Die Politiker" sind Menschen, die etwas verändern wollen - und es zumindest versuchen. Wenn Du statt vor dem PC zu sitzen und zu lamentieren mal aufstehst und auch mal was tust: Verändere die Welt selbst; um Dich herum und auch für alle anderen H4-Empfänger. Das geht schon im Gemeinderat oder einen geminnützigen Organisation.

Das wäre doch mal was fürs Neue Jahr :-) einen guten Rutsch.

Woher ich das weiß:Hobby – Kommunalpolitik und Themen bis auf Landtagsebene

Ich arbeite auch von morgens bis abends, aber Danke für dein Vorurteil. Vor meiner jetzigen Ausbildung hatte ich eine außerbetriebliche Zwangsausbildung absolviert, kannst dir vorstellen, dass ich deswegen nicht gut darauf zu sprechen bin. Wurde durch die Zwangsausbildung damals sehr krank und wurde deswegen auch öfters operiert. Da ich in dem Beruf nicht mehr arbeiten konnte und auch wegen mangelnder Berufserfahrung nichts fand, rutschte ich in Alg2. Diese befahl mir trotz aller Hemnisse mich in diesem Beruf weiter zu bewerben. Mein Selbstbild und vor allem mein Selbstbewusstsein war damals sehr gestört.

Kapselte mich abeer dann ab und machte für meinen Wunschberuf meinen Realschulabschluss nach und ging sogar noch aufs Abendgymnnasium. Das gab mir mein Selbstbewusstsein zurück, denn ich arbeitete nebenberuflich bzw ehrenamtlich auch in der Landesstudierendenvertretung. Erlangte dann aber eine schlimme körperliche Erkrankung an der ich fast gestorben wäre. Jetzt bin ich wieder fit und mache nun meine Wunschausbildung.

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@herzilein35

Das passt tatsächlich nicht ganz zum Stil und Inhalt Deiner Fragestellung, das ist Dir schon klar? Siehe auch die anderen Kommentare.

Und die Annahme, dass der FS ein H4-Empfänger ist, ist kein "VOR-Urteil" (der Begriff wäre negativ behaftet) sondern erschließt sich primär - wie bei etlichen anderen Kommentaren zu sehen - aus der Frage und der Darstellung.

Wenn Du wieder fit bist - prima, ich freue mich für Dich.

Wunschausbildung ist sogar perfekt, das kann nicht jeder von sich behaupten.

Das zu Deiner Erläuterung und - sorry- ein wenig Rechtfertigung. ;-)

Dennoch bleiben meine Fragen bestehen, auf die Du so gar nicht eingehst.

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@oklein

Ja weil ich für die Hartz4 Empfänger kämpfe und ihre Rechte fordere, ich weiß nämlich genau wie es ist, abhängig zu sein und Tag ein, Tag aus drangsaliert zu werden. Da kommt mir die Galle hoch"!

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@herzilein35

kein Sorge, ich musste auch schon mit sehr wenig Geld auskommen und habe Gelgenheitsjobs vom Arbeitsamt angenommen.

Aber wie in einem anderen Kommentar zu lesen: Rechte: klar, dafür steht unser Staat und das System. Aber was ist mit den Pflichten - und zwar denen aus der eigenen sozialen Kompetenz? Wenn diese von den Empfängern erkannt und umgesetzt würden (soweit jedem einzelnen möglich), wäre Deine Frage nicht erforderlich - und auch Dein Engagement.

"Rechte fordern" ist für Dich was? Das könnte man auch "Politik" nennen. Mache das einfach nicht über gf.net (wobei ich das Forum toll finde), sondern draußen in der Realität, also in der Politik.

Und wieder gehst Du auf meine Fragen ganz am Anfang nicht ein - erstaunlich...

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@herzilein35

ja, genau, du hast Abitur`, arbeitest in der Studienvertretung und findest trotzdem keinen Arbeitgeber der dich ausbilden will?

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@Heidrun1962a

Also ich habe - noch selbst als Student - ziemlich viele Kommilitonen an einen Arbeitgeber (Praktikum oder Job) vermitteln können. Das hängt natürlich immer von der Ausbildung, der Örtlichkeit und dem Markt ab.

Tatsächlich sind die Angebote mitunter auch regional stark unterschiedlich. Meine Frau war in Dresden auch fast ohne Chance und hatte dann - vor dem Umzug - im Raum Stuttgart auf dem Land gleich 3 feste Zusagen. Das ist dann auch mal so.

Normalerweise kenne ich Personaler so, dass diese jmd. mit einem zweiten Bildungsweg (also jmd. mit Biss und Wille) in etlichen Branchen sogar bevorzugen. Bei meinen Entscheidungen bei der Personaleinstellung spielte das auf jeden Fall ein Rolle.

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@oklein

Ich denke das viele Langzeitarbeitslose, egal wieviel sie sich beerben aus eigener Kraft trotzdem nicht den Absprung aus Hartz4 schaffen. Dies ist aber auch unseren Medien geschuldet die den Arbeitslosen in ein schlechtes Licht rücken. Nur selten möchte ein Arbeitgeber was mit einem Arbeitslosen zu tun haben. Die fürchten vielleicht um ihr Image. Kostenlos für die Arbeitgeber ist doch viel verlockender diesem Klientel eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Aber was passiert danach? Glaube kaum, dass ein Arbeitgeber gewillt ist, jemanden zu beschäftigen, der vorher für lau für ihn gearbeitet hat.

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@Heidrun1962a

Ich habe kein Abitur und das habe ich auch nie behauptet. Weiterhin arbeitete, ich wiederhole arbeitete in der Studierenden-und Landesstudierendenvertretung! Neidich?

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@herzilein35

wie schon geschrieben: es ist sicher von der Branche und der Region abhängig.

In der Region Stuttgart und insbesondere in der erweiterten Baubranche suchen hier ALLE Firmen händeringend nach Personal, dass unfallfrei einen Schraubendreher oder einen Pinsel benutzen kann, oder auch Kalkulatoren/Buchhalter. Die Chancen dafür stehen gerade jetzt wohl nicht schlecht, aus der H4-Spirale zu entkommen.

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@oklein,

Du propagierst hier gerade konkret Verstösse gegen das Arbeitszeitgesetz für abhängig angestellte Arbeitnehmer.....🤔

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@Parhalia2

wie kommst Du denn darauf?

Das "Ruhezeitengesetz" lässt solche Arbeitszeiten zu.

Wie wäre es zudem mit §18 ArbZG i.V.m §5, Ziff. 3 und 4 des Betriebsverfassungsgesetzes?

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@oklein

Du hast doch vermutlich an der falschen Substanz geschnüffelt .... oder gar an Schröders Boppes als Popokriecherlein die falschen Gase abbekommen. ...

Sonst geht es Dir medizinisch - psychologisch aber noch gut ?

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@Parhalia2

Es ist doch immer wieder ermunternd, mit wie wenig Intellekt persönlich beleidigende Beiträge erscheinen. Hast Du schon oder noch das Wahlrecht?

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Dass der Sozialstaat in Deutschland nicht seinen Namen verdient hat, ist allgemein bekannt. Ziel des Arbeitsamtes ist es nicht, Hartz IV Empfänger in Arbeit zu versetzen, sondern diese mit sogenannten "Maßnahmen" aus der Arbeitslosenstatistik zu holen. Hartz IV Empfänger haben keine Wahl. Sie müssen entweder Putzstellen annehmen oder werden obdachlos.

Unter Kohl war es so, dass jeder, gemessen an seiner Qualifiktation auch entsprechend gut bezahlte Arbeit finden sollte. In den Zeiten von Niedriglöhnen und der Hartz IV Gesetzgebung nicht mehr möglich. Da müssen selbst qualifizierte Arbeiter, quer durch alle Berufsgebiete, Putzstellen annehmen. Tun sie es nicht, landen sie unter dem Existenzminimum in der Obdachlosigkeit. Und das ist ein Skandal.

Und solange die Mitarbeiter des Arbeitsamtes dazu vom Gesetzgeber getrieben werden Sanktionen zu verhängen, läuft das ganze Hartz-System ohnehin ins Leere. Das deutsche Sozialsystem ist ohne Sinn und Verstand.

Viele Menschen im Land verstehen das leider nicht. Wieder einmal verdeutlicht an den Standardphrasen, hier unten in den Kommentaren, des angeblich faulen Arbeitslosen und dem großzügigen Staat. Man soll dankbar sein nicht wie im Kongo ohne Sozialsystem leben zu müssen.

Solche Klischees werden auch befeuert von Spitzenpolitikern wie Chirstian Lindner von der FDP. Er spricht auch generell und pauschalisierend von 'den faulen Arbeitslosen'. Das unterscheidet sich kaum von den Aussagen der AfDler, dass alle Ausländer Vergewaltiger sind und Krankheiten mit ins Land schleppen.

Man kann es zwar behaupten, aber wahrer wird es dennoch nicht.

Solche arroganten Aussagen zu Arbeitslosen kommen von Leuten, die noch nie kein Geld hatten und noch nie im Hartz IV System waren, geschweige denn Menschen kennen, die sich darin aufhalten oder aufhielten. Und jenen Menschen, denen man anbietet das System für eine Zeit lang kennenzulernen, lehnen das bewusst ab. Ich denke hierbei vor allem an Jens Spahn.

Die Arbeitslosen wollen arbeiten, allerdings zu fairen Bedingungen, gerechten Löhnen und orientiert an ihrer Ausbildung sowie Qualifikationsrahmen.

Die Hartz IV Sanktionen müssen abgeschafft und die Hartz-Reformen zu einem wirklich existenzsichernden Grundeinkommen umgebaut werden. Meine Meinung.

Solche arroganten Aussagen zu Arbeitslosen kommen von Leuten, die noch nie kein Geld hatten und noch nie im Hartz IV System waren, geschweige denn Menschen kennen, die sich darin aufhalten oder aufhielten. 

Ich hatte im Studium weitaus weniger Geld als heutiger ALG II-Bezieher. Ich habe nach meinem Studium selbst für einige Monate (sehr gut) von ALG II leben müssen. Meine Mutter hat über Jahre von ALG II leben müssen und es geschafft, ins Arbeitsleben zurückzufinden.

Meine Cousine lebt in Amerika und sieht tagtäglich, was wirkliche Armut und welchen wahren Luxus man in Deutschlabd mit dessen Sozialsystem hat. Auch wenn man ALG II selbst erlebt hat, kann man durchaus der Meinung sein, dass derart Wohlstandsprobleme, wie sie z. T. noch unter ALG II-Beziehern herrschen, noch nicht an Aussagen wie "Zwangsarbeit", "Armut" etc. heranreichen.

Und es hat nichts mit Arroganz zu tun, dass man durchaus von denen, die sich entscheiden Geld vom Staat anzunehmen, verlangen kann, auch Gegenleistungen zu erbringen.

Ich kenne Familien, die nehmen jede zumutbare Arbeit an um eben nicht in die Hartz IV-Maschinerie zu fallen. Und seltsamerweise beschweren diese nicht über Zwangsarbeit, Sanktionen etc. obwohl sie finanziell z. T. leider viel schlechter gestellt sind.

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@Appelmus

Was juckt es eine Familie mit reichlich Kindersegen und geringer Qualifikation der Eltern ob nun 1500 bis 2000 Euro sicher und pünktlich vom Amt kommen, oder ob dann bei Ausübung einer VZ-Beschäftigung 900 netto vom Arbeitgeber, und der Rest trotzdem vom Amt kommt ?

Und dann immer diese lächerlich - unsachlichen Vergleiche zu den USA .... man sieht ja seit Jahrzehnten, wohin DAS führt. Sehr hohe Kriminalstatistik, Gang-Organisation, ein riesiger Polizeiapparat und extreme Lasten durch " Knack und Back " in deren Wegsperr-Mentalität.

Obama wollte auf den richtigen Weg ... nun haben sie einen V...... sehr schlechten Präsidenten.

Aber so lange es mir selbst gut geht, sind immer nur die Betroffenen an ihrer Situation schuld. 😕

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@Parhalia2
Aber so lange es mir selbst gut geht, sind immer nur die Betroffenen an ihrer Situation schuld. 

Keine Sorge, auch du suhlst dich in Vorurteilen.

Das auch Geringverdiener, egal wie viele Jobs die stemmen, unwillige Leute Monat für Monat finanziell unterstützen ignorierst du vollkommen.

Hartz4 Empfänger wie die FS jammern auf hohem Niveau. Wer jung, gesund und fit ist kann gezwungen werden zu arbeiten- wer keinen Bock darauf hat sollte kein Recht haben sich auf Kosten der Allgemeinheit zu entspannen. Gleiches Recht für alke, ein AN bekommt vom AG auch nur Geld wenn er arbeitet.

Die eingesparten Gelder kämen dann den wirklich Bedürftigen zu gute- Großfamilien, Kranken, Senioren.

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@LouPing

Erzähle doch bitte hier nicht so einen Müll und lasse Dir von Deiner Lobby dann im Hintergrund noch Applaus für Deine dummen Äusserungen kommen.

Beträfe es Dich jemals selbst, würdest DU lauter als viele andere kreischen....

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@Parhalia2
Beträfe es Dich jemals selbst, würdest DU lauter als viele andere kreischen.... 

Und wieder ein Vorurteil.

Meine Lobby?- lasse mich raten, das ist deine Art der Bestrafung weil ich zu den Gutverdienern gehöre und Eigenschaften wie Ehrgeiz, Eigenverantwortung und Fleiß schätze? Weil ich kritisch mit Totalverweigerern umgehe?

Mache dich bitte nicht lächerlich. :-) Ich bin AG und zahle übertarifliche gute Gehälter, allerdings stelle ich nur Leute ein auf die ich mich verlassen kann.

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@Parhalia2

ach, du kennst LouPing persönlich?

Wer hat hier Vorurteile? LouPing ist es NICHT!

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@wurzlsepp668

Noch jemand, wo ganz unbedarft das Fähnlein in den Wind hält.... ist doch inzwischen lächerlich gegenüber der Fragestellung....

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@Parhalia2

richtig, du bist lächerlich.

alle, die nicht DEINER Meinung sind, sind blöd. richtig?

aber mit Trollen unterhalte ich mich grundsätzlich nur 2x, dies ist die letzte Antwort ........

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@Parhalia2
..wo ganz unbedarft das Fähnlein in den Wind hält.

Vorurteil No. 3 - Respekt Parhalia2. :-D

Allerdings wären mir hieb und stichfeste Argumente lieber. :-/

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@LouPing

Respekt ? Wovor ? Hattest DU Respekt gegenüber der Fragestellung ? NEIN

Bashen und knüppeln ... also WER sollte DA Respekt bitte zollen ?

WER wäre mal in Erklärungsnot zur menschenverachtenden Agenda 2010 ?

WER hat diese heutige Situation denn forciert ?

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Hallo Herzilein35,

du sprichst hier vom kommenden Paragrafen 16i SGB II , der 16e SGB II erst ergänzen, danach sogar ggf. ablösen soll.

Dieser Mist ist aber auch "nur" für bundesweit bis zu 40.000 langzeitarbeitsloser Menschen mit mindestens 7 Jahren weitestgehend durchgehendem Leistungsbezug vorgesehen.

Eigentlich somit kaum anders als der bisherige 16e SGB II , nur noch mit der zusätzlichen Fussnote, eine Zwangsbetreuung vorzunehmen und gleichzeitig noch Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber ( Lohnzuschüsse ) etwas weiter auszubauen und das " Opfer dem Geier noch schmackhafter " zu machen.

Das Ganze ist aber leider genau wie diese ganze Agenda 2010 an sich mal wieder komplett an Thematik und Bedarf vorbei und wird auch nicht zu spürbar mehr " ordentlicher Arbeit " mit guten Konditionen und planbarer Lebensführung gelangen.

Eigentlich stark vereinfacht nur noch ein Versuch, weitere diesem ganzen " Bodensatz der Gesellschaft " im GruSi - Bezug nochmals weiter aufzuzwingen, dass sie nichts wert seinen und gefälligst jede noch so prekäre Arbeit wie eine " vom Zuhälter gezwungene Dirne " anzunehmen und dieses gefälligst mit grösster Dankbarkeit zukünftig " als normal zu empfinden " .

Hatten einige LAZ mit mehr oder minder starken Vermittlungshemmnissen früher mal das Glück, wenigstens einigermassen leidensgerecht noch einige Monate oder bestfalls 1-2 Jahre an ABMs , Arbeitsgelegenheiten, Bürgerarbeit o.Ä. teilnehmen zu dürfen und damit erst mal Ruhe vom Mobcenter zu haben, soll diese " Ruhe durch gemeinnützige Beschäftigung " künftig weg fallen und die armen LAZ damit selbst in dieser Massnahme noch den zusätzlichen Stress " wann holt mich der Geier " in den Nacken bekommen.

Nicht mehr " 1 - 2 Jahre " Ruhe während der Beschäftigungsmassnahme, sondern mit 16i SGB II dürfen die Geier dann täglich abrufbar ihre Opfer aus der Massnahme heraus picken.

Ich beobachte Fragen zu Hartz IV hier schon länger, und stets am lautesten bölken gegen die Fragesteller dann stets diejenigen, wo noch nie in die Zwangslage dieser menschenunwürdigen Rechtshandhabe gelangten.

Dann kommt immer die selbe Hetzpropaganda aus absoluter Unwissenheit dessen, dass weit über 90 % der Hartz-Seuche betroffenen Menschen schlicht und einfach gar nicht mehr für den " normalen Arbeitsmarkt " in seiner Schnelllebigkeit , Hetze, aufgezwungener Flexibilisierung und körperlicher, wie geistiger Anforderung gewachsen sind.

Aber wie heisst es doch so schön ... Am Ende knallt die Peitsche und viele bis jetz noch gute, und glatte Beschäftigungs-Biografien werden vor der Regel-Altersrente noch brechen und trotz grosser Bemühungen in die " Mühlen der Menschenverwertung " führen mit Leiharbeit, Zwang und Sanktion, Ausbeutung, Papierkrieg , Verachtung und Ausgrenzung.

Erst wer es selber mal erlebt, wird hier anders über die Thematik denken und nicht mehr grundlegend : " Hartzer sind alle faul und haben einen ausgeprägten Hang zur devoten Peinigung " unterstellen.

Erst wer es selber mal erlebt, wird hier anders über die Thematik denken

Nein, das machen eben diese Menschen auch nicht unbedingt. Aber eine solche Argumentation wird dann schlichtweg ignoriert, weil auch diese nicht ins Bild passt.

Kann man machen, hilft den Betroffenen aber auch nicht weiter. In diesem Sinne.

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@Appelmus

Du schwimmst gegenüber der Fragestellung ja leider auch auf der " Anti-Welle " und versuchst es zu verleumden.

Wo ich noch jung und knusprig war, konnte ich auch so einige betriebliche Untergänge / Pleiten in reiner Arbeitnehmerschaft wieder zeitweise in auskömmliche Arbeit überführen.

Das erlebte Martyrium zwischen Arge, Leiharbeit ( hier nach Agenda 2010 ... davor war Leiharbeit nicht so mies ) , Stesss , Zwang, Papierkrieg, Rennerei und immer neue Situationen hast DU scheinbar tatsächlich nicht jahrzehntelang mitgemacht.

U30 war es tatsächlich noch relativ leicht, an brauchbare Arbeit zu kommen. Bei den Eltern gewohnt .... nur Kostgeld abdrücken müssen ... hier und dort überbrückend mal etwas leichte Leiharbeit , zwischenzeitlich mal ein paar Wochen bis Monate ALG II mit 80% Anrechnung ab dem ersten Cent wegen der GKV für Minijobs .... jaja....

Ach übrigens, ich bin mehrfach qualifiziert .... ( nicht dass Du meinst, ich wäre ungelernt ... )

Irgendwann ist der Zug aber für jeden mal abgefahren, es sich selbst aussuchen zu können und gesundheitlich noch wenigstens durchschnittlich fit zu sein....

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Was mir vor allem Sorgen bereitet ist:

  • Das jemand einer Arbeit zugewiesen nicht wie erwartet ins Team integriert wird, nein vielleicht sogar gemobbt und verspottet wird.
  • Das der Zwangszugewiesene schlechte Karten hat und sich alles beim Arbeitgeber gefallen lassen muss.
  • Weiterhin auch noch eine andere Sache, wenn die Förderung nach 5 Jahren ausläuft, denkt der Arbeitgeber garantiert nicht dran, den Arbeitslosen einzustellen, da er ja bisher für ihn kostenlos arbeitete.
  • Kein Anspruch auf ALG 1 nach wiederkehrender Arbeitslosigkeit

Was dann der Arbeitslose steht wieder beim JC, denn er erwirtschaftet dadurch kein Alg1 Anspruch.

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@herzilein35

Teilweise damit nichts neues, wie ich bereits anriss.

- Chancen auf einen echt guten und langfristigen Folgejob nach wie vor sehr minimal ... da scheiterten auch borherige Ansätze und " Reförmchen " der Agenda 2010 allesamt am Schrott der Basis an sich.

- Interesse vernünftiger Arbeitgeber ( ausgenommen Ausbeuter und Luden ) auch sehr gering in der Nachfrage. Daran wird sich auch bei verlängerter und erhöhter Lohnbezuschussung nicht viel ändern. Jeder gute Personaler und Betriebsökonom weiss, dass die meisten GruSi-ler nie wieder auf ein " normales Leistungsmass " kommen werden. Da muss es unter den normalen Betrieben wirklich schon das alte Wunder der historischen Samariter geben.

- Zunehmender Druck auf momentan noch bestehende Stammbelegschaften ..... " Wir können Euch jetzt noch leichter austauschen gegen irgendwelche Sklaven,aus dem Bodensatz wenn Ihr nicht spurt . Angedrohte Austauschbarkeit schürt auch unter den noch Stammbeschäftigten tumbe Abneigung gegenüber den billig Zwangsrekrutierten. Das ist aber allgemein nicht neu seit Agenda 2010 und Schröders Änderungen zum AÜG und Entsendegesetz mit dem eindeutigen Ziel, diese Menschen in ihren Rechten massiv zu schwächen und die gewerkschaftlich organisierte Stammbelegschaft fortan erpressbar zu machen. Gewünschter Nebeneffekt : Deutliche Ausdehnung des " Niedriglohn - Sektors " mit gleichzeitiger Unterwanderung bisheriger Gewerkschaftserfolge.

- ALG I ist bei Hungerlohn noch das kleinste Problem. Was sind denn 60 oder 68 % von 900 bis 1000 Euro Netto vom Ausbeuter ? Da müssten die meisten doch trotzdem beim Jobcenter ergänzend betteln und sich erniedrigend jeder Schmach wieder unterwerfen.

Konnte man sich daher doch gleich sparen. Rente .... muaahahaha ... geplanter Abstieg in Grundsicherung für Millionen .

Und DA wundert sich die SPD noch, warum sie sich schon so lange auf dem absteigenden Ast befindet und nun komplett in der Unbedeutsamkeit als Verräterin der Arbeiter zu verschwinden droht.

Anders als in Frankreich steht hier aber leider ( noch ) niemand dagegen einheitlich von bereits betroffenen bis davon bedrohten Bürgern zum offenen Protest auf !!!

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Es ist mir nicht bekannt, dass es für H4-Empfänger "Zwangsarbeit" gibt...außer ggf. den "Zwang" sich um eine existenzsichernde Arbeit zu bemühen

( jedenfalls bei den arbeitslosen H4-Empfängern..

---teils auch bei den Teilzeit-arbeitenden H4-Empfängern---das kommt aber auf die Gesamtumstände an)

Vollzeit-arbeitende H4-Empfänger können wohl kaum zu einer "Zwangsarbeit" herangezogen werden.

laut Statista

 Im Jahr 2018 bezogen durchschnittlich 4.156.783 Personen in Deutschland Arbeitslosengeld II.

und:

 Im Jahr 2018 waren durchschnittlich rund 2,35 Millionen Personen arbeitslos gemeldet.

weiterhin:

Im Jahr 2018 bezogen durchschnittlich rund 0,72 Millionen Personen Arbeitslosengeld I.

Daraus ergibt sich, dass es aus H4 ca. 1,6 Mio Arbeitslose sind.

Demgegenüber , laut Statista:

Im Jahr 2018 waren im Jahresdurchschnitt 797.800 freie Arbeitsstellen gemeldet. Damit wurde der höchste Wert freier Arbeitsstellen der letzten Jahre in Deutschland erreicht.

Schlußfolgerung:

"Zwangsarbeit" könnte somit-- unter optimalen Bedingungen-- allenfalls die Hälfte der arbeitslosen H4-Empfänger betreffen, und die wären wohl froh darüber, einen existenzsichernden Job zu erhalten.

Du glaubst doch nicht im Ernst an das monatlich veröffentlichte Märchenbuch des "Arbeitsamtes"?

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@user89467

nicht ganz..... zumal mir u.a. bekannt ist, dass Menschen die in "Qualis" sind, da nicht erfasst werden, ebensowenig diejenigen, die "krank" gemeldet sind

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