Warum werden Großfamilien heutzutage als asozial abgestempelt?

16 Antworten

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Als Mitglied einer Großfamilie ( ich habe 8 Geschwister) muss ich sagen, dass nicht alle Menschen Großfamilien pauschal als asozial abstempeln. Aber es gibt Vorurteile, meistens die finanziellen Hilfen betreffend.

Wenn ich in meinem Alltag erwähne, dass ich 8 Geschwister habe, sind die Menschen eigentlich immer sehr neugierig und interessiert daran "Wie es so mit 8 Geschwistern ist". Abfälliges Verhalten hab ich persönlich noch nicht erfahren müssen.

Und was das Geld angeht... mit einer Großfamilie wird man nicht reich. Jedes Elternteil weiß das Kinder sau teuer sind, spätestens wenn sie im Studium/in der Ausbildung unterstützt werden müssen. 9 Kinder heißt zwar 9x Kindergeld, aber eben auch 9 mal Kosten.

Wer Interesse hat kann mich gerne zu diesem Thema anschreiben.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Erst einmal: Nein ich halte solche Familien für absolut nicht asozial. Nein. Wenn sie wollen bitte gerne, aber nein: Unterstützt werden sollte so ein Modell bitte überhaupt nicht.

Wir haben schon eine massive Übervölkerung auf der Erde und mehr als genug Menschen hier, das Handeln der Eltern finde ich aus heutiger Sicht eher egoistisch - denn es ist sehr fraglich wie die Welt in 40 Jahren aussehen wird und ob ihre Kinder dann in einer apokalyptischen Welt vor sich hin siechen dürfen. Ich bin also froh, dass so ein Modell ausstirbt - schau dir doch nur einmal den knappen Wohnraum heutzutage an (also nur mal das alleine, abgesehen von den anderen Problemen die man hätte wenn jetzt alle Familien wieder 3 Kinder plus kriegen).

Auf die Gefahr hin gesteinigt zu werden: Ich bin sogar eher für eine höhere Besteuerung ab 3 Kindern, welche dann Umweltprojekten zu geführt werden müssen.

Je nach Standort, hier in D haben wir eher das Problem, einer immer älter werdenden Gesellschaft.

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Sehe ich auch so.

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Unter Befürwortern der Großfamilie mache ich mir mit meinen Vorstellungen sicher keine Freunde:

Ich sehe ein, besser noch zwei bis drei, maximal vier Kinder pro Familie als wünschenswert an. In diesen Fällen würde ich die besondere Förderung von Familien durch den Staat für begrüßenswert und im Sinne der Bestandssicherung etc. auch für notwendig halten.

Nichts spräche gegen eine noch höhere Kinderzahl, allerdings nur, wenn die Eltern in der Lage wären, ihre über die Förderungswürdigkeit hinausgehende Zahl von Nachkommen aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Es ist heutzutage kein Problem, eine sinnvolle Familienplanung zu betreiben (Pille, Spirale, Kondom etc.).

Was ist eine "sinnvolle" Familienplanung?

Und warum soll eine höhere Kinderzahl aus eigenen Mitteln finanziert werden? Es ist kein Geheimnis, dass wir in Deutschland zu wenig Babys bekommen. Jedes weitere ist ein potentieller Steuerzahler für den Staat.

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@Kefflon
  • sinnvoll: z.B. nicht, wenn man selbst noch ein Kind ist; möglichst nicht mitten in der Ausbildung; nicht, wenn keiner von beiden weiß, wie man ein nahrhaftes Essen kocht und die Wohnung sauber hält usw usw. - es gibt für mich noch viele "nicht"s, um es kurz zu machen: überall dort, wo das Jugendamt eingeschaltet werden muss/müsste.
  • sinnvoll: nicht 5 Kinder, wenn man schon nicht weiß, wie man 1 Kind vernünftig erziehen soll (Leider eignen sich nicht alle Menschen zu Eltern, aber ich möchte und darf es natürlich niemandem verbieten.); nicht so viele Kinder, wenn man nicht die nötigen Mittel hat, um den Kindern ab einem gewissen Alter ein eigenes Zimmer (oder max. 2 Ki/Zi) und einen Schreibtisch zur Verfügung zu stellen - ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will.

Du hast zwar recht, zur Bestandserhaltung sind mehr als 1,5 Kinder nötig. Aber es müssen nicht ausgerechnet die sozial Schwächsten sein, die die Kinder im 9-Monatstakt ohne Unterbrechung gebären und wo es dann häufig so aussieht: Vater auf Stütze, Mutter auf Stütze (sie kannten schon von ihren Eltern nichts anderes), und die Kinder dann auch auf Stütze (sie kennen es von den Eltern und Großeltern nicht anders) - man lebt zwar nicht prächtig, aber man muss ja auch nichts tun, und Ausbildung: Wozu denn, wenn's auch ohne geht? - Klar, das ist nicht bei allen so. Der Anteil derer, die sich bemühen, etwas zu leisten, ist zum Glück größer als der derjenigen, die sich auf Kosten der Steuerzahler ausruhen. Mir tut's aber weh, wenn Rentner noch bis ins hohe Alter für wenig Geld als Klomänner/-frauen und Reinmachekräfte malochen (weil die Rente nicht zum Leben reicht) und so die Stütze für 5- oder mehrköpfige Familien finanzieren, in denen keiner arbeiten geht. Ich möchte niemandem soziale Verhältnisse wie in den USA wünschen, aber manch einem täte es gut, mal 2 oder 3 Jahre die Erfahrung zu machen, wie es ist, wenn sich nicht das staatliche Füllhorn über ihm ergießt.

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Ja das hab ich mich auch schon oft gefragt. Alle Paare die mehr als 2 Kinder haben, haben es nur auf das Kindergeld vom Staat abgesehen. So ist mir das zu Ohren gekommen. Da frag ich mich auch wie Leute auf sowas kommen? Ist es neid oder die eigene unzufriedenheit über ihr leben? Es ist doch jeden eltern selbst überlassen wieviele Kinder es möchte. Für viele ist es das größte Glück im leben vielen Kindern das Leben zu schenken.

Viele sehen das pauschal als assozial, weil es oft so ist, dass Leute, die wirtschaftlich schlecht darstehen, viele Kinder haben. Leute die beruflich sehr erfolgreich sind, haben oft wenig oder sogar gar keine Kinder.

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