Warum tagen wir Klamotten?

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14 Antworten

Der Mensch hat von Natur aus nicht viel Haare, also kein dickes Fell.

Deshalb fing er früh an sich mit Fellen zu wärmen.

Dadurch ist die Behaarung immer mehr überflüssig geworden, und hat sich zurückgebildet.

Im Sommer können wir ohne Probleme Ohne Bekleidung auskommen,

nur wenns kalt wird brauchen wir Kleidung wirklich.

Und wir schämen uns nur weil es uns so anerzogen wurde

"Weil es sonst kalt ist" ist aber die richtige Antwort.

Wir haben ja nicht immer in kalten Gegenden gelebt.

Die Evolution des Menschen fand in Afrika statt. Als wir anfingen mehr Fleisch zu essen, bekamen wir ein Problem. Ursprünglich waren wir keine Jäger, sondern Beute. Wir sind weder so stark wie Löwen, noch so schnell wie Geparden, wie also konnten wir Beute machen? Wir sind einfach so lang hinterher gerannt, bis das gejagte Tier wegen Überhitzung stehen bleiben mußte und wir es bequem erlegen konnten.
Bei dieser Art der Jagd ist der Jäger im Vorteil, der die effektivste Wärmeabfuhr hat. Die Wärmeabfuhr ist umso effektiver, je weniger sie von Fell behindert wird.
Möglichst wenig Fell zu haben war also ein großer Vorteil und hat sich also schnell durchgesetzt.

So weit so gut. Dabei hätte es ja bleiben können. Wir waren nackte, erfolgreiche Jäger im warmen Afrika.

Vor ca. 130.000 Jahren kamen wir aber auf die glorreiche Idee, uns auf die Wanderschaft zu machen und die Welt zu erkunden. Je weiter wir nach Norden kamen, desto kälter wurde es, und um so mehr froren wir.
Für ein intelligentes Wesen wie uns war es keine große Leistung auf die Idee zu kommen, daß man mit dem Fell der erlegten Tiere weniger friert.

http://www.oekosystem-erde.de/html/homo_sapiens.html

Wenn du etwas weiter runter scrollst, findest du eine Karte mit den Wanderbewegungen des Homo sapiens.

 

Menschen haben angefangen, Kleidung zu tragen, weil sie kein dichtes Fell mehr hatten, nicht andersherum.

Das Fell der Menschen ging schon vor über 1,5 Millionen Jahren zurück, weil ihnen das Vorteile für den Wärmehaushalt brachte. Als Ausdauerläufer und Hetzjäger in der Savanne hatten die damaligen Menschen ein großes Risiko der Überhitzung. Dem wirkt bekanntlich die Kühlung durch verdunstenden Schweiß entgegen. Auf nackter Haut kühlt Schweiß allerdings besser als im Fell, weshalb weniger behaarte Menschen Vorteile gegenüber ihren Konkurrenten hatten und ihre Merkmale mit größerer Wahrscheinlichkeit weitergeben konnten. Gleichzeitig veränderte sich die Konsistenz des Schweißes, statt ölig wurde er zunehmend wässrig, sodass er sich auf größeren Hautflächen verteilte und nur dünne Filme bildet, die leicht verdunsten.

Ein dichtes Fell bringt zwar auch zahlreiche Vorteile, zu diesem Zeitpunkt überwogen für die Menschen aber die Nachteile. Vor einigen hunderttausend Jahren müssen die seit langer Zeit haarlosen Leute dann darauf gekommen sein, dass man die Vorteile eines Fells durch Kleidungsstücke nachahmen kann. Kleidung hat dabei die Eigenschaft, dass sie austauschbar ist und der Träger sich dadurch an alle möglichen Umstände anpassen kann, z.B. unterschiedliche Temperaturen im Tages- und Jahresverlauf. Außerdem lässt sich an der Kleidung Stammeszugehörigkeit und sozialer Status des Trägers erkennen und es gibt noch andere praktische Aspekte. Dafür muss man sich die Kleidung erst zusammenflicken, bevor man sie tragen kann. Für die Menschen mit ihrem opponierbaren Daumen war das sicher ein geringeres Problem als es für alle anderen Tierarten gewesen wäre.

Die Erfindung der Kleidung hatte also sehr praktische Gründe, Nacktheit wurde erst später als peinlich empfunden. Die Menge und Art Kleidung, die man mindestens tragen sollte, unterscheidet sich auch von Kulturkreis zu Kulturkreis, kann also nicht biologisch bedingt sein. 

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