Warum machen Kinder aus Akademiker-Familien häufiger Abitur als Kinder aus Arbeiter-Familien?

14 Antworten

Weil jeder von uns vor allem durch die Gesellschaft geprägt wird, in der er lebt, insbesondere durch sein Elternhaus.

In aller Regel werden Eltern, die Akademiker sind (oder selbst gerne geworden wären) den Wert guter Schulbildung deutlich höher einschätzen als Menschen, denen zu lernen oder Bücher zu lesen nie so recht zugesagt hat.

Akademiker können ihren Kindern besser bei den Hausaufgaben helfen und haben eher das Geld und die Verbindungen für gute Nachhilfe. Diese Kinder gehen häufiger auf gute Schulen.

Wenn es dann der Nachwuchs bis in die Oberstufe geschafft hat, können sie ihre Kinder besser beraten und begleiten bei der richtigen Auswahl der Fächer und einer Strategie um ein möglichst gutes Abitur zu schaffen. Sie loten das Regelwerk besser aus und haben weniger Respekt vor der ganzen Angelegenheit.

Dazu kommt, dass Akademikereltern nicht auf das Einkommen der Kinder warten bzw. angewiesen sind. Die Kinder arbeiten seltener neben der Schule und können sich ganz auf den Lernstoff konzentrieren und ihre ganze Zeit dafür und für ausgleichende Pausen nutzen.

Im Arbeitermillieu müssen die angehenden Abiturienten auch gegen die Vorurteile gegen Bildungsbürger kämpfen. Wer etwas nicht hat, schätzt oft andere Dinge höher oder macht es schlecht. Das läßt viele Arbeiterkinder an ihrer Entscheidung zweifeln.

Nach meiner Erfahrung spielen da die Erziehung und das Ablehnen von Bildung im Allgemeinen eine große Rolle. Gymnasien können Schüler relativ problemlos nach unten weiterreichen. Realschulen können ablehnen, Hauptschulen müssen sehen, wie sie klar kommen.

Wer sich einigermaßen benimmt, wird durchgeschleust. Wer Mucken macht, wird entfernt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

das Ablehnen von Bildung im allgemeinen?

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@Akilezda

Ja.

Da wird jedes Thema als einzige Zumutung betrachtet und stundenlang diskutiert.

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Vielleicht weil diese Familien in der Regel eher ärmer sind und dann wollen, dass die Kinder eine Ausbildung machen um Geld zuhause abgeben zu können (so war es zumindest bei mir, wurde gezwungen eine Ausbildung zu machen obwohl ich mich lieber weitergebildet hätte damals). Da fehlt oft die Weitsicht, wie viel Chancen ein abgeschlossenes Studium einem eröffnen kann.

Auch fehlt es bei Arbeiterfamilien oft schon am Willen und am Können die Kinder durchs Abitur zu bringen. Damit meine ich jetzt nicht, dass diese Menschen "dumm" sind, aber wenn man sein Kind bei dem Abistoff nicht irgendwie unterstützen kann, wird das schon schwierig, könnte ich mir vorstellen.

Das sind aber echt nur Spekulationen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Erkrankung, Therapieerfahrung, Kontakt mit Betroffenen

Das sind NICHT nur Spekulationen!

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Nun das ist relativ einfach. Die Herkunft eines Kindes ist immer auch eine Grundlage für seine Entwicklung. Und wenn dann die Mutter Ärztin ist und der Vater Anwalt wird das Kind höchster Wahrscheinlichkeit nach nicht Trammführer. (wobei ich nichts gegen Trammführer habe, die machen einen sehr verantwortungsvollen Job)

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