Warum ist die trinität erst 325 n.chr enstanden?

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21 Antworten

Die Trinität gibt es schon viel länger. Es gibt sie schon immer. Das Dogma der Trinität gibt es allerdings erst seit Nizäa. Der Trinitätsglaube besteht allerdings schon seit Urzeiten der Kirche. Trinitarische Formeln kommen im NT vor, bei Irenäus, Justin, etc. 

Allerdings war das damals noch kein Dogma, d.h. der Trinitätsglaube war nicht bindend. Dies stiftete Verwirrung. So kam z.B. Arian und bestritt die Göttlichkeit Christi. Da aber die Kirche katholisch ist, d.h. überall und zu allen Zeiten wird und wurde das gleiche geglaubt, ist es wichtig, dass Klarheit besteht, was denn nun eigentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens ist. So enstand dann in Nizäa und Chalcedon nach und nach das Dogma der Trinität.

Hallo ijotas,

bevor ich zum eigentlichen Kern Deiner Frage komme, möchte ich ein wenig ausholen. Im Jahre 325 wurde von Kaiser Konstantin das sog. nizäische Konzil einberufen. Was war der Hintergrund? Jahrelang wurde die Vorstellung, Jesus sei Gott aus biblischen Gründen heftig bekämpft. Um den Streit zu schlichten, berief Konstantin (der zu diesem Zeitpunkt gar kein Christ war) dann das Bischofskonzil ein, zu dem jedoch nur ein Bruchteil der Bischöfe kam, nämlich nur 300. Über den Verlauf dieses Konzils heißt es in der Encyclopædia Britannica : „Konstantin führte den Vorsitz, wobei er die Verhandlungen leitete und selbst die entscheidende Formel .  .  ., die das Verhältnis Christi zu Gott im Nizäischen Glaubensbekenntnis ausdrückt, nämlich ‚wesenseins mit dem Vater‘, vorschlug .  .  . Aus Furcht vor dem Kaiser unterschrieben alle Bischöfe außer zweien das [Nizäische] Bekenntnis  — viele von ihnen entgegen ihrer eigenen Überzeugung.“

Daraus ergeben sich einige Fragen:

Wie weit muss die damalige Kirche von den reinen Lehren der Bibel abgewichen sein, wenn sie sich von einem nichtchristlichen Herrscher vorschreiben ließ, was sie zu glauben hat?

Warum wurde denn in der Kirche jahrelang über das Wesen Jesu gestritten, wenn die Bibel doch angeblich eindeutig aussagt, dass er "wesenseins mit dem Vater" ist?

Was ist von einem bischöflichen Beschluss zu halten, bei dem zum einen nur ein kleiner Teil der Bischöfe vertreten war und zum anderen viele der Anwesenden diesen Beschluss entgegen ihrer inneren Überzeugung unterschrieben?

Anzumerken wäre hierzu noch, dass durch das nizäische Glaubensbekenntnis nur von dem Verhältnis Jesu zu Gott die Rede war. Der heilige Geist wurde hier noch gar nicht erwähnt. Das wiederum heißt, dass zu diesem Zeitpunkt die Dreieinigkeitslehre noch nicht ins Dasein gebracht worden war. Das geschah erst viel später, bei einem weiteren Konzil, das durch den Kaiser Theodosius einberufen worden war. Dem vorausgegangen war eine immer noch andauernde Auseinandersetzung über das Thema, die ja Kaiser Konstantin zu schlichten versucht hatte. Diese fand aber ein Ende, nachdem Kaiser Theodosius das nizäische Glaubensbekenntnis als Norm für sein Reich festgelegt hatte.

Auf diesem Konzil in Konstantinopel im Jahre 381 u.Z. einigte man sich darauf, dass Christus und der heilige Geist gleich sei. Doch wer denkt, die Dreieinigkeitslehre sei bereits zu diesem Zeitpunkt in feste Formeln gefasst worden, der irrt sich. Auch nach diesem Konzil herrschte keine Einigkeit bezüglich dieser Lehre. Viele bekämpften sie und wurden heftig verfolgt. Erst Jahrhunderte später wurde die Dreieinigkeitslehre dann voll ausgebildet und klarer definiert (z.B. im Athanasianischen Glaubensbekenntnis).

Die Frage ist, warum eine Lehre, wenn sie doch angeblich klar aus der Bibel hervorgeht, eine jahrhundertelange Entwicklung durchlaufen muss, bis schließlich ausgereift ist? Worum ging es den Klerikern denn in Wirklichkeit? Ging es ihnen um die Darstellung biblischer Wahrheit? In dem Werk Origin and Evolution of Religion von E.  W.  Hopkins wird dazu gesagt: "Die endgültige orthodoxe Definition der Trinität war größtenteils eine kirchenpolitische Angelegenheit."

Auch sollte bedacht werden, dass zum Zeitpunkt der Annahme dieser Lehre die Kirche in vielem Weiteren von der ursprünglichen und reinen christlichen Lehre abgewichen war. Hatte der Apostel Paulus nicht schon lange Zeit davor von einer Abkehr biblischer Lehren gewarnt, als er voraussagte: "Ich weiß, dass nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen werden,  und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen." (Apostelgeschichte 20:29, 30) ?

Eines wird jedenfalls deutlich, wenn man sich die kirchliche Entwicklung der ersten Jahrhunderte nach Christus ansieht: Man wich Stück um Stück von dem reinen Christentum ab und so entstand eine immer mehr weltlich ausgerichtete Kirche, die nicht mehr viel mit der zur apostolischen Zeit gemeinsam hatte. Jesus hatte z.B. seine Jünger ausdrücklich davor gewarnt, "ein Teil dieser Welt zu werden" (Johannes 15:19). Die spätere Kirche ließ diese Warnung jedoch vollkommen außer acht und machte mit den Herrschern dieser Welt gemeinsame Sache, wie das Konzil zu Nizäa und das Konzil von Konstantinopel eindrucksvoll zeigen.

LG Philipp

Ihre Frage ist dogmenhistorischer Natur, oder? Ist Ihnen bewusst, dass Sie es hier mit einem Reflexionsprozess zu tun haben? Dieser Reflexionsprozess ist in den neutestamentlichen Schriften grundgelegt und muss keinesfalls als abgeschlossen gelten. Nizäa I ist zwar als erstes Ökumenisches Konzil ein äußerst wichtiges Datum (nizäisches Glaubensbekenntnis), aber niemand würde behaupten, dass hier den Kirchenvätern das Bekenntnis zur Trinität eingefallen wäre. Der von Nicäa I geprägte Begriff Homousie ist Ihnen ja bekannt, sofern Sie sich bereits eine Woche mit dem Thema beschäftigen. Auch die weitere dogmenhistorische Entwicklung nach Nizäa und die christologischen Implikationen sind für ein fundiertes Verständnis wichtig. Das passt alles gar nicht in eine Antwort. Ich weiß nicht, womit Sie sich eine Woche lang beschäftigt haben, aber Sie sollten sich ein gutes dogmatisches Handbuch zur Hand nehmen. Dort begegnet das Traktat dann exegetisch, dogmenhistorisch und systematisch.

Religionen entwickeln sich, genau wie alles andere auch. 325 n. Chr. müsste in etwas zur Zeit des ersten Konzils von Niciäa gewesen sein. Grobgesagt wurde das Christentum in dieser Zeit zur Staatsreligion des römischen Reichs. Es gab bei diesem Prozess aber wohl viele Kompromisse. Man hat versucht Feiertage zu behalten, die bereits in vor-christlicher Zeit eine wichtige Bedeutung hatte. Bspw. fällt Weihnachten nicht auf den 25./26.12., weil das der tatsächliche Geburtstag von Jesus Christus war, sondern weil an diesen Tag vorher schon die Wintersonnenwende gefeiert wurde. In Agypten war es die Geburt von Horus, in Voderasien die Geburt des indischen Lichtgottes...

Da das römische Reich sehr groß war, versuchte man durch das Christentum evtl. auch politisch viele verschiedene Kulturen miteinander zu vereinen um evtl. Aufstände und Proteste gegen das römische Reich zu minimieren und für ein "Wir-Gefühl" zu sorgen.

Für die Römer war auch die Dreiheit Jupiters (als Göttervater) sehr wichtig in ihrer Glaubensvorstellung.

Vermutlich wurden hier Einflüsse verschiedener Religionen vermischt, um es für die breite Maße der damals lebenden Menschen in Einklang zu bringen mit ihren Wertevorstellungen, daher konnte sich das Christentum auch so weit verbreiten.

Die Dreifaltigkeit Gottes war aber niemals unumstritten unter Christen und gilt bis heute als größter Angriffspunkt von nicht-christen gegen eine echte, monotheistische Auslegung des Christentums.

Es ist immer einfach zu fragen, weshalb etwas nicht eher entdeckt oder erfunden wurde. Warum wurde das Auto nicht 500 Jahre vorher erfunden oder das Handy 80 Jahre? Warum wurde die Atombombe nicht erst 200 Jahre später erfunden?

Es ist nunmal so gelaufen und genau zu dem Zeitpunkt haben sich genau die Köpfe darüber Gedanken gemacht, die diese Lehre zum Vorschein brachten.

Weil sie erst in der Auseinandersetzung mit der Vielgötterei der Griechen und der Römer an Relevanz zulegte. Drei Figuren in einer göttlichen "Person" zu vereinen, bedarf schon einer gewaltigen Phantasie. 

Dann war die Entstehung der "Trinität" auch ein Ausdruck eines permanenten Machtkampfes innerhalb des Christentums und seiner Kirchen (schaust Du unter den Stichworten "trinitarischer Streit", "Trinitätsdogma" u. a.). Bis heute gibt es Christen, die die Trinität ablehnen.

Die Idee der Dreieinigkeit (eigentlich richtiger "Dreiheit") stammt auch nicht originär aus dem Christentum (wie so vieles andere auch nicht, was heute zu den christlichen Dogmen gehört!): bspw. die Apis-Trinitätslehre und Sarapis-Trinitätslehre (Isis, Osiris, Horus), Trinität der Dionysosreligion (Zagreus, Phanes, Dionysos), "Kapitolinische Trias" (Jupiter, Juno, Minerva), Theologie des Hermes Trismegistos (der "dreimal große Hermes"), Trinitäten im Buddhismus und Hinduismus (also lange vor den ersten Christen), uvam.

Interessant in diesem Zusammenhang, dass auch Paulus, der eigentliche Erfinder des Christentums, nichts von einer Trinität wusste.

Richard Dawkins hat die Dreieinigkeitslehre in seinem Buch "DER GOTTESWAHN" auf S. 48 und ff sehr trefflich als Humbug und heidnisch entlarvt.

cheerio

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@gromio

Ich hoffe, ich zerstöre nicht dein Weltbild, wenn ich Richard Dawkins als vortrefflichen Naturwissenschaftler, aber inkompetenten Theologen entlarve. Man betrachte allein schon dessen Umgang mit den Quinaue viae. Wie man diese richtig liest, lernt jeder Theologiestudent im ersten Semester. 

Jeder, der sich ernsthaft mit Nizäa, Chalcedon etc. auseinandersetzt, merkt, dass die Trinität ein vernünftiger Glaubensschluss ist und nicht aus irgendwelchen heidnischen Kulturen entstanden ist. 

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@Anthropos

Nun, die quinque viae griff Dawkins auf Seite 7 seines Buches auf, und ich finde er hat das zutreffend zitiert, dann aber aus seiner Sicht interpretiert.

Die Trinität kann kein vernünftiger Glaubensschluss sein, GOTT ist nicht dreifaltig, das war er nie - siehe AT und NT in der zutreffenden Übersetzung.

cheerio

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Wusste Paulus tatsächlich nichts von Trinität? Lese lieber nochmal in 2 Kor 13,13 nach:

Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

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@Anthropos

2. Korinther Kapitel 13:

Das ist KEIN Beleg für die Trinität: Erstmal geht es hier um Vers 14 und nicht um Vers 13, zum anderen wurde das griechische Wort für Anteil mit Gemeinschaft übersetzt.

Lustig, diese Bibelübersetzer.........

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@gromio

gromio, in 2Kor gibt es keinen Vers 14, jedenfalls nicht in meinen Bibeln.

Aber Du hast Recht, auch 2Kor 13, 13 ist kein "Beweis" für das Trinitätsverständnis eines Paulus. 

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Davor gab es umfangreiche Diskussionen zwischen den Befürwortern und Ablehnern (z.B. Arianer) der Trinität. Erst durch Erlass von Kaiser Kostantin wurde die Trinität verbindliches Dogma und ab da verfolgten die Katholiken systematisch alle Gegner der Trinität notfalls mit Folter und Mord.

Mehr dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Arianischer_Streit

Um 325 wurde deutlicher festgelegt, was die Christen von Anfang an glaubten. Was? Dass Gott dreifaltig ist. Drei Personen, aber alle wollen und können dasselbe, sind eine totale Einheit. Darum nur ein Gott, ein göttlicher Wille…

Das ist schon den Juden offenbart:

Gen 1,26ff Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. (Mehrzahl!) Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.
(Einzahl) Als Mann und Frau schuf er sie. (Mehrzahl) Zwei Personen, die aber, wenn sie sich in ihrer Liebe vereinigen, die Nachkommenschaft zeugen. (also dreifaltig)

Auch in Gen 18,2ff: Drei Personen, ein Gott:  Der Herr erschien Abraham. Der saß am
Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr, … (Drei Männer, aber ein Herr!)

Oder im Neuen Testament, z.B.:

Joh 16,5ff: Jesus sagt: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, …  wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch
senden. (Drei Personen)  ... Wenn jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. … er wird sagen, was er hört, und euch verkünden… Er wird mich verherrlichen. Jesus handelt, sein Vater handelt, und auch der Hl. Geist agiert als eigenständige Person (in Einheit mit dem Vater und Sohn: Er führt, kommt, er hört, er verkündet…)

Wer (im Gebet) sucht, der findet (die Wahrheit) über Gott.

In jeder Taufperikope begegnet uns Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist, an mehreren Stellen im NT wird Jesus als Sohn Gottes bezeichnet, im Epheserbrief 2,18 findet sich eine trinitarische Formel. Wie kommt man immer wieder auf die krude Idee, die Trinität sei 325 quasi nachträglich erfunden und aufgestülpt worden?

Natürlich wurde das Konzept der Trinität immer weiter verfeinert, auch begrifflich. Aber in der Sache wusste man 325 schon einigermaßen Bescheid.

Taufperipoke:

Matthäus 28:19,20

Und Epheser 2:18 ist KEINE trinitarische Formel, weder in der Luther- noch in der Pattloch-Bibel z.B. - der Kontext weist den Weg, wie dieser Vers aus Epheser 2 zu verstehen ist, mit Dreieinigkeit hat das nichts zu tun.

cheerio

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@gromio

"Durch ihn (Jesus Christus) haben wir in einem Geist den Zugang zum Vater": Durch dich, Jesus, haben wir in einem Geist Zugang zum Vater...wer hier kein trinitarisches Gottesverständnis erkennen mag, dem ist nicht zu helfen: Du, Wir, Er, alle Seiten oder Facetten Gottes sind hier genannt.

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@RobinsonCruesoe

mit den Taufperikopen meinte ich nicht den Missionsauftrag am Ende des Matthäus Evangeliums, sondern die Darstellungen der Taufe Jesu selbst

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@RobinsonCruesoe

so ein quatsch. Propheten werden als "Geist" bezeichnet. auf englisch ist es ersichtlicher "spirit"

Andere stelle (ich meine Johannes aber muss die stelle nochmal raussuchen) "hütet euch vor den falschen geistern - damit sind falsche propheten gemeint. Der Geist und der heilige geist sind 2 paar schuhe....

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@YassineB87

@YassineB87:Du irrst. Mit "Geist" in Eph. 2,18 ist der Heilige Geist genannt, der uns verbindet und an der trinitarischen Relation teilhaben läßt (Stichwort: Gemeinschaft mit Gott), und keine Propheten. Die gibt es natürlich auch, aber durch sie gibt es keine Gemeinschaft mit Gott. Und es gibt falsche Propheten, die uns genau das weismachen wollen.

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@RobinsonCruesoe

@RobinsonCruesoe: "...wer hier kein trinitarisches Gottverständnis erkennen mag..."

Wer hier  ein trinitarisches Gottverständnis erkennt, hat Probleme mit Textverständnis.

Wenn ich sage "mein Kollege und ich arbeiten in einem Geist zusammen", heisst das, das mein Kollege und ich eine Person sind? Und dass der gemeinsame (Arbeits)Geist auch eine Person ist, aber gleichzeitig Teil der einen "Person", die ich, mein Kollege und der (Arbeits)geist bilden?

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@Zicke52

@zicke52 dein Beispiel mit dem Arbeitskollegen und dem Geist, in dem ihr arbeitet, kommt schon recht nahe dran, wie ich meine. Es geht einfach darum, Gott nicht als irgendwen, sondern als etwas zu zeichnen, nämlich als die Liebe schlechthin. Klar, bei deinem Arbeitskollegen ist Liebe das falsche Wort, vielleicht ist Beziehung neutraler. In jedem Fall ist Liebe oder Relation grösser oder etwas anderes als der einzelne in ihr. Und eben darum geht es im trinitarischen Gottesbild. Es ist in diesem Gedankenzusammenhang übrigens unerheblich, ob Gott aus drei oder fünf göttlichen "Personen" besteht.

Um nocheinmal auf die Fragestellung zurück zukommen: Natürlich gibt es das Wort Trinitarisch nicht in der Bibel. Aber es gibt Stellen, die ein damit verbundenes Gottesbild erkennen lassen. Was wird denn mit diesem Bild ausgesagt? Doch nichts weniger, als dass Gott nicht mehr ein entrückter Weltenherrscher ist, ein Objekt, ein Jupiter oder Thor oder Allah, sondern dass er etwas ist, dass die Welt formt und gestaltet, die Liebe selbst, deren Teil wir und die Schöpfung sind.

Warum kann Gott kein Thor sein, keine singuläre Entität? Weil es dann keine Offenbarung gibt

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@RobinsonCruesoe: Du glaubst, die, die Jesus als Sohn Gottes bezeichneten (was übrigens nicht bedeutet, daß er Gott wesensgleich ist) und der Autor des Epheserbriefes wüssten besser Bescheid als Jesus selbst? 

Jesus bezeichnete sich gemäss der Bibel als Menschensohn und machte ganz klare Aussagen ("mein Vater ist größer als ich", "was nennst du mich gut, nur Gott ist gut"), die verneinen, dass er selbst Gott ist.

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@Zicke52

Jesus war eben zu 100% Mensch. Er hat auf seine Göttlichkeit verzichtet gemäß des Philipperhymnus.

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@Zicke52

Das sind Aussagen, die Jesus als Mensch macht. Im Übrigen: Es ist nicht richtig, die Evangelien den Briefen zeitlich voranzustellen; denn sie sind später oder wenig später als die Briefe entstanden. Darüber hinaus finden sich aber auch in den Evangelien Stellen, die Jesus als Sohn Gottes bezeichnen, auch sog. "Selbstaussagen". Mt. 11,27 z.B., wo auch die enge Verflechtung mit Gott- Vater hervorgehoben wird

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@Anthropos

Recht so. Gott als Gott-Sohn hat in dem Menschen Jesus das Geschöpf Mensch an sich gezogen, dass er selbst Mensch 'ist'...So ist Gott Mensch 'geworden' und nicht der Mensch 'Gott'

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@Zicke52

man sollte sich auch mal mit der sprache beschäftigen. sohn gottes ist übertragen gemeint. gott nennt auch die anderen propheten sohn. nicht nur Jesus. im übertragenen Sinne ist das ja auch ok so zu sagen. aber es wird immer nur erwähnt, dass jesus gottes sohn ist, wnn man das so rauskristalisiert, macht es halt den eindruck. aber tatsache ist man darf sich nicht an einer sache aufhängen und den rest der bibel dann einfach ignorieren. 

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@RobinsonCruesoe

oh mann, also gott ist nach deiner ansicht nun mensch!? das ist ziemlich schräg...wie willst du denn bitte so eine aussage verargumentieren? Und ist es nun so dass er wunderbewirken konnte. das können normale menschen nicht, also passt es doch nicht. ebenso betest du einen menschen an? 

wenn gott auf die erde will, bzw sich hier zu erkennen geben will, wozu dann das ganze spielchen? dann kommt er doch einfach und fertig. er braucht sich doch wohl nicht gebären lassen - wie absurd. die aussage. 

jesus (isa) ist ein gesandter und einer der bedeutendsten, aber auch nicht mehr als das....wie gesagt gott bezeichnet gemäß bibel alle propheten als söhne

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@YassineB87

Ja, in einem Sinn, der nur geglaubt werden kann, 'ist' Gott Mensch geworden, indem nämlich Gott-Sohn das Geschöpf Mensch (oder auch: Alle Menschen) in dem konkreten Menschen Jesus an sich gezogen hat. Die Göttlichkeit von Gott-Sohn, die vor seiner "Menschwerdung" bestand, wird nicht vermenschlicht. Darum heißt es ja auch "Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang so auch jetzt und für alle Zeit und in Ewigkeit". Im Anfang: Vor Jesu Geburt. Gott ist immer Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiliger Geist, immer Relation

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@Anthropos

@Anthopos: Ach, als ob ein Gott einfach vorübergehend aufhören könnte, Gott zu sein. Das lehrt die Kirche übrigens nicht. Sie lehrt, dass Jesus "ganzer Gott und ganzer Mensch war". Das Menschsein tat also seiner Göttlichkeit keinen Abbruch.

Aber das passt eben nicht zu dem, was Jesus über sich selbst gesagt hat, und zu den unzähligen Bibelstellen, wo ganz klar zwischen Jesus und seinem "Vater" differenziert wird.

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Die Trinität wird in der Bibel beschrieben. Bereits im ersten Vers steht: "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde" (1. Mose 1,1). Das Wort für "Gott" ist hebräisch Elohim, das ist die Mehrzahlform von Eloah und wird von nicht wenigen Auslegern als erster Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes gedeutet bzw. darauf, dass Gott aus mehreren Personen besteht.

Wichtig ist dabei das Verständnis der Trinität (Dreieinigkeit) Gottes: Gott als Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist (Gott als 3 Personen und doch eins; also Christen glauben an einen einzigen Gott).

Man kann das vielleicht mit drei Kreisen vergleichen, die sich in der Mitte überschneiden. Es sind drei Kreise, sie gehören aber zu einem Gesamtbild. Oder mit Wasser in seinen Aggregatszuständen: Wasser flüssig, als Eis oder als Dampf und trotzdem eben Wasser. Diese Beispiele erklären durchaus nur unzureichend und mit unserem begrenzten menschlichen Verstand, was Dreieinigkeit (Trinität) bedeutet. Aber vielleicht hilft dir das, dir vorzustellen, dass Gott gleich: Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist, also drei Personen und doch eins (also ein Gott) ist!

Das Johannes-Evangelium beginnt z.B. damit, dass Jesus von Anfang an bei Gott war und dass alles durch ihn entstanden ist!

Joh. 1,1-3: "Im Anfang war das Wort*, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist."

"Das Wort" (gr. logos) ist ein Name des Herrn Jesus Christus (vgl. 1Joh 1,1; Offb 19,13).

Ein schöner Bibelvers über die Trinität ist z. B. 1. Johannes 5,7: "Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins." (Übersetzung Schlachter 2000)

Sehr interessant und empfehlenswert dazu sind auch folgende Seite:

Die Trinität des biblischen Gottes ist nicht erst 325 n. Chr. entstanden. Sie ist so alt wie die Schriften, soll heißen sie war schon immer da und "wurde nicht erst erfunden".

Offensichtlich hast du dich bei deiner Suche auf einen falschen Schwerpunkt konzentriert.

Schade, denn ein gleichlanges Studium des Neuen Testaments, teilweise sogar zurückgehend auf das Alte Testament hätte dich weiter gebracht.

In diesem Jahr fand das Konzil zu Nicea statt, in dem die "Weltkirche" (Offb.12,9) das "Ruder" übernahm und die "Geistlichkeit" anführte (Offb.17,1-5). Der "Gott dieser Welt" führt die Menschheit in die Irre (2.Kor.11,14) und will die Menschheit glauben machen, dass die "Kraft Gottes" (2.Kor.13,4) eine Person sei.

Danach dürfte Jesu nie zu seinem Vater "Vater" sagen (Mt.1,20; Joh.12,28).

weil die Kirche fragen gestellt bekommen hat, auf die sie eine Antwort gesucht hat. das war das beste womit sie "um die ecke" kamen. 

Die Trinität ist eine theorie zu dem Verhältnis zwischen Gott jesus und Heiligen geist (nach meiner Meinung ist der heilige geist Gabriel)

einen christlich begründeten zusammenhang sehe ich nicht zur trinität. 

Ohne jetzt den Propheten zu beleidigen, kleines beispiel:

wir wissen das jesus gegessen und getrunken hat ( beispiel letztes abendmahl und viele stellen in der Bibel) . ein gott bräuchte das wohl nicht aber egal. wenn jetzt jemand essen muss, dann muss wohl auch die Toilette benutzt werden - also ging jesus nun wie ein mensch pinkeln und ....

Glaubt ihr wirklich gott hatte es nötig sich wie ein niederes Tier zu verhalten? 

Sorry aber passt nicht. man kann das rein interpretieren, man kann aber auch genug Bibelstellen sich anschauen wo klar ist, dass es nicht mit trinität funktioniert. damit meine ich die aussagen von jesus selbst und nicht was die aposteln sagten, sondern was sie von ihm wiederholten/aufschrieben

Die Lehre von einer Trinität ist nicht erst 325 n. Chr. entstanden.

Diese Lehre ist sehr alt, hat Ihre Wurzeln im alten Babylon und zog sich bis zu den Römern durch alle Hochkulturen.

Auszug aus dem Buch "The two Babylons", Deutscher Titel "Von Babylon nach Rom", Alexandre Hislop, S. 25 ff.:



"Diese Einheit jenes einen Gottes der Babylonier bestand aus drei Personen, und um diese Lehre von der Dreiheit symbolisch darzustellen, verwendeten sie, wie durch die Entdeckungen Layards nachgewiesen, das gleichseitige Dreieck, wie es bekannterweise die römische Kirche heute tut.


In beiden Fällen ist ein solcher Vergleich für den Ewigen König äußerst erniedrigend, und er trug deutlich dazu bei, das Denken derer zu verderben, die es betrachten, als gäbe es irgendeine Ähnlichkeit zwischen einer solchen Gestalt und dem, der gesagt hat: »Wem ist Gott gleich, und mit wem wollt ihr ihn vergleichen?«


Das Papsttum hat in einigen seiner Kirchen, wie zum Beispiel im Kloster der
sogenannten Trinitarier von Madrid, eine Statue des dreieinen Gottes mit drei Köpfen auf einem Körper. Die Babylonier hatten etwas ganz ähnliches. Layard lieferte in seinem letzten Werk ein Muster einer solchen dreieinen Gottheit......."


.......

Während dies die ursprüngliche Weise war, in der der dreieine Gott im
heidnischen Götzendienst dargestellt wurde, und auch wenn diese Darstellungsart bis zur Zeit Sanheribs überlebte, gibt es doch einen Hinweis darauf, daß zu einer sehr frühen Zeit ein wichtiger Wandel in den babylonischen Vorstellungen von der Gottheit stattgefunden hatte: Aus den drei Personen war der Ewige Vater, der Geist Gottes – Fleisch geworden in einer menschlichen Mutter – und ein göttlicher
Sohn – die Frucht dieser Fleischwerdung – geworden.


"

Ein link zu dem Buch, wenn es Dich interessiert:

http://www.benabraham.com/html/english_-_espanol_-_francais_-.html

Konstantin war es dann, der den 318 n. CHr. aufkeimenden Streit über die WesensÄHNLICHKEIT  oder -GLEICHHEIT (homousie, wurde hier schon genannt) von GOTT Vater und Gott Sohn zugunsten der Wesensgleichheit entschied, so daß ab 325 n. Chr. die "ALTE" Dreieinigkeitslehre heidnischer Religion sukzessive, schließlich aber fester Bestandteil des Glaubensbekenntnisses der römisch-katholischen Kirche wurde.

Die ersten Christen hatten KEINE Trinität in Ihrem Glaubensbekenntnis. Auch JESUS lieferte keine Hinweise / Beweise für eine Trinität Gott Vater/Gott Sohn/Gott heiliger Geist.

Auch den Juden - im Gegensatz zu den umliegenden, Heidnischen Völkern, kannten nur EINEN GOTT.

Also, man entschied sich -  ohne Biblische oder Göttliche Inspiration - für die Wesensgleichheit von Vater, Sohn und Geist. Alle drei sind ewig. Alle drei sind eins. Alle drei tragen dieselben Attribute...also nach der katholischen Lehre, nicht gemäß der Bibel.

Die Bibel hingegen beschreibt im AT und im NT 

- den VATER als den alleinwahren Gott und Vater, Alpha und Omega, von unabsehbarerZeit auf unabsehbare Zeit existierend,

- den SOHN als ein GESCHÖPF des VATERS, also nicht ebenso lang existierend, sondern mit einem Anfang, untergeordnet dem Vater,

- den GEIST als Gottes wirksame Kraft , keine Person

All dies war nun vom Tisch, und die Dreifaltigkeit heidnischer Götter hatte ihren Weg in Christliche  Glaubensbekenntnisse gefunden, zum Glück nicht in alle.

Die Beweggründe liegen ein wenig im Dunkel, aber modern betrachtet dürfte vor allem darum gegangen sein, damit Nicht-Christen, die auch bekehrt werden sollten, den Zutritt dadurch zu erleichtern, das auch in einer christlichen Kirche dreieinige Gottheiten vorhanden sind, die diese Nicht-Christen aus ihrer eigenen Religion kannten.

cheerio

Die Trinität gab es schon lange vor den Babyloniern bei allen indogermanischen Stämmen. Ihr esoterischer Sinn ist nichts weiter als die Beschreibung der drei Zeitmodi Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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@Strixnet

Aha.....wo kann man das denn Nachlesen, diese Information?

Danke im Voraus.

cheerio

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Die Trinität ist gar nicht um 325 entstanden. Ohne Jesus Christus wüssten wir gar nichts von ihr. Da dieses Glaubensgeheimnis in den Evangelien und der APG immer wieder deutlich durchscheint, haben bereits die Apostel (auch Paulus)  und die ersten Christen daran geglaubt und auf den Namen des dreifaltigen Gottes getauft und gesegnet.

Auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 ging es darum, diese von Jesus geoffenbarte Glaubenswahrheit in Worte zu fassen und ein für alle Christen gemeinsames Glaubensbekenntnis zu verfassen. Der Grund dafür war die Irrlehre des Arius, der man damit entgegentreten wollte und sich ganz klar davon abgrenzen, indem man eine ohnehin schon geglaubte Wahrheit genauer definierte und für alle Christen verbindlich machte.

Die Trinität war vorher schon "da", allerdings nicht als Dogma. Vorher war das nicht so ein wichtiges Diskussionsthema, sondern es war einfach so.

Ich finde, wer das NT aufmerksam liest, kommt auch nicht drumherum dass die Trinität Fakt ist.

Ich finde, wer das NT aufmerksam liest, kommt auch nicht drumherum dass die Trinität Fakt ist.

So ist es! - Hätte der Fragesteller mal lieber "1 Woche lang" das Neue Testament aufmerksam studiert. Das wäre vielleicht zielführender gewesen.

LG Hummel3 

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@gromio

Vielleicht wäre es sinnvoller, die Bibel mal ohne den Anspruch zu lesen, alles verstehen zu wollen.

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Arbeitsteilung, hat etwas gedauert bis die verstanden haben, dass es leichter für alle ist.

Die Trinitätslehre wurde per Konzilsbeschluss eingeführt, und dieses fand eben erst 325 n. Chr. statt. Auf diesem Weg entstanden übrigens die meisten Kirchendogmen.

http://weltmanager.de/trinitaet.html

Besser 3 für 1 statt umgekehrt. 

Wohlmöglich gab es das schon vor 325 und wurde erst dann erstmals als Konzept zusammengefasst, ausformuliert und niedergeschrieben.

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