Warum hat sich Gott erst so spät offenbart im Juden/Christentum?

17 Antworten

Der hat sich nicht "so spät" offenbart!

Der ist seinen Erdlingen erst etwas später in ihre Fantasien gekommen!

Und zwar erst, als für diese eine Notwendigkeit dafür erwachsen war!

Es gibt Forschungen, die nachweisen, dass es für die Entstehung von Religionen nicht mal eine objektive evolutionäre Notwendigkeit gab!

Denn wenn der Glaube an ein höheres Wesen einen Selektionsvorteil für den Homo sapiens darstellt, müsste diese Fähigkeit zum Glauben ja biologisch verankert sein. Anderenfalls könnte sie nicht vererbt werden. 

Bisher wurde im Genom des homo sapiens, nicht mal in dem des "homo religiosus" irgendein vererbbares Glaubensgen gefunden!

Rüdiger Vaas, Koautor des Buchs „Gott, Gene und Gehirn“ schreibt dazu:

„Es scheint Gene für Spiritualität zu geben, das ist eine Art Teilmenge von Religiosität. Das ist etwa zu 50 Prozent erblich: Und es gibt sogar zwei Kandidatengene, die im Hirnstoffwechsel eine Bedeutung haben. Religiosität selbst jedoch scheint nicht erblich verankert zu sein, sondern ein Nebenprodukt von etwas anderem, nämlich Autoritätsgläubigkeit. Und Autoritätsgläubigkeit, das besagen Zwillingsstudien, hat eine Erblichkeit von 50 Prozent, das hat damit zu tun, wie Menschen Ordnung machen und haben wollen.“

Die wissenschaftliche Erforschung der Erbanlagen für den Hang des Menschen zur Spiritualität steht allerdings noch am Anfang ("Religiosität selbst jedoch scheint nicht erblich verankert zu sein.")

Der Verhaltensgenetiker Dean Hammer meint ebenso (ausgehend von den Ergebnissen der Zwillingsforschung): "Spiritualität gehört zu unserem grundlegenden menschlichen Erbe. Sie ist, zumindest teilweise, fest in unsere Gene eingebaut. (...) Wir haben eine genetische Prädisposition für spirituellen Glauben. Er wird geformt durch die persönliche Erfahrung und kulturelle Umwelt. Diese Gene wirken, indem sie die verschiedenen, vom Gehirn erzeugten Bewusstseinsformen beeinflussen, die die Basis für sprituelle Erfahrungen bilden.“

Allerdings würde ich die Frage, ob der Mensch ein "homo religiosus" ist nicht nur von der Genetik abhängig machen. Zum Menschsein gehören Religiösität und Spiritualität, auch wenn die Gottes-Gen-Hypothese sich in der Forschung nicht durchsetzte.

Allerdings geht der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume davon aus, dass auch die Religiosität teilweise genetisch bedingt ist (er schrieb seine Dissertation über Neurotheologie). Hier ein sehr kurzes Video, indem er seine Position zusammenfasst:

https://www.youtube.com/watch?v=FEKoSTOJTtY

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@UW1969
  • Zum Menschsein gehören Religiösität und Spiritualität, auch wenn die Gottes-Gen-Hypothese sich in der Forschung nicht durchsetzte.

Das ist nur die Feststellung bisheriger Fakten. Diese belegen NICHT, dass dies gesetzmäßig so sein muss. Außerdem ist "Spiritualität" nicht automatisch das gleiche wie Religiosität!

Der gesunde Schauder des dreijährigen Enkels vor dem Weihnachtsmann hat mit seiner Religiosität, der er evtl. mal frönen wird, nichts zu tun!

"Spiritualität" ist angeboren, Religiosität anerzogen!

Ersteres gibt sich mit wachsendem Wissen und Erkennen, letzteres verhindert dieses!

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Genau deswegen behaupten Fundamentalisten auch, die Erde sei in Wahrheit nur ein paar tausend Jahre alt, der Glaube an "YHWH" sei die älteste aller Religionen und alle anderen wie z.B. die der Inder, Sumerer oder Ägypter seien nur Perversionen davon. Dann "passt" alles wieder. So einfach geht das. Der Fundamentalist macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt.

Andere Religionen behaupten aber ebenfalls, von Gott/Göttern zu stammen. Der Hinduismus kennt viele solcher Geschichten. Die Hindu-Götter kommen als sogenannte Avatare auf die Erde, um den Menschen in schlimmen Krisenzeiten zu helfen. Der bekannteste Avatar dürfte Krishna sein. Auch der Gott Shiva ist im Westen sehr bekannt. Die Veden geben übrigens ein Erdalter an, das noch höher ist als das, welches die Wissenschaft heute annimmt.

Im Alten Ägypten galten die Götter ebenfalls als völlig präsente Wesen. Der Pharao wurde als außerwählter Bote des Gottes Horus und als Vermittler zwischen Erde und Himmel angesehen. Für die Ägypter waren diese Vorstellungen völlig normal, der Glaube an einen einzelnen "Superhelden-Gott", der "alles erschaffen" hat, dagegen unbekannt.

Die Sumerer kannten ebenfalls einen bunten Götterhimmel. Sie erzählten sich auch die merkwürdige Geschichte einer furchtbaren Flutkatastrophe, mit der die Menschheit ausgerottet werden sollte. Allerdings wurde ein rechtschaffener Mann von den Göttern gewarnt, baute eine große Arche und rettete sich so vor der Flut.

Wie bitte, das kommt dir bekannt vor? Na sowas aber auch...😉

Alle diese Religionen sind älter als der Glaube an "YHWH". Dessen Ursprünge liegen, das weiß man dank archäologischer und linguistischer Erkenntnisse, in Kanaan. Genau in dem Land also, das in der Bibel als von "bösen Polytheisten" bewohnt dargestellt wird. Yahwe war ein kanaanitischer Berg- und/oder Vulkangott, die Hebräer waren/sind selbst Kanaaniter.

Vielleicht konnte sich "Gott" garnicht offenbaren, weil es keinen "Offenbarer" gibt?

Ich habe noch nicht viel über andere Religionen gelesen, muss ich zugeben. Heute las ich kurz etwas über den Hinduismus und fand tatsächlich in nir wenigen Zeilen Parallelen zum Christentum. Ich finde das schon recht seltsam. Und um ehrlich zu sein, weiß ich nicht was ich davon halten soll....

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@Aurina

Viele Religionen haben Parallelen zueinander. Lies mal nach, welche gravierenden Ähnlichkeiten zwischen Jesus und Krishna bestehen. Das fängt schon bei der Namensähnlichkeit (Christus/Krishna) an und geht noch viel weiter. Selbst das Bild des Hirten (Jesus = Schafshirte, Krishna = Kuhhirte) kommt bei beiden vor.

In den Veden gibt es auch eine Stelle, die sehr stark an den Beginn des Johannesevangeliums ("Am Anfang war das Wort") erinnert. Im hinduistischen Schöpfungsmythos spielt ein "Urklang" eine große Rolle, das bekannte "OM", das häufig als Meditationsobjekt genutzt wird.

Es gibt auch Parallelen zwischen Jesus und Buddha: beide hatten einen adligen Hintergrund, führten aber ein einfaches Leben. Beide entstammten einem konservativ-religiösen Umfeld und strebten Reformen an. Beide zogen mit ihren Jüngern durchs Land und verbreiteten ihre Lehre.

Solche Gemeinsamkeiten sind sehr häufig zu finden.

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@Indecisive

Ich kann dazu nicht viel schreiben, da ich das nicht gelesen habe. Aber gedenke das mal zu tun. Das es oftmals zu Ähnlichkeiten kommt bzw. jene gegeben scheinen, habe ich schon mehrfach mitbekommen. Manche meinen das wären Zufälligkeiten, manche nicht.

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Ich denke nicht, dass Gott Religionen erschaffen hat. Gott hat sich immer schon gezeigt, auch durch seine Schöpfung. Jedes Baba ist ein Wunder, auch weil es einmalig ist.

Die Frage ist, in wie weit schenke ich dem Menschen Vertrauen, der von sich behauptet, der Weg (schlechthin) zum Vater zu sein. Er - Jesus - hat es in einzigartiger Weise vorgelebt, in Kontakt mit dem himmlischen unsichtbaren, aber immer gegenwärtigen Vater zu leben, den ganzen Tag hindurch. Seine Schüler fragten ihn, ob er ihnen nicht den Vater zeigen könne. Die einzige "Regel", die uns Jesus ans Herz legt, ist: liebe Gott, liebe deinen Nächsten, liebe dich selbst. Ich sehe das als die ultimative Befreiung von allem menschlichen "müssen" .

Gott hat mit Adam und Eva geredet. Aber durch die Ungehorsamkeit der Menschen wurde die Beziehung gestört. Die Menschen wussten, was gut oder böse war, weil sie viel von Gott gelernt haben. Als Kain Abel getötet hat, wusste er, dass es falsch war.

Die Geschlechter-Register zeigen die Abstammung. Gott suchte immer Menschen wie Noah, Abraham und Mose, die dann die verschiedenen Schriften in den Mose Bücher versammelt hat.

Für mich ist das Alte Testament das älteste Buch und in das Neue Testament wird alles erklärt, was bis zum Ende der Zeiten passieren wird.

Und Gott der Herr ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

1. Mose 2:9 SCH2000

https://bible.com/bible/157/gen.2.9.SCH2000

In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, [war] der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt, jeweils eine; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.

Offenbarung 22:2 SCH2000

https://bible.com/bible/157/rev.22.2.SCH2000

Der Baum des Lebens, das im Garten Eden war, steht in dem neuen Jerusalem in der Mitte der Stadt und ist der Segen für alle Völker und Nationen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nicht was ich wissen wollte, aber danke.

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Religionsgeschichtlich gab es selbstverständlich schon vor dem Judentum/Christentum Religionen. Die ersten Spuren von Religion sind bereits im Paläolithikum (Altsteinzeit) zu finden. Es gab viele Religionen vergangener Kulturen (Ägyptische Religion, Sumerisch-Babylonische Religion, Religionen im Hethiterreich uvm.). Außerdem gab es vor dem Judentum (und gibt es noch) die traditionellen Stammes- und Naturreligionen (Ethnische Religionen).

Aber ich vertrete tatsächlich die These (welche du schon vermutest), dass die älteste Religion von Gott ist: Der Urmonotheismus. Gott hat sich den ersten Menschen offenbart. Alle Religionen haben letztendlich ihren Ursprung (nach dem Sündenfall) in diesem Urmonotheismus. Das ist allerdings eine theologische These.

Die Theologie unterscheidet die allgemeine und besondere Offenbarung:

Die allgemeine Offenbarung wird auch natürliche Offenbarung genannt. Nach biblischem Verständnis hat Gott sich in seinem Schöpfungswerk offenbart (relevatio naturalis). Diese Offenbarung gilt allen Menschen, auch wenn nicht alle Menschen fähig sind, diese zu erfassen.

Die besondere Offenbarung wurde nicht allen Menschen zuteil, sondern Gott offenbarte sich nur auserwählten Menschen. Diese begann mit Abraham und erreichte seinen Höhepunkt mit Jesus Christus. Die besondere Offenbarung ist vor allem Heilsoffenbarung (relevatio salutis). Israel ist das Volk, dem diese besondere Offenbarung im Laufe seiner Geschichte zuteil wurde.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

An Gott (eine höhere Macht) hat man schon immer geglaubt.

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Also nach meinem "schlauen" Buch ist von den großen Weltreligionen der Hinduismus die älteste Religion. Sie ist sage und schreibe 1500 Jahre älter als das Judentum und 2000 Jahre älter als das Christentum. Frag mich nicht wieso!

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@Aurina

Unter den 5 Weltreligionen ist der Hinduismus die älteste Religion (es gibt allerdings bei den Weltreligionen verschiedene Zählungen. Manche gehen von 3 Weltreligionen aus, andere soger von 8 Weltreligionen). Es gab aber schon Religionen vor dem Hinduismus.

Die erste Phase bei der Entstehung des Hinduismus ist die vedische Religion. Es ist allerdings in der Religionswissenschaft umstritten, ob diese vedische Religion zum Hinduismus gehört oder eine eigenständige Religion Indiens ist.

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@UW1969

Waren die Veden nicht Außerirdische? Vergleichbar mit den so genannten "Grauen"?

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@Aurina

Aus religionswissenschaftlicher Sicht nicht. Aber die Veden werden gerne von Ufologen und Präastronautikern nach Informationen über UFOs abgesucht. Für Erich von Däniken waren die Veden eine Fundgruppe für angebliche Belege seiner Paläo-SETI-These. Das hat aber nichts mit ernstzunehmender religionswissenschaftlicher Forschung zu tun.

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@UW1969

Keine Ahnung ob? Jedenfalls kann man in manchen antiken Hieroglyphen seltsame Dinge vermuten wie Ufos, Raumfahrer, Aliens und dergleichen mehr und das rund um den Erdball.

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