Von Eltern zum Glauben gezwungen...Was kann ich machen?!?

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Leider ist religiöser Fanatismus immer noch Thema in unserer Gesellschaft und nur schwer zu bekämpfen. Eine Möglichkeit wäre es, sie mit eigenen Waffen zu schlagen.

Die Bibel sagt, Gott liebt einen freiwilligen Geber (2.Kor. 9,7):

"Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber."

Frage deine Eltern, ob es demnach Sinn machen würde dich zu zwingen, oder ob es nicht besser wäre, wenn du diese Entscheidung irgendwann freiwillig treffen würdest. Sie sollen dir einfach Zeit geben, damit du die "richtige" Entscheidung selbst treffen kannst.

Es gibt noch weitere Bibelstellen die dazu passend wären, dir werden sicher welche einfallen bzw kannst du nach welchen suchen. Es gibt dazu genügend Seiten im Net, die Antworten auf rel. Fanatismus geben.

Ich selbst bin auch unter solchen Umständen aufgewachsen. Doch den offenen Kampf habe ich gescheut, was sich als gut erwies. Solange ich zuhause gewohnt habe, habe ich die Regeln meiner Eltern befolgt, sofern ich unter Kontrolle stand. Meinen Geist konnten sie aber nie infiltrieren und mit religiösem Unfug füllen. Als ic dann eine Ausbildung abgeschlossen und eine feste Arbeitsstelle fand zog ich aus und führte mein eigenes Leben. Diesen Rat gebe ich eigentlich jedem in dieser Situation. Er hat sich bisher als gut herauskristallisiert:

  1. Den Eltern Freundlich aber bestimmt zeigen, dass man alt genug ist und weiß worum es geht, und einfach um etwas ZEit bitten sich selbst zu finden. Notfalls kannst du auch sagen du hättest gebetet und müsstest nun dem folgen, was dein Gefühl dir sagt.
  2. religiöse Themen vermeiden, unscheinbar/unsichtbar werden, indem man einfahc nur Ja und Amen sagt und nie in Konfrontation geht. Diplomatisch antworten, indem man z.B. so formuliert das man nicht lügt, sondern die Eltern es nur anders interpretieren ;)

Manche werden das Heuchelei nennen, aber tatsächlich ist es ein notwendiges Übel, nicht ganz so ehrlich zu sein, wenn man als Kind von fanatischen Eltern noch Abhängig ist. SIE sind es die diese Stuation heraufbeschworen haben und ihr Kind weniger lieben als ihre Religion. Demnach dürfen sie sich nicht wundern, wenn man ihnen ebenso begegnet. Völlig legitim und in den meisten Fällen die friedichste Läsung für alle.


Andererseits kannst du natürlich auch zum Jugendamt gehen und von deinem Recht auf Religionsfreiheit bestehen. Doch ist dies immer die letzte Option, da es oftmals dazu führt, dass man ein Leben ohne seine Eltern verbringen muss und auch oftmals in den unteren sozialen Schichten leben wird. Daher rate ich dazu nur, wenn Gewalt und/oder schwere Psychologische Probleme bereits vorhanden sind.


Egal für welchen Weg du dich entscheiden magst:

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg!

Vielleicht verstehen dich deine Eltern irgendwann und die Liebe zu ihrem Kind obsiegt über den rel. Fanatismus!

Danke :)) Genau so eine Antwort brauche ich heute am Sonntagmorgen :)) ich werde es versuchen, und ich denke so könnte es auch echt funktionieren :))

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@watership26

Gerne. Ich weiß genau was du durchmachst. Falls du noch eine Frage hast, kannst du dich ja privat bei mir melden

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Leider kann man auch als Christ in der Erziehung seiner Kinder viele Fehler machen. Das macht Gottes Realität nicht unwahr und die christliche Botschaft nicht falsch, aber man kann sich davon natürlich entfremden wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt. Ich kann dir nur raten unvoreingenommen dich selbst (freiwillig) mit der Zeit an die Bibel heranzuwagen und sie selbstständig zu lesen, und dir dazu deine eigenen Gedanken machen und entsprechend zu Gott beten. Gott ist meist anders als wir uns das vorstellen. Respektiere deine Eltern - du wirst sie nicht mehr ändern. Der orthodoxe Glaube ist sicherlich in mancher Hinsicht sehr auf Äußerlichkeiten fixiert und teils eine Gesetzesreligion, der man gehorchen muss. Das ist aber so nicht die Botschaft des Evangeliums. Jesus hat uns frei gemacht (Johannes 8,32) und was zählt ist Glaube, Hoffnung und Liebe und echte Nachfolge ohne Druck und äußere Frömmelei. Das wünsche ich dir von Herzen. Es gibt auch freikirchliche Gemeinden (Baptisten, FeG, Brüdergemeinden) die ihren Glauben anders und freudiger leben und gestalten. Vielleicht wärst du dort besser aufgehoben? Gott segne dich!

Vielleicht ist der Druck deiner Eltern tatsächlich zu groß. Sonst könntest du bestimmt auch die Möglichkeit erwägen, lockerer mit der Angelegenheit umzugehen und deine Eltern hin und wieder in die Kirche zu begleiten, um ihnen eine Freude zu machen. Es tut ja nicht weh.

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