Unser unkastrierter Rüde steht ständig unter Strom, was kann ich dagegen tun?

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10 Antworten

Hallo,

so viele läufige Hündinnen kann es gar nicht geben, dass der Hund ständig nur mit der Nase am Boden hängt und derart "unter Strom" steht.

Natürlich riechen auch nicht läufige Hündinnen für ihn interessant - aber bei dem Verhalten interessieren ihn sicher alle P-Mails, egal von wem.

Wie ist denn sein Verhalten grundsätzlich anderen Hunden - sowohl Rüden als auch Hündinnen - gegenüber?

Außerdem schreibst du ja in einem Kommentar selbst, dass der Hund viel zu wenig Bewegung hat. Gerade ein Husky-Mix wird darunter extremst leiden.

Es wird immer wieder viel zu schnell kastriert, wenn es um "Verhaltensauffälligkeiten" bei Rüden geht - als wäre eine Kastration ein Mittel, um Erziehungsfehler zu kaschieren oder mangelnde Auslastung zu kompensieren. (wie oft hört man: er wird dann ruhiger!)

Werden Hunde im Tierheim nicht grundsätzlich kastriert? (Ich kenne das nur so aus dem Auslandstierschutz)

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Kommentar von deleyla
21.01.2016, 14:12

Naja, in einem Tierschutz mit um die 50 Hunden in einer Gegend, in der jeder Zweite einen Hund hat ist das schon möglich, denke ich.^^

Anderen Hunden gegenüber war er anfangs recht laut, hing sich in die Leine und hat laut geschimpft. Mittlerweile haben wir gelernt: Wenn ich den anderen Hund nicht interessant finde, dann ist der Hund auch nicht interessant. :)

Ich kenne das von anderen Tierheimen auch so, dass Tiere generell nur kastriert abgegeben werden. Aber dort gibt es viele unkastrierte Tiere, Hunde wie Katzen.

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Das ist natürlich eine Hardcore Mischung Schäferhund/Husky Mix.

Ich denke eher es liegt an der Auslastung. Auch weißt du das man , wenn man mit einem Hund Kommandos trainiert, Stück für Stück mit ihm arbeitet.

Reizarme Umgebung ansprechbar, Reizüberflutete Umgebung nicht ansprechbar. Das ist eine Frage der Erziehung, ich würde das Stück für Stück trainieren. Eine Kastration bringt da null. Es gibt ja trotzdem was zu entdecken und erforschen.

Nur weil Testosteron abgeschaltet ist, heißt das ja nicht der Hund wird chilliger. Ich habe einen zweijährigen Aussie Rüden, der auch in Reizüberfluteter Umgebung nicht immer das macht was ich gerade von ihm möchte.

Bevor er in Stress oder Frust verfällt, gehe ich lieber etwas zurück im Training und steigere die Umgebung.

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Natürlich ersetzt eine Kastration weder Erziehung, noch die für diese Rasse nötige Auslastung. Und die neuen Besitzer werden dahingehend mit ihm viel zu tun haben, auch wenn er kastriert ist.

Dennoch sehe ich es wie du. Eine Kastration würde ihm zumindest den hormonellen Stress nehmen und ihn endlich auch mal runterkommen und abschalten lassen.

Ich kenne viele kastrierte Rüden, denen dieser Eingriff sichtbar das Leben erleichtert hat. Zwei Besitzer waren sogar immer gegen die Kastration ihrer Rüden, mußten es dann aus medizinischen Gründen machen lassen und haben hinterher gesagt, daß sie es hätten schon viel früher tun sollen und daß ihre Jungs endlich ein stressfreies und unbeschwertes Leben leben konnten.

Allerdings möchte ich nochmal erwähnen, daß all die Rüden in meinem Bekanntenkreis sehr gut erzogene und auch abrufbare Hunde waren und sind. Schon vor der Kastration. Wie gesagt, die Erziehung ersetzt das nicht. Da wird leider häufig viel zu "inflationär" mit solch einem Eingriff umgegangen. Man sollte das wirklich von Hund zu Hund entscheiden.

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ob er als kastrierter rüde ruhiger würde lässt sich schwer sagen, man müsste es mal mit einer hormonellen kastration ausprobieren, bevor geschnitten wird. es kann aber auch sein, dass der hund dann von anderen unkastrierten rüden begehrt wird, was ebenfalls sehr mühsam sein kann. mein hund zum beispiel, verliebt sich hin und wieder in kastraten.

ich empfehle dir, auf dem spaziergang viele suchspiele einzubauen. so spaziere ich zum beispiel mit meinem hund durch den wald, ohne dass ihn das wild interessiert. ohne spiele wär er weg. wenn dein huskymix schon nicht körperlich wirklich ausgelastet werden kann, dann biete ihm genügend kopfarbeit an und lass ihn auch nicht jeden grashalm markieren. das kannst du im griff behalten. lenk ihn möglichst ab, teils mit unterordnungsübungen, teils mit spielen. mach dich so interessant, dass er aufpasst, bloss nichts zu verpassen was von dir kommt. ich hab zum beispiel während der pupertätsphase immer einen sack voll spielzeuge mit auf den spaziergang mitgenommen, die exkluisiv nur für die arbeit auf dem spaziergang bestimmt waren. die durfte er auch nie behalten, sondern nach dem spiel musste er sie immer zurück geben und sie verschwanden dann wieder im sack. so machte ich mich spannend und er liess mich nicht aus den augen und somit habe ich ihn vom jagen abgehalten. vielleicht wäre das mal ein ansatz zum ausprobieren?

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Kommentar von deleyla
21.01.2016, 14:09

Das mit den Suchspielen ist leider nicht möglich, da wir weder die Hunde ableinen, doch an eine andere, längere Leine als die vorgegebene machen düfen. Die ist in etwa 2m lang und ist auch nicht zu verlängern... Spielzeuge dürfen wir ihnen auch nicht mitbringen, auch wenn ich mich wirklich frage warum... :/

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Hmmm. Also ich halte dieses Verhalten eher für "das letzte Aufbäumen" vor dem endgültigen Erwachsensein!
Der Meinige intakte Border-Kuvasz-Mix zeigte ein ähnliches Verhalten in dem Alter, vor allem eben auch das widerwillige Gemotze, sofern mensch in solchen Situationen Konsequenz bewiesen hat...^^ Das ist eine Zeit welche vom Hundehalter Geduld, Humor und strikte Konsequenz abverlangt!

Mein Hund und ich überstanden diese Zeit mit "strengen" Spaziergängen an der Schleppleine. Lange Phasen des Fußlaufens, des Abfragens von Grundkommandos (hier zuvorderst WARTE!! sowie, sitz! platz!), abgelöst durch (Futtersuch)spiele und (kurzen!) Freilaufetappen, in welchen apportiert werden durfte.

Parallel dazu besuchten wir Hundekurse, in welchen die Begegnung mit anderen Hunden gezielt beklickert wurden.

Wichtig erscheint mir im Nachhinein auch das freundlich konsequente Unterbinden wahllosen Markierens und des Blätterleckens!

Versuch es mal mit dem Klicker, Lerninhalte verfestigen sich einfach viel zuverlässiger! Und bleib geduldig!!! :)

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Kommentar von deleyla
21.01.2016, 14:23

Ja, er ist ja noch ein Teenie. ;) Da hast du schon recht. Grade dann, wenn ich konsequent bleibe, protestiert er lautstark. Wenn er seinen Kopf nicht durchsetzen kann, ist es hart für den Großen. :D

Klicker wäre wirklich eine Idee. Stand letztens in einer Zoohandlung schon davor und hab mich gefragt, ob das helfen könnte.

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Momentan sind Wieder einige Hündinen läufig....da ist es fast normal für einen unkastierten rüden.

 mit kastrieren würde ich warten, einfach eier ab damit es leichter wird finde ich falsch.

Zuerst müsste der Hund erzogen werden und anständig ausgelastet. Dann kann Man sehn wie es wird.

Mein Rüde ist momentan auch neben der Spur. Bei uns ist eine läufige Hündin in der Nachbarschaft. Er klebt am Boden und sabbert. Kastrieren lass ich ihn deswegen lange nicht. Da es nur eine Phase ist und für ihn nicht zu strrssig ist.

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Kommentar von inicio
21.01.2016, 10:16

mein ruede aus dem tierschutz ist kastriert -aber findet den geruch von laeufigen huendinnen auch im alter von 15 jahren schier unwiederstehlich... er ist dann auch neben der spur..

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auch ich teile die ansicht, dass dem hund vieles fehlt -was aber keinsefalls durch eine kastration loesbar ist.

(wie gesagt kenne ich es nur so, dass tierheimhunde eh kastirert sind)

das verhalten diese hundes erschien mir aber einerseits rassebedingt..das ist ein besonderes explosiver mix und anderseits fehlt halt viel sozialisation und auslastung. ein husky ist sehr,sehr schwer auszulasten.

also biete dem hund noch mehr abwechlsung und baue das training ganz langsam auf..also  verstaerkt in den "hundefreien" gebieten..halte dich an die tipps von beutelkind

wenn der hund wirklich noch nicht kastriert ist, koennte eine kastration die lage sogar verschlecthern. ein kastrietrer hund ist von anderne hunden nicht einordbar, das fuehrt oft zu mobbing...n

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Kommentar von deleyla
21.01.2016, 14:26

Hundefreie Gebiete gibts leider nicht viele, bis auf das nahegelegene Industriegebiet, da das Heim direkt in der Stadt mit vielen Haupt- und Schnellstraßen liegt. Es gibt nur einen Weg Richtung Wald und Wiese, und dahin gehen nun mal alle. Finde die Lage für ein Tierheim wirklich falsch gewählt. Die Tiere Haben nie Ruhe.

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Du schreibst ja schon selbst: 

...geht der Stress los..

Daß der Hund aufgrund des Fortpflanzungstriebes "unter Strom stehen würde" ist Deine vermenschlichende Interpretation.

Die Ursache dieses aufgeregten Verhaltens des Hundes mag aber durchaus einem "Sicherungsbedürfnis" des Hundes entsprechen oder aufgrund jahrelanger Frustration. wenn ein Hund keine regelmäßigen, sozialen Kontakte zu Hunden haben durfte.

Das bedeutet, der Hund hat enormen Stress wenn er befürchten müsste auf Hunde zu treffen.

Das ist weit häufiger Ursache solchen Verhaltens. Eine Kastration würde ein solches Problem dann eher noch verstärken.

Die wahre Ursache sollte also genau ergründet werden, ob nicht ein Deprivationsschaden vorliegen könnte.

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Kommentar von inicio
21.01.2016, 08:14

und auch ich kene es nur so, dass tierheimhunde kastriert werden...

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Kommentar von deleyla
21.01.2016, 14:18

Soziale Kontakte hat er ja, normalerweise. Er sitzt eigendlich mit einem kastrierten Rüden und zwei Hündinnen im Auslauf. Nur nun, wo die Mädels Frühlingsgefühle kriegen, wurde er mit dem katrierten Rüden "verbannt", in einen kleineren Aulauf/Zwinger. Er ist insgesamt ein recht dominanter Hund. Also Angst vor anderen hat er nicht. Im Gegenteil. Zu Anfang war er jetzt aufmüpfig, wenn andere Hunde kamen. Mir scheint, er wisse von seiner größe und Statur. Jedenfalls führte er sich immer so auf. ^^ Aber das Problem haben wir ja nun nimmer. Er lernt ja fleißig.

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Mach dir nicht Zuviel Gedanken, denn im Tierheim werden alle Rüden kastriert. Was ich persönlich doof finde. Ich glaube nichts, dass bei diesem Hund der Sexualtrieb das Problem ist, sondern die fehlende Auslastung

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Hallo, das hat schon den Eindruck als ob der Hund Sexuell Motiviertes Verhalten zeigt. Unter diesen Umständen ist die Kastration eine Möglichkeit.

Allerdings ist der Hund Rasse Typisch auch sehr schwer auszulasten.

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Kommentar von deleyla
21.01.2016, 01:25

Mein letzter Hund war eine DSH-Malinois-Mischlingshündin. Ja, sie auszulasten ist wirklich nicht einfach. :) Deswegen gehe ich immer lange und ausgiebig mit ihm, Jogge auch gern mit ihm, damit er sich etwas auspowern kann. Leider ist Freilauf durch den Tierschutz für uns Gassi-Gänger nicht erlaubt, was ihm sicherlich auch nicht schaden würde. Dem Hund fehlts an Bewegung. Aber mehr mal 4mal die Woche ist aufgrund der Öffnungszeiten nicht möglich. Mir fällt halt dieser Stress seinerseits immer in Verbindung mit seiner Schnüffelei auf. Kaum hat er die Nase auf dem Boden und riecht was interessantes, schaltet er auf stur und wird unglaublich störrisch und nervös. Er hört dann überhaupt nicht mehr. Ich "übe" nun seit etwa einem Monat mit ihm. Nun sind auch noch drei läufige Hündinnen im Heim, was das ganze noch erschwert, da er nun in einem Zwinger statt Auslauf ausharren muss...

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Kommentar von Berni74
21.01.2016, 06:15

Ich kann mich da nur anschließen. Dem Hund würde es wahrscheinlich sehr viel Lebensqualität geben. Ich dachte immer, im Tierschutz wird eh meist kastriert.

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