Unglücklicher Ehemann führt Doppelleben?
Ein Kollege den ich ausm Studium kenn, ist Anwalt & führt ein Vorzeige leben (junge Frau, Sohn, cooles Haus), aber ist völlig unzufrieden. Zu Frau und Kind hat er eine funktionale, distanzierte Bindung, instrumentalisiert sie, flirtet im Beisein seiner Frau fremd, belügt & ignoriert sie. Man könnte denken die Familie sei nur Pflichterfüllung nach außen, inszeniert sich als reifer erfolgreicher Jurist.
Dazu gesagt sei, er ist unreif, egozentrisch, kontrollierend, impulsiv, von Unsicherheit geplagt. Jeder in der Familie (sogar seine Frau) weiß das er eine andere liebt, er bezieht sie sehr in sein Privatleben (kennt sogar seinen Sohn). Für sie hat er starke Gefühle, findet Erfüllung, die ihm seine Familie nicht bietet. Sie ist eher seine inoffizielle Freundin.
Er ist zerrissen zwischen Affäre & Ehe, es kommt wohl oft zu Eskalationen, einmal zog er öffentlich seine Frau gegen ihren Willen in den PKW oder überfuhr eine gesperrte Straße für seine Affäre, wurde von der Polizei erwischt. Das geht jetzt seit 2 Jahren so.
Denkt ihr er kann dieses Doppelleben auf Dauer durchziehen, oder wird das Konstrukt zerbrechen? Er kennt meine Meinung dazu, aber mich würde interessieren was ihr denkt.
7 Antworten
Er ist zerrissen zwischen Affäre & Ehe,
Ohje, der arme kleine Bubu. Mir kommen die Tränen. Nicht.
Und so zerrissen scheint er nicht zu sein, denn zumindest wenn ich mal nach deiner Beschreibung gehe, dann liegt ihm ja gar nichts an seiner Familie, sondern nur an der schönen Fassade.
Insofern frage ich mich, wo genau die "Zerrissenheit" her kommen soll? In deinem Text steht zB ja nicht, dass Ehefrau oder Freundin gefordert haben, dass er sich entscheiden soll.
Was also sollte ihn daran hindern, einfach so weiter zu machen?
zog er öffentlich seine Frau gegen ihren Willen in den PKW
Er ist also zu allem Überfluss auch noch gewalttätig, womöglich nicht nur in der Öffentlichkeit.
Tja, was soll man dazu noch sagen?
Ich hoffe, die Ehefrau hat längst ein geheimes Sparkonto angelegt, um sich am besten früher als später zu trennen.
In diesem Fall gilt definitiv: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
In seltenen Fällen arrangieren sich solche Paare als Zweckgemeinschaft, meist geht das aber früher oder später schief, sei es, weil eine(r) von beiden das Schauspiel und die ständigen Dramen satt hat, oder "plötzlich" jemanden kennengelernt hat, von dem er/sie sich mehr Harmonie oder Wertschätzung verspricht.
Davon abgesehen: Wie es seiner Frau und seinen Kindern in dieser "Ehe" geht, davon haben wir noch gar nicht gesprochen.
Sehr warscheinlich wird das irgendwann den Bach runter gehen. Endweder weil seine Frau den Schlusstrich ziehen wird. Oder ggf. Weil das Kind da entsprechend eventuell auf die Barrikaden geht. Alternativ erwachsen wird. Denn oft sind ja gemeinsame Kinder der Grund warum das manche Menschen überhaupt auf sich nehmen.
Oder weil genügend von der Fassade gebröckelt ist das das Innere durchscheint und die anderen anfangen ihn nicht mehr ernst zu nehmen. Mit der zeit und weile dürfte sich das ganze rumsprechen. Und das macht es da noch schwieriger die ganze Scharade aufrecht zu erhalten.
Und dann gibt es da ja auch noch die geliebte die da zwischen funken kann. z.b. weil sie kein Bock mehr drauf hat nach aussen hin die Nummer 2 zu sein.
Andere gefahren sind die eigene Fähigkeit das ganze Aufrecht zu erhalten. Es ist ja auch entsprechend belastend. Was dann aber durchaus ggf. zu nem ausgewachsenen Burnout führen kann etc.
Diese Ehe besteht offenbar nur noch als Fassade. Prognostisch gesehen, dürfte hier schon ein Ende absehbar sein.
Und wenn sich die Affäre seit längerer Zeit hinzieht, wird dass der betrogenen Ehefrau nicht verborgen geblieben sein. Das kann auf Dauer einfach nicht gut gehen.
Am wenigsten verstehe ich die Frauen,die sich so etwas gefallen lassen.
Er ist in meinem Augen ein Lappen,der nicht zu dem steht was er denkt und fühlt.Da kann er noch so erfolgreich sein.Ein Schaumschläger.
Am wenigsten verstehe ich die Frauen,die sich so etwas gefallen lassen.
Das finde ich eine sehr, sehr schwierige Aussage.
Du weißt nicht, was dahinter steckt und zu sagen "warum lässt sie sich das gefallen?" verschiebt die Schuld gar nicht mal besonders subtil vom Täter zum Opfer.
Vielleicht hat er dennoch trotz allem auch gute Seiten? Vielleicht liebt sie ihn noch? Vielleicht ist sie finanziell von ihm abhängig? Vielleicht erpresst er sie mit "wenn du gehst, siehst du deinen Sohn nie wieder, weil ich bin ja so ein toller Anwalt, kannste mal sehen"?
Mit Sicherheit hat er gute Seiten,wie wohl fast jeder Mensch.Was nicht selten zu genau solchen Problemen führt.
Und es geht eher nicht um Schuld.Bis auf das Ins Auto zerren scheint Aggression ja nicht das Hauptproblem zu sein.Es geht eher darum,dass man in einer Scheinwelt lebt und sich den Dingen nicht stellt,aus welchen Gründen auch immer.Ich hätte die Ehefrau jetzt nicht per se als Opfer betrachtet.
Sie tun mir leid, er nutzt sie halt nur um als "glückliche Familie" auszusehen, aber wirken eher koexistent. Also weder veriebt, noch glücklich-dafür hat er ja schon eine.