Trifft die These zu "jeder Mensch ist bi"?

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Die These ist gut und lässt sich auch schlecht widerlegen. Ob alle Menschen bi sind kann man nicht sagen, aber es ist wahrscheinlich, dass die meisten Menschen bi veranlagt sind.
Wie dein Freund schon sagte, kommt es aber halt darauf, wie man sich selbst sieht, in welchem Umfeld man aufwächst, welche Erfahrungen man macht.

In einem heteronormativen Umfeld ist es einfacher Hetero zu sein, selbst wenn man bi ist, wird man sich dann eher als Hetero indentifizieren, da man dadurch weniger Probleme mit seinem Umfeld hat. Das man die Richtung selbst festlegt ist aber eher unwahrscheinlich. Man wird durch sein Umfeld geprägt. Aussuchen geht wohl nur wenn wir wirklich alle 50/50 wären. Aber davon ist nicht auszugehen.

Es wird sicher auch Leute geben, die so stark in die eine oder andere Richtung tendieren, das sie gänzlich hetero oder schwul sind.

Sonst gäbe es in Ländern, in denen Homosexualität schwer geahndet wird (Verachtung, Freiheitsstrafe, Todesstrafe), niemanden der sich als Homosexuell sieht. Wenn jeder 50/50 bi wäre, dann macht es keinen Sinn eine Strafe zu riskieren, wenn man die Möglichkeit hat sich auch zum anderen Geschlecht hin zu orientieren.

Wenn man die Kinsey-Skala weiter aufsplitten würde, also mehr Zwischenstufen hinzufügen würde, dann würden sich die meisten Menschen sicher in einem Bereich zwischen 100% Homo oder 100% Hetero einstufen.

Jemand der 99% hetero ist und nur 1% homo, wird sich vermutlich einfach als hetero identifizieren, obwohl er die Veranlagung hat.

Und zum Ursprung der sexuellen Präferenz gibt es wohl noch nicht viel Wissen.
Sicher hat sich sich evolutionstechnisch die Homosexualität durch den Umstand entwickelt, dass Männer gemeinsam auf Jagd gingen und Frauen sich um den Nachwuchs kümmerten. Solche Jagdunternehmungen konnten durchaus mal mehrere Tage dauern und man musste sich 100% auf die anderen Gruppenmitglieder verlassen können und hat sehr starke Bindungen aufgebaut.

Wie wir heute wissen dient Sex ja nicht ausschließlich der Fortpflanzung;
Bei vielen Wirbeltieren hat das Sexualverhalten zusätzliche Funktionen im Sozialgefüge der Population hinzugewonnen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Selbst Homo und schon viel erlebt.

Ich gehe nicht mal unbedingt davon aus, dass man sich festlegt, sondern dass bei einigen Menschen das Interesse am eigenen Geschlecht so gering ist, dass der/diejenige gar nicht bemerkt, dass es vorhanden ist. Zumindest in Gesellschaften, wo Homosexualität akzeptiert ist. Unter schwierigeren sozialen Umständen ( auch schon Familie) kann ich mir durchaus vorstellen, dass jemand sich darauf festlegt, rein heterosexuell zu leben. Ansonsten stimme ich der These absolut zu, ich glaube auch, dass sich jeder irgendwo auf einem Spektrum bewegt, was Sexualität angeht, manche eben in die eine oder andere Richtung stark geneigt, andere eher in der Mitte

Du redest auch davon, dass man Homosexualität "akzeptieren" muss bzw. von Gesellschaften wo es "akzeptiert" wird... Wenn es als normal betrachtet würde, müsste man es gar nicht "akzeptieren" ...das zeigt nur eins, nämlich, dass es ganz tief drinnen eben nicht als "normal" gesehen wird.

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Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube eher, dass die meisten Menschen (zu 90%) heterosexuell sind (da auch die "Gesellschaft" an sich ja sehr "heteronormativ" geprägt ist, das ist einfach der " normale Durchschnitt"...) unsere Welt denkt zum allergrößten Teil eben heterosexuell und Mann und Frau - nicht Frau und Frau oder Mann und Mann. Homo ist eben immer noch eher die Ausnahme, es wird zwar "toleriert", das heißt aber noch lange nicht, dass es auch vollkommen "akzeptiert" ist - auch wenn sich da viel getan hat, denke ich dennoch, dass es nie als vollkommen "normal" angesehen sein wird.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nein, es gab schon immer Menschen die ab und zu mit dem selben Geschlecht in die Kiste hüpften, sich aber nicht als bi ansahen.

So würde ich es auch Handhaben.

Definiert sich selbst jemand als bi, so ist er es auch. Tut er es nicht, so ist er es nicht.

Man kann es auch eine Weile ausprobieren, ohne dass es gleich für sein ganzes Leben etwas aussagt.

Es gibt auch Menschen die sich Beziehungen nur mit dem einen Geschlecht vorstellen können. Unverbindlichen Sex aber mit männlich und weiblich. Sich deshalb trotzdem als Hetero definieren.

Ich weiß nicht ob es so sinnvoll ist die Menschen in Schubladen zu stecken, denn der Verdacht kommt auf, wenn man sagt; alle Menschen sind bi.

Zudem kommt dazu, dass sich Bisexualität aus weiblich und männlich beschränkt und ist somit in der heutigen Zeit vielleicht etwas überholt, da das 3. Geschlecht, also beide Geschlechter in einem, mittlerweile staatlich anerkannt ist. Das biologische Geschlecht Divers natürlich.

Nein, ich glaube nicht, daß jeder Mensch bi ist.

Ich gebe Deinem Bekannten in der Hinsicht recht, daß die Präferenzen angeboren sind. Das legt aber keiner selbst fest, das ist einfach so. Er hat auch dahingehend Recht, daß die Präferenzen nicht immer klar trennbar sind und es fließende Übergänge, oder eben auch Personen gibt, die mit beiden Geschlechtern können, ist für mich auch klar.
Das wird aber bei weitem nicht bei jedem so sein, sondern nur bei einer Minderheit. Das ist zumindest meine Erfahrung, und ich leb ja nun schon ein paar Jahre und habe viele Menschen kennengelernt.

Der Mythos, daß eigentlich JEDER auch homo oder bi sei, und daß diese Präferenzen (oder gar das Geschlecht) Prägungen seinen, durch Eltern, Gesellschaft/Kultur oder auch selbst aufokroyiert und im Grunde frei wählbar, stammt meiner Meinung nach aus der LGBTQ- und Genderszene, die damit sich selbst den Touch des "unnormalen" nehmen und ihn stattdessen den "Normalos" aufdrücken will.

Es gibt genug Schwule, die zumindest eine lange Zeit, bis sie es akzeptiert haben, eigentlich gar nicht so sein wollten. Wenn das frei wählbar wäre, dann könnten sie sich ja auch anders entscheiden, aber das klappt offensichtlich meist nicht.

Ja, ich hab mit das überlegt. Ja, ich mag manche Männer wirklich sehr gern: Freundschaftlich/brüderlich/kameradschaftlich. Aber sexuell: Nullinger. Is halt so.

Wären alle Menschen homosexuell, dann würde die Menschheit aussterben, weil sich keiner mehr fortpflanzen würde...so gesehen...die "Natur" will "Mann und Frau" zur Fortpflanzung, so war es von Anfang an vorgesehen...anders geht es biologisch gesehen nunmal nicht...

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