Studiere ich Mathematik falsch?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo!

Mach dir nicht so viele Sorgen. In den ersten Semestern kommt es oft vor, dass man nicht alles versteht oder auch manchmal (oft) gar nichts versteht. Das geht vielen so. Das WIchtigste ist, dann nicht die Nerven zu verlieren, sondern weiter zu machen, dran zu bleiben.

Allerdings würde ich die offenen Fragen nicht endgültig wegschieben, sondern nach einer Pause wieder versuchen, die Sachen zu verstehen.

Ich fand es beim Studium manchmal sehr unbefriedigend, dass ich zwar die Klausur geschafft hatte, die Theorie aber nicht wirklich verstand. Manchmal hielt mich die Lernerei für die Klausur geradezu davon ab, mich intensiver mit der Theorie zu beschäftigen. Vieles habe ich erst später verstanden, und dann fand ich es plötzlich einfach. 

Es kommt auch nicht darauf an, alle Aufgaben zu lösen. Es geht darum sich mit den Aufgaben intensiv zu beschäftigen. Ich hatte öfter die Nächte durchgemacht und trotzdem die Aufgabe nicht rausgekriegt. Das was man an Denkenergie aufgewendet hat, ist keine verlorene Zeit! 

Man soll besser vorankommen, wenn man in Gruppen lernt. Ich war nicht so der Gruppentyp. Wenn man nur einen netten Menschen kennt, mit dem man über die Aufgaben und die Theorie diskutieren kann, dann ist das schon hilfreich. Und ganz egal, ob man der "Langsamere" oder der "Schnellere" ist, es profitieren immer beide.

Zu diesen Fragen gibt es einen schönen Podcast, bei dem sich zwei Mathematiker über Probleme am Anfang des Studiums und zum Studium der Mathematik allgemein unterhalten. Zitat (Ausschnitt des Headers):

Viel Raum nimmt ein, die Ergründung des mental-geistigen Rüstzeugs, das angehende Mathematiker mitbringen sollten. Außerdem: Wie grenzt sich Mathe von verwandten Fächern wie Informatik und Physik ab?

Hier der rss-feed:

http://www.kuechenstud.io/studienwahl-tv/feed/mp3/

es handelt sich um die vierte Sendung "SW004 Mathematik" (eine mp3-Datei, 52,3 MB. Den kannst Du dir ja mal anhören. Ich fand die Sendung sehr ermutigend.

Also, eigentlich darf man einen Satz nur anwenden, wenn man ihn bewiesen hat, ihn beweisen kann und versteht. Alles andere wäre dann eher Esotherik als Mathe.

Wir hatten am Ende von LinA2 "Die Universaldefinition des Tensorproduktes" das habe ich bis heute nicht gerallt-habe es aber auch nie mehr gebraucht.

Im Grundstudium beschäftigt Ihr euch hauptsächlich mit LinA und Ana. Und das bildet die Grundlage, damit man sich später mal vernünftig unterhalten kann. Du solltest wirklich einen genügend großen Anteil der Beweise selber führen können und verstehen. -Sonst gibt´s später Problem-und Profs merken, ob man verstanden hat oder nicht...

Es kommt vor, dass man einen Beweis nicht versteht-und man kann seine Prüfung trotzdem schaffen-und man kann trotzdem weiterarbeiten. Es macht aber durchaus Sinn, sich die Beweise nochmal genauer anzusehen-oder sich einen anderen Beweis zu suchen. Wir hatten mal einen Prof, der hat die Stirling-Formel bewiesen-und wollte unbedingt zeigen, wieso es einen Zusammenhang zwischen e und pi und den natürlichen Zahlen gibt-und fing dann an 12! Tafeln in der Vorlesung vollzuschreiben-wir waren alle total entsetzt und sind total frustriert aus der Vorlesung marschiert, weil keiner mehr was verstanden hat.-Es gibt aber auch genügend Beweise dafür, die auf einer Tafel Platz finden-und die wir dann auch verstanden haben-also es gibt häufig verschieden Beweise.

Du machst das schon ganz richtig so.

Kurz gesagt:

Es ist zwar sicherlich sinnvoll, die Beweise zu verstehen und möglichst auch selber führen zu können - immerhin könnte das ja auch eine Aufgabe in einer Klausur oder Hausübung sein ;-)

Aber wenn man den ein oder anderen Beweis mal nicht komplett versteht, aber den jeweiligen Satz wenigstens vernünftig anwenden kann, dürfte trotzdem der Erfolg des Studiums nicht vollkommen gefährdet sein.

Allerdings ist m. E. im Mathestudium wirklich das "Begreifen" mindestens genau so wichtig wie das reinen "Wissen", insofern finde ich Deinen Ansatz besser als den von Deinen Kommilitonen. Und bei mir selber war es auch immer so, das ich mir die Sachen besser merken konnte, wenn ich nicht nur wusste "wie" sie waren, sondern auch "warum" sie so waren.

Bei den Beweisen war meiner Meinung nach immer vor allem die grundsätzliche Beweisidee das Wichtigste - wenn man die kennt und verstanden hat, kann man den Rest des Beweises an sich meist nachvollziehen, das ist dann oft nur noch "heftige Rechnerei". Wenn Du also ein Problem mit einem Beweis hast, versuche vor allem, das Prinzip zu begreifen (den "Trick" zu erkennen)

Und diese gleiche Idee kann man dann vielleicht später in einen anderen, unbekannten Beweis, selber anwenden ...

Vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort :D 

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Ein guter Beitrag! Das mit der Beweisidee war eine Sache die ich im Studium lange nicht verstanden hatte. Ich hatte damals den (falschen) Ehrgeiz (Perfektionist ^^) "alles" verstehen zu wollen, jede Zeile eines Beweises.  Das hatte zur Konsequenz dass ich die grundlegende Beweisidee manchmal aus den Augen verloren und mich in Einzelheiten (den heftigen Rechnereien) verloren hatte.

Es war wie Du geschrieben hast: in den mündlichen Prüfungen fragten die Profs nach den Beweisideen.

Wenn ich heute nochmal Mathematik studieren würde, dann würde ich anders arbeiten. (Hinterher ist man immer schlauer! ;-) ) Auch genau deswegen finde ich es gut, solche Sachen zu fragen und sich darüber zu unterhalten.

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