Musste sich im Mittelalter ein König auch nach der Kirche richten?

7 Antworten

Im MA waren Könige und Kirchen eng verbunden, meist hatten die Kirchenoberen das sagen. Eine Sexuelle neigung öffentlich zu machen, kam einen Selbstmord gleich, drum wurde alles hübsch hinter verschlossenen Kloster oder Palastmauern verborgen. Es ist bis heute in der Kirche üblich, für die unehelichen Kinder katholische Priester Unterhalt zu zahlen, solange er seine *Familie* nur im verborgenen hält, auch darf er ohne weiteres als Priester in der Gemeinde bleiben, macht er seine Familie öffentlich, wird er aus den kirchendienst entlassen.

Der Papst verfügte über das Mittel der Exkommunikation. s.Antwort von @fricktorel

Vor 450 Jahren wurde die englische Königin Elizabeth I. vom Vatikan exkommuniziert und für abgesetzt erklärt. Allerdings scherte diese sich nicht darum, was du hier nachlesen kannst:

https://www.katholisch.de/artikel/24634-als-der-papst-die-queen-exkommunizierte

Soweit ich weiß, wurde danach kein Monarch mehr exkommuniziert.

Kirche und Monarchien gingen Hand in Hand. Teilweise war es sogar tatsächlich so, dass der Papst als mächtigste Person der Welt angesehen wurde. Trotzdem kann man die Frage nicht klar beantworten.

Während die Kirche/Der Papst glaubte, er hätte jedes Recht Könige zu ernennen oder abzusetzen und nur er habe das Recht Bischhöfe zu ernennen, haben sich die meisten Könige nicht daran gehalten. Es war quasi ein ständiges Tau-Ziehen, wer nun mehr Macht hatte. Darauf ankommen lassen hat es aber keiner-

Ja (siehe "Gang nach Canossa"),

wo die "Weltkirche" (Offb.17,1-4) ihre Macht zeigte.

Als Gang nach Canossa bezeichnet man den Bitt- und Bußgang des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. von Dezember 1076 bis Januar 1077 zu Papst Gregor VII. zur Burg Canossa, wo dieser als Gast der Markgräfin Mathilde von Tuszien verweilte. Dies war notwendig geworden, nachdem Heinrich IV. im Zuge des Investiturstreits exkommuniziert worden war. Er soll drei Tage lang kniend um Einlass gefleht haben. Im heutigen Sprachgebrauch wird ein als erniedrigend empfundener Bittgang im übertragenen Sinne als „Gang nach Canossa“ (oder „Canossagang“) bezeichnet. 

Woher ich das weiß:Recherche

So etwas hätte keiner im MA offen ausgelebt, das System der öffentlichen Ächtung war viel zu stark, jeder wusste, was man nicht machen durfte und die meisten hatten sowohl Angst vor der Hölle als auch Angst vor der öffentlichen Ächtung.

Das bedeutet nicht, dass nicht einige ihre Neigungen heimlich ausgelebt haben...

Heimlich? Henry III, Sohn von Katharina von Medici, 16. Jahrhundert hat seine Homosexualität offen ausgelebt. Jeder wusste von seinen Mignons. Er war zwar verheiratet, das waren die Könige damals ja immer, aber ob er die Ehe je vollzogen hatte, ist fraglich. Jedenfalls hatte er keine Kinder. Der Bruder von Ludwig XIV, Philippe von Orleans war ebenfalls homosexuell, vielleicht auch bi, da er Kinder gezeugt hatte.'
Edward II von England war auch homosexuell.Allerdings war er verheiratet und hatte einen Sohn. Edward III

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