Katholisch-muslimische Eheschließung?

14 Antworten

Wenn einer (!) der beiden Partner katholisch ist — und das ist ja bei euch der Fall — unterliegt er dem katholischen Kirchenrecht und eine Eheschließung ist grundsätzlich möglich, wenn nach dem Kirchenrecht die Bedingungen dafür erfüllt sind.

Die verschiedenen Bedingungen werden beim sogenannten Brautgespräch mit dem zuständigen Pfarrer bzw. Diakon besprochen und geklärt. Dabei wird ein sogenanntes Eheprotokoll (Formular) erstellt und vom Pfarrer an das Ordinariat geschickt mit der Bitte um Dispens, d. h. die Erlaubnis, dass der katholische Partner einen Nicht-Katholiken heiraten darf. Mit dem ganzen Papierkram und dem Dispens habt ihr nichts zu tun; das macht alles der Pfarrer. Wenn die Erlaubnis da ist, steht der kirchlichen Hochzeit nichts mehr im Wege.

Falls du schon mal verheiratet warst, kann es ein Problem geben, denn nach katholischer Auffassung wäre diese Ehe gültig und würde noch weiter bestehen. Falls das bei dir so sein sollte, melde dich wieder. Ich will hier jetzt kein Problem lösen helfen, das für dich gar nicht existiert.

Eine Konversion ist zwar keine Bedingung, aber das muss ja auch nicht ausgeschlossen sein. Allerdings kann sie erhebliche Probleme für dich in einer muslimischen Umgebung, Verwandtschaft und Freunde bedeuten.

Hoffe, dir geholfen zu haben.

Kann ich einen Muslim / eine Muslima kirchlich heiraten?

Katholiken glauben, dass die Taufe sie befähigt, das Sakrament der Ehe zu spenden. Auch wenn ein Partner nicht getauft ist, kann das Paar eine gültige Ehe schließen. Diese hat aber keinen sakramentalen Charakter. Da es als schwierig angesehen wird, den katholischen Glauben zu leben, wenn der Ehepartner eine andere Überzeugung hat, wird eine solche Situation als "Ehehindernis" betrachtet – allerdings nicht als unüberwindliches. Der Bischof kann von diesem Ehehindernis dispensieren. Voraussetzung dafür ist, dass der katholische Partner / die katholische Partnerin sich nach Kräften für die Taufe und katholische Erziehung der Kinder einsetzt. Der zuständige Pfarrer kümmert sich um dieses Verfahren. Das braucht zwar nicht viel Zeit, dennoch sollten Sie nicht zu kurzfristig planen.
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich studiere an der Theologischen Fakultät Fulda.

Das ist heute unkompliziert. Jeder vernünftige Pfrarrer/Priester traut euch.

Ihr wollt doch euren Bund vor Gott bekräftigen. Wer könnte etwas dagegen haben?

Meine drei Kinder sind z.B. alle drei am gleichen Tag getauft und zur Kommunion gegangen. Vor 50 Jahren undenkbar. Heute, zum Glück, kein Problem.

Theoretisch ist es möglich aus katholischer Sicht. Dann würde man eine Dispens, Sondererlaubnis beantragen. Und die Eheleute müssen sich verpflichten, die Kinder katholisch zu erziehen. d.h. taufen zu lassen und die christliche Werte vermitteln ect.

Meist ist es aber so, dass die Mutter für die religiöse Erziehung dominierend ist, daher würde dir das vielleicht schwer fallen.

Außerdem könnte es Schwierigkeiten mit anderen Moslems geben. Soweit ich weiß gilt das Konvertiere eines Moslem zum Christentum als ganz schwere Sünde, die mit dem Tod bestraft werdne kann? Da wird eine christliche Heirat, Katholische Trauung wohl auch als schwere Sünde angesehen...

Wäre es für euch nicht besser, nur standesamtlich zu heiraten und ein schönes weltliches Fest in einem schönen Ambiente zu machen?

Ihr könnt überhaupt nicht heiraten, da eine Muslima keinen Nichtmuslim heiraten darf. Wenn du das doch tust, ist deine Eheschließung vor Allah nicht gültig und rein islamrechtlich ebenfalls nicht. Ich würde dir ohnehin abraten, selbst, wenn es erlaubt wäre, denn es wird Probleme geben durch die verschiedenen Weltanschauungen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Fernstudium

Was du schreibst, gilt ausschließlich aus deiner muslimischen Sicht. Aus christlicher Sicht (und darauf zielte die Frage) ist eine kirchliche Eheschließung einer Muslimin mit einem Christen durchaus möglich. Der Pfarrer muss dazu eine Dispens (Ausnahmegenehmigung) des Bischofs einholen.

3

Was möchtest Du wissen?