Wenn dein Leben akut bedroht ist, also nur als Notwehr, sonst nicht.

...zur Antwort

Zunächst einmal zu Jehovas Zeugen:

In deren Glaubenssystem geht es grob um zwei Dinge. Es ist für sie wichtig, ein gottgefälliges Leben zu führen nach der Bibel im Verständnis der Wachtturmgesellschaft (WTG) und den Willen Jehovas zu erfüllen. Dazu gehört auch die Zugehörigkeit zur richtigen Gemeinschaft nach dem Willen Jehovas.

Damit kommen wir zum zweiten Punkt. Sie erwarten die Schlacht von Harmageddon. Das ist der Moment, wo Jehova dafür sorgt, dass das System dieser Welt mit all ihren Anhängern und Unterstützern vernichtet wird und anschließend ein irdisches, paradiesisches und ewiges Reich des Friedens aufrichtet. Diese Schlacht überlebt nur (= wird verschont), wer zur Gemeinschaft der Zeugen Jehovas gehört und sich als guter und treuer Zeuge erwiesen hat.

Natürlich möchte man gerne zu dieser Schar der Überlebenden gehören und strengt sich dafür an. Das ist jetzt die sozialpsychologische Erklärung. Dazu kommt, dass sie davon religiös überzeugt sind bzw. sein "müssen". Letzteres deshalb, weil Zweifel an diesem System ggf. zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen können. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Zeugen Jehovas passieren kann, sofern der Zweifel noch nicht groß genug ist bzw. zur sicheren Überzeugung geworden ist. Als Weiteres kommt dazu, dass sie bei einem Ausschluss häufig ohne sonstige soziale Kontakte und Freundschaften dastehen, da bisher ihr ganzen Leben auf die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ausgerichtet und darauf beschränkt war; soziale Einsamkeit garantiert (obwohl denen das meistens zum Zeitpunkt des Verlassens oder des Ausschlusses aus der Gemeinschaft nicht bewusst ist).

Vielleicht kannst du dir vorstellen, was das für ein Druck ist bzw. sein kann. Solange Zeugen Jehovas nicht die Zweifel zulassen, empfinden sie vermutlich dieses Druck gar nicht.

(Sollte ich mit meiner Darstellung tatsächlich sehr daneben liegen, mögen mich Zeugen Jehovas hier gerne korrigieren)

Bei Freikirchen ist das etwas anders gelagert, aber vom System her nicht einmal ganz so weit weg. Etwas verkürzt kann man das auf die Formel bringen: Wer sich in diesem Leben nicht bekehrt, wird nicht gerettet und hat das ewige Leben im Himmel nicht. Für die einzelnen Elemente in diesem Satz gilt, dass sie jeweils der einzelnen Freikirche etwas anders gewichtet und gefüllt wird, aber der Kern der Aussage bleibt. Nun haben Christen, die in dieser Weise den Missionsauftrag Jesu verstehen, das große Anliegen, dass möglichst viele in diesem Sinne auf den richtigen Weg kommen und gerettet werden bzw. Jesus kennenlernen und ihr Leben ihm übergeben. Das kann je nach Freikirche ein einfaches Lebensübergabegebet sein oder (erst) bei der Taufe, die aber als sogenannte "Glaubenstaufe" verstanden wird, praktisch als "Gehorsamsschritt" nach einer bewussten Entscheidung. Da auch diejenigen ewig verloren gehen, die Jesus nicht als ihren Erlöser bewusst angenommen haben, ist auch hier die Motivation sehr hoch, zur richtigen "Gemeinschaft" zu gehören. Es ist zwar in der Regel damit nicht eine bestimmte Freikirche gemeint, aber gewöhnlich die "Gemeinschaft der Bekehrten". Auch hier ist es so, dass diese Glaubensinhalte aus einem bestimmten Bibelverständnis und einer bestimmten Lesart der Bibel verstanden werden.

Im Unterschied zu den Zeugen Jehovas ist der "Druck" weniger, dass man selber dadurch "vor Gott gerecht wird" bzw "in der neuen Welt" leben darf, sondern das Anliegen, möglichst viele vor der ewigen Verdammnis zu bewahren. Wenn dann hier in diesem Forum — und natürlich auch anderswo — Leute sich äußern, die dem allem entgegen zu wirken scheinen, ist das Engagement besonders groß, diese aus ihrer Sicht vermeintlichen Irrtümer richtig zu stellen.

Ich hoffe, dass du das jetzt etwas besser verstehst. Es sind keine bösen Absichten, sondern eher Angst und Sorge um die "Wahrheit" (nach ihrem Verständnis natürlich).

...zur Antwort

Prophetische Bücher gibt es im NT gar keine. Geschichtsbuch ist nur die Apostelgeschichte.

In gewisser Weise könnte man die Evangelien auch auch "Geschichtsbücher" bezeichnen, da sie die Geschichte Jesu erzählen. Die Evangelien gelten allerdings als eigene "Gattung".

Die Offenbarung nach Johannes ist kein prophetische Buch, sondern gehört zur Kategorie der "apokalyptischen Literatur" der damaligen Zeit.

...zur Antwort

Am schwersten fiel und fällt mir immer noch, es einfach anzunehmen, dass ich von Gott geliebt werde. Ich will auf eine Erzählung Jesu zurückgreifen: Der Pharisäer und der Zöllner beim Beten im Tempel. So zu beten, wie der Pharisäer, fällt mir viel leichter, als so zu beten wie der Zöllner. Mir fällt es nicht leicht, mich in meiner "Armut" lieben zu lassen und mich der Barmherzigkeit Gottes zu überlassen.

Die Glaubensinhalte des Credo und die Dogmen der Kirche sind für mich das geringste Problem, wenn überhaupt. Da wundere ich mich schon deutlich mehr über die "Tatsache", dass überhaupt etwas existiert und nicht nichts, als dass ich mich über die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens wundere. Bei genauer Betrachtung ist Ersteres das Erstaunlichste überhaupt.

...zur Antwort

Das musst du vor allem mit deinen Eltern besprechen. Einem Konflikt ausweichen, egal wie die Lösung aussehen würde, ist immer nur eine Verschiebung des Konflikts. Deine Eltern sind in dieser Sache die richtige Adresse.

...zur Antwort

Die frohe /gute Botschaft ist: Wir müssen nicht auf einen anderen warten. (Mt 11,3 und Lk 7,19).

Gott wurde Mensch, also praktisch seine eigene Schöpfung. Wir unterliegen den Begrenzungen der Natur und der "Entfernung von Gott" (Sünde). Daraus werden wir erlöst und erhalten das "Ewige Leben". Ewig ist keine Zeitangabe im Sinne von "unendlich lang", sondern eine Zustandsbeschreibung, die u. a. auch die Beziehung zu Gott ausdrückt. Durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und seinem Sterben bekommen wir dieses "neue Leben", das wir nur im Glauben annehmen können (also nicht erarbeiten, verdienen, erkennen, erleuchten, oder was auch immer).

Genau darin liegt die Frohe Botschaft: Wir können und müssen uns nicht auf unsere beschränkten Fähigkeiten und guten Willen verlassen, sondern Gott selbst bewirkt alles Gute in uns. Mehr, wie dass Gott Mensch wurde, geht nicht. Daher: Wir müssen nicht mehr auf einen Anderen (Erlöser, Avatar, Propheten, usw.) warten.

P. S.: Ich bin ein Geistlicher. 😁

...zur Antwort

Im Artikel sind die weiterführenden links zu finden, ansonsten "Theologie im Fernkurs" oder "Würzburger Fernkurs" googeln:

https://de.wikipedia.org/wiki/Theologie_im_Fernkurs?wprov=sfla1

Das könnte auch was sein, jedenfalls klingt das Inhaltsverzeichnis über die Kurseinheiten recht gut, kenne ich aber aber nicht näher:

https://www.laudius.de/kurs/theologie?dv_adwords_campaign=1657998685&dv_adwords_network=g&dv_adwords_target=kwd-316881982686&gclid=Cj0KCQjw-fmZBhDtARIsAH6H8qg9Lp54pQHprAXryfD24CLR4i0x6CDHE2vunvNrj5vRZp9F7GF8HX0aAgotEALw_wcB

Oder auch hier:

https://fernstudium-infomaterial.de/fernstudium/theologie/

Bei jedem Fernstudium ist allerdings zu beachten, inwieweit das von den jeweiligen Diözesen auch anerkannt wird, falls man damit auch (vielleicht auch später mal) beruflich in der Kirche aktiv werden möchte. Dazu sollte man am besten vor Aufnahme des Studiums mit den Verantwortlichen der Diözese Kontakt aufnehmen. Aber privat kann man studieren, was man will.

...zur Antwort

Eher selten und unregelmäßig. Gehört nicht zu meiner "Kernspiritualität". Ich denke, wenn ich nicht das Stundengebet (5 - 7 Gebetszeiten über den Tag verteilt) und persönliche Gebets- und Meditationszeiten hätte, würde ich den Rosenkranz sicher mindestens einmal täglich beten. Aber man hat ja außer beten auch noch andere Dinge zu tun 🤗.

Es kommt ja auch nicht auf die Menge und Länge der Gebetszeiten an, sondern ob wir beim Beten unser Herz / Gemüt und unseren Willen für Gott öffnen; also nicht die Quantität, sondern die Qualität ist entscheidend. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erzählung Jesu vom Gebet des Pharisäers und des Zöllners im Tempel.

...zur Antwort

Natürlich kannst du auch mal dort hingehen. Vermutlich wird dir die katholische Liturgie mehr entsprechen, als evangelische Gottesdienste; ist aber nur eine Vermutung. Theologisch liegen auch die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen näher beieinander (Kirchenverständnis, Liturgie, Sakramente, Maria Muttergottes, Heilige, Bilder / gelegentlich auch Ikonen, Weihrauch, usw.). Der Empfang der Sakramente (Beichte, Krankensalbung, Kommunion) ist für Orthodoxe allerdings nur in besonderen Ausnahmesituationen möglich.

...zur Antwort

Das könnte vielleicht eine gute Quelle sein. Das relativ schmale Buch ist schon etwas in die Tage gekommen (etwas älter 😁) und behandelt zwar ein anderes Thema, aber ich kann mich erinnern, dass es eine Reihe protestantischer Forderungen beschrieb und wie die Katholische Kirche darauf einging. Und genau da dürften sich die Vorwürfe und Vorurteile "verstecken". Das Buch kostet nicht viel und wenn es doch nicht hilfreich ist, ist zumindest nicht viel Geld kaputt. Der genaue Titel fällt mir nicht mehr ein, aber im Untertitel hieß es "...Ökumene katholischer Vorleistungen":

https://www.amazon.de/%C3%96kumene-katholischer-Vorleistungen/dp/3880967458/ref=mp_s_a_1_1?crid=328SOZIR5W7TH&keywords=%C3%96kumene+katholischer+Vorleistungen&qid=1664794576&sprefix=%C3%B6kumene+katholischer+vorleistungen%2Caps%2C209&sr=8-1

Auch die Seiten von Jehovas Zeugen oder von einigen Evangelikalen könnten eine gute Quelle dafür sein. Der Verlag CLV gibt auch einige verleumderische Pamphlete heraus mit wiederholten Falschbehauptungen zur katholischen Lehre und der religiösen Praxis. Aber ich denke, deine Liste dürfte ziemlich lang werden, denn Vorurteile gibt es noch und nöcher. 🤗

...zur Antwort