Meinung des Tages: Sollte der Familiennachzug erleichtert werden?

Die Flucht vor Terror, Krieg, Verfolgung und Armut. Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan fliehen viele Menschen – über ein Aufnahmeprogramm sollte besonders gefährdeten Menschen die Einreise nach Deutschland zugesagt werden. Doch es scheitert nicht selten an der Bürokratie.

Die Geschichte von Mohammed

Mohammed ist einer dieser betroffenen Menschen. Früher hat er in einer Firma gearbeitet, die eine Zusammenarbeit mit den Taliban verweigert hat. Er hat Bilder von sich, die ihn als schwer verletzten Mann zeigen. Vor der Firma explodierte damals eine Autobombe – bis heute werde er verfolgt, sagt er.

Inzwischen lebt Mohammed in Kassel, seine neunjährige Tochter allerdings musste er in Kabul zurücklassen. Bei der Flucht nach dem Anschlag, so sagt er, konnte er ihr nicht genügend Sicherheit bieten – aber nun möchte er sie endlich zu sich nach Kassel holen.

Das Aufnahmeprogramm

Hessen, Thüringen, Berlin und Bremen haben für Menschen wie Mohammed nach der Machtübernahme der Taliban ein Aufnahmeprogramm aufgelegt. So sollten nach Hessen beispielsweise bis Ende 2023 1.000 Menschen kommen dürfen.

780 Anträge wurden gestellt, doch nur 177 bewilligt. Insgesamt wurden also von den Behörden 591 Anträge abgelehnt. Mehr als 40 Prozent (277) der Ablehnungen beruhen auf fehlenden Unterlagen.

Bisher sind gerade einmal 49 Menschen eingereist.

Massive bürokratische Hürden

Elisa Cardillo ist die Flüchtlingshelferin, die Mohammed unterstützt. Beispielsweise wenn es darum geht, die entsprechenden Anträge auszufüllen. Trotz ihrer Expertise brauchten sie allein für das erste Antragsformular 2,5 Stunden. Ihre Meinung dazu ist klar: Selbst betroffene Personen können diesen Akt der Bürokratie gar nicht alleine schaffen. Es wundert sie nicht, dass so viele Anträge aufgrund von Unvollständigkeit abgelehnt wurden.

Was noch dazu kommt: Wird ein Antrag als unvollständig deklariert, so beträgt die Standardfrist für die Nachreichung der fehlenden Dokumente genau drei Tage.

Diese Zeit reicht meistens nicht aus, um eine Meldebescheinigung und das Familienbuch aus Afghanistan zu besorgen.

Auch das Jugendamt darf mitreden, sollte die „dauerhafte Fürsorge und Aufnahme der Minderjährigen ggf. als nicht vollständig gesichert“ erscheinen.

Um alle Voraussetzungen zu erfüllen, zog Mohammed in eine große Drei-Zimmer-Wohnung um. Diese finanziert er selbst, arbeitet dafür in mehreren Jobs. Doch ein Besuchstermin musste dennoch vereinbart werden.

Seit Januar liegt inzwischen die Vorabzustimmung des Regierungspräsidiums in Gießen vor. Der Einreise von Mohammeds Tochter würde also theoretisch nichts im Wege stehen – doch ihr Vater muss seitdem auf einen Termin der deutschen Botschaft im Iran warten. Denn dort soll seine Tochter in seine Obhut übergeben werden. Die Wartezeiten für solche Termine können immens sein.

In der Zwischenzeit sind Kinder wie Mohammeds Töchter der ständigen Gefahr von Entführungen oder anderen Gräueltaten ausgesetzt. Selbstverständlich leiden auch betroffene Elternteile wie Mohammed psychisch sehr unter der Ungewissheit und den langen Wartezeiten. Da die Mutter seiner Tochter bereits kurz nach der Geburt verstarb, lebt seine Tochter aktuell mit ihrem Großeltern, Tante, Onkel und Cousine in einem Zimmer mit der Größe von 40 Quadratmeter. Besonders gefährlich für sie: Eine Geheimpolizei sucht explizit nach Menschen, mit denen Afghanen im Exil erpresst werden können – wie beispielsweise Mohammed.

Unsere Fragen an Euch: Wie schätzt Ihr diese bürokratische Situation aktuell ein? Sollte der Familiennachzug in solchen Situationen erleichtert werden? Oder sollte der Familiennachzug generell weniger kompliziert ablaufen? Muss es für explizit für gefährdete Kinder eine unbürokratischere Lösung geben? Wo müsste (noch) mehr eingegriffen werden, um traumatisierte Menschen besser unterstützen zu können?

Wir freuen uns auf Eure Antworten und wünschen Euch ein erholsames Wochenende.

Viele Grüße

Euer gutefrage Team

Quellen:

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/familiennachzug-gefluechtete-buerokratie-mittendrin-100.html

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afghanistan-aufnahmeprogramm-bilanz-100.htm

...zur Frage
Sollte der Familiennachzug erleichtert werden?

Kurz und bündig: Nein.

Es löst das Problem nicht mal ansatzweise in deren Heimat, von den Folgeproblenen ganz abgesehen.

Und nein, ich bin nicht ausländerfeindlich, rassistisch oder herzlos. Ich hatte jetzt eine meiner Wohnungen an eine syrische Familie vermietet, trotz fehlender Sicherheiten. Wären sie nicht ausgezogen, da der Mann woanders eine deutlich besser bezahlte Arbeit gefunden hatte, würden sie heute noch drin wohnen. Jetzt hat eine Familie aus Nigeria diese Wohnung.

Sicher kann jeder einen kleinen Beitrag leisten für eine Entschärfung der Situation. Aber wir sind nicht verantwortlich für jedes Leid in der Welt und müssen nicht die Probleme anderer lösen. Ich bin gerne Deutscher, aber gerade an Deutschland wird die Welt bestimmt nicht genesen.

...zur Antwort
Finde ich gut, um den Glaube zu stärken...

Es ist eine meditative Gebetsform, bei der das Leben Jesu und einige wenige Ereignisse im Leben seiner Mutter betrachtet werden.

So zum Beispiel beim "schmerzhaften Rosenkranz" werden die Stationen vom Garten Getsemani bis zur Kreuzigung betend betrachtet. Oder beim "glorreichen Rosenkranz" werden die Abschnitte des Sieges Jesu über die Sünde und den Tod betrachtet. Es gibt noch den "freudenreichen", den "lichtreichen" und den "trostreichen" Rosenkranz (Den thematischen Inhalt jeweils bitte selber googeln 😊).

Der Rosenkranz ist eine Form des Betens, wozu vielleicht nicht gleich jeder den Zugang findet, aber für viele ist er sehr hilfreich, das Leben Jesu und sein Erlösungswerk besser zu verstehen und sich in dieses Geheimnis zu vertiefen.

Bei mir persönlich ist es so, dass diese Gebetsform zwar nicht zu meiner "Kernspiritualität" gehört, aber das Beten des Rosenkranzes hat mir bisher nicht geschadet; und so, wie es aussieht, wird es das auch künftig nicht tun.

Ich kann nur sagen: Ausprobieren! Es gibt viele, für die es sehr gut ist.

...zur Antwort

Etwas zum Nachdenken: Alle Menschen, nur du nicht.

...zur Antwort

Natürlich ist es ok. Ich trage seit 30 Jahre eine am Ohrring, in Gold gegen der Haut. Ich mag keine Halskettchen.

Wie kommst du darauf, als Katholik überhaupt sowas zu fragen?

...zur Antwort
Kann man auch andere Leute dafür nehmen?

Ja, sofern sie die Bedingungen zum Patentamt erfüllen (katholisch, selbst gefirmt, katholisch praktizierend, nicht aus der Kirche ausgetreten).

Nebenbei bemerkt, zur Firmung ist kirchenrechtlich kein Pate erforderlich, lediglich empfohlen, was ja auch sinnvoll ist. Aber zwingend notwendig ist er nicht.

...zur Antwort

Ja, trägt zur Klärung der Sache bei und trennt die Spreu vom Weizen.

Da ich auch Teil dieser Kirche bin, fängt in der Regel das Hinterfragen bei mir an.

Freilich gibt es da auch die "Institution" Kirche. Da geht's halt leider auch (aber nicht immer!) recht weltlich zu. Ist in manchen Bereichen wie in einer großen Firma, mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Ich meine zwar häufig, alles besser zu wissen — was die Lösungen angeht — aber ob meine Meinung tatsächlich das Bessere ist, weiß ich nicht — vermutlich auch nicht besser, hört sich vielleicht nur besser an.

Bin Katholik aus Überzeugung.

...zur Antwort

Wer liebt, kann warten.

Jetzt kannst du es selbst beurteilen.

...zur Antwort
Mangelhaft...

Bitte nicht böse oder frustriert sein, aber eigentlich ist ungenügend (Schulnotensystem) die treffendere Bewertung.

Einschränkung: nur aufgrund deiner Beiträge hier in GuteFrage. Das hat natürlich seine Gründe. Wie es sonst tatsächlich aussieht, kann ich dir logischerweise nicht sagen.

Du hast um eine Einschätzung gebeten und ich gib dir eine ehrliche Antwort. LG

...zur Antwort
Nein, muss nicht sein...

Wissen tut man gar nichts bezüglich der Bevölkerung der Hölle. Aber eines weiß man schon: Es gibt sehr unterschiedliche Gründe und Bedingungen für einen Suizid. Und das weiß Gott in jedem Fall zu berücksichtigen. Er urteilt nicht so hart, wie wir Menschen es häufig tun. Er wünscht sich jedenfalls niemand in die Hölle.

Es macht einen Unterschied, ob jemand sein Leben aus rein egoistischen Motiven beendet oder ob er das tut, weil er keinen Ausweg aus seiner Situation erkennt. Auch ist vielleicht ein vorhandener akuter Dopaminmangel der Auslöser für einen Suizid. Und was ist, wenn die Willensfreiheit sehr eingeschränkt ist? Glaubst du, dass so jemand zusätzlich noch mit der Hölle bestraft wird? Allein die Gedanken in diese Richtung werfen Fragen auf, welch verzerrte Vorstellung von Gott jemand hat.

Mit christlichen Glauben und Vertrauen in Jesus Christus hat das jedenfalls nichts zu tun. Da sind häufig tiefsitzende Ängste, die mit christlich getarnter Religiosität überdeckt werden. Wer an Jesus Christus glaubt und sich bekehrt wähnt, weil er dann vor der möglichen Verdammnis gerettet wird, hat die zentrale Botschaft der Menschwerdung Gottes und seiner Erlösungstat am Kreuz nicht recht verstanden.

...zur Antwort
Hallo Leute, ich wollte fragen ob ihr denkt das die Zeugen Jehovas eine Sekte sind?

Jehovas Zeugen ist eine Gemeinschaft, die sich zunächst "Ernsthafte Bibelforscher" nannten und 1874 "gegründet" wurden. Genau genommen wurde ein Verlag/Druckerei gegründet (Wachturmgesellschaft) und die Zeugen Jehovas sind deren Gläubige, die die Schriften und Lehren der Wachturmgesellschaft verbreiten.

Weil sie erst im späten 19. Jahrhundert entstanden sind, sie vorher aber gar nicht existierten, einige Sonderlehren abseits der Kirchen entwickelten sowie einige weitere Merkmale einer Sekte auf sie zutreffen, können sie tatsächlich als Sekte bezeichnet werden. Zeugen Jehovas selbst sehen das natürlich etwas anders.

Und ob sie zum Christentum dazu gehören?

Sie verwenden zwar eine Bibel für ihre Überzeugungen, aber deshalb können sie noch nicht als christliche Gemeinschaft bezeichnet werden. Die Wachturmgesellschaft hat eine eigene Bibelübertragung herausgebracht, die für Jehovas Zeugen im Zweifelsfall beim Vergleich mit anderen Übersetzungen für sie die maßgebende ist. Jedoch ist diese Übersetzung auf nahezu jeder Seite den Lehren der Wachturmgesellschaft (= WTG) angepasst, so dass Zeugen Jehovas den Eindruck haben, es stimme, was die WTG sagt. Religionsgeschichtlich sind die Zeugen Jehovas bzw. die Lehren der WTG Antitrinitarier (d. h. sie lehnen die Dreifaltigkeitslehre ab) und stehen dem Arianismus aus dem 4. Jahrhundert nahe, auch wenn sie nicht alle Lehren des Arius übernommen haben.

Da sie zentrale Lehren des Christentums ablehnen und sich selbst nicht als Christen, sondern als Jehovas Zeugen bezeichnen, ist die Bezeichnung Christen zumindest mal nicht richtig. Hinzu kommt ein völlig anderes Taufverständnis als in den Kirchen und der Verzicht auf die trinitarische Taufformel. Damit kann man definitiv behaupten, sie sind keine Christen, sondern Zeugen Jehovas eben.

Ich bin Christin und liebe meine Religion aber meine Familie (Vater Seite) versuchen mich zu überreden zu den Zeugen Jehovas zu kommen.

Die Zeugen Jehovas haben in ihrer Gemeinschaft Strukturen, die nicht nur bedenklich sind, sondern nach meinem Dafürhalten sogar gefährlich. Meine Einschätzung teilen auch die Verantwortlichen der Fachbereiche für Sekten- und Weltanschauungsfragen bei den Diözesen in Deutschland. Es ist wie bei fast allen Sekten: Bist erst einmal in den Fängen der Sekte drin, ist es sehr schwer, sich wieder davon zu befreien, auch wenn man sich zunächst dabei recht wohl gefühlt hat. Es gibt auch Hilfe für Aussteiger.

...zur Antwort
Meinung des Tages: Klimaschutz ist Menschenrecht - wie bewertet Ihr das Urteil des EGMR?

Eine womöglich historische Entscheidung: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied gestern, dass es ein Menschenrecht für effektiven Klimaschutz gibt. Diese Grundsatzentscheidung könnte künftig weitere Klagen nach sich ziehen...

Wer hat geklagt?

Werden elementare Menschenrechte verletzt, wenn der Staat nicht genügend für den Klimaschutz tut? Habe ich sogar das Recht, gegen staatliche und systematische Missachtung von Klimaschutzauflagen juristisch vorzugehen? Mit diesen und ähnlichen Fragen musste sich am gestrigen Tag der Europäische Menschengerichtshof (EGMR) in Straßburg auseinandersetzen.

Geklagt hatten insgesamt drei unterschiedliche Parteien, von denen allerdings nur die Klage der "KlimaSeniorinnen" aus der Schweiz erfolgreich war. Dem der Umweltorganisation Greenpeace nahestehenden Verein gehören ca. 2.500 Frauen im Alter 60+ an. Der konkrete Vorwurf lautete, dass der Klimawandel mittlerweile immer häufigere und intensivere Hitzewellen nach sich ziehen würde, die gerade für ältere Menschen in vielen Fällen lebensbedrohlich seien. Aus Sicht der "KlimaSeniorinnen" hätte es die Schweiz in der Vergangenheit verpasst, dem Klimawandel aktiv und vehement entgegenzutreten.

Auch sechs junge Erwachsene aus Portugal sind mit ihrem Anliegen für mehr Klimaschutz nach Straßburg gezogen. Auslöser für ihre Klage waren die verheerenden Waldbrände in Portugal im Jahr 2017 sowie deren Sorge vor weiteren und häufiger stattfindenden Naturkatastrophen und deren Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit. Konkret richtete sich die Klage gegen alle EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Russland, die Schweiz, die Türkei und das Vereinigte Königreich. Es war das erste Mal überhaupt, dass mehrere Staaten gleichzeitig angeklagt worden sind.

Das Urteil

Die Klage der Portugiesen jedoch wurde vom EGMR abgewiesen. Begründet wurde das Urteil dahingehend, dass sie nicht - wie für gewöhnlich vorausgesetzt - zuvor die nationalen Gerichte konsultiert hätten, sondern direkt vor den EGMR gezogen seien.

Für die "KlimaSeniorinnen" hingegen gab es gestern allen Grund zur Freude; die Richter am EGMR entschieden, dass der aktuell nicht ausreichende Klimaschutz der Schweiz die Menschenrechte der Klagenden verletzen würde. Dabei entnahm der Gerichtshof dem Recht auf Privat- und Familienleben (Art. 8 der Menschenrechtskonvention) ein Recht auf effektiven und nachhaltigen Schutz vor den negativen Folgen des Klimawandels auf Leben, Gesundheit, Wohlbefinden sowie Lebensqualität. Die Schweiz hätte es versäumt, ein CO2-Budget aufzustellen oder anderweitig zu erreichnen, wie stark die Emissionen reduziert werden müssten.

Angesichts der Komplexität des Themas sowie der Ermessensspielräume einzelner Staaten macht der Gerichtshof der Schweiz allerdings keine konkreten Vorgaben dazu, welche Maßnahmen das Land in der Praxis zu erbringen habe.

Ein wegweisender Präzedenzfall?

Das gestrige Urteil dürfte für weitere Klimaklagen in Zukunft durchaus Symbolwirkung besitzen. Zahlreiche Umweltschützer, Klimawissenschaftler und Aktivisten lobten die Entscheidung des EGMR als bahnbrechendes Urteil im Kampf gegen die Klimakrise. Eine Sprecherin von Greenpeace freute vor allem über die Tatsache, dass man nun "schwarz auf weiß" hätte, dass "Klimaschutz [...] Staatspflicht" sei. Klimaschützer rechnen damit, dass das Urteil auch für kommende Klimaklagen hierzulande als Inspiration dienen dürfte.

Unsere Fragen an Euch:

  • Wie bewertet Ihr das Urteil des EGMR?
  • Sollten Klimaschutzmaßnahmen künftig noch enger mit Menschenrechten verknüpft werden?
  • Welche konkreten Klimaschutzmaßnahmen wünscht Ihr Euch von Deutschland?
  • Wie sollten Staaten sanktioniert werden, die kein Konzept gegen den Klimawandel und den CO2-Ausstoß haben?
  • Wird zu viel Hysterie hinsichtlich des Themas Klimawandel betrieben?
  • Sollte ein Staat Unternehmen sanktionieren, die Klimawandelsünder sind?

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/egmr-klimaklage-vor-urteil-100.html

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/erste-klimaklage-vor-menschenrechtsgerichtshof-erfolgreich-19640917.html

https://www.sueddeutsche.de/politik/klima-klagen-strassburg-egmr-1.6534413

https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-klimaklage-egmr-100.html

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/klimaschutz-urteil-schweiz-100.html

...zur Frage

Mein erster Gedanke dazu: Dumm, dümmer, EGMR.

Das Klima kann man nicht schützen. Wie soll man ein Beobachtungszeitraum von 30 Jahren für Wetterereignisse und -entwicklungen schützen können? Vor was, vor der Veränderung?

Man kann umweltschonendere Maßnahmen ergreifen, diese optimieren und ggf. verpflichtend einführen. Und selbst wenn es ein Menschenrecht auf diese Maßnahmen gibt, was ist, wenn sich diese Maßnahmen als schädlicher herausstellen als wenn man nichts gemacht bzw. andere Maßnahmen ergriffen hätte (Beispiele: Windkraftanlagen, Kernkraftwerke)? Was, wenn es zu den effektiven Maßnahmen kontroverse Einschätzungen zu deren Wirkung und Folgen gibt?

Dazu kommt — und ich gehe davon aus, dass die Formulierung bzw. Übersetzung richtig ist — dass der EGMR den Unterschied der Begriffe effektiv und effizient offensichtlich synonym verwendet, was völliger Unsinn ist. Effektivität ist das tatsächliche Ergebnis, höhere Effizienz ist das optimiert erzielte Ergebnis. Ein effektives Ergebnis kann äußerst miserabel ausfallen, ein effizientes Ergebnis ist jedoch von den "Stellschrauben der Parameter" abhängig und das bessere Ergebnis. Also wenn die Wortwahl des EGMR richtig wiedergeben wurde, sagt das sehr viel über den Bildungsstand der dort Verantwortlichen aus.

Nun zu meiner Meinung zu dieser ganzen Sache:

Es ist für mich wieder ein Beispiel dafür, dass diese Form der EU weg muss mit all ihren unseligen Einrichtungen, sofern sich diese nicht grundlegend reformieren (lassen). Den EGMR einer EU mit erheblichen Demokratiedefizit brauchen wir wirklich nicht, genausowenig wie eine Reihe weiterer EU- oder UN-Institutionen.

Deshalb: Dexit, so schnell wie möglich. Ist meine Meinung dazu.

(N.b., falls es zu beißenden Kommentaren kommt: Es ist mir egal, als was ich bezeichnet werde oder was man mir wünscht, oder ob ich gesperrt oder was auch immer werde)

...zur Antwort
Fatima, Portugal

Bis auf Tschenstochau war ich schon überall.

Medjugorje ist auch sehr gut. 😊

...zur Antwort
Meinung des Tages: Zunahme der Gewaltdelikte in Deutschland. Welche Maßnahmen sind nötig, um die Fallzahlen zu reduzieren?

Die Corona-Pandemie ist vorbei, das Feiern geht weiter. Das merkt man auch an den (wieder) steigenden Zahlen bei Großveranstaltungen - etwa bei den aktuellen Frühlingsfesten oder auch dem weltbekannten Oktoberfest. Doch auch die Schlagzeilen über Gewalteskalationen nehmen zu.

Frühlingsfest in Berlin

Eine Massenschlägerei bei einem Frühlingsfest und mutmaßlich mehrere Verletzte. Rund 30 Personen gingen aufeinander los. Im Verlauf verdoppelte sich die Zahl beinahe. Ein privat anwesender Polizist beobachtete das Geschehen zunächst - als er sich als Beamter zu erkennen gab, flüchteten die bei der Massenschlägerei Involvierten.

Als weitere Polizisten eintrafen, waren keine Beteiligten oder Verletzten mehr vor Ort.

Gewalttaten nehmen zu

Unabhängig von Großveranstaltungen nimmt die Anzahl polizeilich erfasster Fälle von Gewaltkriminalität in Deutschland wieder zu. 2022 wurden mit über 197.000 Fällen die meisten seit 2010 dokumentiert.

Rückläufig waren Fälle von Gewaltkriminalität lediglich im Jahr 2021 - dem Jahr mit den meisten Einschränkungen aufgrund der Pandemie.

Mögliche Gründe für den Anstieg der Gewaltkriminalität

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zeigt deutlich: Auch im ersten Halbjahr 2023 stiegen die Fallzahlen an - genau gesagt um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Kriminalitätsforscher des BKA identifizieren dafür hauptsächlich drei Faktoren:

Höhere Mobilität

Während der Pandemie gab es massive Einschränkungen der Mobilität. Viele Menschen hielten sich zuhause oder im nahen Umfeld auf. Dies ist nun vorbei, besonders nach dem Ende der Maßnahmen sind viele Menschen häufiger unterwegs, gerade im öffentlichen Raum. Es ergeben sich somit mehr Tatgelegenheiten.

Wirtschaftliche und soziale Belastungen

Die Inflation ist ein allgegenwärtiges Gesprächsthema und wird zunehmend als Problem wahrgenommen. Dies steht in direkter Korrelation mit der Anzahl an Gewaltdelikten. Nicht nur sind die Zahlen an Delikten in ökonomisch schwächeren Regionen höher - auch die sozialen Belastungen sind nicht zu verachtende Faktoren. Sowohl Kinder als auch Jugendliche, welche mit psychischen Belastungen durch die Corona-Folgen zu kämpfen haben, scheinen anfälliger für das Begehen von Straftaten zu sein.

Migration

Das Thema Migration spaltet in Deutschland die Gemüter. Wir möchten deshalb an dieser Stelle nochmals betonen, dass dies eine sachliche Zusammenstellung von Hintergrundinformationen ist und keinerlei Meinung widerspiegelt. Laut Kriminalitätsforschern kann auch die hohe Zuwanderungsrate zur Steigerung der Gewaltdelikte beitragen. Dies lässt sich dadurch erklären, dass Schutzsuchende mehrere Risikofaktoren aufweisen - etwa die Lebenssituation in Erstaufnahmeeinrichtungen, aber auch wirtschaftliche Unsicherheit und eigene Gewalterfahrungen.

Unsere Fragen an Euch:

  • Was müsste umgesetzt werden, sodass die Fallzahlen wieder rückläufig werden?
  • Ist es nötig, Großveranstaltungen noch stärker zu überwachen?
  • Fühlt Ihr Euch in Deutschland inzwischen weniger sicher?
  • Sollten besonders Kinder und Jugendliche durch soziale Förderung und Aufarbeitung, etwa bereitgestellt durch Schulen, profitieren?
  • Welche Präventivmaßnahmen würdet Ihr etablieren?

Wir freuen uns auf Eure Antworten!

Viele Grüße

Euer gutefrage Team

Quellen:

https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/Publikationen/BKA-Herbsttagungen/2023/Gewaltkriminlitaet/Gewaltkriminalitaet.html

https://www.berliner-zeitung.de/news/berlin-pankow-bis-zu-60-personen-an-massenschlaegerei-auf-fruehsingfest-beteiligt-li.2203564

https://www.tagesspiegel.de/berlin/mehrere-verletzte-und-keine-festnahme-massenschlagerei-bei-fruhlingsfest-in-berlin-pankow-11478884.html

...zur Frage

Ohne genauere Kenntnis der Datenlage zu den Zahlen und Aufschlüsselung ist diese Frage nicht zu beantworten oder nur so pauschal, wie sie gestellt wurde: Nichts, ein bisschen was oder auch ganz viel, je nachdem.

Dies lässt sich dadurch erklären, dass Schutzsuchende mehrere Risikofaktoren aufweisen - etwa die Lebenssituation in Erstaufnahmeeinrichtungen, aber auch wirtschaftliche Unsicherheit und eigene Gewalterfahrungen.

Mag sein, aber traumatische Erfahrungen oder eine sozial ungünstige Umgebung machen einen nicht automatisch zum Täter (Stichwort: Resilienz) oder Täterin. Ein wichtiger Punkt ist allerdings, dass diese Menschen aus einem Kulturkreis kommen, wo (moderate) physische Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von Interessen durchaus akzeptiert und als selbstverständlich angesehen wird, ähnlich wie bei uns vor etwa 40 bis 50 Jahren noch so war. Das dauert, bis die Einsicht (!) gewachsen ist, dass das nicht unbedingt die beste Wahl zur Durchsetzung von Interessen ist. Bei nicht wenigen Migranten ist es sogar so, dass sie massive Gewalt als legitim betrachten. Solange man diese Tatsache nicht gebührend und ehrlich berücksichtigt, wird sich die Situation und Entwicklung nicht wesentlich ändern. Alles nur mit Traumata zu erklären ist einfach zu billig und zu bequem.

Was wirklich schwere Straftaten betrifft (Raub, Mord, Vergewaltigung, usw.), wird man um eine ausreichend lange Inhaftierung mit Bildungs- und Ausbildungsprogramm nicht drum herumkommen (N. b. ich weiß, die Realität in den Gefängnissen ist leider eine andere). Abschiebung funktioniert oftmals nicht, da die Herkunftsländer diese aus verschiedensten Gründen nicht zurücknehmen bzw. nicht zurücknehmen wollen, denn wer will schon gerne kriminelle Gewalttäter im eigenen Land haben?

Viele Kontrollmaßnahmen haben auch nur eine sehr begrenzte Wirkung und dies auch nur deshalb, da die meisten dieser Kriminellen — Gott sei Dank! — nicht gerade kreativ sind.

...zur Antwort

Gewöhnlich wird man in der Pfarrei getauft, wo man gewohnt hat bzw. deine Eltern bis dahin gewohnt haben. Dort kannst du im Pfarramt nachfragen.

So wie du schreibst, hört es sich an und könnte sein, dass deine Eltern aus der Kirche ausgetreten sind und dich damals als Kind gleich mit "ausgetreten" haben. Aber selbst in diesem Fall wäre dein Austritt in den Matrikeln (Taufbücher der Pfarrei) vermerkt. Die Taufe lässt sich an sich nicht "rückgängig" machen, aber wie du sicher weißt, kann jemand aus der Kirche austreten, quasi seine Mitgliedschaft "kündigen". Manchmal ist es so, dass jemand später (wieder) zum Glauben findet und wieder in die Kirche eintritt, jedoch wird er dann nicht wieder getauft. Praktisch ist es so: Einmal getauft ist immer getauft, auch wenn man sich von der Kirche als Mitglied verabschiedet hat.

Falls du mit der (vermuteten) Taufpfarrei nicht erfolgreich bist — es könnte ja auch sein, dass du ganz woanders getauft wurdest; trotzdem müssten dazu Unterlagen in dieser Pfarrei sein — dann könntest du dich auch an das Bistum Aachen wenden, die dir sicher weiterhelfen können.

https://www.bistum-aachen.de

Telefon: +49 241 452-0

Email: kommunikation@bistum-aachen.de

...zur Antwort
...heißt das es ist vorherbestimmt wer in den Himmel kommt und wer nicht?

Nein.

...zur Antwort
Ja, so ist es, und man soll jeden Mensch den Himmel wünschen...

Die Kirche hat schon viele vorbildliche Christen heilig gesprochen — also sicher im Himmel — aber noch nie jemand in die Hölle verdammt, obwohl sie das prinzipiell von der Vollmacht her könnte. Nicht einmal von Judas Iskariot sagt sie, er sei in der Hölle.

"Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen", so drückt es zumindest der Apostel Paulus aus. Und wenn er alle sagt, dann meint er wohl auch alle. Er sprach nicht davon, dass es da Ausnahmen gäbe. 😊

...zur Antwort

Nachdem, was du unter einige Antworten geschrieben hast, denke ich, ist diese "Freundschaft" eine Einbahnstraße und vielleicht nur eine "Illusion an Freundschaft". In einer Freundschaft kann es zu schweren Konflikten kommen. Eine gute Freundschaft hält so etwas aus, eine vermeintliche Freundschaft zerbricht daran, ist aber dann auch kein wirklicher Verlust. Bei einem Freund darf ich sein, so wie ich bin, und muss oder sollte mich nicht verändern müssen. Daher sind missionarische Anliegen in einer Freundschaft fehl sm Platz. Etwas anderes ist es, wenn der Freund danach fragt. Tut er's aber nicht, lässt man es auch bleiben. Das hat etwas mit Achtung und Respekt zu tun und fehlt nicht in einer echten Freundschaft.

Eine Freundschaft musst du nicht beenden, aber vielleicht etwas, das du nur für eine Freundschaft hältst, die aber in Wirklichkeit gar keine ist.

...zur Antwort