Kann man notfalls eine ausländische Frau heiraten, die den deutschen Pass möchte, wenn man keine Freundin in Deutschland findet?

14 Antworten

Da würde ich lieber allein bleiben, bevor ich eine Beziehung führe, die nur auf gegenseitigem Ausnutzen basiert😅

Möglich ist das auf jeden Fall. Vor allem in Osteuropa, Südostasien und in Teilen Afrikas steckt da eine ganze Industrie dahinter. Aber willst du wirklich mit jemanden leben der in dir nur ein wandelndes Portmonee sieht, und gleich abhaut wenn es einen besseren Käufer gibt?

So etwas ist schaffbar und passiert. Es gibt deutsche Männer, die eine ausländische Frau geheiratet haben, die einen deutschen Pass haben wollte, nachdem sie keine Freundin in Deutschland gefunden haben.

[N.B.; Es kann natürlich auch andersherum laufen, mit einer deutschen Frau und einem ausländischen Mann.]

Zu diskutieren ist, inwieweit es sich dabei um eine Scheinehe handelt.

Das Wichtigste in Kürze: Scheinehe
  • Die Scheinehe ist eine Ehe, die nicht geschlossen wurde, um eine Beistands- und Verantwortungsgemeinschaft zu bilden.
  • Die Scheinehe ist laut StGB nicht strafbar. Bei falschen Angaben, um sich rechtliche Vorteile wie eine Aufenthaltserlaubnis zu verschaffen, kann dies jedoch juristische Konsequenzen haben.
  • Wird eine Scheinehe aufgehoben, entstehen keine Unterhaltsansprüche o. Ä.

Wenn ein Standesbeamter im Vorwege merkt, dass die Eheschließung zu einer Scheinehe führen soll, die der Frau eine Aufenthaltserlaubnis verschaffen soll, dann muss er die Eheschließung verweigern.

Wenn die Ehe frisch im Ausland abgeschlossen wurde, prüft die Ausländerbehörde in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft gründlich, ob es sich um eine Scheinehe handelt, bevor sie die Frau überhaupt einreisen lässt.

Das Anliegen deiner Fragestellung scheint mir jedoch nicht eine reine bzw. beiderseitige Scheinehe zu sein.

  • Du möchtest nicht von der Frau einfach ein paar Tausend Euro bekommen, damit sie sich den Aufenthaltstitel erschleicht, und dann von ihr in Ruhe gelassen werden.
  • Du möchtest vermutlich auch kein reines Aushängeschild haben, mit dem du vor der Gesellschaft angeben kannst: Seht her, ich bin ein Mann, der es schafft, eine Frau für sich zu gewinnen, die ihn bewundert und zu ihm steht.
  • Du möchtest wahrscheinlich eine Frau haben, die entweder langfristig deine sexuellen Bedürfnisse erfüllt, oder die dir zusätzlich noch den Haushalt macht oder aber eine echte Lebenspartnerin, mit der du eine Verantwortungsgemeinschaft bildest, die du liebst, mit der du dich geistig und seelisch austauschst und evtl. eine Familie gründest und Kinder großziehst.

Wenn ich mit Punkt 1 richtig läge, würdest du dich einfach strafbar machen.

Wenn ich mit Punkt 2 richtig läge, wäre es auch strafbar, für beide Seiten nicht befriedigend, sich andauernd zu verstellen und würde vermutlich dazu führen, dass die Frau sich nach drei Jahren, wenn sie einen eigenständigen Aufenthaltstitel hat, sich von dir lossagen würde, wenn du sich nicht wirklich für dich gewinnen könntest.

Wenn ich mit Punkt 3 richtig läge, wäre es immer noch problematisch, wenn die beiden Partner unterschiedliche Interessen haben. Du möchtest eine echte Gemeinschaft, aber die Frau sieht dich nur als Mittel zum Zweck, nämlich in Deutschland leben zu dürfen und in dem Zusammenhang Wohlstand und eine gute Versorgung zu haben. Konflikte wären vorprogrammiert.

In einer Ehe hat man heutzutage noch nicht einmal das Recht, vom Ehepartner sexuelle Dienstleistungen einzufordern. Und das finde ich auch ganz richtig so. Jeder Mensch darf jederzeit entscheiden, ob er/sie Lust hat oder nicht, und darf sich dem Partner beliebig verweigern.

Auch bei anderen Erwartungen kann man enttäuscht werden, ob bei Treue, äußerer Loyalitätswahrung, Haushaltsführung oder dem inneren Hausfrieden.

Eine Ehe, bei der der/die eine den/die andere erpresst, dass nach außen etwas vorgespielt werden muss und Leistungen erbracht werden müssen, ansonsten würde man die Scheinehe auffliegen lassen oder sich trennen, wäre der pure Horror.

Eine Ehe im Sinne einer echten Lebensgemeinschaft ist hingegen in Ordnung, auch wenn der eine Partner als angenehmen Nebenaspekt dadurch ein Aufenthaltsrecht in Deutschland erwirbt.

O_O Also, möglich ist es bestimmt. Aber du wirst niemals ein wirklich glückliches Leben führen auf diese art und weise! Vorallem weist du selber ja auch nicht was auf dich zukommt!

"glückliches Leben" ist sowieso ein Oxymoron.

0
@RadonDerEchte

Nein, ist es nicht. Ist es nur, wenn Leben per Definition etwas Negatives ist. Aber Leben ist krude betrachtet nichts weiter als eine Konsequenz der Natur. Elektrische Zustandänderungen von Proteinen, da ist keine Wertung drin.

0
@RadonDerEchte

Ich finde nicht, dass "glückliches Leben" ein Oxymoron sei. Zwar fühlt sich niemand durch seine gesamte Lebensspanne hindurch in jedem Augenblick glücklich. Aber es gibt doch Lebensverläufe, die überwiegend und in der Bilanz glücklich sind.

Um Glück empfinden zu können, braucht man auch den Gegensatz, also das Erleben von Leiden, Schmerz und Entbehrung, damit man sich über die glücklichen Ereignisse, Phasen und Erlebnisse freuen kann.

Es gibt kein Paradies oder Schlaraffenland auf Erden. Und das ist auch gut so. Vielleicht ist man im Endeffekt glücklicher (happier), wenn man nicht immer nur Glück (good luck) hat.

0
@Paguangare

"Aber es gibt doch Lebensverläufe, die überwiegend und in der Bilanz glücklich sind."

Nein

0

Das mag sein, aber man muss es ja nicht noch Schlimmer machen!

0