Kann ein Kind eine Abtreibung überleben?

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10 Antworten

Hallo

Es geht ja scheinbar darum, dass Du vor 4. Wochen eine Abtreibung hattest.

Du hattest sicher nach 2 Wochen eine Nachkontrolle. Was hat der Arzt denn gesagt?

In 97-98% führt eine Abtreibung zur Beendigung der Schwangerschaft. In einem kleinen Anteil ist eine nachträgliche Ausschabung nötig.

Im Zweifelsfall kontaktierst Du den Arzt, welcher die Abtreibung vorgenommen hast.

Wünsche Dir alles Gute.

Freundlichen Gruss

tm

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Bei Spätabtreibungen ist es schon vorgekommen, dass das Kind partout nicht sterben wollte. So hat zB. ein Down-Syndrom-Kind überlebt und ist heute 18 Jahre alt. Da wurde letztens in der Zeitung und im Fernsehen drüber berichtet.

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Andere haben ja schon genannt, aber hier wiki zu einem Fall, wo das meiste drin steht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Oldenburger_Baby

Im Allgemeinen gibt es meines Wissens 4 Szenarien:

- Abtreibung per Pille:

                   In einem kleinen Teil der Fälle (also wirklich klein) bleibt das ungeborene am Leben, in der Gebärmutter un versorgt; da wird aber im allgemeinen nicht lange überlebt, da es ja eine Nachkontrolle gibt und dann natürlich Abtreibung per Ausschabung/Absaugung vollendet wird

- frühe Abtreibung per Absaugung:

                   Es wird einfach an dem ungeborenen vorbeigesaugt; widerrum fällt das im allgemeinen bei Nachkontrollen auf; allerdings soll es einige Male bei unbemerkten Mehrlingsschwangerschaften vorgekommen sein, dass eines abgesaugt wurde und das andere drinblieb; da dann an den Überesten der Absaugung ersichtlich sein kann, dass ein ungeborenes entfernt wurde, ist es etwas plausibler, das das andere noch etwas weiterleben kann; wenn das Andauern der Schwangerschaft erst erheblich später z.b. nach Fristen bemerkt wird, überlebt das ungeborene tatsächlich; kommt aber auch nicht oft vor

- Spätabtreibungen nach der ca. 22-24. Woche:

                   Diese laufen vom technischen her durch Gabe von wehenauslösenden Mitteln ab; würde nur das gemacht, würden sogar ganz viele Überleben (ab 24. Woche klappt das überleben ja manchmal, später dann noch eher; so wars auch beim "Oldenburger Baby"); allerdings wird allgemein vorher ein Fetozid durch entsprechende Injektion ins Herz des ungeborenen ausgeführt; "versagt" aber der ausführende "Arzt" dabei, ist ein Überleben "relativ" wahrscheinlich ("relativ" kann durchaus sowas wie 1 zu 20 Chance sein)

- Abtreibungen zwischen 18.- 24. Woche:

                       Bei diesen wird im Allgemeinen kein Fetozid ausgeführt, da das ungeborene noch nicht lebensfähig ist; nicht lebensfähig heißt aber nicht, dass es gleich tot ist, sondern dass es durchaus noch Minuten bis Stunden außerhalb des Mutterleibs lebendig ist; dies kommt wohl so auch in D vor, Beleg:

http://www.zeit.de/2013/44/abtreibung-aerztin-moralische-bedenken/komplettansicht

"Doch manchmal überlebt ein Kind und stirbt erst eine oder zwei Stunden
nach der Geburt. Im Arm der Eltern, wenn diese das wollen; wenn sie es
nicht wollen, ist es Becks Aufgabe, das Kind in einen Weidenkorb zu
legen, mit dem Korb in den Abstellraum zu gehen, den einzigen Ort, an
dem es im Krankenhaus ruhig ist, und dort neben dem Körbchen zu warten,
bis das Kind stirbt. Manchmal ruft Beck einen der Kinderärzte, der dem
Kind Morphium gegen die Schmerzen gibt. In diesen Momenten in der
Abstellkammer ist ihr Beruf eine Last, die sie fast in die Knie zwingt."

Ob man das Überleben oder nicht Überleben nennen will, ist natürlich Definitionssache; aber ich find das mit dem zum Sterben in einen Abstellraum verfrachten mutmasslich in einer Klinik in Hamburg hat natürlich schon einen ganz eigenen "Stil".

Wie solche 1-2 Stunden Abstellkammer-Überlebenden hinsichtlich des Einwohnermeldeamtes (dem ja jede Geburt anzuzeigen ist) gehandhabt werden und warum bei nicht lebensfähigen wie-auch-immer-wirs-nennen-wollen die Gabe von Morphium erforderlich sein kann (was das Ableben auch mal beschleunigen kann) kann ich auch nicht sagen, wäre aber interessant zu wissen.

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Kommentar von TheTrollman
19.02.2016, 18:28

Fetozid ist in Deutschland verboten, zum Glück,

Deshalb wird dann aber leider die Geburt so durchgeführt, das die Chanchen denkbar schlecht stehen und da diese Kinder eh schon schwere Missbildungen haben (Down Syndrom, Anencephalie), brauchen sie Intensivmedizinische Hilfe und die wird ihnen oft verwehrt (für mich ist das Tötung durch Unterlassen)

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Hey,

Zuerstmal: Es handelt sich dabei nicht (!) um ein Kind, sondern um einen Embryo und/oder einen Fötus, je nachdem wann der Schwangerschaftsabbruch erfolgt - meistens jedoch um Embryonen, auch wegen der Gesetzeslage in D.

Es kann vorkommen, dass ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch fehlschlägt - das fällt aber spätestens bei der Nachkontrolle auf, und dann kann ein operativer Schwangerschaftsabbruch erfolgen.

Das ist allerdings glücklicherweise ziemlich selten - ich würde mir daher (falls du über einen Abbruch nachdenkst) da keine Gedanken machen.

Lg

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Kommentar von sophiemophie
19.02.2016, 22:07

Hallo, danke für die Antwort! Ich habe vor fast genau 4 Wochen einen Abbruch gehabt und immernoch alle Anzeichen die ich während der Schwangerschaft hatte und meine Periode ist noch immer nicht da. Ich muss sagen das es mein 2.Abbruch war(bitte nicht verurteilen) und ich damals nach einiger Zeit garkeine Anzeichen hatte und meine Periode auch früh eingesetzt hat. Damals war ich aber weiter in der Schwangerschaft als jetzt (hab früh angetrieben) .. Ich finde das komisch

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abtreibungen werden in der regel durch das abtöten des fötus ausgelöst, also eher unwahrscheinlich, auch bei sog. spätabtreibungen ab 27. woche.

nur wenn die abtreibung durch ein wehenmittel durchgeführt wird, hätte der fötus eine chance, aber frage dich doch mal, warum eine frau oder ein paar eine abtreibung vornehmen lässt, sich also gegen das kind entscheidet.

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Kommentar von sophiemophie
19.02.2016, 17:15

Viele Frauen werden von den Erzeugern Ihres Babys im Stich gelassen und auf sich allein gestellt trauen sich die meisten Frauen soviel Verantwortung nicht zu. Vorallem junge Frauen. Abtreibung ist eine gute Sache, wenn sie innerhalb der Frist durchgeführt wird. Spätabtreibungen finde ich grausam.

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Da ein Abbruch nur bis zur 12. Woche geschehen darf..ist es unwahrscheinlich!

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Kommentar von isebise50
19.02.2016, 17:29

Ein Schwangerschaftsabbruch mit embryopathischer Indikation unterliegt in Deutschland keiner zeitlichen Begrenzung und ist nicht rechtswidrig.

Eben um der Konfliktsituation, dass der Fötus den Schwangerschaftsabbruch bei vorzeitig eingeleiteter Geburt mit ärztlicher Hilfe im Brutkasten überlebt zu entgehen, wird er vor dem Abbruch im Mutterleib abgetötet (Fetozid).

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Ne, bei einer Abtreibung wird das kindliche Gewebe bzw. der Fötus zerstört. Da lebt nix mehr danach.

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Kommentar von waldfrosch64
19.02.2016, 19:29

Ja ,bei der Absaugung methode aber nicht bei der Abtreibung mit Pille wie das heute meist vorgenommen wird .

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Dies ist nicht nur theoretisch möglich, sondern in der Praxis mehrfach geschehen.  Das bekannteste Kind in Deutschland dürfte Tim sein.

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Ja, eine medikamentöse Abtreibung kann zum Glück recht häufig überlebt werden, da die Medikamente in einigen Fällen einfach nicht wirken.

Da aber dann leider meist weitere Versuche Unternommen werden und am Ende auch die physiche Entfernung des Kindes aus dem Uterus (welche ein Embryo nicht überleben kann), ist es nicht so häufig das diese Kinder dann auch zur Welt kommen.

Ist das Kind von seiner individuellen Ausprägung bereits lebensfähig, so wird in keinem westlichen Land mehr eine Abtreibung durchgeführt, in Ländern wie China wurde aber auch in solchen Fäll oft noch abgetrieben und das Kind wurde dann mittels der Giftspritze (Kaliumchlorid) getötet.

Da in westlichen Ländern solche Spätabtreibungen insbesonder bei schweren Behinderungen gemacht werden umgeht man das Problem das Kind direkt töten zu müssen indem man es unter dem Aspekt "kein Überleben möglich" nicht weiter medizinisch versorgt es also sterben lässt,

Viele Frühchen besonderst Extremfrühchen benötigen Intensivmedizinische Hilfe oder sogar Beatmung, insbesondere wenn noch eine Fehlbildung vorliegt, möglicherweise Operationen, bekommen sie die nicht, dann sterben viele schon nach Minuten

Erst wenn das Kind nach Stunden noch lebt, dann haben die Ärzte keine Wahl mehr, als sich auch um sein Überleben zu kümmern, bis dahin können schwere zusätliche Schäden auftreten

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Kommentar von isebise50
19.02.2016, 22:36

Ich weiß nicht, aus welchen Revolverblättern du deine (Fehl-)Informationen beziehst, aber ich empfehle dir mal einen Blick in die aktuelle Ausgabe der Deutschen Hebammenzeitschrift 2/2016/68.Jahrgang, da wird die Thematik "Später Abbruch und Fetozid" ausführlich behandelt.

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Es ist  nicht nur theoretisch möglich- es  gibt  Beispiele in  der Praxis.

http://www.welt.de/vermischtes/article143615589/Der-Junge-der-seine-Abtreibung-ueberlebte.html

Und das ist nicht der einzige Fall. Gib mal  bei google "abtreibung überlebt" ein,  das gibts  ganz schön  viele  Berichte.

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Kommentar von sophiemophie
19.02.2016, 17:10

Die Geschichte kenne ich, die Abtreibung ist aber bei diesem Jungen ziemlich spät gewesen aufgrund seiner Krankheit Trisomie 21

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