Ist es normal das ein Hund knurrt, wenn man dem Hund den Knochen oder das Spielzeug wegnehmen will?

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Das ist vollkommen normal. Du nimmst ihm seine Beute weg. Lass es einfach.

Das ein Hund knurrt wenn man ihm etwas wegnehmen möchte, macht nicht jeder Hund, aber so wie jeder Hund individuell zu betrachten ist, so möchte der eine etwas behalten und der andere nicht. Hat der Hund nun immer gelernt man nimmt ihm alles weg, so kann es mit dem älter werden des Hundes zu Ressourcenverhalten führen und genau das ist Euer Problem. So sollte man dem Hund wie folgt beibringen, dass das was ihr habt eh immer besser ist, was wieder dazu führt, dass der Hund alles ohne Probleme ausgeben wird.

Schau mal eine Anleitung dazu, die hatte ich gestern zu einer ähnlichen Problematik geschrieben:

Verhaltensänderungen brauchen Zeit und Training, gutes Training, gerade bezüglich solch heftiger Auswirkungen.

Zeigt ein Hund Ressourcenverhalten beweist sich wieder einmal am besten Markertraining, d.h. einen Marker aufbauen, bevor man mit dem eigentlichen Training anfängt. Ein Marker ist eigentlich nichts anderes als ein immer gleiches Lobwort, welches so ausgewählt werden sollte, dass es kurz und prägnant ist wie z.B. ein Tip, Top, Click oder ähnliches.

Das wird wie folgt aufgebaut:

  1. Die Aufmerksamkeit des Hundes liegt auf Dir, Du sagst das Wort und sofort in Folge bekommt der Hund ein Leckerchen ein kleines, welches er sofort schlucken kann, Käsestückchen, Fleischwurststückchen oder ähnliches.
  2. Man zieht die genutzten Leckerchen vom Futter ab, damit der Hund kein Übergewicht bekommt.
  3. Das ganze in jeweilig 5-10 Einheiten 3 x über den Tag verteilt und wenn man das Markerwort richtig gut aufbauen möchte, so macht man das am besten im liegen, im stehen, im gehen und über 3 Tage hinweg.

Dann kommt das eigentliche Training, welches wie folgt aussieht:

  1. Hund bekommt nen Kauknochen oder ähnliches, etwas was er nicht sofort schlucken kann, sondern länger damit beschäftigt ist, man geht nun auf den Hund zu und schaut ab wann er erstarrt, d.h. er wird entweder etwas länger oder auch nur ganz kurz beim fressen inne halten, das ist dann schon zu weit gewählt, also einen Schritt zurückgehen. Damit man kein weiteres heftigeres Verhalten initiiert. Damit arbeitet man unter der Reaktionsschwelle aber über der Reizschwelle.
  2. Also ab da die Entfernung wählen, wo der Hund noch nicht reagiert. Dann das Markerwort nutzen und ein Leckerchen welches er gerne frisst und auch direkt schlucken kann, ein wenig entfernt zum Kauknochen hinwerfen.
  3. Dann wenn das gut klappt wird die Entfernung zum Kauknochen verringert, das macht man so lange bis der Hund auch nicht mehr erstarrt, wenn man direkt daneben steht. Jegliches zurückfallen in altes Verhalten wird ignoriert aber es wird genau darauf geachtet, dass man keinen Biss initiiert. Schließlich soll der Hund lernen nicht mehr zu beissen und das tut er am besten wenn das alte Verhalten "überschrieben" wird. Fachsprachlich heißt das extingieren, was kein einfaches Vergessen beschreibt sondern wird im Kopf (vereinfacht ausgedrückt) eine neue Bahn/eine alternative Bahn angelegt welche sich lohnt zu nutzen. Das ist die für das Markerwort.
  4. Ist man soweit gekommen, dass man direkt neben dem Hund stehen kann während er futtert, dann verringert man den Abstand der Hand zum Futter. Hier ist es besonders wichtig auf das Verhalten des Hundes zu achten, denn auch weiterhin gilt Verhalten welches extingieren soll, darf am besten gar nicht mehr auftreten.
  5. Auch hier gilt es wieder so vorzugehen, dass kein erstarren stattfindet, immer nur so weit gehen wie der Hund NICHT erstarrt und erst Recht nicht beißt, unterschreitet man da eine Grenze kann ein Biss wieder passieren, weil man eben das erstarren welches zu 100% vorher gezeigt wird, übersehen hat.
  6. Kann man nun die Hand an den Kauknochen legen, so kann man dazu übergehen, diesen anzufassen und direkt zu markern, also sofort bei Berührung des Kauknochen das Lobwort und sofort ein wenig daneben entfernt das Leckerchen hinwerfen und die Hand sofort wieder wegnehmen und der Hund darf weiterfressen.

Wichtig ist, wenn man sich nicht sicher ist ob man das so aufbauen kann ohne das man das erstarren übersieht, dann sollte man das mit einem Trainer machen, denn Ressourcenverhaltn kann auch ins Beschädigungsbeissen kippen wenn man immer wieder Beschwichtigungsverhalten und/oder Übersprungsverhalten übersieht.

Ich finde - ehrlich gesagt - wenn man so ene Riesenaktion startet, zeigt das schon die extre Unsicherheit des Menschen.

Die Ressourcen sowie das Wegnehmen werden meiner Meinung nach viel zu wichtig gemacht.

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@Jesska2009

Ich glaube Du hast son richtigen Ressourcenverteidiger noch nicht kennengelernt, oder?

Es ist wie oben erläutert, von Hund zu Hund verschieden.

Es gibt allerdings auch Hunde, die gehen ins Beschädigungsbeissen und hier kann man das nicht abschätzen, wie weit der Hund schon auf der Aggressionsskala ist, denn man sieht den Hund nicht. Demnach erachte ich persönlich es als wichtig lieber ausführlich zu beschreiben, als das der Halter die Ressource und das wegnehmen als unwichtig ansieht und sich somit einen Biss mit Beschädigungsabsicht einfängt.

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Dein Hund sollte nicht knurren, wenn Du ihm etwas wegnehmen möchtest.

Voraussetzung 1: Vertrauen

Voraussetzung 2: klare Besitzverhältnisse

Wenn dem Hund klar ist, daß alles Dir gehört, darfst Du ihm selbstverständlich alles auch wieder wegnehmen, wenn das nötig sein sollte. Voraussetzung ist natürlich, daß Du nicht diesen unsinnigen Quark von einigen Hundehaltern nachmachst, die meinen, ihre "Chefposition" dadurch zu bestätigen, daß sie dem Hund etwas geben, es wieder wegnehmen, es wieder hingeben, es wieder wegnehmen usw.

Da fühlt sich jeder Hund verarscht und wird viel Vertrauen verlieren. Und Du initiierst über kurz oder lang einen "Beutestreit"

Denn nur wer etwas besitzt, hat auch Grund, etwas zu verteidigen.

Du solltest also dem Hund klarmachen daß alles Deins ist.

Stell Dir nur mal vor, Dein Hund frisst etwas Giftiges und Du kannst es ihm nicht aus dem Hals holen, weil Du Angst haben musst, gebissen zu werden !

Ich musste meinem Westie mal innerhalb von 2 Sekunden eine Kastanie aus dem Hals holen, sonst hätte ich keinen Hund mehr gehabt !

Wie kannst du Deinem Hund deutlich machen, daß alles Dir gehört ?

Ich mache das ab und an durch Tabuisieren.

Dabei legt man etwas sehr Leckeres, z.B. ein Stück Wurst, zwischen seine Füße. Möchte der Hund drangehen, schubst man ihn energisch weg, verbunden mit einem Verbotswort z.B. "Nein"

Viel Erfolg für euch

Und für spannende Leseabende empfehle ich mein Lieblingsbuch "Vom Welpen zum Familienhund"

Viele Grüße

Jesska

Meiner läßt sich von der Familie alles wegnehmen, das ist finde ich auch wichtig. Wir verwenden aber dazu das Komando ´aus´, damit er weiß es soll kein gezerre geben. Allerdings ist unser Hund an den Füßen kitzlig (geh ich mal davon aus) denn da knurrt er, da man aber doch immer mal wieder an die Füße muss, sag ich einfach ganz bestimmt ´ICH darf das´, er knurrt zwar dann ab und an noch, aber er läßt es über sich ergehen. Ich denke ihr müsst eurem Hund mehr zeigen, wo er steht, wer welche Rechte hat. Tipps dazu habt ihr ja hier schon einige erhalten.

Es ist normal. Aber: man sollte den Hund das abtrainieren. Über mit Ihnen, das das Hergeben von Dingen ganz normal ist. Über mit ihn das Kommando aus und apportieren. Belohne es so schön, das es für deinen Hund eine Wahre Freude ist, dir Dinge zu geben. Ich bekomme regelmäßig Hochwertvolle Beute, zb benutzte Kauknochen, tote Maulwürfe benutze Unterwäsche usw. Bringen mit meine Hunde mit großer Freude. Aber nur, weil ich Ihnen nie etwas weggenommen hab sondern weil sie gelernt haben, dass es cool ist

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