Ist der Führerschein zu teuer in Deutschland?

Das Ergebnis basiert auf 32 Abstimmungen

Ja 63%
Nein 38%

8 Antworten

Ja

Mein Sohn hat kürzlich den Führerschein Klasse B gemacht, meine Tochter vor gut 3 Jahren. Ich kann also mitreden.

Die Fahrstunden sind meines Erachtens nicht zu teuer. Der Fahrlehrer muss bezahlt werden, das Fahrschulauto muss bezahlt werden, und mit Simulatorfahrstunden (etwas billiger als Fahrstunden im Auto) kann man zwar die Anwendung von Verkehrsregeln auf Standardsituationen trainieren, aber die eigentliche Fahrausbildung kann es nicht ersetzen. Die Fahrstunden machen normalerweise den Löwenanteil der gesamten Führerscheinkosten aus.

Die Grundgebühr für den Theorieunterricht finde ich auch O.K. - den direkten Austausch zwischen Fahrlehrer und Fahrschüler, das persönliche Gespräch über die Interpretation von Regeln finde ich sehr wichtig. Aber da könnte ich mir auch eine Vorbereitung alleine anhand von Computerprogrammen und Büchern vorstellen, mit optionalen Frage- und Antwortstunden mit einem Fahrlehrer. So kenne ich das z. B. von Bootsfahrschulen - da funktioniert das auch.

Unverschämt hoch finde ich die Prüfungsgebühren für die theoretische Prüfung, die in Gruppen stattfindet und automatisiert ausgewertet wird. Und das Fahrschulen noch etwas für die "Vorstellung zur theoretischen Prüfung" berechnen ist meines Erachtens ein Abkassieren ohne Gegenleistung. Bei diesen Nebenkosten würde ich ansetzen.

Weniger Fahrstunden als meine Kinder habe ich damals deshalb gebraucht, weil ich vom Traktor-Fahren auf Feldern meines Großvaters schon einige Übung hatte. Beim Thema "Üben auf abgesperrtem Gelände mit Eltern" könnte man sicherlich etwas tun. Es gibt viel zu wenige offizielle Verkehrsübungsplätze, und nur die wenigsten Leute haben die Möglichkeit, auf privatem Grund mit dem Nachwuchs die Fahrtechnik zu üben.

Ja

Ich habe 1993 1600 DM gezahlt, obwohl ich mehr als die Pflichtstunden hatte. 3000 Euro sind mit Inflation immer noch mehr als das Doppelte.

Ja

Ich habe drei Söhne, die den Führerschein gemacht haben - oder machen. Z.T. haben sie ihn selbst finanziert. Warum sollte ich also mit meinem Steuergeld Bürgergeldempfängern den Führerschein bezahlen? Wozu brauchen sie den überhaupt? Ein Auto werden die sich wohl schwerlich leisten können - und wenn sie ihn zwingend brauchen, um einen Beruf auszuüben - dann ist das im Interesse des Arbeitgebers.

Ich bin es Leid, dass es immer wieder neue Vorschläge gibt, was man den Bürgergeldempfängern noch alles bezahlen soll. Schließlich wird es doch dazu kommen, dass sie bessergestellt sind als Durchschnittsverdiener.

Und zu Deiner eigenzlichen Frage: Der Führerschein ist so teuer, weil es immer mehr Fahrstunden braucht, bevor man die Prüfung ablegt. Vielleicht sollte man auch bei den zugrundeliegenden Anforderungen mal durchforsten. So ist das Thema „energiesparendes Autofahren“ ein Nice-to-have, aber warum ist das prüfungsrelevant?

An sich nachvollziehbare Argumentation, aber mit Führerschein hat man auf dem Arbeitsmarkt mehr Chancen und eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit liegt auch im Interesse der Allgemeinheit.

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@swisstime

Hier in Bremen werden so händeringend Azubis in versch. Branchen gesucht, dass immer mehr AG mit der Übernahme der Kosten für den Führerschein werben.

Wenn das jetzt wieder eine staatl. Leistung würde, gäbe es viel zu viele Menschen, die das in Anspruch nähmen, was übrigens nochmal zur Verteuerung des FS führen würde

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@ACBRE

Stimmt schon. Aber ein kleiner Handwerksbetrieb kann den Führerschein eines Auszubildenden oder Gesellen im 1. Berufswahl nicht so leicht finanzieren, wie ein größeres Unternehmen, womöglich noch ein kommunales (Städtische Verkehrsbetriebe), das einfach den Fahrschein um 10 Cent erhöht, was dann doch die Allgemeinheit finanziert. Der reguläre Führerschein berechtigt ja nur zum Fahren normaler Autos. Wer aber einen Linienbus fahren muss, braucht einen anderen Führerschein, der aber dann meines Wissens auch zum Führen eines PKW berechtigt.

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@swisstime

ÄHM ich klink mich da mal ein: Dem Betrieb entsteht hier kein Verlust, da er diese Leistung vollends von der Steuer abziehen kann, somit (wenn man es kleinkariert sieht) zahlen wir Steuerzahler das dann eh

Somit spart sich der Betrieb Vorsteuerzahlung ein und im Umkehrschluß am Ende des Jahres noch Einkommensteuer und sonstwas, weil weniger Gewinn versteuert werden muß

und davon mal ab.. im Handwerk legt ein Beitreb in den ersten beiden Ausbildungsjahren eh drauf, da der Azubi hier nicht so mitarbeiten kann, daß man ihn auch beim Kunden in Rechnung stellen kann. Da kommts auf die paar €uros für nen Führerschein auch nimmer an

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Warum sollte ich also mit meinem Steuergeld Bürgergeldempfängern den Führerschein bezahlen?

Ja, Bürgergeldempfänger brauchen kein Leben. Morgens und Abends Butterbrot mit Salz reicht und mittags eine Portion Spagetti mit Ketchup. Internet reichen 50 Mbit für 30 Euro, Klamotten und Haushaltsgegenstände bekommt man gebraucht vom roten Kreuz und die Tafel gibt es ja auch. 40 Euro für Strom ist auch übertrieben. Welcher Bürgergeldempfänger braucht schon einen PC oder TV, der Strom frisst.

Wirklich?

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PS: Wenn du der Meinung bist, dass Bürgergeldempfänger zu viel bekommen, bin ich dafür, dass Mindestlohn gleich Maximallohn ist.

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Ja

Ich habe alle Führerscheine, die ich brauche, und noch ein paar darüber hinaus.

Das ist Populismus der Elitenförderungspartei.

Sie senkt damit bei den Anbietern der Ware deren Produktionskosten.

Es gibt aber keine Garantie, dass die die Kostenersparnis an die Käufer der Ware weiterreichen. Ist so ähnlich wie mit den Mehrwertsteuersenkungen. Die auch nicht bei Kunden angekommen sind.

Generell ist Preissinken eher selten. Es findet in der real existierenden Marktwirtschaft ausserhalb neoliberaler Luftschlösser nur unter begrenzten Voraussetzungen statt. Die hier nicht gegeben sind.

Am Ende wird es womöglich nur mal wieder die Gewinne von Fahrschulkonzernen steigern. Die damit gegenüber der Präsenzfahrschule eines Einzelunternehmens einen Vorteil bekommt, weil sie diese digitalen Strukturen leichter errichten kann.

Das Plattmachen von Kleinunternehmern zugunsten der Konzerne von Milliardären ist ja gerade die grosse Leidenschaft der Politik. Vermutlich mal wieder ein neuer Baustein.