Integration! Aber wie? Einzige Türkin in der Klasse

14 Antworten

Natürlich steht es dir frei, deine Tochter auf einem städtischen Gymnasium anzumelden. Ich weiß nicht,wie psychisch stark deine Tochter ist, ob sie wirklich alles zu Hause erzählt und ob, wie und wie lange sie diesen Zustand aushalten kann. Ist sie ein starkes Mädchen, das mit guten Leistungen, gutem Arbeits- und Sozialverhalten usw. "punkten" kann, und möchte eigentlich auf der Schule bleiben, dann such das Gespräch mit der Schulleitung. Das Christentum predigt immer Nächstenliebe, immerhin eins der zehn Gebote, damit solltest du die Schulleitung eigentlich "packen". Gepredigt wird Nächstenliebe offenbar, aber praktiziert zu werden scheint sie nicht wirklich. Interessant wäre noch zu wissen, wie ihr als Eltern beim Elternabend von den anderen Eltern und beim Ellternsprechtag von den Lehrern "angenommen" wurdet.

Sie möchte auf der Schule bleiben und kommt bis jetzt gut damit zurecht. Ich habe sie auch auf einen Schulwechsel angesprochen. Nö, möchte sie nicht! Blöde Situation.

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@Sezen123

Ich finde nicht, dass das eine blöde Situation ist. Deine Tochter muss doch mit der Schule klar kommen. Versuch doch mal mit einigen Lehrern zu sprechen, ob sie meinen, dass Deine Tochter nicht integriert ist. Vielleicht haben sie ja auch noch Tipps, wie Deine Tochter mehr Kontakte knüpfen kann.

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Ich denke es so besser ist zur Integration. Wenn mehr Türken sind kommt es ja zur Gruppenbildung und nicht zur Integration. Versuch mal mit der Lehrerin zu sprechen, vielleicht will die das Thema Integration mal im Unterricht behandeln. So kann sie die Kinder auf andere Kulturen neugierig machen.

Eigentlich eine gute Idee. Aber das Thema wird ihr unangenehm sein, denke ich. Genauso wie wenn man bei Menschen mit Behinderung das Thema Inklusion im Unterricht anspricht.

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@Sezen123

Naja, die Lehrerin muss ja nicht sagen: wir sprechen heut über Integration. Die kann auch sagen wir sprechen über verschiedene Kulturen und halt Kinder erzählen lassen was sie so wissen über andere Kulturen und dann halt auch bei deiner Tochter nachfragen wie das so ist in eurer Kultur und erzählen lassen. Eine halbwegs gute Lehrerin sollte das hinkriegen, dass deine Tochter gerne erzählt.

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  • Ich denke, im Vordergrund sollte der Wille Deiner Tochter stehen. Sie möchte auf dieser Schule bleiben, dann sollte sie das auch dürfen. Ich denke nicht, dass sich die psychische Verfassung Deiner Tochter positiv entwickelt, wen sie gegen ihren Willen auf eine andere Schule geschickt wird. Gleichwohl dürfen bei Eltern natürlich auch Aspekte wie Schulqualität und Persönlichkeitsentwicklung eine Rolle spielen.
  • Integration setzt voraus, dass man sich integriert und sich so verhält, dass man zu den anderen dazu passt. Also gleiche Kleidung und Accessoires wie die anderen Mädchen, gleiche Möglichkeiten für Spiele, Sportunterricht, Umziehen, Schwimmen, Ausflüge und Unternehmungen wie andere Mädchen und so weiter. Ist das bei Euch wirklich der Fall?
  • Es kann oft helfen, wenn sich ein türkisches Mädchen in so einer Umgebung besonders gepflegt, modern, pfiffig anzieht, gute Ausrüstung und Spielsachen hat und dadurch klar signalisiert: Wir sind genau so Mittelschicht wie ihr, wir sind integriert, wir haben nichts gemein mit dem befürchteten Migrationsunterschichtverhalten!
  • Ich denke nicht, dass mehrere Türken in der Klasse die Lage einfacher machen würden. Wenn sich nur einer von denen mies benimmt, fällt das immer sofort auf alle zurück. Dann hat nicht "der Toni" was gemacht, sondern "ein Türke". Zudem besteht die Gefahr, dass tatsächlich auch objektiv gesehen einige dabei sind, die Unterschichtverhalten an den Tag legen. Zudem besteht die Gefahr, dass Deine Tochter dann überwiegend türkischen Kontakt hat und sucht und sich damit spürbar von der Integration entfernt. Nein, das wäre insgesamt eine schlechte Idee. Für echte Integration hat sie jetzt auf dieser Schule die besten Chancen. Lass Ihr ein wenig Zeit.
  • Ich finde, sie sollte weiter versuchen, Anschluss zu den anderen Schülern zu bekommen und sich nicht von ersten Misserfolgen beirren lassen. Vielleicht kann sie sich in Fächern, in denen sie gut ist, zum gemeinsamen Hausaufgabenlöäsen verabreden? Oftmals kann dann ja auch hinterher zusammen gespielt werden.

Ja, das ist bei uns wirklich der Fall. Accessoires und Kleidung sind ähnlich. Sie kann auch bei allen üblichen Sachen mitmachen, wie z.B. Schwimmen, Klassenausflüge, Übernachtungen bei Freunden etc. Danke für Ihre Ratschläge. Ich denke, ich mache mir da jetzt keine Gedanken mehr drum. Wer meine Tochter kennt, weiß, dass sie eine gute Freundin ist. Außerdem ist sie ja auch im Verein. Integration muss von beiden Seiten kommen.

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@Sezen123

Ja, "Integration muss von beiden Seiten kommen" ist wirklich zutreffend und Ihr verhaltet Euch auf Eurer Seite absolut vorbildlich.

Ich glaube, dass Deine Tochter sich dort auch einleben und bewähren wird. Es dauert für viele eine Zeitlang, bis man in einem Klassenverband integriert ist, auch für Schüler ohne Migrationshintergrund.

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